Welche Ideen gibt es für eine Gravur?

Kann man das Alter eines Dokuments bestimmen?

19/03/2016

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In der Welt der Dokumente und Schriftstücke taucht immer wieder die Frage auf: Ist es möglich, festzustellen, wie alt ein bestimmtes Schriftstück ist? Handelt es sich um ein historisches Dokument, eine alte Notiz oder vielleicht eine strittige Vereinbarung? Die Beantwortung dieser Frage ist komplex und führt uns in die Bereiche der Schriftanalyse und Materialwissenschaften.

Kann man feststellen, wann etwas geschrieben wurde?
Relative Altersbestimmung von Schreibleistungen Wird eine blanko geleistete Unterschrift zur Herstellung einer Urkunde verwendet oder aber wird eine Textschrift / ein gedruckter Text hinzugefügt kann durch die Bestimmung der Entstehungsreihenfolge einer Schreibleistung die Manipulation oft nachgewiesen werden.

Oft wird im Zusammenhang mit Handschriften von „Graphologie“ gesprochen. Doch es ist entscheidend, hier eine klare Unterscheidung zu treffen. Die Graphologie und die forensische Schriftvergleichung sind zwei vollkommen unterschiedliche Disziplinen, auch wenn beide die Handschrift als Untersuchungsgegenstand haben. Ihre Ziele und Methoden unterscheiden sich grundlegend.

Übersicht

Graphologie vs. Schriftvergleichung: Ein wichtiger Unterschied

Der Graphologe widmet sich der Handschrift mit dem Ziel, Rückschlüsse auf Charaktereigenschaften, Persönlichkeitsstruktur oder psychische Zustände des Schreibers zu ziehen. Vereinfacht ausgedrückt, versucht der Graphologe, die Persönlichkeit hinter der Schrift zu „lesen“. Die wissenschaftliche Fundierung und die Verlässlichkeit der Erkenntnisse der Graphologie sind jedoch in Fachkreisen und darüber hinaus mehr als umstritten und werden oft nicht als wissenschaftlich anerkannt betrachtet.

Ganz anders verhält es sich bei der forensischen Schriftvergleichung, die von Schriftsachverständigen durchgeführt wird. Das Hauptinteresse des Schriftsachverständigen liegt einzig und allein in der Frage, ob eine bestimmte Schreibleistung – sei es eine Unterschrift, ein Text oder eine Notiz – einer bestimmten Person zugeordnet werden kann oder nicht. Es geht also um die Authentizität oder Autorenschaft eines Schriftstücks.

Die Methoden und technischen Verfahren, die in der forensischen Schriftvergleichung zum Einsatz kommen, basieren auf wissenschaftlichen Prinzipien und sind international anerkannt. Sie umfassen detaillierte Analysen von Schriftmerkmalen wie Formgebung, Größenverhältnisse, Neigung, Druckgebung, Bewegungsfluss, Verbindungsmuster und vieles mehr. Ziel ist es, die individuelle Variationsbreite der Schrift einer Person zu verstehen und diese mit der fraglichen Schrift abzugleichen.

Leider führt der deutsche Sprachgebrauch oft zu Verwirrung, indem nach wie vor von „grafologischen Gutachten“ gesprochen oder solche angefragt werden, wenn eigentlich präzise und wissenschaftlich fundierte schriftvergleichende Untersuchungen gemeint sind.

Kann man feststellen, wann etwas geschrieben wurde?

Die Frage nach dem Alter der Schrift, also wann genau ein Text oder eine Unterschrift angebracht wurde, ist komplex und kann nicht immer direkt über die Schriftvergleichung im Sinne der Autorenbestimmung beantwortet werden. Die forensische Schriftvergleichung konzentriert sich primär auf die Frage des „Wer“, nicht des „Wann“ im Sinne einer absoluten Datierung.

Allerdings kann die Schriftvergleichung indirekt Hinweise auf den Zeitpunkt der Entstehung liefern, insbesondere wenn ausreichendes und vor allem zeitnah entstandenes Vergleichsmaterial zur Verfügung steht. Wenn beispielsweise ein Dokument angeblich aus den 1980er Jahren stammt, aber die Schriftmerkmale signifikant von der bekannten Schrift der betreffenden Person aus dieser Zeit abweichen, während sie perfekt zu Schriftproben aus den 2000er Jahren passen, kann dies ein starkes Indiz dafür sein, dass das Dokument nicht aus den 1980ern stammt. Dies erfordert jedoch eine sorgfältige Analyse der natürlichen Entwicklung und Variation der Handschrift einer Person über die Zeit.

Voraussetzungen für eine aussagekräftige Begutachtung

Um überhaupt aussagekräftige Rückschlüsse – sei es zur Autorenschaft oder zur Einordnung im Zeitverlauf (im Vergleich zu datierten Proben) – ziehen zu können, sind bestimmte Voraussetzungen unerlässlich. Optimale Bedingungen für eine Begutachtung bestehen, wenn:

  1. Das fragliche oder strittige Schriftstück im Original vorliegt. Kopien, Scans oder Faxe können wichtige feine Details der Schrift, wie Druckverlauf, Bewegungsfluss oder Strichbeschaffenheit, verfälschen oder ganz unkenntlich machen. Die Analyse des Originals ist daher von höchster Bedeutung. Sollte das Original nicht verfügbar sein, sind die Möglichkeiten der Begutachtung stark eingeschränkt, und es können möglicherweise keine eindeutigen Aussagen getroffen werden.
  2. Ausreichendes qualitatives und quantitatives Vergleichsmaterial vorhanden ist. Dies ist der wohl kritischste Punkt für jede Schriftvergleichung.

2.1. Qualitatives Vergleichsmaterial

Das Vergleichsmaterial muss die spezifischen grafischen Charakteristika der Schrift der betreffenden Person repräsentieren und vor allem deren natürliche Variationsbandbreite unter unterschiedlichen Entstehungsbedingungen abbilden. Handschriften sind nicht statisch; sie variieren je nach Tagesform, Schreibgerät, Unterlage, emotionalem Zustand des Schreibers, Schreibgeschwindigkeit und dem Zweck des Schreibens (z. B. eine schnelle Notiz vs. eine sorgfältige Unterschrift).

Daher sollten möglichst viele Vergleichsschriften vorliegen, die unter vergleichbaren äußeren Bedingungen wie das fragliche Dokument entstanden sind. Wenn das fragliche Dokument beispielsweise mit einem Füllfederhalter auf rauem Papier geschrieben wurde, sind Vergleichsschriften, die mit demselben Schreibgerät auf ähnlichem Papier entstanden sind, besonders wertvoll. Zudem ist es, wie bereits erwähnt, von großer Bedeutung, dass das Vergleichsmaterial zeitnah zur fraglichen Schreibleistung entstanden ist. Die Handschrift kann sich im Laufe der Jahre durch Alter, Krankheit, veränderte Schreibgewohnheiten oder äußere Umstände verändern. Vergleichsmaterial, das Jahrzehnte vor oder nach dem fraglichen Dokument entstanden ist, kann daher weniger aussagekräftig sein, es sei denn, es geht gerade darum, signifikante Veränderungen über die Zeit zu dokumentieren.

Kann man feststellen, wie alt ein Schriftstück ist?
Eine absolute Altersbestimmung ist nur bei relativ jungen Schriften möglich. Hierbei wird die fragliche Schreibleistung chemisch auf den Gehalt bestimmter Lösungsmittel untersucht. Schreibmittel die nicht älter als ein Jahr sind lassen sich in der Regel noch sehr gut von älteren Schreibleistungen unterscheiden.

2.2. Quantitatives Vergleichsmaterial

Neben der Qualität ist auch die Menge des Vergleichsmaterials entscheidend. Ein einzelnes Vergleichsbeispiel reicht in der Regel nicht aus, um die natürliche Variationsbreite einer Handschrift zuverlässig einschätzen zu können.

  • Bei Unterschriften: Für einen fundierten Vergleich sind idealerweise etwa 20-25 unbefangen entstandene Unterschriften des Namensträgers erforderlich. „Unbefangen“ bedeutet, dass die Unterschriften im normalen Geschäftsverkehr oder Alltag geleistet wurden, ohne dass der Schreiber wusste, dass diese Unterschriften später für eine Begutachtung herangezogen werden könnten. Solche unbefangenen Unterschriften spiegeln die natürliche, automatisierte Schreibbewegung am besten wider. Auch hier gilt: Sie sollten zeitnah zur fraglichen Unterschrift entstanden sein.
  • Bei Textschriften (z. B. Testamente, Briefe, Notizen): Hier wird in der Regel möglichst viel unbefangen entstandenes Vergleichsmaterial benötigt. Dies können Briefe, Tagebucheinträge, Notizen, Formulareinträge oder andere Schriftstücke sein, die von der betreffenden Person verfasst wurden und deren Datum bekannt ist oder zumindest zeitlich eingeordnet werden kann. Je mehr Textmaterial zur Verfügung steht, desto besser können die individuellen Schriftmerkmale und ihre Variationen analysiert werden.

Ad-hoc geleistete Vergleichsschriften (Schriftproben): Manchmal ist es notwendig, dass die betreffende Person Schriftproben speziell für die Begutachtung anfertigt. Solche Proben müssen unter streng kontrollierten und vergleichbaren äußeren Bedingungen erfolgen, um sie mit dem fraglichen Dokument vergleichen zu können. Dazu gehören:

  • Die Verwendung eines vergleichbaren Schreibgeräts (z.B. Bleistift, Faserstift, Kugelschreiber, Füllfederhalter).
  • Die Verwendung einer vergleichbaren Papierart (glatt, rau, saugfähig etc.).
  • Die Verwendung eines vergleichbaren Papierformats und einer vergleichbaren Lineatur (unliniert, liniert, kariert).
  • Wenn die fragliche Schrift auf einem speziellen Formular oder Vordruck angebracht ist (z.B. eine Quittung, ein Vertragsvordruck), sollten die Schriftproben idealerweise auf gleichartigen Formularen angefertigt werden.

Die Anfertigung von ad-hoc Vergleichsschriftproben erfordert spezifische Anweisungen und eine sorgfältige Durchführung, um sicherzustellen, dass die Proben für den Vergleich geeignet sind.

Kann man das Alter von Papier feststellen?

Neben der Schrift selbst stellt sich oft die Frage nach dem Alter des Papiers, auf dem das Schriftstück verfasst wurde. Die Datierung von Papier ist eine eigenständige Disziplin, die in der Regel chemische und physikalische Analysemethoden erfordert. Die forensische Schriftvergleichung im engeren Sinne befasst sich nicht primär mit der Materialanalyse des Papiers.

Methoden zur Papierdatierung können komplex sein und unter anderem die Analyse der Zellstoffzusammensetzung, die Identifizierung von Füllstoffen, optischen Aufhellern oder die Analyse von Zerfallsprodukten der Zellulose umfassen. Auch Wasserzeichen können unter Umständen Hinweise auf den Herstellungszeitraum des Papiers geben, erfordern aber oft spezifisches historisches Wissen. Die genauen Möglichkeiten und Grenzen der Papierdatierung hängen stark von der Art des Papiers und den verfügbaren Analysemethoden ab.

Da dies ein komplexes Feld ist, das über die reine Schriftanalyse hinausgeht und spezielle Laborkenntnisse erfordert, können wir hier keine detaillierten Informationen zu spezifischen Methoden der Papierdatierung geben.

Zusammenfassung und Fazit

Die Bestimmung des Alters eines Schriftstücks ist keine einfache Angelegenheit. Während die forensische Schriftvergleichung primär darauf abzielt, die Autorenschaft einer Handschrift zu klären, kann sie indirekt Hinweise auf den Entstehungszeitraum geben, insbesondere durch den Vergleich mit zeitnah entstandenem und unbefangenem Vergleichsmaterial. Die Qualität und Quantität des Vergleichsmaterials sowie das Vorhandensein des Originals sind dabei entscheidende Faktoren.

Die absolute Datierung von Schriftstücken allein anhand der Handschrift ist in der Regel nicht möglich. Methoden zur Datierung der Tinte (z.B. durch chemische Analyse der Lösungsmittel oder Pigmente) oder des Papiers (z.B. durch Materialanalyse) sind separate wissenschaftliche Disziplinen, die spezielle Kenntnisse und Laborausstattung erfordern und nicht zum standardmäßigen Werkzeug des Schriftsachverständigen für Handschriftenanalyse gehören.

Wenn Sie Fragen zur Authentizität oder zum möglichen Entstehungszeitraum eines Schriftstücks haben, ist die Konsultation eines erfahrenen forensischen Schriftsachverständigen der richtige Weg. Dieser kann beurteilen, ob anhand der vorliegenden Unterlagen und Vergleichsmaterialien eine fundierte Aussage getroffen werden kann.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Graphologie und forensischer Schriftvergleichung?
Graphologie versucht, Persönlichkeitsmerkmale aus der Schrift abzuleiten (wissenschaftlich umstritten). Forensische Schriftvergleichung stellt fest, ob eine Schrift von einer bestimmten Person stammt (wissenschaftlich anerkannt).

Kann man feststellen, wie alt ein Schriftstück ist?
Eine absolute Altersbestimmung ist nur bei relativ jungen Schriften möglich. Hierbei wird die fragliche Schreibleistung chemisch auf den Gehalt bestimmter Lösungsmittel untersucht. Schreibmittel die nicht älter als ein Jahr sind lassen sich in der Regel noch sehr gut von älteren Schreibleistungen unterscheiden.

Kann die Schriftvergleichung das genaue Datum eines Dokuments bestimmen?
Eine direkte absolute Datierung ist meist nicht möglich. Die Schriftvergleichung kann aber helfen, ein Dokument zeitlich einzuordnen, indem sie es mit datierten Schriftproben der Person aus einem bestimmten Zeitraum vergleicht (Voraussetzung: zeitnahes Vergleichsmaterial).

Welche Dokumente brauche ich für eine Schriftvergleichung?
Sie benötigen das Original des fraglichen Dokuments sowie ausreichend qualitatives und quantitatives unbefangenes Vergleichsmaterial der betreffenden Person, das zeitnah zum fraglichen Dokument entstanden ist und unter möglichst vergleichbaren äußeren Bedingungen verfasst wurde.

Wie viel Vergleichsmaterial wird benötigt?
Für Unterschriften ca. 20-25 unbefangene, zeitnah entstandene Original-Unterschriften. Für Textschriften möglichst viel unbefangenes, zeitnah entstandenes Textmaterial (Briefe, Notizen etc.).

Spielen Schreibgerät und Papier eine Rolle beim Vergleich?
Ja, unbedingt. Die Schriftmerkmale können sich je nach verwendetem Schreibgerät (Kugelschreiber, Füller etc.) und der Beschaffenheit des Papiers (glatt, rau) stark unterscheiden. Daher sind vergleichbare äußere Bedingungen für das Vergleichsmaterial wichtig.

Können Schriftproben speziell für die Begutachtung angefertigt werden?
Ja, das sind ad-hoc Vergleichsschriftproben. Sie müssen unter streng kontrollierten Bedingungen angefertigt werden, um sie mit dem fraglichen Dokument vergleichen zu können. Dies erfordert fachkundige Anleitung.

Kann das Alter des Papiers festgestellt werden?
Ja, das ist durch spezielle Materialanalysen möglich, die aber nicht zum Standardbereich der forensischen Handschriftenanalyse gehören, sondern andere wissenschaftliche Disziplinen erfordern.

Kann ich mit einer Kopie eine Schriftvergleichung durchführen lassen?
Nur sehr eingeschränkt. Das Original ist für eine fundierte Begutachtung unerlässlich, da feine, aber wichtige Schriftmerkmale auf Kopien verloren gehen oder verfälscht werden können. In manchen Fällen können erste Einschätzungen anhand von Kopien vorgenommen werden, aber für eine definitive Aussage ist das Original notwendig.

Die Welt der Dokumentenanalyse ist vielschichtig. Vom richtigen Büromaterial, das die Qualität Ihrer Arbeit sichert, bis hin zur forensischen Untersuchung alter Schriftstücke – jedes Detail zählt.

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