Warum kein Tintenroller?

Alles über Faserstifte und ihre Vielfalt

04/04/2018

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Ein Faserstift, auch bekannt unter Synonymen wie Filzstift, Filzschreiber, Faserschreiber oder umgangssprachlich einfach „Filzer“, ist ein weit verbreitetes Schreib- oder Zeichengerät. Sein Kern besteht aus einer Mine, die aus Fasermaterial wie Polyesterfaser gefertigt ist. Diese Mine wird gleichmäßig mit Tinte durchtränkt, um die Schreibflüssigkeit bereitzustellen. Ursprünglich stammt der Filzstift aus Japan.

Was ist ein Faserstift?
Ein Filzstift (Synonyme: Filzschreiber, Filzmaler, Faserstift, Faserschreiber, Fasermaler, Dochtschreiber, umgangssprachlich: Filzer) ist ein Schreib- oder Zeichengerät, das als Kern eine aus Polyesterfaser oder anderem Fasermaterial bestehende Mine enthält, die durch Auffüllen mit Tinte gleichmäßig mit dieser ...

Die Funktionsweise ist im Prinzip recht einfach, aber effektiv: Die durchtränkte Mine dient als Reservoir für die Tinte. Am Ende des Stiftes befindet sich eine speziell geformte Spitze. Diese Spitze ist dafür verantwortlich, die Schreibflüssigkeit vom Kern auf die Oberfläche zu transportieren, die beschrieben oder bemalt werden soll. Während diese Spitze früher typischerweise aus Filz hergestellt wurde – daher auch der Name Filzstift –, werden heute meist Spitzen aus Kunststoff verwendet. Diese modernen Kunststoffspitzen verfügen über definierte Kapillaren, die einen präzisen Tintenfluss ermöglichen. Ein interessanter Aspekt ist, dass Faserstifte prinzipiell nachfüllbar sind, auch wenn dies in der Praxis nicht bei allen Modellen oder für jeden Anwender üblich ist.

Das Problem der Austrocknung, insbesondere bei lösemittelhaltigen Filzstiften, war und ist eine Herausforderung, vor allem auf dem Transportweg zum Verbraucher. Eine frühere Lösung für dieses Problem war die Entwicklung von Filzstiften mit ungetränkten Spitzen. Bei diesen Stiften musste der Verbraucher vor dem ersten Gebrauch durch einen kräftigen Druck auf die stabile Spitze eine innenliegende Membran durchstoßen. Dieser Mechanismus ermöglichte es der Tinte erst dann, die Spitze zu tränken, wenn der Stift wirklich benutzt werden sollte.

Die äußerliche Gestaltung eines Faserstifts ist meist praktisch und farblich angepasst. Die Mine ist von einer Hülle umgeben, die oft die Farbe der Füllfarbe des Stiftes hat. Zum Schutz vor dem Austrocknen, sowohl der Mine als auch der Spitze, ist der Stift mit einer Kappe ausgestattet. Diese Kappe ist ein entscheidendes Element, um die Lebensdauer und Funktionsfähigkeit des Stiftes zu erhalten.

Übersicht

Die Ursprünge und Entwickler

Die Geschichte des Faserstifts hat mehrere wichtige Meilensteine. Der US-Amerikaner Sidney Rosenthal gilt als einer der Erfinder des modernen Filzstifts. Im Jahr 1952 entwickelte er einen Stift, den er „Magic Marker“ nannte – der „Zauberstift“. Dies war ein früher Vorläufer der heutigen Faserstifte. Als erster spezifischer Faserschreiber, wie wir ihn heute kennen, gilt jedoch das Modell „SignPen“ der Firma Pentel aus Japan, das im Jahr 1962 auf den Markt kam. Der Erfinder dieses Modells war der Japaner Yukio Horie.

Interessanterweise gab es auch frühere Entwicklungen im Bereich der farbigen Markierungsstifte. Der deutsche Chemiker Adolf von Baeyer, bekannt für die Entwicklung der Indigosynthese und die Synthese von Fluorescein im Jahr 1871, entwickelte fluoreszierende Stifte. Ursprünglich schuf er diese für seine Kinder. Später fanden diese fluoreszierenden Stifte auch Anwendung in Büros, wo sie zum Markieren von Textpassagen genutzt wurden. Dies kann als ein früher Vorläufer des modernen Textmarkers betrachtet werden.

Vielfalt der Faserstifte: Verschiedene Typen und ihre Anwendungen

Faserstifte sind nicht gleich Faserstifte. Sie haben sich über die Jahre zu einer breiten Produktpalette entwickelt, die für verschiedenste Zwecke optimiert ist. Die Unterschiede liegen oft in der Zusammensetzung der Tinte, der Form und Beschaffenheit der Spitze sowie dem Anwendungsbereich.

Mal- und Zeichenstifte

Die klassische Form des Faserstifts, oft einfach als Filzstift bezeichnet, wird hauptsächlich zum Malen und Zeichnen verwendet. Diese Stifte schreiben in der Regel exklusiv oder bevorzugt auf Papier. Die in diesen Stiften verwendete Tinte basiert üblicherweise auf Wasser oder Alkohol. Sie sind in einer großen Vielfalt von Farben erhältlich und bei Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen beliebt für kreative Zwecke.

Zeichenstifte mit definierter Strichbreite (Feinliner)

Eine spezialisierte Form der Zeichenstifte sind die sogenannten Feinliner oder Finepens. Diese werden von Herstellern speziell für präzises Zeichnen und Schreiben angeboten. Ein charakteristisches Merkmal dieser Stifte ist eine in Metall gefasste Faserspitze. Diese Metallfassung schützt die feine Spitze und ermöglicht eine sehr genaue Strichbreite, oft auf 0,1 mm genau. Aufgrund ihrer präzisen Spitze eignen sich Feinliner hervorragend zur Nutzung mit Symbol- und Schriftschablonen. Die Palette der verfügbaren Strichbreiten bei Feinlinern reicht bis zu etwa einem Millimeter.

Permanentmarker

Permanentmarker sind Faserstifte, die für die dauerhafte Beschriftung von Gegenständen konzipiert sind. Die Tinte eines Permanentmarkers ist so formuliert, dass sie auf möglichst vielen verschiedenen Oberflächen haftet. Die Beschriftung soll zudem unempfindlich gegenüber äußeren Einflüssen wie Licht, Feuchtigkeit und Berührung sein. Ein weiteres Ziel bei der Entwicklung von Permanentmarkern ist es, dass die beschriebene Oberfläche nicht verändert wird, insbesondere nicht angelöst oder aufgeraut. Allerdings halten nicht alle Permanentmarker diese Versprechen vollständig ein; einige sind nicht vollständig lichtecht oder können tief in bestimmte Kunststoffmaterialien eindringen.

Historisch enthielten Permanentmarker oft Xylol und/oder Toluol als Lösungsmittel. Beide Substanzen gelten als Schadstoffe. Glücklicherweise gibt es mittlerweile viele Permanentmarker, die frei von diesen bedenklichen Lösungsmitteln sind. Obwohl die Tinte als „permanent“ gilt, lassen sich Beschriftungen mit vielen Permanentmarkern oft mit Alkohol, wie zum Beispiel Spiritus, wieder entfernen. Dies hängt jedoch stark von der Oberfläche und der genauen Zusammensetzung der Tinte ab.

Textmarker

Textmarker, auch als Markierstift, Marker, Leuchtmarker oder Leuchtstift bekannt, sind Faserstifte, die speziell dazu dienen, Textpassagen farbig hervorzuheben. Die Idee, fluoreszierende Stifte zum Markieren zu nutzen, gab es schon früh. Das US-amerikanische Unternehmen Carter’s Ink Company entwickelte bereits 1963 fluoreszierende Filzstifte. In Deutschland wurden Filzstifte mit fluoreszierender Tinte erstmals 1971 von Günter Schwanhäußer von Schwan-Stabilo entwickelt und auf den Markt gebracht.

Ursprünglich waren Filzstifte eher als Malstifte für Kinder gedacht. Doch schnell stellte sich heraus, dass sie auch häufig in Büros zum Markieren von Texten verwendet wurden. Um diese Anwendung zu erleichtern und zu optimieren, wurde der Textmarker in seiner heutigen Form entwickelt. Textmarker haben typischerweise eine breitere, keilförmige Spitze und eine kompaktere Form als herkömmliche Filzstifte. Für die Tinte werden transparente fluoreszierende Farbstoffe verwendet. Dies ist entscheidend, damit der gewünschte Textteil zwar hervorgehoben, aber nicht vollständig überdeckt und unleserlich gemacht wird.

Die Wahl der Farbe kann bei Textmarkern relevant sein. Gelbe Markierungen sind auf Schwarz-Weiß-Fotokopien in der Regel nicht sichtbar, was in bestimmten Situationen vorteilhaft sein kann. Andere Farbtöne erscheinen auf Schwarz-Weiß-Kopien oft grau und können die Lesbarkeit des markierten Textes beeinträchtigen. Gelbe (und grüne) Textmarker enthalten häufig Pyranin, einen fluoreszierenden Stoff. Dieser Stoff ist bei Tageslicht farblos, fluoresziert aber unter UV-Licht (z. B. Schwarzlicht).

Textmarker sind in einer breiten Palette von Farben erhältlich, wobei Neonfarben am verbreitetsten sind. Es gibt aber auch Textmarker in anderen Farbtönen. Interessanterweise gibt es auch Textmarker, die nicht auf flüssigen Farbstoffen basieren, sondern eher dickeren Farbstiften ähneln.

Folienschreiber

Folienschreiber sind Faserstifte, die speziell dafür entwickelt wurden, auf glatten, nicht saugfähigen Untergründen wie Folien zu haften. Ein typisches Anwendungsgebiet waren früher Folien für Tageslichtprojektoren. Es gibt Folienschreiber in zwei Varianten: zur dauerhaften Beschriftung (permanent) und zur (wasser-)feuchten Abwischbarkeit (non-permanent). Die non-permanente Variante ermöglicht es, Folien auf einer Seite reversibel mit Text oder Grafiken zu ergänzen und diese bei Bedarf wieder zu entfernen – nützlich beispielsweise für das wiederholte Ausfüllen von Vorlagen.

Ein spezieller Typ des Folienschreibers ist der CD-Marker. Dieser Stift ist wisch- und wasserfest und wurde spezifisch für die Beschriftung von CDs und DVDs entwickelt. Seine Tinte ist so formuliert, dass sie die empfindliche Oberfläche der CD nicht angreift. Für DVDs können oft auch andere wasserfeste Marker problemlos verwendet werden, da DVDs auf der Beschriftungsseite über der eigentlichen Datenträgerschicht eine dickere Polykarbonatschicht (0,6 mm) aufweisen als CDs, die nur eine dünne Lackschicht haben.

Whiteboardmarker

Whiteboardmarker, auch Board-Marker genannt, sind Faserstifte, die für die Beschriftung von Whiteboards konzipiert sind. Die Besonderheit der Schreibflüssigkeit dieser Marker liegt in ihren Eigenschaften auf der glatten Whiteboard-Oberfläche. Die Tinte benetzt die Oberfläche gut, trocknet schnell an, lässt sich aber gleichzeitig sehr leicht abwischen. Das Entfernen der getrockneten Striche erfolgt üblicherweise mit einem Lappen oder einem speziellen Filzschwamm, ohne Rückstände zu hinterlassen.

Vergleich verschiedener Faserstifttypen

Um die Unterschiede zwischen einigen der wichtigsten Faserstifttypen zu verdeutlichen, kann ein Vergleich hilfreich sein:

EigenschaftPermanentmarkerTextmarkerWhiteboardmarker
HauptzweckDauerhafte BeschriftungHervorhebung von TextTemporäre Beschriftung auf Whiteboards
OberflächenViele Materialien (Papier, Kunststoff, Metall etc.)Hauptsächlich PapierGlatte, nicht poröse Oberflächen (Whiteboards)
TinteneigenschaftWisch- und wasserfest, lichtecht (oft)Transparent, fluoreszierend (oft)Benetzt gut, trocknet schnell, leicht abwischbar
EntfernbarkeitSchwer entfernbar (oft mit Alkohol)Nicht zum Entfernen gedachtLeicht trocken abwischbar
FarbenDeckend, vielfältigTransparent, meist NeonfarbenDeckend, vielfältig

Häufig gestellte Fragen zu Faserstiften

Was ist ein Faserstift genau?

Ein Faserstift ist ein Schreib- oder Zeichengerät, das eine Mine aus Fasermaterial enthält, die mit Tinte durchtränkt ist. Eine Spitze transportiert die Tinte auf die Oberfläche.

Wer hat den Filzstift erfunden?

Sidney Rosenthal erfand 1952 den "Magic Marker". Der erste Faserschreiber im modernen Sinne, der "SignPen", wurde 1962 von Yukio Horie bei Pentel entwickelt. Adolf von Baeyer entwickelte bereits früher fluoreszierende Stifte.

Woraus besteht die Spitze eines Faserstifts?

Früher oft aus Filz, heute meist aus Kunststoff mit feinen Kapillaren.

Kann man Faserstifte nachfüllen?

Prinzipiell sind Faserstifte nachfüllbar.

Was ist der Unterschied zwischen einem Permanentmarker und einem Textmarker?

Ein Permanentmarker dient zur dauerhaften Beschriftung auf vielen Oberflächen mit deckender Tinte. Ein Textmarker dient zur Hervorhebung von Text auf Papier mit transparenter, oft fluoreszierender Tinte.

Sind alle Permanentmarker frei von Schadstoffen wie Xylol?

Früher enthielten viele Permanentmarker Xylol und Toluol. Mittlerweile gibt es aber auch Permanentmarker, die frei von diesen Schadstoffen sind.

Warum sind gelbe Textmarker auf Kopien unsichtbar?

Gelbe Markierungen enthalten Pyranin, das auf Schwarz-Weiß-Kopien nicht sichtbar wird. Andere Farben erscheinen grau.

Für welche Oberflächen sind Folienschreiber gedacht?

Folienschreiber haften auf glatten, nicht saugfähigen Untergründen wie Folien. Es gibt permanente und abwischbare Varianten.

Was ist das Besondere an Whiteboardmarkern?

Ihre Tinte benetzt Whiteboards gut, trocknet schnell und lässt sich leicht trocken abwischen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Faserstifte weit mehr sind als nur einfache Malstifte. Ihre Entwicklung hat zu einer beeindruckenden Vielfalt an spezialisierten Werkzeugen für verschiedenste Anwendungen geführt, von präzisem Zeichnen über dauerhaftes Markieren bis hin zur temporären Nutzung auf Whiteboards. Ihre zugrunde liegende Technologie, die auf der Kapillarwirkung der Faser- oder Kunststoffspitze basiert, macht sie zu unverzichtbaren Helfern im Büro, in der Schule und im kreativen Bereich.

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