12/11/2017
Die Frage, ob Wipperfürth schön ist, lässt sich anhand der vielfältigen Facetten dieser Hansestadt im Bergischen Land eindeutig beantworten. Mit über 800 Jahren reicher Geschichte, eingebettet in eine malerische grüne Landschaft und geprägt von einer lebendigen Kultur, bietet Wipperfürth zahlreiche Gründe, die seinen Charme ausmachen. Von historischen Baudenkmälern über ausgedehnte Wälder und glitzernde Talsperren bis hin zu einem gemütlichen Marktplatz – die Stadt lädt zum Entdecken und Verweilen ein.

- Eine Stadt mit tiefer historischer Verwurzelung
- Hanse und Stadtmauer
- Neuere Geschichte und Verwaltung
- Natur und Umgebung: Die Stadt der Talsperren
- Stadtleben, Kultur und Gemütlichkeit
- Bevölkerung und Struktur
- Entwicklungen nach dem Zweiten Weltkrieg
- Häufig gestellte Fragen zu Wipperfürth
- Zusammenfassend
Eine Stadt mit tiefer historischer Verwurzelung
Die Geschichte Wipperfürths reicht weit zurück. Die älteste schriftliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1131, als der Ort im Siegburger Mirakelbuch bereits als „Oppidum“, also als Stadt, bezeichnet wurde. Die Schreibweise damals war „Weperevorthe“. Zwischen 1217 und 1222 erhielt Wipperfürth wichtige Privilegien von Erzbischof Engelbert I. von Köln. Nach 1225 wurden der Stadt von Heinrich von Limburg, dem Grafen von Berg, die vollen Stadtrechte verliehen. Dies macht Wipperfürth zur ältesten Stadt im Bergischen Land.
Die Verwaltung der Stadt wurde im Jahr 1283 von Graf Adolf V. geregelt. Wipperfürth verfügte über ein eigenes Stadtgericht, das bei Bedarf Konsultationen mit dem Stadtgericht Siegburg abhielt. Im Rahmen der Ämtereinteilung des Herzogtums Berg wurde das Umland von Wipperfürth vom Amt Steinbach verwaltet, wo sich auch der Gerichtssitz für die umliegenden Kirchspiele befand. Die Stadt Wipperfürth zahlte ihre Steuern bis ins Jahr 1770 über das Amt Steinbach.
Ein weiteres wichtiges historisches Element war die Münzprägung. Bereits im Jahr 1275 erlaubte König Rudolf von Habsburg dem Grafen, seine Münzstätte von Wildberg nach Wipperfürth zu verlegen. Hier wurden fortan Pfennige nach Kölner Vorbild geprägt. Ein besonderes Ereignis war die Prägung der ersten Groschen in Deutschland, die 1328 in Wipperfürth mit einem Privileg König Ludwigs des Bayern begann.
Hanse und Stadtmauer
Ab dem 14. Jahrhundert wurde Wipperfürth Mitglied der Hanse, der mächtigen Handelsvereinigung. Kaufleute aus Wipperfürth sind in bedeutenden Hansestädten wie Stockholm, Dorpat, Malmö, Nowgorod, Reval und Lübeck nachweisbar. Dies unterstreicht die frühe Bedeutung der Stadt als Handelszentrum, die bereits im Mittelalter an der Schnittstelle wichtiger Handelsstraßen lag und deshalb auch als „Kamener Kreuz des Mittelalters“ bezeichnet wurde.
Das Stadtwappen von 1267, das eine Kirche in einer zinnenbewehrten Mauer zeigt, lehnt sich an das große Stadtsiegel an, das erstmals auf einer Urkunde von 1267 erschien und die Umschrift „S(igillum):BURGENSIUM: OPIDI:IN:WIPPERVURDE“ trug.
Die Stadt war im Laufe ihrer Geschichte auch Belagerungen ausgesetzt. 1404 wurde Wipperfürth von den Kölnern belagert und besetzt. Von der ehemaligen Krakenburg aus wurden Häuser der Stadt in Brand gesetzt. Die Stadtmauer, die zum Schutz diente, begann an der Krakenburg (dem heutigen Klosterberg), verlief am Klosterwall entlang, passierte den Schützengraben bis zum Kölner Tor, führte weiter zum Mahltor, von dort in östlicher Richtung zwischen Obergraben und der Pfarrkirche, dann wieder nach Süden bis zum Attendorner Tor und von dort zurück zur Klostermauer. Reste dieser historischen Stadtmauer sind heute noch am Klosterberg und an der Einmündung Untere Straße – Hochstraße (Ellers Ecke) erhalten.
Die Entwicklung der Stadt wurde leider auch durch zahlreiche Stadtbrände behindert. Dokumentierte Brände gab es in den Jahren 1333, 1352, 1368, 1383, 1404, 1412, 1465, 1511, 1585 und 1795.
Zu den ältesten Bauwerken der Stadt zählen die dreischiffige romanische Pfarrkirche St. Nikolaus, deren Ursprünge um 1140 liegen, und der Marktbrunnen von 1331, der seine heutige Gestalt in der Renaissance erhielt.
Neuere Geschichte und Verwaltung
Die Neuordnung Europas hatte auch Auswirkungen auf Wipperfürth. 1806 wurde das Herzogtum Berg von Bayern an Napoleon abgetreten. Unter Joachim Murat entstand das Großherzogtum Berg, und Wipperfürth wurde 1808 Hauptort eines Kantons im Arrondissement Elberfeld und bildete eine Mairie nach französischem Vorbild.
Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde das Rheinland Preußen angegliedert. Aus der Mairie Wipperfürth wurde die preußische Bürgermeisterei Wipperfürth. Seit 1816 gehörte Wipperfürth als Kreisstadt des Kreises Wipperfürth zum Regierungsbezirk Köln und ab 1822 zur Rheinprovinz. Es gab zeitweise einen Streit mit der Gemeinde Lindlar über den Sitz des Kreises, der erst 1896 endgültig beigelegt wurde.
Im 20. Jahrhundert gab es weitere administrative Veränderungen. Am 1. Oktober 1932 wurden der Kreis Wipperfürth und der Kreis Mülheim am Rhein zum Rheinisch-Bergischen Kreis mit Sitz in Köln-Mülheim vereinigt.
Im Zuge der kommunalen Neugliederung, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat, wurden die bisherige Stadt Wipperfürth mit wesentlichen Teilen der Gemeinden Klüppelberg und Wipperfeld zur neuen Stadt Wipperfürth zusammengelegt und dem neu gegliederten Oberbergischen Kreis zugeordnet.
Eine besondere Anerkennung der historischen Bedeutung erhielt die Stadt am 19. März 2012, als Wipperfürth offiziell den Zusatz „Hansestadt“ führen durfte. Dieser Titel würdigt die Vergangenheit als Mitglied der Hanse.
Natur und Umgebung: Die Stadt der Talsperren
Wipperfürth liegt eingebettet in die wunderschöne grüne Umgebung des Bergischen Landes. Die Stadt ist als „Stadt der Talsperren“ bekannt, da sie unmittelbar an der Wupper liegt und von zahlreichen Talsperren umgeben ist. Diese Stauseen liegen malerisch in die bergische Landschaft eingebettet und sind beliebte Ausflugsziele.
Zahlreiche Wälder prägen das Umland und bieten ein gut ausgebautes Wandernetz. Die Natur lädt zum Bewegen und Entspannen ein und trägt maßgeblich zur Attraktivität und Schönheit der Region bei. Die Nähe zum Wasser und die hügelige Waldlandschaft bieten vielfältige Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten.

Stadtleben, Kultur und Gemütlichkeit
Wipperfürth zeichnet sich nicht nur durch seine Geschichte und Natur aus, sondern auch durch sein lebendiges Stadtleben und kulturelles Angebot. Das Stadtfest wird seit Mitte der 1970er Jahre gefeiert, traditionell am zweiten September-Wochenende. Ein Highlight des Festwochenendes ist der Stadtlauf, der quer durch die Innenstadt führt und bei dem die Stadtmeister ermittelt werden.
Der Marktplatz von Wipperfürth gilt als einer der schönsten im Bergischen Land. Hier und in der Innenstadt laden zahlreiche Restaurants, Cafés, Gaststätten und Eisdielen zum Verweilen ein und tragen zur gemütlichen Atmosphäre bei.
Das kulturelle Angebot ist vielfältig und abwechslungsreich. Es umfasst Musikveranstaltungen, Kleinkunst, Lesungen, Theateraufführungen, Ausstellungen sowie historische Kirchen und Denkmäler. Für jeden Geschmack und jedes Interesse ist etwas dabei.
Die Stadt bemüht sich auch um Inklusivität. Verschiedene Angebote, sei es in der Altstadt, Tandem-Fahrradfahren, Wandern oder Ausgehen, sind barrierefrei oder zumindest barrierearm gestaltet, um möglichst vielen Menschen die Teilhabe zu ermöglichen.
Bevölkerung und Struktur
Die Hansestadt Wipperfürth liegt im Oberbergischen Kreis im Regierungsbezirk Köln in Nordrhein-Westfalen. Neben der Kernstadt Wipperfürth gibt es sieben weitere Ortsteile: Agathaberg, Egen, Hämmern, Kreuzberg, Ohl, Thier und Wipperfeld. Hinzu kommen 226 namentlich ausgewiesene Ortschaften im 118 km² großen Stadtgebiet. Geografisch liegt die Stadt etwa 36,5 km nordöstlich von Köln an der Wupper, die im Oberlauf östlich der Stadt als Wipper bezeichnet wird. Angrenzende Gemeinden und Städte sind Lindlar, Kürten, Wermelskirchen, Hückeswagen, Radevormwald, Halver, Kierspe und Marienheide.
Die Einwohnerzahl von Wipperfürth hat sich im Laufe der Zeit entwickelt. Am 30. Juni 2006 zählte die Stadt 24.062 Einwohner. Davon waren etwa 1.800 ausländische Einwohner, was einem Anteil von etwa 7,6 % entsprach. Die größten Gruppen unter den ausländischen Staatsbürgern bildeten damals Türken (etwa 600) und Italiener (etwa 400).
Von den rund 7.000 versicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmern im Jahr 2006 waren 45,7 % im Dienstleistungssektor tätig, 53,6 % im produzierenden Gewerbe und 0,7 % in der Landwirtschaft. Die Arbeitslosenquote im Bereich der Arbeitsagentur Wipperfürth (inklusive Hückeswagen und Radevormwald) lag im März 2006 bei 10,5 %.
Die Bevölkerungsentwicklung zeigt Schwankungen über die Jahrzehnte:
| Jahr | Einwohner (Stand 31. Dezember) |
|---|---|
| 1950 | 17.594 |
| 1961 | 20.239 |
| 1970 | 21.138 |
| 1987 | 20.373 |
| 1999 | 22.918 |
| 2000 | 23.095 |
| 2006 | 24.062 |
| 2017 | 21.202 |
| 2020 | 20.875 |
| 2021 | 20.879 |
Entwicklungen nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs spielte Wipperfürth eine Rolle bei der Aufnahme von Vertriebenen. Am Rangierbahnhof wurde ein Durchgangslager für Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten eingerichtet. Im Jahr 1946 trafen täglich etwa 1000 bis 1800 Flüchtlinge ein. Ursprünglich für kurze Aufenthalte geplant, führten der große Ansturm und die einfachen Bedingungen (zunächst fehlende Heizung, sanitäre Anlagen, Beleuchtung) zu monatelangen Verweilzeiten. In den Jahren 1951 und 1952 wurde das Lager erneuert und besser ausgestattet. Die Nutzung als Durchgangslager endete 1960.
Auch im Bereich Bildung gab es Entwicklungen. Eine Landwirtschaftsschule, die ursprünglich in Lindlar war, wurde 1971 nach Wipperfürth verlegt. 1962 wurde eine Handelsschule errichtet. Später, 1975, wurde der Berufsschulverband aufgelöst und die Berufsschule vom neu gegründeten Oberbergischen Kreis übernommen.
Häufig gestellte Fragen zu Wipperfürth
Ist Wipperfürth schön?
Basierend auf den Beschreibungen der grünen Natur des Bergischen Landes, den malerischen Talsperren, der historischen Architektur, dem gemütlichen Marktplatz und dem vielfältigen kulturellen Angebot bietet Wipperfürth viele Aspekte, die als schön empfunden werden können. Die Kombination aus Naturerlebnissen und historischem Stadtkern macht den besonderen Reiz aus.
Wie viele Leute wohnen in Wipperfürth?
Laut den aktuellsten verfügbaren Daten aus dem Text (Stand 31. Dezember 2021) hatte Wipperfürth 20.879 Einwohner. Die Einwohnerzahl lag im Jahr 2006 bei 24.062.
Ist Wipperfürth die älteste Stadt im Bergischen Land?
Ja, der Text besagt, dass Wipperfürth nach der Verleihung der Stadtrechte nach 1225 als älteste Stadt im Bergischen Land gilt.
War Wipperfürth eine Hansestadt?
Ja, Wipperfürth war ab dem 14. Jahrhundert Mitglied der Hanse. Seit 2012 darf die Stadt auch offiziell den Titel „Hansestadt“ führen.
Zusammenfassend
Wipperfürth präsentiert sich als eine Stadt mit reicher Stadtgeschichte und starker Verbundenheit zur Natur des Bergischen Landes. Die Mischung aus historischen Elementen, der grünen Umgebung mit ihren Talsperren und Wäldern sowie dem lebendigen und gemütlichen Stadtleben am Marktplatz und den kulturellen Angeboten macht Wipperfürth zu einem attraktiven Ort. Die lange Geschichte als Handelszentrum und Hansestadt prägt bis heute das Selbstverständnis. Ob man die Stadt als schön empfindet, hängt natürlich vom persönlichen Geschmack ab, aber die Vielfalt und die historischen sowie natürlichen Reize sprechen eine klare Sprache.
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