14/04/2013
HEMA ist weit mehr als nur ein gewöhnliches Geschäft. Ursprünglich im Jahr 1926 in Amsterdam gegründet, hat sich diese niederländische Warenhauskette zu einem festen Bestandteil des Einzelhandels entwickelt, bekannt für ihr einzigartiges Konzept und ihre breite Palette an Produkten. Der Name HEMA selbst ist eine Abkürzung für „Hollandse Eenheidsprijzen Maatschappij Amsterdam“, was auf Deutsch so viel wie „Holländische Einheitspreis-Gesellschaft Amsterdam“ bedeutet. Dieses Konzept der Einheitspreise war zu Beginn ein zentrales Element, auch wenn es sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat.

Was HEMA besonders auszeichnet, ist das Sortiment. Fast alle angebotenen Waren werden exklusiv von oder für HEMA produziert. Das bedeutet, dass Kunden bei HEMA oft einzigartige Produkte finden, die es nirgendwo anders gibt. Dieses Engagement für Eigenmarken ermöglicht es dem Unternehmen, die Qualität und den Preis der Produkte direkt zu beeinflussen und häufig attraktive Angebote zu schaffen.
Die Geschichte von HEMA: Von Amsterdam in die Welt
Die Wurzeln von HEMA reichen zurück ins Jahr 1926, als die niederländische Warenhauskette De Bijenkorf eine Billiglinie ins Leben rief. Die erste Filiale eröffnete in der belebten Amsterdamer Kalverstraat, einer der bekanntesten Einkaufsstraßen der Niederlande. Das ursprüngliche Geschäftsmodell basierte auf dem Verkauf von Artikeln zu Einheitspreisen, ein Novum und großer Anziehungspunkt für die damalige Zeit. Dieses Konzept half HEMA, schnell populär zu werden.
Im Laufe der Jahrzehnte durchlief HEMA verschiedene Phasen und Eigentümerwechsel. 2007 wurde das Unternehmen von der Private-Equity-Gesellschaft Lion Capital übernommen. Nach mehreren Verkaufsversuchen fand HEMA im Oktober 2018 in Ramphastos Investments, einem Beteiligungsunternehmen des niederländischen Investors Marcel Boekhoorn, einen neuen Eigentümer. Die globale Covid-19-Krise stellte HEMA jedoch vor große Herausforderungen, die das Unternehmen dazu zwangen, im Rahmen des US-Insolvenzverfahrens (Chapter 15) Schutz zu suchen, um seine Schulden zu restrukturieren. Im Zuge dessen wurde ein Käufer gesucht, und im Herbst 2020 wurde ein Konsortium aus Parcom Capital und der Eigentümerfamilie des Lebensmitteleinzelhändlers Jumbo als potenzieller Käufer bekannt gegeben. Diese Transaktion wurde schließlich am 1. Februar 2021 abgeschlossen, was eine neue Ära für das Unternehmen einleitete.

Wo finde ich HEMA-Filialen?
HEMA betreibt heute ein weit verzweigtes Filialnetz, das sich über mehrere Länder erstreckt. Mit rund 750 Geschäften ist das Unternehmen hauptsächlich in Europa präsent, hat aber auch den Schritt in den Nahen Osten gewagt. Die größte Konzentration von Filialen findet sich naturgemäß in den Niederlanden, dem Heimatland von HEMA, mit beeindruckenden 545 Standorten (Stand 2020). Aber auch in anderen Ländern ist HEMA stark vertreten:
- Belgien: 98 Filialen
- Deutschland: 20 Filialen
- Luxemburg: 4 Filialen
- Frankreich: 70 Filialen
- Österreich: 6 Filialen
- Großbritannien: 9 Filialen
- Spanien: 8 Filialen
- Dubai: 1 Filiale
Diese Liste zeigt, dass HEMA eine bedeutende internationale Präsenz aufgebaut hat, auch wenn sich der Fokus eindeutig auf Europa konzentriert. Das Zentrallager, von dem aus die Filialen beliefert werden, befindet sich in Utrecht, Niederlande, im Gewerbegebiet Lage Weide.
HEMA in Deutschland
Für deutsche Kunden ist HEMA seit über zwei Jahrzehnten eine bekannte Größe. Die Expansion nach Deutschland begann im Jahr 2002, wobei die erste deutsche Filiale im Jahr 2003 im Stadtzentrum von Neuss eröffnet wurde. Seitdem hat HEMA sein Netz in Deutschland schrittweise ausgebaut. Zu den Städten mit HEMA-Filialen zählen unter anderem Frankfurt, Düsseldorf und Berlin. Der Verwaltungssitz der HEMA GmbH & Co. KG für den deutschen Markt ist in Essen ansässig.
Auch wenn die Anzahl der Filialen in Deutschland mit 20 (Stand 2020) im Vergleich zu den Niederlanden geringer ist, zeigen die Standorte in wichtigen deutschen Städten die Ambitionen von HEMA auf diesem Markt. Interessant ist der Vergleich der Flächenproduktivität: In den besten deutschen Filialen liegt sie laut vorliegenden Informationen bei etwa 2150 Euro pro Quadratmeter. In den Niederlanden ist diese Kennzahl jedoch noch deutlich höher und liegt gut 1000 Euro darüber. Dies deutet auf weiteres Potenzial für HEMA in Deutschland hin.
HEMA Produkte: Eigenmarken und Nachhaltigkeit
Wie bereits erwähnt, liegt ein zentrales Merkmal des HEMA-Sortiments in den Eigenmarken. Dies erstreckt sich über eine Vielzahl von Produktkategorien, von Bekleidung und Haushaltswaren über Kosmetik bis hin zu Schreibwaren und Bürobedarf. HEMA ist bekannt dafür, praktische und preiswerte Produkte für den Alltag anzubieten.

Ein wachsender Fokus bei HEMA liegt auf dem Thema Nachhaltigkeit. Das Unternehmen hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, insbesondere im Bereich Textilien. Seit 2020 verwendet HEMA nach eigenen Angaben zu 100 % nachhaltig bezogene Baumwolle für Kleidung und Wohntextilien. Diese Baumwolle entspricht einem von drei anerkannten Nachhaltigkeitsstandards:
- Better Cotton Initiative (BCI): Die weltweit größte Nachhaltigkeitsinitiative für Baumwolle, die Farmer in umweltfreundlicheren, sozialeren und wirtschaftlicheren Anbaumethoden schult. Es geht um eine Massenbilanz, bei der die physische Rückverfolgbarkeit zum Farmer nicht zwingend ist, aber eine administrative Rückverfolgbarkeit über ein Kreditsystem gewährleistet wird. Baumwollprodukte, die den BCI-Standards entsprechen, sind bei HEMA mit dem „Responsible Cotton“-Logo gekennzeichnet.
- Organic Content Standard (OCS): Stellt sicher, dass die verwendete Baumwolle den Vorschriften der ökologischen Landwirtschaft entspricht. Der Einsatz von Chemikalien ist ausgeschlossen.
- Global Organic Textile Standard (GOTS): Dieser Standard geht über OCS hinaus und garantiert den biologischen Ursprung der Textilie von der Ernte über die Verarbeitung und Produktion bis hin zur Kennzeichnung des Endprodukts, einschließlich Umweltaspekten und sozialen Kriterien in den Fabriken.
Baumwolle, die nach OCS oder GOTS zertifiziert ist, wird bei HEMA mit einem eigenen „Organic Cotton“-Logo gekennzeichnet. Der Hauptunterschied zwischen BCI und Bio-Baumwolle (OCS/GOTS) liegt in der Rückverfolgbarkeit und dem Ausschluss von Chemikalien (nur bei Bio-Baumwolle).
Neben Baumwolle engagiert sich HEMA auch bei anderen Materialien. So werden beispielsweise rPET-Recyclingfasern verwendet. rPET ist Material, das aus recycelten Getränkeflaschen gewonnen wird. Diese Flaschen werden gesammelt, sortiert, zerkleinert und gewaschen, um PET-Flocken zu erhalten, die dann eingeschmolzen und zu Fasern verarbeitet werden. Die Verwendung von rPET trägt zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks und von Deponieabfällen bei. HEMA bietet beispielsweise eine Bettdecke und ein Kopfkissen mit einer Füllung aus 100 % recycelten Fasern an.
Auch beim Einsatz von Palmöl verfolgt HEMA Nachhaltigkeitsziele. Das Unternehmen strebt an, für seine Produkte zu 100 % RSPO-zertifiziertes Palmöl zu verwenden. Dies gilt sowohl für das Lebensmittelsortiment, wo dies bereits weitgehend der Fall ist (mindestens massenbilanzzertifiziert), als auch für Non-Food-Produkte wie Kosmetik. Mit den Lieferanten werden Vereinbarungen getroffen, um die Umstellung auf RSPO-zertifiziertes Palmöl zu beschleunigen.

Im Bereich Kosmetik bietet HEMA die Produktlinie B.A.E. an, die als 100 % vegan beworben wird. Das bedeutet, dass diese Produkte vollständig frei von Inhaltsstoffen tierischen Ursprungs sind. Bei der Herstellung wird zudem auf nachhaltiges Palmöl und kinderarbeitsfrei gewonnenen Glimmer (ein Inhaltsstoff, der Produkten Glanz verleiht) geachtet. HEMA arbeitet fortlaufend an Produktinnovationen und versucht, weitere Produkte vegan zu gestalten, auch wenn derzeit noch nicht das gesamte Sortiment 100 % vegan ist.
Liefert HEMA in die USA?
Die Frage, ob HEMA Produkte in die USA liefert, lässt sich anhand der vorliegenden Informationen nicht eindeutig beantworten. Die bereitgestellten Texte konzentrieren sich auf die physischen Filialstandorte von HEMA in verschiedenen Ländern Europas und Dubai sowie auf Details zur Unternehmensgeschichte, zum Sortiment und zu Nachhaltigkeitsinitiativen. Es gibt keine spezifischen Angaben zum internationalen Online-Versand oder zu Lieferdestinationen außerhalb der genannten Länder mit Filialen. Daher können wir basierend auf diesen Informationen keine Aussage darüber treffen, ob HEMA derzeit Lieferungen in die Vereinigten Staaten von Amerika anbietet.
Häufig gestellte Fragen zu HEMA
Hier finden Sie Antworten auf einige gängige Fragen zu HEMA, basierend auf den uns vorliegenden Informationen.
Ist HEMA deutsch?
Nein, HEMA ist ursprünglich keine deutsche, sondern eine niederländische Warenhauskette. Sie wurde 1926 in Amsterdam gegründet. Allerdings ist HEMA seit 2002 auch in Deutschland aktiv und betreibt dort mehrere Filialen, die erste davon seit 2003 in Neuss. Der deutsche Verwaltungssitz (HEMA GmbH & Co. KG) befindet sich in Essen.

Wo produziert HEMA seine Produkte?
Die vorliegenden Informationen geben keine Auskunft über die spezifischen Produktionsländer oder -stätten von HEMA. Es wird jedoch detailliert beschrieben, wie HEMA bei der Beschaffung von Rohstoffen wie Baumwolle (gemäß BCI, OCS, GOTS), rPET-Recyclingfasern und Palmöl (RSPO-zertifiziert) auf Nachhaltigkeit und bestimmte Standards achtet. Dies deutet darauf hin, dass HEMA mit verschiedenen Lieferanten und Produzenten weltweit zusammenarbeitet, wobei der Fokus auf der Einhaltung von ökologischen und sozialen Kriterien liegt.
Was bedeutet es, dass HEMA "Eigenmarken" verkauft?
Wenn HEMA von Eigenmarken spricht, bedeutet dies, dass die überwiegende Mehrheit der im Laden angebotenen Produkte speziell für HEMA entwickelt, entworfen und produziert wird. Diese Produkte tragen die Marke HEMA selbst oder eine spezifische Untermarke von HEMA (wie z.B. B.A.E. für Kosmetik). Dies unterscheidet HEMA von vielen anderen Einzelhändlern, die hauptsächlich Produkte anderer bekannter Marken verkaufen. Durch die Konzentration auf Eigenmarken kann HEMA das Design, die Qualität und den Preis seiner Produkte besser steuern.
Engagiert sich HEMA für Nachhaltigkeit?
Ja, die vorliegenden Informationen zeigen ein starkes Engagement von HEMA für Nachhaltigkeit. Dies wird durch konkrete Beispiele belegt, wie die Umstellung auf 100 % nachhaltige Baumwolle nach BCI-, OCS- oder GOTS-Standards, die Verwendung von rPET-Recyclingfasern für bestimmte Produkte und das Ziel, 100 % RSPO-zertifiziertes Palmöl zu verwenden. Auch bei der Kosmetiklinie B.A.E. wird auf vegane Inhaltsstoffe und verantwortungsvoll beschafften Glimmer geachtet. HEMA kommuniziert diese Bemühungen transparent durch entsprechende Logos und Informationen.
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