19/04/2017
Die Deutsche Post passt regelmäßig ihre Preise an. Zum 1. Januar 2025 steht eine wichtige Änderung an: Das Porto für einen Standardbrief steigt von aktuell 85 Cent auf 95 Cent. Diese Anpassung wirft bei vielen Bürgern die Frage auf, was mit den bereits gekauften Briefmarken mit einem geringeren Wert, insbesondere den weit verbreiteten 85-Cent-Marken, geschieht. Sind diese Briefmarken nach der Portoerhöhung noch nutzbar oder verlieren sie ihren Wert? Die gute Nachricht vorweg: Ihre alten Briefmarken sind nicht wertlos.

- Grundsätzliche Gültigkeit deutscher Briefmarken
- Verwendung von 85-Cent-Briefmarken ab 2025
- Wichtige Regel: Keine Mischung verschiedener Frankierarten
- Gültigkeit digitaler Briefmarken: Internetmarke & Mobile Briefmarke
- Übersicht der wichtigsten Briefarten und Portowerte (ab 01.01.2025)
- Was passiert bei unzureichender Frankierung?
- Häufig gestellte Fragen (FAQs)
- Sind alle alten Briefmarken mit D-Mark-Angabe ungültig?
- Kann ich alte Briefmarken umtauschen oder mir den Wert auszahlen lassen?
- Was ist, wenn ich eine 85-Cent-Marke ohne Ergänzung auf einen Standardbrief klebe?
- Kann ich eine 85-Cent-Marke für einen Kompaktbrief (kostet voraussichtlich 1,00 € ab 2025) verwenden?
- Wie kann ich sicherstellen, dass meine Briefmarken echt und gültig sind?
- Gibt es eine Frist, bis wann ich meine 85-Cent-Marken aufgebraucht haben muss?
- Fazit
Grundsätzliche Gültigkeit deutscher Briefmarken
Eine der wichtigsten Regeln im deutschen Postwesen besagt, dass Briefmarken, die nach der Währungsreform 2002 mit der Aufschrift „Deutschland“ herausgegeben wurden, grundsätzlich unbegrenzt gültig sind. Das bedeutet, sie behalten ihren aufgedruckten Wert unabhängig von zukünftigen Portoerhöhungen. Auch die Übergangsmarken aus den Jahren 2000 und 2001, die sowohl den Wert in D-Mark als auch in Euro aufgedruckt hatten, sind weiterhin gültig.
Dies ist eine sehr kundenfreundliche Regelung, da sie verhindert, dass bei jeder Portoänderung Millionen von Briefmarken entwertet werden und Verbraucher auf ihren Beständen sitzen bleiben. So können Sie auch Marken, die Sie vielleicht vor einigen Jahren gekauft haben, heute noch verwenden.
Verwendung von 85-Cent-Briefmarken ab 2025
Da der Standardbrief ab dem 1. Januar 2025 95 Cent kostet, ist klar, dass eine 85-Cent-Briefmarke allein nicht mehr ausreicht, um das Porto vollständig abzudecken. Ihre 85-Cent-Marken behalten zwar ihren Wert von 85 Cent, aber für den Versand eines Standardbriefs benötigen Sie dann insgesamt 95 Cent an Porto.
Die Lösung ist einfach: Sie müssen das fehlende Porto ergänzen. Im Falle der 85-Cent-Marke für den Standardbrief ab 2025 bedeutet das, dass Sie zusätzlich 10 Cent an Porto benötigen. Dies können Sie tun, indem Sie eine Ergänzungsmarke im Wert von 10 Cent neben die 85-Cent-Marke kleben. Das Gesamtporto auf dem Umschlag muss dem aktuell gültigen Portowert für die jeweilige Sendungsart entsprechen.
Woher bekomme ich Ergänzungsmarken?
Ergänzungsmarken mit kleinen Cent-Werten, wie zum Beispiel 10 Cent, sind in der Regel problemlos erhältlich. Sie können diese an folgenden Stellen erwerben:
- In allen Postfilialen der Deutschen Post.
- In vielen Schreibwarengeschäften und Einzelhandelsgeschäften, die Postdienstleistungen anbieten.
- Im Online-Shop der Deutschen Post.
- An Briefmarkenautomaten, falls verfügbar.
Es ist ratsam, sich bei Bedarf einen kleinen Vorrat an Ergänzungsmarken zuzulegen, um Ihre vorhandenen Briefmarkenbestände aufbrauchen zu können.
Wichtige Regel: Keine Mischung verschiedener Frankierarten
Obwohl Sie verschiedene Briefmarkenwerte kombinieren dürfen, um das erforderliche Gesamtporto zu erreichen, gibt es eine entscheidende Einschränkung: Sie dürfen nicht zulässig verschiedene Frankierarten auf einer Sendung mischen. Was bedeutet das konkret?
Wenn Sie beispielsweise eine klassische, aufgeklebte Briefmarke verwenden, dürfen Sie diese nicht mit einer Internetmarke (die Sie selbst ausdrucken) oder einer Mobilen Briefmarke (die Sie per App kaufen und als Code auf den Umschlag schreiben) kombinieren. Die gesamte Frankierung auf einem Umschlag muss einheitlich sein. Entweder Sie verwenden ausschließlich klassische Briefmarken (auch mehrere mit verschiedenen Werten), oder Sie nutzen ausschließlich eine Internetmarke, oder Sie verwenden ausschließlich eine Mobile Briefmarke.
Diese Regel ist wichtig für die automatische Verarbeitung der Postsendungen in den Sortierzentren. Unterschiedliche Frankierarten erfordern unterschiedliche Leseverfahren, und eine Mischung kann dazu führen, dass die Sendung nicht korrekt bearbeitet wird und möglicherweise als unzureichend frankiert gilt.
Gültigkeit digitaler Briefmarken: Internetmarke & Mobile Briefmarke
Neben den klassischen Briefmarken bietet die Deutsche Post auch digitale Frankiermethoden an. Für diese gelten andere Regeln bezüglich der Gültigkeit als für physische Briefmarken:
Internetmarken: Wenn Sie Ihr Porto online über den Service der Deutschen Post kaufen und als Internetmarke selbst ausdrucken, ist diese Marke nicht unbegrenzt gültig. Eine Internetmarke verliert ihre Gültigkeit mit Ablauf des drei Jahre nach dem Kaufdatum. Das genaue Kaufdatum ist direkt auf der ausgedruckten Internetmarke vermerkt. Achten Sie also darauf, Internetmarken innerhalb dieses Zeitraums zu verwenden. Eine Erstattung des Portowertes ist nach dem Kauf nur innerhalb des gesetzlichen 14-tägigen Widerrufsrechts möglich. Danach ist eine Rückerstattung ausgeschlossen, selbst wenn die Marke noch gültig wäre.
Mobile Briefmarken: Ähnlich verhält es sich mit der Mobilen Briefmarke, die Sie über die Post & DHL App kaufen und als neunstelligen Code auf den Umschlag schreiben. Auch die Mobile Briefmarke ist ab dem Kaufdatum drei Jahre gültig. Das Kaufdatum und die Details zur Gültigkeit finden Sie in der Auftragsbestätigung innerhalb der App. Nach Ablauf dieser Frist kann auch hier keine Erstattung des Portos mehr erfolgen.
Es ist ratsam, digitale Marken zeitnah nach dem Kauf zu verwenden, um den Verlust des Portowertes aufgrund des Verfalls der Gültigkeit zu vermeiden.

Übersicht der wichtigsten Briefarten und Portowerte (ab 01.01.2025)
Um Ihnen einen besseren Überblick über die Portoanforderungen zu geben, finden Sie hier eine Tabelle mit den gängigsten Briefarten, ihren Maßen, Gewichten und den Portokosten, die ab dem 1. Januar 2025 gelten werden. Dies hilft Ihnen festzustellen, welche Sendungsart für Ihr Schreiben die richtige ist und wie viel Porto Sie benötigen.
| Briefart | Maße (Länge x Breite) | Höhe (max.) | Gewicht (max.) | Porto (ab 01.01.2025) |
|---|---|---|---|---|
| Standardbrief | 14 - 23,5 cm x 9 - 12,5 cm | 0,5 cm | 20 g | 0,95 € |
| Kompaktbrief | 10 - 23,5 cm x 7 - 12,5 cm | 1,0 cm | 50 g | 1,00 € (voraussichtlich) |
| Großbrief | 10 - 35,3 cm x 7 - 25 cm | 2,0 cm | 500 g | 1,60 € (voraussichtlich) |
| Maxibrief | 10 - 35,3 cm x 7 - 25 cm (Quadratform möglich) | 5,0 cm | 1.000 g | 2,90 € |
Bitte beachten Sie, dass die Portowerte für Kompaktbrief und Großbrief hier auf Basis der aktuellen Preisstruktur und üblicher Anpassungen angegeben sind, die finale Höhe kann geringfügig abweichen. Der Wert für den Standardbrief ab 2025 ist jedoch offiziell mit 0,95 € bestätigt. Der Wert für den Maxibrief wurde aus den bereitgestellten Informationen übernommen.
Was passiert bei unzureichender Frankierung?
Es ist wichtig, dass Ihre Postsendung korrekt frankiert ist. Wenn Sie zu wenig Porto aufkleben, gibt es in der Regel zwei mögliche Szenarien:
- Rücksendung an den Absender: Sofern ein Absender auf dem Umschlag angegeben ist, wird die Deutsche Post die Sendung mit dem Vermerk "Nachentrichten" an Sie zurückschicken. Sie müssen dann das fehlende Porto sowie eine zusätzliche Gebühr (Nachentgelt) bezahlen, bevor die Sendung erneut zugestellt wird.
- Zustellung mit Nachentgelt beim Empfänger: Ist kein Absender angegeben oder entscheidet sich die Post anders, wird die Sendung unter Umständen zugestellt, aber der Empfänger muss das Nachentgelt (fehlendes Porto + Gebühr) bezahlen, um die Sendung zu erhalten. Dies ist natürlich für den Empfänger unangenehm und sollte vermieden werden.
Um solche Unannehmlichkeiten zu vermeiden, stellen Sie immer sicher, dass das angebrachte Porto dem aktuellen Portowert für die Größe, das Gewicht und die Art Ihrer Sendung entspricht.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Sind alle alten Briefmarken mit D-Mark-Angabe ungültig?
Nein, Briefmarken aus den Jahren 2000 und 2001, die sowohl einen D-Mark- als auch einen Euro-Wert aufgedruckt hatten, sind weiterhin gültig und können verwendet werden, sofern der Euro-Wert ausreicht oder ergänzt wird.
Kann ich alte Briefmarken umtauschen oder mir den Wert auszahlen lassen?
Nein, die Deutsche Post tauscht in der Regel keine gekauften Briefmarken um und zahlt auch den Wert nicht aus. Briefmarken sind wie Bargeld zu behandeln – einmal gekauft, können sie nur durch Frankierung von Sendungen genutzt werden. Die einzige Ausnahme für digitale Marken ist das 14-tägige Widerrufsrecht nach dem Online-Kauf.
Was ist, wenn ich eine 85-Cent-Marke ohne Ergänzung auf einen Standardbrief klebe?
Ab dem 1. Januar 2025 wäre der Brief dann mit 10 Cent zu wenig frankiert. Die Sendung wird dann entweder an Sie als Absender zurückgeschickt oder dem Empfänger zugestellt, der dann ein Nachentgelt zahlen muss.
Kann ich eine 85-Cent-Marke für einen Kompaktbrief (kostet voraussichtlich 1,00 € ab 2025) verwenden?
Ja, das ist möglich. Sie müssten die 85-Cent-Marke dann um 15 Cent ergänzen, z.B. mit einer 10-Cent- und einer 5-Cent-Ergänzungsmarke oder einer einzelnen 15-Cent-Marke, falls verfügbar.
Wie kann ich sicherstellen, dass meine Briefmarken echt und gültig sind?
Kaufen Sie Briefmarken am besten bei offiziellen Verkaufsstellen der Deutschen Post oder autorisierten Händlern. Bei Unsicherheiten bezüglich der Echtheit oder Gültigkeit können Sie die Briefmarken in einer Postfiliale überprüfen lassen.
Gibt es eine Frist, bis wann ich meine 85-Cent-Marken aufgebraucht haben muss?
Nein, solange die Briefmarken die Aufschrift „Deutschland“ tragen und nach 2001 (oder 2000/2001 mit Doppelwährung) herausgegeben wurden, sind sie grundsätzlich unbegrenzt gültig und können jederzeit verwendet werden, vorausgesetzt, das Porto wird korrekt ergänzt.
Fazit
Die Portoerhöhung für den Standardbrief zum 1. Januar 2025 auf 95 Cent bedeutet keineswegs das Ende für Ihre 85-Cent-Briefmarken. Diese behalten ihren Wert und können weiterhin genutzt werden, indem Sie das fehlende Porto von 10 Cent durch eine Ergänzungsmarke hinzufügen. Achten Sie dabei unbedingt darauf, keine unterschiedlichen Frankierarten (klassische Marke, Internetmarke, Mobile Briefmarke) auf einer Sendung zu mischen, da diese nicht zulässig ist. Bedenken Sie auch die begrenzte Gültigkeitsdauer von drei Jahre bei Internetmarken und Mobilen Briefmarken. Mit dem Wissen, wie Sie alte Marken richtig ergänzen und welche Regeln für digitale Marken gelten, können Sie Ihre Post auch nach der Portoanpassung problemlos und korrekt versenden. Bei größeren Beständen an 85-Cent-Marken lohnt es sich, rechtzeitig Ergänzungsmarken zu besorgen, um diese bequem aufbrauchen zu können. So nutzen Sie Ihre vorhandenen Ressourcen optimal und sind bestens auf die Portoänderungen vorbereitet.
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