06/03/2019
Faber-Castell ist eine Marke, die vielen sofort in den Sinn kommt, wenn es um hochwertige Schreib- und Zeichengeräte geht. Mit einer Geschichte, die über 250 Jahre zurückreicht, hat sich das Unternehmen einen weltweiten Ruf für Qualität, Innovation und Nachhaltigkeit erworben. Von den Anfängen als Bleistiftwerk bis hin zu einem globalen Anbieter von Büro- und Kunstbedarf hat Faber-Castell eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen.

Die Leidenschaft für die Herstellung von Produkten, die nicht nur funktional und schön sind, sondern auch unter sozialen und ökologischen Gesichtspunkten verantwortungsvoll produziert werden, hat Faber-Castell rund um den Globus geführt. Das Unternehmen ist weit mehr als nur ein Hersteller von Bleistiften; es ist eine Institution, die Menschen weltweit inspiriert, ihre Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.
Faber-Castell weltweit präsent
Die Reichweite von Faber-Castell erstreckt sich über viele Kontinente. Das Mutterunternehmen, die Faber-Castell AG, ist ein seit neun Generationen geführtes Familienunternehmen. Als globaler Marktführer für Schreibwaren ist Faber-Castell bestrebt, Menschen durch inspirierende Produktkonzepte zu motivieren. Die Faber-Castell AG beschäftigt weltweit über 8.000 Mitarbeiter und ist in 120 Ländern vertreten.
Interessanterweise unterhält Faber-Castell auch Produktionsstätten in verschiedenen Regionen der Welt. Neben Deutschland und Brasilien gibt es beispielsweise Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten, insbesondere im Bereich Faber-Castell Cosmetics. Dies zeigt die globale Vernetzung und Präsenz des Unternehmens, auch wenn die Wurzeln fest in Deutschland verankert sind.
Die reiche Geschichte der Familie Faber-Castell
Die Geschichte von Faber-Castell ist eng mit der Geschichte der Familie verbunden, die das Unternehmen seit seiner Gründung führt. Das Adelsgeschlecht Faber-Castell ist eine Linie des fränkischen Adelsgeschlechts Castell. Mütterlicherseits geht die Familie auf die Unternehmer- und Industriellenfamilie Faber zurück, die seit dem 16. Jahrhundert in Mittelfranken unternehmerisch tätig ist.
Die Familie gilt als eine der bedeutendsten und ältesten Wirtschaftsdynastien Deutschlands und agiert in neunter Generation in der Unternehmensgruppe um die Faber-Castell AG. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1761 von Kaspar Faber. Seine A. W. Faber Bleystiftwerke gelten als ältestes Industrieunternehmen der Welt.
Ein Meilenstein in der Geschichte war die Einführung einer Bleistiftnorm im Jahr 1851 durch Lothar Freiherr von Faber, einem Nachfolger Kaspars. Diese Norm ist noch heute richtungsweisend für die gesamte Bleistiftindustrie. Lothar von Faber war auch ein Wegbereiter des Markenschutzgesetzes in Deutschland. Seine Bleistift-Marke wurde 1875 als erstes Produkt der Welt markenrechtlich geschützt. Für seine Verdienste wurde er 1881 geadelt, wodurch die freiherrliche Familie von Faber entstand.

Nach Lothars Tod im Jahr 1896 übernahm seine Enkelin Ottilie (1877–1944) gemeinsam mit ihrem Ehemann, Graf Alexander zu Castell-Rüdenhausen, die Firma. Aus dieser Ehe und der Übernahme der Firma ergab sich der neue Firmenname Faber-Castell. Graf Alexander verzichtete auf seine Zugehörigkeit zum Haus Castell und erhielt mit Genehmigung des bayerischen Königs den Namen und Titel Graf von Faber-Castell.
Die Familiengeschichte ist komplex und spiegelt auch die turbulenten Zeiten der deutschen Geschichte wider. Ottilies und Alexanders Sohn Roland Graf von Faber-Castell (1905–1978) führte den Gesamtkonzern 50 Jahre lang. Seine erste Ehe mit Alix-May von Frankenberg und Ludwigsdorf war überschattet von antisemitischen Übergriffen, da Alix-Mays Mutter aus der Familie Oppenheim stammte, die jüdische Wurzeln hatte, obwohl der Großvater evangelisch konvertiert war. Trotz der Konvertierung wurde die Familie Oppenheim aufgrund ihrer Herkunft verfolgt. Dies führte 1935 zur Scheidung, nachdem antisemitische Parolen am Faberschloss angebracht worden waren. Diese Episode zeigt, dass die Familie, obwohl ihre Hauptlinie aus deutschen Adels- und Unternehmerfamilien stammt, durch Heiratsverbindungen tragisch von den Auswirkungen antisemitischer Verfolgung während der NS-Zeit betroffen war.
Spätere Generationen führten das Unternehmen weiter. Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell (1941–2016), Sohn aus Rolands zweiter Ehe, war fast 40 Jahre lang Vorstandsvorsitzender. Sein Bruder Andreas Graf von Faber-Castell betreute den asiatischen Markt von Australien aus. Die Familie besitzt auch eine bedeutende Silber- und Schmucksammlung.
Qualität, die überzeugt: Warum Faber-Castell eine Top-Marke ist
Wenn es um Zeichen- und Schreibwaren geht, gilt Faber-Castell als äußerst renommierte Marke. Seit mehr als 250 Jahren stellt das Unternehmen hochwertige Materialien her und hat genug Zeit gehabt, seine Produkte zu perfektionieren. Es ist daher nicht überraschend, dass einige ihrer Produkte einen ikonischen Status erreicht haben.
Zu den bekanntesten Produkten zählen zweifellos die Polychromos Farbstifte und die Albrecht Dürer Aquarellstifte. Darüber hinaus stellt Faber-Castell die berühmten Pitt Artist Stifte her und bietet eine Vielzahl von Graphitstiften sowie Kugel- und Füllfederhaltern an.
Ein tiefer Einblick: Die Polychromos Farbstifte
Die Polychromos Farbstifte sind für viele Künstler die erste Wahl. Ihre Beliebtheit rührt von ihrer hervorragenden Balance zwischen verschiedenen Eigenschaften her. Wenn man nach Farbstiften sucht und Wert auf Qualität legt, stößt man unweigerlich auf Polychromos.
Die Wahl des perfekten Farbstifts hängt von persönlichen Vorlieben ab: Bevorzugt man einen harten oder weichen Stift? Arbeitet man gerne mit vielen Schichten? Soll der Stift leicht mischbar sein oder nicht verschmieren?
Oft bedeutet eine "gute" Eigenschaft einen Kompromiss bei einer anderen. Ein sehr weicher Stift kann die Anzahl der möglichen Schichten begrenzen und die Spitze nutzt sich schneller ab. Ein leicht mischbarer Stift kann fettig sein und einen "Wachs Bloom" verursachen – eine ungleichmäßige, fettige Schicht, die weitere Farbaufträge erschwert. Faber-Castell Polychromos bieten hier eine bemerkenswerte Balance.

Polychromos sind mittelweich. Ihre Farb- und Pigmentabgabe ist so optimiert, dass man viele Schichten auftragen kann, der Stift aber dennoch cremig genug ist, um viel Farbe abzugeben. Auch wenn manche ihn als härter als sehr weiche Wachsstifte beschreiben, ist das Gefühl keineswegs mit herkömmlichen Farbstiften in Büroqualität vergleichbar.
Verschiedene Stiftminen im Vergleich
Die Eigenschaften eines Farbstifts werden maßgeblich von der Zusammensetzung seiner Mine bestimmt. Im Allgemeinen gibt es drei Haupttypen von Minen:
- Ölbasierte Minen: Wie bei den Polychromos. Sie bestehen aus Pigment und einem Bindemittel auf Ölbasis. Diese Minen sind tendenziell etwas fester als Wachsbasierte, ermöglichen aber hervorragende Schichtbarkeit ohne das Risiko des "Wax Bloom". Sie bieten eine gleichmäßige Farbabgabe und sind ideal für detailliertes Arbeiten und das Aufbauen von Tiefenwirkung. Sie lassen sich gut mit Verdünnern für Ölfarben mischen.
- Wachsbasierte Minen: Diese enthalten Pigmente und ein Bindemittel auf Wachsbasis. Sie sind oft sehr weich und bieten eine cremige Farbabgabe, fast wie Wachspastelle. Allerdings kann das Auftragen vieler Schichten zu Problemen mit dem "Wax Bloom" führen, einer wachsartigen Schicht, die das weitere Auftragen von Farbe erschwert. Ein Beispiel sind die Derwent Coloursoft Stifte.
- Wasservermalbare Kerne: Diese Minen, wie bei den Albrecht Dürer Stiften, enthalten Emulgatoren, die es ermöglichen, die Farbe mit Wasser zu lösen und wie Aquarellfarben zu verwenden. Sie bieten eine andere Art der Anwendung und Effektmöglichkeiten als reine Öl- oder Wachsstifte. Optisch ähneln sie oft stark den öl- oder wachsbasierten Stiften der Marke; bei Faber-Castell sind die Albrecht Dürer Stifte sechseckig, während Polychromos rund sind.
Die spezielle Zusammensetzung der Polychromos-Mine auf Ölbasis, ergänzt durch ein spezielles Bindemittel, sorgt für die perfekte Weichheit, die das Auftragen mehrerer Schichten ermöglicht, ohne dass die Mine zu schnell abradiert. Dies führt zu konsistenten Ergebnissen, was für Künstler sehr wichtig ist.
Aussehen und Verfügbarkeit der Polychromos
Der Polychromos-Farbstift ist rund, etwas dicker und robust. Diese Dicke schützt den Kern vor Bruch, während der Stift immer noch in die meisten Spitzer passt. Er besteht aus robustem Zedernholz, was das Spitzen erleichtert.
Auch die Optik spielt eine Rolle. Die Stifte sind elegant gestaltet mit goldener Prägung, dem Markenlogo, der genauen Farbbezeichnung und einem Farbcode. Der gesamte Stift ist in der Farbe des Kerns lackiert, was die Suche nach der richtigen Farbe erleichtert.
Polychromos-Stifte sind einzeln oder in verschiedenen Sets erhältlich, von kleineren Verpackungen bis hin zu großen Metallboxen und wunderschönen Holzkisten. Die Polychromos 60er Box wird oft als guter Einstieg betrachtet, da sie fast alle Farben der Palette zu einem attraktiven Preis bietet.
Pigmentabgabe und Mischbarkeit
Durch ihre ausgewogene Zusammensetzung entfalten Polychromos Buntstifte ihr volles Potenzial, wenn man in Schichten arbeitet. Das Schichten ermöglicht es, eine schöne Tiefenwirkung und komplexe Farbübergänge zu erzielen. Die Stifte geben von Natur aus keine sehr dicke Einzelschicht ab, liefern aber dennoch viel Farbe. Sie eignen sich auch hervorragend für die Verwendung auf farbigem und dunklem Papier.

Für Künstler, die auf Papier mit grober Körnung arbeiten, kann das Mischen der Farben durch das Auftragen vieler Schichten schwierig sein, da die Körnung sichtbar bleibt. Viele Farbstiftkünstler verwenden daher Verdünner. Da die Polychromos-Minen auf Ölbasis sind, können grundsätzlich alle Verdünner verwendet werden, die für Ölfarben geeignet sind. Beispiele hierfür sind Zest-it, Gamsol oder ähnliche Alternativen zu Terpentin. Auch Blender für Markerstifte werden oft genutzt. Die Polychromos lassen sich gut mit solchen Mitteln mischen, was zusätzliche kreative Möglichkeiten eröffnet.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es Faber-Castell in den USA?
Ja, Faber-Castell ist in den USA präsent. Das Mutterunternehmen, die Faber-Castell AG, ist ein global agierendes Unternehmen mit Vertretungen in 120 Ländern weltweit, einschließlich der USA. Darüber hinaus betreibt Faber-Castell Cosmetics, ein Teil der Gruppe, Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten.
Sind Faber-Castell Juden?
Nein, die Familie Faber-Castell stammt aus deutschen Adels- und Unternehmerfamilien (Castell und Faber). Die Familiengeschichte, wie sie in den bereitgestellten Informationen beschrieben wird, erwähnt die Heirat von Roland Graf von Faber-Castell mit Alix-May von Frankenberg und Ludwigsdorf, deren Mutter aus der Familie Oppenheim stammte, die jüdische Wurzeln hatte (obwohl der Großvater konvertiert war). Die bereitgestellten Informationen berichten von antisemitischer Verfolgung, der Alix-May aufgrund ihrer Herkunft ausgesetzt war, was zur Scheidung führte. Die Familie Faber-Castell selbst wird in den Informationen als deutsche Dynastie beschrieben.
Ist Faber-Castell eine gute Marke?
Ja, Faber-Castell gilt als eine sehr gute und äußerst renommierte Marke, insbesondere im Bereich der Schreib- und Zeichenwaren. Das Unternehmen hat eine über 250-jährige Geschichte in der Herstellung hochwertiger Materialien. Produkte wie die Polychromos- und Albrecht Dürer-Stifte genießen einen ikonischen Status in der Künstlergemeinschaft. Die Qualität der Materialien, die Verarbeitung und die Konsistenz der Produkte werden von vielen geschätzt.
Wann starb Alexander von Faber-Castell?
Die bereitgestellten Informationen enthalten Todesdaten für mehrere Familienmitglieder, darunter Wilhelm von Faber (Vater von Ottilie), Lothar von Faber (1896), Roland Graf von Faber-Castell (1978), Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell (2016) und Hubertus Graf von Faber-Castell (2007). Die Informationen geben jedoch kein Todesdatum für Graf Alexander zu Castell-Rüdenhausen an, der Ottilie heiratete und den Namen Graf von Faber-Castell annahm.
Fazit
Faber-Castell ist eine Marke mit einer tiefen historischen Verwurzelung und einer starken globalen Präsenz. Ihre Produkte, allen voran die ikonischen Farbstifte wie Polychromos, stehen für Qualität und Zuverlässigkeit, die Künstler und Schreibende weltweit schätzen. Obwohl die Produkte im höheren Preissegment angesiedelt sind, gilt der Preis angesichts der Langlebigkeit und Leistung als angemessen. Die Geschichte des Unternehmens, geprägt von Innovation, Familienführung und auch den Schatten der Vergangenheit, macht Faber-Castell zu einem faszinierenden Beispiel einer traditionsreichen Marke, die es versteht, sich stetig weiterzuentwickeln und Menschen mit inspirierenden Produkten zu versorgen.
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