09/10/2022
ARBURG ist weit mehr als nur ein Name in der Welt der Kunststoffverarbeitung. Es ist die Geschichte eines deutschen Familienunternehmens mit einer tiefen Verwurzelung an seinem Gründungsort und einer beeindruckenden Innovationsgeschichte, die die Branche maßgeblich geprägt hat. Seit vielen Jahrzehnten steht ARBURG für Qualität, Fortschritt und eine besondere Unternehmenskultur, die von seinen Eigentümern geprägt wird. Dieses Unternehmen, fest verankert in Deutschland, hat sich als globaler Akteur etabliert und gleichzeitig seine Identität als Familienbetrieb bewahrt.

Die Wurzeln in Loßburg: Eine lange Geschichte der Innovation und des Engagements
Die Reise von ARBURG beginnt im Jahr 1923. Seit diesem frühen Gründungsjahr hat sich das Unternehmen konsequent an einem einzigen, zentralen Standort entwickelt: in Loßburg, Deutschland. Diese Entscheidung für einen einzigen Produktions- und Entwicklungsstandort ist ein starkes Bekenntnis zur regionalen Wirtschaft und zur Qualität, die mit dem Label "Made in Germany" verbunden ist. In einer zunehmend globalisierten Welt, in der viele Unternehmen Produktionsstätten verlagern, hält ARBURG an seiner Heimatbasis fest. Dies ermöglicht eine enge Verzahnung aller Unternehmensbereiche, von der Forschung und Entwicklung über die Produktion bis hin zum Management, was schnelle Entscheidungen und hohe Qualitätsstandards fördert.

Von Loßburg aus hat ARBURG über die Jahrzehnte hinweg nicht nur hochwertige Produkte gefertigt, sondern auch aktiv die Entwicklung der gesamten Kunststoffverarbeitung vorangetrieben. Ein entscheidender Wendepunkt und ein Meilenstein, der die Branche nachhaltig veränderte, war zweifellos das Jahr 1961. Damals revolutionierte ARBURG mit seinen legendären ALLROUNDERn das Spritzgießen. Die ALLROUNDER-Maschinen zeichneten sich durch eine bis dahin unerreichte Flexibilität und Modularität aus, die es den Anwendern ermöglichte, eine Vielzahl unterschiedlicher Spritzgießanwendungen auf einer einzigen Maschine zu realisieren. Diese Innovation setzte neue Standards in puncto Effizienz, Vielseitigkeit und Wirtschaftlichkeit und prägt bis heute das Produktportfolio des Unternehmens sowie die gesamte Spritzgießtechnologie.
Doch ARBURG ruht sich nicht auf seinen historischen Erfolgen aus. Das Unternehmen blickt stets nach vorn und passt sich den neuen technologischen und marktseitigen Entwicklungen an. Seit 2013 wurde das Portfolio strategisch erweitert, um den sich wandelnden Anforderungen des Marktes und den aufkommenden Technologien gerecht zu werden. Mit der Einführung von 3D-Druckern im Sortiment, speziell für die Verarbeitung von Kunststoffen, erschloss sich ARBURG neue Anwendungsfelder und Technologien im Bereich der Additiven Fertigung. Dieser Schritt zeigt die Innovationskraft und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens, die bereit ist, über die Grenzen der traditionellen Spritzgießtechnologie hinauszublicken und neue Wege in der Kunststoffverarbeitung zu beschreiten. Es ist diese ständige Suche nach neuen Ideen, die ARBURG antreibt und die es dem Unternehmen ermöglicht, die Entwicklung der Kunststoffverarbeitung weltweit zukunftsorientiert voranzutreiben und eine führende Rolle in der Branche zu behalten.
Die Eigentümerstruktur: Ein Familienunternehmen in dritter Generation mit klarer Führung
Eine der prägendsten und identitätsstiftendsten Eigenschaften von ARBURG ist seine Struktur als Familienunternehmen. Seit der Gründung im Jahr 1923 befindet sich das Unternehmen ununterbrochen in Familienbesitz und wird auch von Mitgliedern der Familie geführt. Aktuell wird ARBURG in dritter Generation von der Eigentümerfamilie geleitet. Dies ist in der heutigen globalisierten Wirtschaftswelt, die oft von großen, anonymen Konzernen und schnellen Eigentümerwechseln geprägt ist, eine bemerkenswerte Konstante und ein Zeichen für Stabilität und langfristige Orientierung.
Die Personen, die das Unternehmen heute als Eigentümer und aktive Führungskräfte leiten, sind die Partner Juliane Hehl, Michael Hehl und Renate Keinath. Ihre Namen stehen für die Fortführung der Familientradition und die persönliche Verantwortung für das Erbe, die Mitarbeiter und die Zukunft des Unternehmens. Als Partner sind sie nicht nur formale Eigentümer, sondern aktiv in die strategische Ausrichtung, die operative Führung und die Kultur von ARBURG eingebunden. Das Familienunternehmen ARBURG zeichnet sich unter ihrer gemeinsamen Führung durch einen besonderen Ansatz aus: Sie entwickeln, produzieren und investieren mit Weitsicht und einem tief verwurzelten praktischen Ansatz. Dieser langfristige Fokus, der oft über kurzfristige Gewinnmaximierung gestellt wird, ermöglicht es ARBURG, strategische Entscheidungen zu treffen, die auf Stabilität und nachhaltiges Wachstum abzielen.

Die Partner von ARBURG betonen ihr starkes Engagement für nachhaltiges, effizientes und insbesondere menschenorientiertes Wirtschaften. Dieses Bekenntnis zu Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur ökologische Verantwortung, sondern auch wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit. Effizienz in den Prozessen ist in der wettbewerbsintensiven Maschinenbaubranche unerlässlich, um konkurrenzfähig zu bleiben. Der Fokus auf die Mitarbeiter als Menschen ("menschenorientiert") ist ein zentraler Pfeiler der Unternehmenskultur, der in Familienunternehmen oft eine größere Rolle spielt als in anonymen Großkonzernen. Er beinhaltet Wertschätzung, faire Arbeitsbedingungen und eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen. Dieses Bekenntnis spiegelt die Werte der Eigentümerfamilie wider und prägt das tägliche Handeln und die strategischen Entscheidungen bei ARBURG. Die Geschichte des Unternehmens ist untrennbar mit der Geschichte der Familie Hehl verbunden, und diese enge Verbindung ist ein Schlüsselfaktor für die Identität und den Erfolg von ARBURG.
ARBURG als "echtes" Unternehmen: Über 100 Jahre Geschichte und greifbare Produkte
In einer Zeit, in der digitale Präsenzen und kurzlebige Geschäftsmodelle weit verbreitet sind, mag sich für Außenstehende die Frage nach der Substanz und Realität eines Unternehmens stellen. Im Falle von ARBURG kann diese Frage mit Nachdruck bejaht werden: Ja, ARBURG ist ein absolut "echtes", etabliertes und greifbares Unternehmen mit einer beeindruckenden und nachweisbaren Historie sowie physischen Produkten, die weltweit in der Industrie eingesetzt werden. Die Fakten, die die Realität von ARBURG untermauern, sind zahlreich und eindeutig.
Die Gründung im Jahr 1923 zeugt von einer über 100-jährigen Existenz – ein Beweis für Beständigkeit und Anpassungsfähigkeit über viele wirtschaftliche Zyklen hinweg. Der zentrale Standort in Loßburg, Deutschland, ist kein virtueller Firmensitz, sondern ein großer Industriekomplex, in dem tatsächlich entwickelt, konstruiert und gefertigt wird. Seit der Gründung hat ARBURG dort kontinuierlich seine Produkte hergestellt und weiterentwickelt. Die Produkte selbst sind keine digitalen Dienstleistungen, sondern hochkomplexe, physische Maschinen: Spritzgießmaschinen und 3D-Drucker. Diese Maschinen werden weltweit an Kunden in verschiedenen Industrien geliefert und sind dort tagtäglich im Einsatz, um Kunststoffteile zu produzieren – von winzigen Präzisionsteilen bis hin zu größeren Bauteilen.
Die Revolution des Spritzgießens im Jahr 1961 mit den ALLROUNDERn ist kein Mythos, sondern ein historisch dokumentierter Wendepunkt in der Geschichte der Kunststoffverarbeitungstechnologie, der die Arbeitsweise in vielen Produktionsbetrieben verändert hat. Die strategische Erweiterung des Portfolios um 3D-Drucker seit 2013 ist ein weiterer greifbarer Beweis für die aktive Geschäftstätigkeit und die Investition in neue Technologien. All dies sind klare Kennzeichen eines lebendigen, aktiven und realen Unternehmens, das seit über einem Jahrhundert am Markt agiert, signifikante Investitionen tätigt, technologische Entwicklungen vorantreibt und Tausende von Arbeitsplätzen schafft und sichert. Die Tatsache, dass es sich um ein Familienunternehmen handelt, das von den Eigentümern Juliane Hehl, Michael Hehl und Renate Keinath geführt wird, bestätigt seine klare Struktur und Existenz als rechtlich und wirtschaftlich handelnde Einheit. ARBURG ist fest in der deutschen Industrielandschaft verankert und ein global anerkannter, sehr realer Akteur in seinem spezialisierten Bereich.
Aktuelle Herausforderungen: Umsatzrückgang, Kurzarbeit und notwendige Anpassungen
Auch ein so etabliertes, innovatives und solide geführtes Unternehmen wie ARBURG ist nicht vollständig immun gegen die Auswirkungen globaler wirtschaftlicher Schwankungen und Herausforderungen. Die jüngsten Entwicklungen im Jahr 2024 zeigen deutlich, dass das Unternehmen derzeit mit erheblichen wirtschaftlichen Gegenwind zu kämpfen hat, der Anpassungen erforderlich macht.

Im vergangenen Jahr, bezogen auf das Geschäftsjahr 2024, verzeichnete der Spritzgießmaschinenbauer ARBURG einen signifikanten und schmerzhaften Umsatzrückgang. Der Umsatz sank auf rund 600 Millionen Euro. Dies stellt einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr dar, in dem der Umsatz noch bei 784 Millionen Euro lag. Prozentual entspricht dieser Rückgang einem Minus von beachtlichen 23 Prozent. Ein solcher Rückgang innerhalb eines Jahres ist gravierend und spiegelt eine schwierige Marktlage wider.
Finanzgeschäftsführer Steffen Kroner erklärte diesen dramatischen Rückgang primär mit anhaltend schwachen Auftragseingängen. Insbesondere bei den Kernprodukten, den Maschinenbestellungen (Spritzgießmaschinen und 3D-Drucker), war die Nachfrage gedämpft. Die Investitionsgüterindustrie, zu der ARBURG mit seinen Maschinen zählt, ist oft ein Frühindikator für die allgemeine Wirtschaftslage. Unternehmen investieren typischerweise in neue Maschinen und Anlagen, wenn sie zuversichtlich in die Zukunft blicken und eine steigende Nachfrage nach ihren eigenen Produkten erwarten. Eine Zurückhaltung bei solchen Investitionen deutet auf Unsicherheit oder eine Abschwächung der globalen Konjunktur hin.
Angesichts dieser schwachen wirtschaftlichen Lage und der geringeren Auslastung der Kapazitäten plant die Konzernführung notwendige strukturelle Anpassungen. Das übergeordnete Ziel ist, die Zahl der Mitarbeiter mittel- bis langfristig nachhaltig und dabei so sozialverträglich wie möglich zu reduzieren. Als unmittelbare Reaktion auf die geringere Auslastung wurde bereits seit Januar 2024 für die Belegschaft in Deutschland die Kurzarbeit eingeführt. Kurzarbeit ist ein bewährtes Instrument in Deutschland, das Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Phasen nutzen können. Dabei wird die reguläre Arbeitszeit der Mitarbeiter reduziert, und ein Teil des dadurch entstehenden Lohnausfalls wird durch Leistungen der Agentur für Arbeit (Kurzarbeitergeld) kompensiert. Dies hilft, qualifizierte Mitarbeiter im Unternehmen zu halten und Entlassungen zumindest vorübergehend zu vermeiden oder deren Umfang zu begrenzen.
Zusätzlich zur Kurzarbeit setzt ARBURG bei den nun angekündigten, tiefergehenden Kapazitätsanpassungen auf freiwillige Maßnahmen, um die notwendige Reduzierung der Belegschaft sozialverträglich zu gestalten. Dazu gehören in erster Linie ein freiwilliges Abfindungsprogramm, bei dem Mitarbeitern finanzielle Anreize geboten werden, das Unternehmen zu verlassen, sowie Angebote zur Altersteilzeit für ältere Mitarbeiter, die somit früher aus dem Berufsleben ausscheiden können. Diese Instrumente ermöglichen es dem Unternehmen, die Mitarbeiterzahl zu reduzieren, ohne auf betriebsbedingte Kündigungen zurückgreifen zu müssen oder deren Zahl zu minimieren, was im Einklang mit dem Bekenntnis zu menschenorientiertem Wirtschaften steht. Die genaue Zahl der Stellen, die durch diese Maßnahmen abgebaut werden sollen, wurde öffentlich nicht kommuniziert. Diese Schritte zeigen, dass ARBURG aktiv und strategisch auf die veränderten Marktbedingungen reagiert, um das Unternehmen langfristig zu sichern und für zukünftiges Wachstum aufzustellen, auch wenn dies kurzfristig Anpassungen und Einschnitte bedeutet.

Häufig gestellte Fragen zu ARBURG
Basierend auf den uns vorliegenden Informationen beantworten wir hier einige der am häufigsten gestellten Fragen zu ARBURG:
Wem gehört ARBURG?
ARBURG ist ein klassisches Familienunternehmen. Es befindet sich in dritter Generation im Besitz der Gründerfamilie Hehl. Die aktuellen Partner und Eigentümer, die das Unternehmen operativ und strategisch führen, sind Frau Juliane Hehl, Herr Michael Hehl und Frau Renate Keinath.
Ist Arburg ein echtes Unternehmen?
Absolut. ARBURG ist ein sehr reales, etabliertes und physisch präsentes Unternehmen mit einer langen Geschichte. Es wurde bereits im Jahr 1923 gegründet und betreibt seitdem kontinuierlich Entwicklung und Produktion an seinem zentralen Standort in Loßburg, Deutschland. Das Unternehmen fertigt greifbare Produkte, wie Spritzgießmaschinen und 3D-Drucker, die weltweit im Einsatz sind.
Hat ARBURG Kurzarbeit?
Ja. Als Reaktion auf die schwierige wirtschaftliche Lage, die sich unter anderem in einem deutlichen Umsatzrückgang im Jahr 2024 manifestierte, hat ARBURG seit Januar 2024 für seine Belegschaft am Standort Deutschland Kurzarbeit eingeführt. Dies ist Teil der Maßnahmen, um auf die geringere Auslastung zu reagieren und gleichzeitig die Mitarbeiterbindung so weit wie möglich zu unterstützen. Darüber hinaus plant das Unternehmen strukturelle Kapazitätsanpassungen, die durch freiwillige Programme wie Abfindungsangebote und Altersteilzeit umgesetzt werden sollen.
Diese Informationen geben einen fundierten Einblick in die Struktur, die historische Entwicklung, die Eigentumsverhältnisse und die aktuelle wirtschaftliche Situation von ARBURG, einem bedeutenden Akteur in der globalen Kunststoffindustrie, der fest in seiner deutschen Heimat verwurzelt ist.
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