Warum heißt es Kuli?

Kugelschreiber: Warum heisst er Kuli?

16/06/2023

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Der Kugelschreiber ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Ob im Büro, in der Schule oder zu Hause – er ist unser ständiger Begleiter, wenn es darum geht, Gedanken festzuhalten oder Formulare auszufüllen. Doch haben Sie sich je gefragt, warum dieses praktische Schreibgerät umgangssprachlich oft als "Kuli" bezeichnet wird? Die Antwort darauf ist überraschender als man denkt und führt uns tief in die Geschichte der Schreibgeräte ein.

Warum sind Montblanc Kugelschreiber so teuer?
Montblanc Produkte sind so teuer, weil sie sowohl höchste Qualitätsstandards vorweisen, als auch aus den edelsten Materialien gefertigt sind. Zudem sind sie weltweit anerkannte und respektierte Prestigeobjekte, die meist als Erbstück für Generationen erhalten bleiben.
Übersicht

Was ist ein Kugelschreiber?

Der Kugelschreiber, manchmal auch Kugelstift genannt, ist ein Schreibgerät, das eine zähflüssige Tintenpaste verwendet. Diese Paste wird mittels einer kleinen Kugel auf das Papier übertragen. Die Technologie dahinter mag simpel klingen, geht aber auf Patente zurück, die bereits im 19. Jahrhundert entwickelt wurden.

Das Geheimnis des Namens "Kuli"

Die Bezeichnung "Kuli" ist eine interessante Kurzform. Ursprünglich stand sie für den "Tintenkuli", ein Schreibgerät, das 1928 von Rotring entwickelt wurde. Interessanterweise besaß dieser Tintenkuli keine Kugelspitze, sondern eine Röhrchenfeder. Entgegen dem ähnlichen Klang hat "Kuli" also tatsächlich nichts mit dem Wort "Kugel" zu tun. Erst durch den Rückgang der Popularität des Tintenkulis und den weltweiten Erfolg des Kugelschreibers ab den 1940er Jahren wurde "Kuli" im deutschen Sprachraum zu einem allgemeinen Synonym für den Kugelschreiber.

Verwandte Schreibgeräte

Neben dem klassischen Kugelschreiber gibt es ähnliche Schreibgeräte wie den Gelschreiber oder den Tintenroller. Im Englischen werden sie oft als "Rollerball pen" bezeichnet, während der Kugelschreiber der "Ballpoint pen" ist.

Aufbau und Bestandteile

Kugelschreiber bestehen im Wesentlichen aus zwei Hauptteilen: dem Gehäuse mit Minenführung und der Mine. Das Gehäuse dient der Führung der Mine und kann unterschiedliche Bauarten aufweisen. Die Mine selbst ist das Herzstück des Schreibgeräts. Bei Modellen mit Kappe wird die Mine einfach eingesteckt. Da die Minen genormt sind, wäre es theoretisch bei jedem zerlegbaren Kugelschreiber möglich, aufgebrauchte Minen auszuwechseln. Üblich ist dies jedoch primär bei höherwertigen Modellen.

Eine Kugelschreibermine setzt sich typischerweise aus mindestens drei Teilen zusammen:

  • Tintenreservoir: Ein Röhrchen aus Kunststoff oder Metall, das eine zähflüssige, hochkonzentrierte Tintenpaste enthält.
  • Schreibspitze: Sie schließt das Tintenröhrchen nach unten ab und beherbergt die Kugelführung. Dieses Teil besteht meist aus Messing oder rostfreiem Stahl.
  • Schreibkugel: Um den Verschleiß gering zu halten, besteht diese Kugel aus Hartmetall oder einem extrem harten keramischen Material, oft Wolframcarbid (erkennbar am Aufdruck: „TC-Ball“).

Am oberen Ende ist das Tintenröhrchen üblicherweise offen, oder zumindest mit einem luftdurchlässigen Verschluss ausgestattet. Dies ermöglicht den Ausgleich des Tintenvolumens durch Luft. Um ein Eintrocknen der Tinte zu verhindern, schwimmt auf der Tinte eine Dichtungsmasse von gleicher Konsistenz. Diese Masse unterbindet den direkten Kontakt mit der Luft. Bei billigen Minen fehlt diese Dichtung oft, weshalb diese schneller austrocknen.

Funktionsweise und Tintenfluss

Streicht der Kugelschreiber über das Papier, so dreht sich die Kugel. Dabei nimmt sie auf ihrer dem Vorratsbehälter zugewandten Seite Tinte auf und gibt sie auf der anderen an das Papier ab. Dieser einfache Mechanismus sorgt für den gleichmäßigen Farbauftrag.

Gewöhnliche Kugelschreiber müssen beim Schreiben mit der Spitze nach unten gehalten werden, weil die Tinte aufgrund ihrer Zähflüssigkeit primär durch die Schwerkraft zur Schreibkugel befördert wird. Im Gegensatz zur dünnflüssigen Füllerhaltertinte wirken hier keine Kapillarkräfte.

Es existieren allerdings spezielle Kugelschreiberminen, welche mit Stickstoff gefüllt unter Druck stehen. Zwischen der Tintenpaste und dem luftdicht verschlossenen Ende des Tintenröhrchens befindet sich ein Metallplättchen, welches wie ein Kolben die Tintenpaste in Richtung der Schreibspitze drückt. Dies ermöglicht es, auch kopfüber oder in der Schwerelosigkeit zu schreiben, wie beim bekannten Space Pen.

Tinteneigenschaften und Schreibleistung

Je nach gewünschter Strichdicke hat die Kugel einen Durchmesser von 0,7 bis 1,4 Millimetern. Bei besonders feinen Kugelschreibern, zum Beispiel in Japan, findet man auch Durchmesser von nur 0,2 Millimetern.

Kugelschreibertinte ist in der Regel wasserfest und häufig auch dokumentenecht nach ISO 12757-2. Daher lässt sie sich aus Textilien nur schlecht herauswaschen. Grundsätzlich gibt es Kugelschreibertinte in allen Farben. Am verbreitetsten sind jedoch blaue, schwarze und rote Tinte.

Obwohl die Kugelschreibertinte auf dem Papier sehr schnell trocknet und wischfest wird, neigen Kugelschreiberspitzen nicht zum Eintrocknen. Sie brauchen daher keine luftdichte Verschlusskappe wie Füllfederhalter. Durch die zähe Konsistenz und extreme Deckkraft der Tinte ist der Verbrauch so gering, dass Kugelschreiber von allen Schreibgeräten die höchste Schreibleistung ermöglichen. Einige Hersteller werben mit einer Schreibleistung ihrer Großraumminen von bis zu 10 km oder 600 Briefseiten im DIN-A4-Format. Sowohl die Tinte von Kugelschreibern als auch die Schreiber selber gelten als ungiftig.

Arten von Kugelschreiberminen

Kugelschreiberminen können je nach Bedürfnissen des Nutzers variieren. Die gängigsten drei Minentypen, basierend auf der Schreiblänge und dem Schreibgefühl, sind:

  • Standardminen: Das sind die üblichen Kugelschreiberminen mit bis zu 11 km Schreiblänge.
  • Soft-Minen: Diese Minen erlauben weicheres Schreiben, verbrauchen jedoch mehr Tinte und besitzen somit nur bis zu 5 km Schreiblänge.
  • Tintenrollerminen: Diese Minen besitzen das weichste Schreibgefühl. Sie sind jedoch kostspieliger als die anderen Minentypen und ihre maximale Schreiblänge beträgt nur etwa 2 km.

Der Druckknopf-Mechanismus

Bei vielen modernen Kugelschreibern wird die Mine durch Betätigen eines Druckknopfes aus- und wieder eingefahren. Ähnlich wie bei älteren Druckbleistiften dient dies dazu, die Schreibspitze bei Nichtgebrauch sicher im Gehäuse zu verstauen. Da sich ihre Länge im Gegensatz zur Bleimine nicht ändert (kein wiederholtes Anspitzen), ist das Zurückschieben rein zum geschützten Unterbringen im Gehäuse.

Der Mechanismus, der dies ermöglicht, ist meist ein Sperrspannwerk. Dieses Prinzip ist im Prinzip von elektrischen Druckschaltern mit Einraststellung oder anderen älteren Anwendungen (z. B. Verschlüsse an Türen) übernommen. Die Mine wird durch Betätigen des Druckstiftes am oberen Schreiber-Ende gegen Federkraft herausgeschoben, wonach sie beim Loslassen einrastet und herausgeschoben verharrt. Durch wiederholtes Betätigen wird die Rastung aufgehoben, und die Mine bewegt sich bei Loslassen mit Federkraft zurück ins Gehäuse.

Im Unterschied zu einfachen elektrischen Druckschaltern, wo oft ein Schaltherz den Mechanismus in vier Schritten gewährleistet, dreht sich im Kugelschreiber ein Bauteil um seine Längsachse. Auch der Schaltmechanismus im Druckknopf-Kugelschreiber arbeitet typischerweise in vier Schritten.

Ein Blick in die Geschichte

Die Idee eines Schreibgeräts, das Tinte mitführt, ist nicht neu. Bereits Galileo Galilei soll eine Skizze angefertigt haben, die als eine Art Vorläufer gelten könnte. Erste Patente zu Schreibgeräten, die ihre eigene Tinte mitführen, gab es im 19. Jahrhundert.

1888 erhielt der Amerikaner John J. Loud ein Patent auf ein kugelschreiberähnliches Gerät, mit dem man Leder markieren können sollte. Slavoljub Eduard Penkala, ein kroatischer Erfinder, patentierte 1906 ebenfalls einen Kugelschreiber-Vorläufer.

Die Grundform des heutigen Kugelschreibers, so wie wir ihn kennen, wurde maßgeblich von dem gebürtigen Ungarn László József Bíró entwickelt. Unterstützt von seinem Bruder Georg, arbeitete er achtzehn Jahre lang an dieser Erfindung in Budapest. Die Idee soll ihm von spielenden Kindern gekommen sein: Deren Murmeln hinterließen eine feuchte Spur, nachdem sie durch eine Pfütze gerollt waren. Bíró ließ sein im Jahr 1938 erstmals in Ungarn erteiltes Patent am 27. Dezember 1938 in den USA als „Fountain Pen for Pulpy Ink“ (später „Ball Pen“) und 1943 in Argentinien erneuern, wohin er 1940 vor den Judenverfolgungen in Ungarn geflohen war. Dort gründete er das Unternehmen „Sylvapen“.

Der entscheidende Durchbruch für den Kugelschreiber kam mit dem britischen Geschäftsmann Henry George Martin. Er erkannte den Kugelschreiber als ideales Schreibwerkzeug für Flugzeugbesatzungen, das auch in großen Höhen funktioniert, ohne dabei zu klecksen. Martin kaufte Bíró die Patentrechte ab und gründete gemeinsam mit Frederick Miles im Jahr 1944 in Reading (England) die erste Kugelschreiberfabrik der Welt. Er startete eine Serienproduktion. Im ersten Jahr seines Bestehens lieferte das Unternehmen 30.000 Kugelschreiber an die Royal Air Force.

Im Juni 1945 wurde der amerikanische Geschäftsmann Milton Reynolds in Buenos Aires auf den Kugelschreiber aufmerksam. Er ließ die Technik in den USA nachbauen. Unter dem Namen Reynolds’ Rocket wurden die Kugelschreiber noch im gleichen Jahr zu einem Verkaufserfolg in den USA, obwohl der Kugelschreiber rund eineinhalbmal so viel kostete wie eine Füllfeder. Wegen Qualitätsproblemen musste Reynolds jedoch tausende Exemplare zurücknehmen und ging 1951 in Konkurs. Die ersten Kugelschreiber wurden 1945 für 8,50 US-Dollar verkauft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begannen mehrere Unternehmen, Kugelschreiber zu produzieren, teilweise ohne die Patentrechte zu besitzen. Das deutsche Unternehmen Schneider zahlte ab 1947 bis zum Erlöschen der Patente 19 Millionen DM an Lizenzgebühren. Das Unternehmen Schmidt im Schwarzwald konzentrierte sich auf die Herstellung und Entwicklung der Mechanik der Kugelschreiber. In Deutschland kosteten die ersten Modelle 1950 etwa 20 DM.

Das Problem des Klecksens bekam erst der Franzose Marcel Bich in den Griff. Unter dem Namen BIC brachte er Ende 1950 seinen Kugelschreiber auf den Markt und läutete damit endgültig das Zeitalter des Kugelschreibers als Massenprodukt ein. Auch war teilweise der eingesetzte Farbstoff nicht beständig, was den Einsatz von Kugelschreibern für längerfristig aufzubewahrende Unterlagen verbot.

Namensvielfalt weltweit

In mehreren Ländern wird der Kugelschreiber nach seinem Erfinder genannt, z. B. „biro“ in England und Italien, „birome“ in Argentinien oder „penkala“ in Kroatien. In Frankreich stellte Baron Bich große Mengen billiger Einweg-Kugelschreiber unter dem Markennamen BIC her, wodurch „bic“ ein Synonym für Kugelschreiber wurde. In Argentinien wird der Tag des Erfinders jährlich am Geburtstag László Bírós (29. September) gefeiert.

Warum heißt es Kuli?
Er geht auf Patente aus dem 19. Jahrhundert zurück. Die umgangssprachliche Bezeichnung Kuli war ursprünglich eine Kurzform für den 1928 von Rotring entwickelten Tintenkuli, der allerdings keine Kugelspitze, sondern eine Röhrchenfeder besaß. Trotz des ähnlichen Klanges hat „Kuli“ also nichts mit „Kugel“ zu tun.

Moderne Anwendungen und Design

Heute werden Kugelschreiber in großem Rahmen auch als Werbeträger eingesetzt. Die Gehäuseoberfläche von Kugelschreibern lässt sich dabei mit einfachen und preiswerten Druckverfahren für große Mengen bedrucken oder auch bei kleiner Stückzahl mit edel eingraviertem Namenszug versehen.

Auch als Designobjekte werden Kugelschreiber des Öfteren produziert. Dabei dienen zum Beispiel edle oder speziell behandelte Holzsorten als Gehäuse, die jeden Kugelschreiber damit zu einem individuell gestalteten Einzelstück machen können. Es gibt auch Modelle mit speziellen Kappen, zum Beispiel aus Silikon, für die Nutzung auf Touchscreens.

Unterschiedliche Minentypen

In den Kugelschreibern werden unterschiedliche Typen von Minen verwendet, die sich im Durchmesser, in der Länge und in der Position der Einkerbung unterscheiden.

Einsatz in der Technik

Einige technische Geräte verwenden spezielle Kugelschreiberminen, so etwa Stiftplotter, wie der Commodore VC-1520, oder die Plotterschreibmaschine Silver Reed EB50.

Der Kugelschreiber in der Schule

In deutschen Schulen ist der Kugelschreiber in der Regel erst nach dem vollständigen Erwerb einer verbundenen Schrift erlaubt, zu der auch das Erlernen des Umgangs mit Füllfederhaltern (üblicherweise in der zweiten Jahrgangsstufe) gehört. Ausnahmen werden allerdings meistens für Linkshänder gestattet, da es beim Schreiben mit Füllfedern mit der linken Hand leicht zu Verwischungen kommen kann.

Schreiben im Weltraum: Der Space Pen

Die NASA benötigte für ihre Raumflüge ein Schreibgerät, das unabhängig von der Schwerkraft funktionierte. Man entschied sich für einen speziellen Kugelschreiber, bei dem die Tinte nicht durch die Schwerkraft ausfloss, sondern durch Füllung der Mine mit Gas herausgedrückt wurde. Der Hersteller ließ darauf den Kugelschreiber unter der Bezeichnung „Space Pen“ vermarkten. Er wurde auch im Weltall unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit von der NASA benutzt.

Interessanterweise benutzte man in der Sowjetunion anfangs plastikummantelte Fettstifte (also eine Art „Wachsmalkreide“) für das Schreiben im All, später dann ebenfalls Kugelschreiber mit Gasdruckminen.

Der größte Kugelschreiber der Welt

Auch Superlative gibt es in der Welt der Kugelschreiber. Der größte funktionierende Kugelschreiber der Welt wurde von Acharya Makunuri Srinivasa in Indien gefertigt und am 24. April 2011 in Hyderabad (Indien) vorgestellt und gemessen. Dieser beeindruckende Stift ist 5,5 Meter lang und wiegt 37,23 Kilogramm. Der Stift ist zudem mit Szenen aus der indischen Mythologie graviert.

Vorsicht vor unseriösen Angeboten zur Kugelschreibermontage

Über viele Jahrzehnte hinweg war die Montage von Kugelschreibern in Heimarbeit tatsächlich ein üblicher Schritt in der Fertigung. Die Teile sind leicht und klein, die Arbeit erschien einfach und nach Stückzahl berechenbar. Daher war und ist solche Heimarbeit theoretisch attraktiv als Nebenverdienst.

Heute warnen Verbraucherschützer jedoch dringend vor zahlreichen unseriösen Arbeitsangeboten in diesem Bereich. Laut Branchenportalen sind heute nur noch sehr spezielle Formen oder Kleinserien, bei denen sich der Einsatz von Maschinen nicht lohnt, potenziell in Heimarbeit vermittelbar.

Eine Recherche in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale in Hamburg konnte laut einem Branchenportal keinen einzigen seriösen Hersteller finden, der Heimarbeit zur Kugelschreibermontage anbietet. Das Geschäftsmodell unseriöser Anbieter basiert demnach meist auf kostenpflichtigen Hotlines, dem überteuerten Verkauf von Material oder jeglichen Formen von Vorkasse. Verbraucher sollten hier äußerst skeptisch sein, da diese Angebote durch geschickte Formulierungen rechtlich oft schwer angreifbar sind.

Ähnliche Mechanik: Die Roll-On-Flasche

Es ist interessant zu sehen, wo die Technik des Kugelschreibers noch Anwendung findet. Den gleichen Mechanismus, bei dem eine Kugel Flüssigkeit überträgt, nutzen zum Beispiel Roll-On-Packungen für Deodorant, Sonnenschutz und andere Wirkstoffe auf Hautflächen. Hier kommen typischerweise matte Kunststoffkugeln (seit einiger Zeit auch hohle geblasene) aus LDPE mit Durchmessern zwischen 10,16 und 35,56 mm zum Einsatz. Für eine optimale Funktion sollte die Packung idealerweise mit der Kugel nach oben gelagert werden.

Ein Blick auf Montblanc

Auch wenn der Fokus oft auf den modernen Kugelschreiber liegt, haben etablierte Marken eine lange Geschichte. Die Marke Montblanc begann beispielsweise mit bescheidenen Anfängen in Hamburg. Der deutsche Ingenieur August Eberstein, der viel Erfahrung in den Vereinigten Staaten gesammelt hatte, begann bald nach seiner Rückkehr, eigene Füllhalter zu produzieren und diese an Händler in Berlin und Hamburg zu verkaufen. Er orientierte sich dabei stark an amerikanischen Schiebefüllern.

1907 wurde die SIMPLO Filler PEN Co. von Max Koch und Johannes Voß, Geschäftspartner von Eberstein, gegründet. Anfang 1908 erfolgte der offizielle Eintrag ins Hamburger Handelsregister, was den offiziellen Anfang Montblancs markiert. Der Name „SIMPLO“ hatte Eberstein wohl aus den Vereinigten Staaten mitgebracht und sollte unter anderem die einfache Bedienung seiner Füllhalter hervorheben.

Eberstein modifizierte die Schiebefüllhalter und entwickelte Sicherheitsfüller, bei welchen die Feder nun herausgedreht werden musste. Dieses neue, perfektionierte System gewann schnell an Beliebtheit, sodass schon etablierte Marken wie Staedtler und Faber-Castell einige Füllhaltermodelle bei Montblancs Vorläufer produzieren ließen. SIMPLO verkaufte ihre eigenen Füller zunächst aus Ebonit mit rotem Kappenkopf unter verschiedenen Namen, darunter „Rouge et Noir“, welches heute noch als Teil der Montblanc Heritage Kollektion in einer modernisierten Form verfügbar ist.

Häufig gestellte Fragen zum Kugelschreiber

Warum heißt der Kugelschreiber umgangssprachlich oft Kuli?

Die Bezeichnung "Kuli" ist eine Kurzform des ursprünglichen "Tintenkuli", einem Schreibgerät von Rotring aus dem Jahr 1928. Dieses hatte eine Röhrchenfeder, keine Kugel. Erst später, als der Kugelschreiber populär wurde, übertrug sich die Bezeichnung "Kuli" auf ihn.

Kann man mit jedem Kugelschreiber kopfüber schreiben?

Nein, gewöhnliche Kugelschreiber benötigen die Schwerkraft, damit die Tinte zur Kugel fließt. Nur spezielle Kugelschreiber mit Druckminen, wie der Space Pen, können unabhängig von der Lage schreiben.

Wie lange kann man mit einem Kugelschreiber schreiben?

Das hängt von der Mine ab. Standardminen können bis zu 11 Kilometer Schreiblänge erreichen. Soft-Minen etwa 5 km und Tintenrollerminen etwa 2 km.

Ist Kugelschreibertinte wasserfest?

Ja, Kugelschreibertinte ist in der Regel wasserfest und oft auch dokumentenecht nach ISO 12757-2.

Sind Kugelschreiber oder ihre Tinte giftig?

Nein, sowohl Kugelschreibertinte als auch die Schreiber selbst gelten als ungiftig.

Dürfen Kinder in der Grundschule mit Kugelschreibern schreiben?

In deutschen Schulen ist der Kugelschreiber meist erst nach dem Erlernen der verbundenen Schrift und des Umgangs mit dem Füllfederhalter erlaubt, oft ab der zweiten Klasse. Ausnahmen gibt es manchmal für Linkshänder.

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