04/01/2016
Seit seiner Einführung im Jahr 1966 ist der LAMY 2000 ein ikonischer Füllfederhalter geblieben. Auch heute noch ist er ein unglaublich beliebter Füller mit Goldfeder. Die Feder des LAMY 2000 ist einzigartig und weist einige besondere Details auf, die auf den ersten Blick schwer zu erkennen sind. Er unterscheidet sich von den meisten anderen Füllfederhaltern, und wir erklären Ihnen im Detail, warum dieser Stift so besonders ist und was seine Feder auszeichnet.

Das Design des Lamy 2000
Beginnen wir mit einem kurzen Blick auf das Gesamtdesign des LAMY 2000. Es handelt sich um einen klassischen Kolbenfüller, was bedeutet, dass die Tinte direkt im Gehäuse des Stiftes gespeichert wird, anstatt eine Patrone oder einen Konverter zu verwenden. Das Befüllen erfolgt durch Drehen des Kolbenmechanismus am hinteren Ende des Stiftes, der die Tinte direkt aus einem Tintenfass ansaugt. Ein bemerkenswertes Designmerkmal ist, dass das Griffstück nahtlos in das Gehäuse des Stiftes übergeht. Bei den meisten anderen Füllfederhaltern gibt es einen sichtbaren oder spürbaren Übergang oder Absatz, wo Griffstück und Korpus verbunden sind. Beim LAMY 2000 ist diese Verbindung so präzise gearbeitet, dass sie kaum wahrnehmbar ist, was zum sehr schlanken und modernen Erscheinungsbild beiträgt. Auch der Kolbenmechanismus am hinteren Ende schließt bündig mit dem Schaft ab und fügt sich harmonisch in die Gesamtform ein. Aufgrund seiner Konstruktion als Kolbenfüller ist es in der Regel nicht erforderlich, das Griffstück zur Reinigung oder Wartung vom Gehäuse zu trennen. Der Stift ist zudem mit einer praktischen Steckkappe ausgestattet, die ein schnelles Öffnen und Schließen ermöglicht. Das gesamte Design verkörpert die klare, funktionale Ästhetik, für die LAMY bekannt ist.
Das Design der Feder und ihre Besonderheiten
Ein zentrales Element des LAMY 2000 ist seine verdeckte Feder, oft als 'Hooded Nib' bezeichnet. Diese Art von Federdesign ist nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern schützt die Feder auch vor Austrocknung. Die Feder ist fest in das Griffstück integriert und kann nicht einfach wie bei vielen anderen LAMY-Modellen oder Füllern anderer Marken herausgezogen werden, indem man sie greift. Um die Feder beim LAMY 2000 zu entfernen, beispielsweise für eine gründliche Reinigung, ist ein spezieller Vorgang notwendig: Sie müssen das Griffstück vom Gehäuse abschrauben und anschließend die Feder samt Tintenleiter vorsichtig aus der HINTERSEITE des Griffstücks herausziehen. Dieser Mechanismus ist ein weiteres Beispiel für die durchdachte und einzigartige Konstruktion dieses Füllfederhalters.
Nachdem die Feder entfernt wurde, wird die feine LAMY-Inschrift auf der Feder sichtbar. Die Feder selbst ist, wie bereits erwähnt, aus 14k Gold gefertigt. Sie ist im Vergleich zu vielen anderen Füllfederhalterfedern relativ kurz. Das Schreibgefühl dieser Feder wird oft als eher steif beschrieben; sie bietet keinen federnden (bouncy) Charakter, wie man ihn von flexibleren Goldfedern kennt. Diese Steifigkeit ist bereits beim Betrachten der sichtbaren Außenseite der Feder, die nur einen kleinen Teil der eigentlichen Feder zeigt, intuitiv nachvollziehbar. Trotz ihrer Steifigkeit ist die Feder des LAMY 2000 für ihr sehr glattes Schreibgefühl bekannt. Darüber hinaus wird sie oft als ziemlich nass ('wet') beschrieben, was bedeutet, dass sie einen satten Tintenfluss auf das Papier bringt und oft zu kräftigeren, gut gesättigten Linien führt.
Spezifische Details der Federfertigung
Das Schreibgefühl einer Feder wird von einer Reihe von Faktoren beeinflusst, darunter das Material der Spitze (Tipping Material), wie diese Spitze geformt und geschliffen wird und die Gesamtform der Feder. Diese Aspekte sind beim LAMY 2000 besonders hervorzuheben und tragen maßgeblich zu seinem einzigartigen Charakter bei.
Die 14k Goldfedern des LAMY 2000 bestehen tatsächlich aus massivem Gold. Die silberne Farbe, die die meisten Nutzer sehen, stammt von einer Rhodiumbeschichtung. Rhodium ist ein sehr hartes und korrosionsbeständiges Edelmetall. Gold allein wäre als Material für die schreibende Spitze zu weich und würde sich unter der Reibung auf dem Papier zu schnell abnutzen. Aus diesem Grund wird an das Ende der Goldfeder eine kleine Kugel aus einem noch härteren Edelmetall geschweißt. Diese Kugel, das eigentliche Tipping Material, ist es, das direkten Kontakt mit dem Papier hat. Nach dem Anschweißen wird diese Spitze nach den genauen Spezifikationen von LAMY geschliffen und poliert, um die gewünschte Form und Glätte zu erreichen. Dieser Schritt des Schleifens und Polierens ist von entscheidender Bedeutung und unterscheidet den LAMY 2000 von vielen Massenprodukten. Goldfedern, insbesondere solche mit komplexeren Spitzenformen, erfordern oft Handarbeit bei diesem Prozess. Dies ist eine extrem detaillierte und anspruchsvolle Arbeit, die von spezialisierten Federschleifern (sogenannten Nibmeistern) ausgeführt wird. Aufgrund der Natur der Handarbeit kann es zu feinen Variationen zwischen einzelnen Federn kommen, was jede Feder auf ihre Weise einzigartig macht.
Die einzigartige Form der Spitze und das Schreibgefühl
Der LAMY 2000 unterscheidet sich von vielen anderen Goldfedern nicht nur durch seine verdeckte Form, sondern vor allem durch die spezielle Art, wie die Spitze geschliffen wird. Anstatt die Spitze zu einer einfachen, runden Kugel zu formen, wird sie beim LAMY 2000 in eine Form geschliffen, die eher einer "Klinge" ähnelt (die berühmte Klingenform). Diese einzigartige Schleifform ist besonders bei den feineren Federstärken wie Extra-Fein (EF) und Fein (F) ausgeprägt und sichtbar.
Diese klingenähnliche Spitze ermöglicht ein hervorragendes Schreiberlebnis, allerdings unter einer Bedingung: Der Stift muss in einem bestimmten Winkel und ohne Verdrehung der Hand gehalten werden. Wenn der Stift beim Schreiben gedreht wird, kann sich die Kontaktfläche zwischen Feder und Papier ändern. Dies kann dazu führen, dass Sie mehr Feedback vom Papier spüren (ein kratzigeres Gefühl) und unter Umständen Probleme mit Aussetzern oder Anlaufschwierigkeiten auftreten. Die Feder ist also sensibler für den Schreibwinkel als Federn mit einer runderen Spitze, die oft toleranter gegenüber leichten Drehungen sind.
Dieses Verhalten der Feder, kombiniert mit dem glatten, zylindrischen Griff des LAMY 2000 (im Gegensatz zu den oft ergonomisch geformten oder profilierten Griffen anderer LAMY-Modelle wie dem Safari oder AL-star), kann für manche Nutzer anfangs eine gewisse Eingewöhnungszeit erfordern. Das Finden des optimalen Halte- und Schreibwinkels ist entscheidend, um das volle Potenzial der Feder und ihr glattes Schreibgefühl zu erleben. Sobald jedoch die passende Griffposition und der richtige Winkel gefunden sind, wird der LAMY 2000 zu einem äußerst angenehmen und zuverlässigen Schreibgerät, das für lange Schreibsessions geeignet ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Lamy 2000 und seiner Feder
Um die wichtigsten Punkte zusammenzufassen und häufige Fragen zu beantworten, hier ein kleiner FAQ-Bereich basierend auf den Informationen, die uns über den LAMY 2000 und seine Feder vorliegen:
Frage: Ist die Feder des LAMY 2000 wirklich aus Gold?
Antwort: Ja, die Feder des LAMY 2000 besteht aus 14k Gold.
Frage: Warum sieht die Feder silbern aus, wenn sie aus Gold ist?
Antwort: Die Feder ist mit einer Rhodiumschicht überzogen. Diese Beschichtung schützt das Gold und verleiht ihr die silberne Farbe.
Frage: Kann man die Feder des LAMY 2000 einfach wechseln?
Antwort: Nein, die Feder ist fest im Griffstück integriert und erfordert einen speziellen Prozess zur Entfernung (Griffstück abschrauben, Feder von hinten herausziehen).
Frage: Wie wird die Spitze der Feder hergestellt?
Antwort: Eine Kugel aus einem härteren Edelmetall wird an die Goldfeder geschweißt und dann von Hand in die spezifische Form geschliffen und poliert.
Frage: Was ist das Besondere an der Form der Federspitze?
Antwort: Die Spitze wird in eine einzigartige 'Klingenform' geschliffen, insbesondere bei feineren Federstärken.
Frage: Wie wirkt sich die Klingenform auf das Schreiben aus?
Antwort: Die Feder schreibt sehr glatt, wenn sie im richtigen Winkel gehalten wird. Sie kann jedoch empfindlich auf Handdrehungen reagieren und bei falscher Haltung Feedback oder Aussetzer verursachen.
Frage: Ist die Feder steif oder flexibel?
Antwort: Die Feder des LAMY 2000 wird als eher steif beschrieben und ist nicht federnd (bouncy).
Frage: Wird die Feder als nass oder trocken empfunden?
Antwort: Die Feder des LAMY 2000 wird oft als ziemlich nass ('wet') beschrieben, was auf einen reichlichen Tintenfluss hindeutet.
Frage: Warum kann das Schreibgefühl anfänglich ungewohnt sein?
Antwort: Die Kombination aus dem glatten, zylindrischen Griff und der auf den Winkel reagierenden Klingenform der Spitze kann eine gewisse Eingewöhnungszeit erfordern, um den optimalen Schreibwinkel zu finden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der LAMY 2000 weit mehr ist als nur ein Schreibgerät. Er ist ein Stück Designgeschichte und Ingenieurskunst. Seine Goldfeder aus 14k Gold mit der einzigartigen Klingenform und Rhodiumbeschichtung, integriert in ein nahtloses Kolbenfüller-Gehäuse, bietet ein unverwechselbares Schreibgefühl. Während die besondere Form der Spitze und der glatte Griff anfangs eine gewisse Anpassung erfordern mögen, wird der LAMY 2000, sobald man sich daran gewöhnt hat, zu einem geschätzten Werkzeug für jeden, der Wert auf Qualität, Design und ein einzigartiges Schreiberlebnis legt. Er bleibt ein zeitloser Klassiker in der Welt der Füllfederhalter.
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