27/04/2019
In der Welt des Automobils gibt es Namen, die für höchste Ingenieurskunst, unvergleichlichen Luxus und atemberaubende Leistung stehen. Bugatti ist zweifellos einer davon. Der Bugatti Chiron ist ein Paradebeispiel für diese Philosophie und repräsentiert die Spitze dessen, was im Supersportwagenbau möglich ist. Ein zentrales Element, das den Chiron nicht nur außergewöhnlich leicht und stabil macht, sondern auch seine visuelle Identität prägt, ist der umfassende Einsatz von Kohlefaser.

Seit dem legendären EB110, einem der ersten Serienfahrzeuge mit einem Kohlefaser-Monocoque, ist dieses Material ein Kernbestandteil der Bugatti-Designphilosophie „Form Follows Performance“. Die natürliche Schönheit der Fasern trat erstmals 2007 beim Veyron Pur Sang in den Vordergrund, wo sie unter Klarlack zur Schau gestellt wurde, um die rohen Materialien zu präsentieren, aus denen ein Bugatti-Hypersportwagen besteht.
Die Faszination Carbon bei Bugatti
Die Verwendung von Kohlefaser ist bei Bugatti weit mehr als nur eine technische Notwendigkeit; sie ist eine Kunstform. Die Karosserieteile werden aus dünnen, überlappenden Gewebefasern gefertigt, die nur etwa ein Zehntel der Dicke eines menschlichen Haares aufweisen. Die Anordnung dieser Fasern ist entscheidend für die Festigkeit der Platten – sie sind in Richtung der Fasern am steifsten. Obwohl der Prozess der Ausrichtung schwierig und zeitaufwendig ist, sprechen die Vorteile für sich: Karosseriekomponenten aus Kohlefaser wiegen 20–30 % weniger als ein entsprechendes Element aus Aluminium oder sogar 50 % weniger als Stahl, während sie gleichzeitig extrem widerstandsfähig sind.
Heute bietet Bugatti seinen Kunden eine breite Palette von neun sichtbaren, getönten Kohlefaserfarben für die Karosserie an, bei denen das Gewebe der Fasern vollständig sichtbar ist – nur bedeckt von einem transparenten Lack, der ebenfalls in neun verschiedenen Farbtönen erhältlich ist. Doch die Perfektionierung dieser Oberfläche dauert Monate und erfordert das Geschick erfahrener Handwerker, die sowohl die visuelle als auch die strukturelle Bedeutung von Kohlefaser verstehen.
Ein großes Teil – eine Seitenwand von etwa 2 Metern Länge – benötigt fast eine Woche für die Herstellung. Die Rohmaterialien werden in eine Form gelegt und dann in einem Autoklaven bei 120 °C unter hohem Druck für etwa zwei Stunden „gebacken“.
Für diese Teile arbeiten Bugatti-Ingenieure mit Materialexperten zusammen, um die genaue Richtung festzulegen, in die die Kohlefasern verlaufen müssen, um dem Fahrzeug die notwendige Steifigkeit zu verleihen. Kunden, die sich für eine sichtbare Kohlefaser-Oberfläche entscheiden, überlässt das Designteam die Richtung der Fasern in der ersten Schicht. Ziel ist es, ein fließendes Muster über die gesamte Oberfläche des Fahrzeugs zu erzeugen, das die Linien optisch verstärkt und perfekt zwischen den einzelnen Paneelen ausgerichtet ist.
Das Designteam verlangt, dass die Kohlefasern in einem Winkel von 45° ausgerichtet sind, mit einem perfekten Fischgrätmuster in der Mitte. Wenn die Ausrichtung mehr als 1 oder 2° abweicht, muss das Panel von Grund auf neu gefertigt werden. Jede Faser, die nicht an der richtigen Position ist, jede Ausfransung, jede Unebenheit oder jeder Knick im Material führt dazu, dass das Panel erneut hergestellt werden muss. Materialexperten und das Designteam arbeiten akribisch daran, sicherzustellen, dass jeder einzelne Millimeter der Oberfläche frei von Makeln ist.
Der Preis der Exklusivität
Die Frage nach dem Preis eines Bugatti, insbesondere eines Modells mit umfangreichem Carbon-Anteil, ist eine, die oft gestellt wird. Die Kosten spiegeln nicht nur die extreme Leistung und den Luxus wider, sondern auch den immensen Aufwand an Entwicklung, Material und vor allem Handarbeit, der in jedes einzelne Fahrzeug fließt. Die uns vorliegende Information nennt einen spezifischen Preis für einen Bugatti Chiron Blue Royal Carbon:
- Preis (Brutto): €3.903.200,00
- Preis (Netto für Export): €3.280.000,00
Dieser Preis bezieht sich auf ein konkretes Fahrzeug mit folgenden Spezifikationen:
- Farbe: BLUE ROYAL CARBON
- Polsterung: FRENCH RACING BLUE (Leder)
- Vorbesitzer: 1
- Kilometerstand: 1.800 km
- Erstzulassung: 2018-05
Es ist wichtig zu betonen, dass dieser Preis für ein spezifisches, bereits zugelassenes Fahrzeug gilt. Die Kosten für einen neuen, individuell konfigurierten Bugatti Chiron können je nach Ausstattung und Personalisierung variieren und diesen Betrag potenziell übersteigen. Der genannte Preis ist ein eindrucksvolles Beispiel für den Wert, der einem so exklusiven und aufwendig gefertigten Supersportwagen beigemessen wird.
Die Exklusivität wird durch Details wie das FRENCH RACING BLUE Lederinterieur, das Lenkrad-Carbon-Paket mit passenden Nähten, die Steppung auf den Sitzen und die gestickten Kopfstützen unterstrichen. Äußerlich fallen die Bremszangen in FRENCH RACING BLUE und die diamantgeschliffenen Radkappen ins Auge. Optionen wie die Farbe des Innendashboards, der Steinschlagschutz und die Heckflügelmechanik können ebenfalls personalisiert werden, oft im Thema der gewählten Akzentfarbe wie FRENCH RACING BLUE bei diesem spezifischen Modell.

Handwerkskunst in Molsheim: Die Chiron-Produktion
Die Herstellung eines Bugatti Chiron ist ein Prozess, der seinesgleichen sucht und am Stammsitz der Marke im französischen Molsheim stattfindet. In der Manufaktur, dem sogenannten „Atelier“, wird jeder Chiron in akribischer Handarbeit gefertigt. Hier, wo seit 1909 die Geschichte von Bugatti geschrieben wird, erwachen automobile Träume zum Leben.
Der Weg von der ersten Idee bis zur Auslieferung an den Kunden ist lang und komplex. Zuerst erfolgt die Konfiguration des Fahrzeugs gemeinsam mit einem Bugatti-Designer. Jeder Bugatti ist ein Unikat, gebaut nach den persönlichen Wünschen des Kunden. Die Individualisierung hat daher einen extrem hohen Stellenwert.
Die Basispalette umfasst 23 Decklackfarben und acht Sicht-Carbon-Varianten für das Exterieur. Im Interieur stehen 23 Lederfarben, 8 Alcantara-Färbungen, 31 Garnfarben, 18 Teppichfarben und 11 Gurtfarben zur Auswahl. Darüber hinaus sind Tausende weiterer Lackfarben möglich. Für Kunden mit außergewöhnlichen Wünschen kreiert Bugatti individuelle Farbtöne durch das Programm „La Maison Pur Sang“, das nahezu jeden Kundenwunsch erfüllen kann, solange die technische Machbarkeit und Bugattis hohe Qualitätsvorgaben eingehalten werden.
Erst nach der finalen Konfigurationsbestätigung beginnt der streng getaktete Prozess der Fertigung. Durchschnittlich benötigt ein Chiron etwa neun Monate von der Konfiguration bis zur Auslieferung. Bei stark individualisierten Fahrzeugen kann dieser Zeitraum länger sein.
Sechs Monate vor der geplanten Auslieferung werden die Teile für das Fahrzeug bestellt. Lieferanten in ganz Europa arbeiten unter Hochdruck, um die Teile termingerecht nach Molsheim zu liefern.
Einen Monat vor Produktionsstart im Atelier wird die Karosserie erstmals komplett mit Monocoque und Rahmenteilstruktur zusammengefügt, um Passung und Bündigkeit zu überprüfen. Jedes Teil erhält eine Bausatz-Nummer und geht dann in die Lackiererei. Drei Wochen dauert es dort, die einzelnen Lackschichten aufzubringen. Bei Sicht-Carbon sind es sechs Schichten, bei Decklack bis zu acht Schichten, je nach Art des Lacks. Dieser Prozess ist extrem zeitintensiv, da er vollständig in Handarbeit ausgeführt wird und jede einzelne Schicht geschliffen und poliert wird, bevor die nächste aufgetragen wird.
Die Montage im über 1.000 qm großen Atelier, das den Grundriss des Bugatti-Logos aufgreift und vom Architekten Gunter Henn gestaltet wurde, erfolgt in Boxen – ähnlich wie in einer Formel 1-Werkstatt. Es gibt zwölf Stationen. Fließbänder oder Roboter sucht man hier vergebens.
An der ersten Station wird der Antriebsstrang vorbereitet. Dieser kommt vormontiert aus dem Volkswagen-Motorenwerk in Salzgitter, wo Spezialisten den 1.500 PS starken Motor bauen und acht Stunden unter Hochlast auf dem Prüfstand testen. Das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe durchläuft eine ähnliche Prozedur.

An der zweiten Station wird der 628 Kilogramm schwere Antriebsstrang mit dem Chassis verbunden. Zwei Chassis-Aufbaubühnen gibt es im Atelier, an denen jeweils drei Mitarbeiter pro Station etwa eine Woche lang arbeiten. Jeder Mitarbeiter muss den Aufbau des gesamten Chassis beherrschen. Der Hinterwagen wird um den Antriebsstrang gebaut, während Monocoque und Vorderwagen verbunden und mit Kabelsträngen versehen werden. Auch die Rohre für die Kühlung werden verlegt; der Chiron hat drei Wasserpumpen und Rohre von der Größe eines Feuerwehrstrahlrohrs.
Ein wichtiges Hilfsmittel ist die EC-Schraubertechnik, die jede Verschraubung dokumentiert und das richtige Drehmoment sicherstellt. Von über 1.800 Schraubstellen sind 1.068 dokumentationspflichtig.
Ein Höhepunkt ist die „Hochzeit“ – das Zusammenfügen von Monocoque und Hinterwagen mit 14 leichten Titanschrauben (je 34 Gramm).
Anschließend erhält das Chassis Räder und wird zur Befüllungsanlage gerollt, wo alle Flüssigkeiten eingefüllt werden. Hier wird auch der 16-Zylinder-Motor erstmals im Fahrzeug gestartet – ein spannender Moment.
Danach geht es auf den Rollenprüfstand, in den Bugatti erheblich investiert hat. Die Anlage kann den 1.500 PS und 1.600 Nm des Chiron standhalten und sogar überschüssige Elektrizität ins örtliche Netz einspeisen. Hier werden Geschwindigkeiten bis 200 km/h und Beschleunigungen bei Volllast simuliert. Der Test dauert zwei bis drei Stunden und legt etwa 60 Kilometer zurück.
Nach bestandenen Tests am Rollenprüfstand erhält der Chiron seine Außenhülle aus Carbon. Die Teile werden im neuen Technikcenter vormontiert und qualitätsgeprüft, bevor sie am Fahrzeug angebracht werden. Dieser Schritt dauert drei bis vier Tage.
Es folgt der Wassertest, ein 30-minütiger Monsunregen, um die Dichtigkeit zu prüfen.
Erst dann wird das Interieur eingebaut, was etwa drei Tage dauert. Kunden können zwischen Vollleder oder einer Kombination aus Leder und Sicht-Carbon wählen.

Für die Test- und Abnahmefahrt wird der Chiron komplett mit einer Schutzfolie bezogen, was einen ganzen Tag dauert. Elektronische Funktionen werden geprüft und die Spur eingestellt. Die Testfahrt selbst erfolgt mit speziellen Testrädern und einem Test-Unterboden. Nach der Fahrt werden diese entfernt, das Fahrzeug gereinigt und die originalen Teile montiert. Eine abschließende 50 km Fahrt erteilt die finale dynamische Freigabe.
Im Finish-Bereich wird der Chiron gereinigt und poliert (zwei Tage). Im Lichttunnel erfolgt eine extrem strenge optische Prüfung, die sechs Stunden oder länger dauern kann. Entdeckte Makel führen zurück in die Lackkabine; die Behebung kann von drei Stunden bis zu drei Wochen dauern.
Die finale Management-Freigabe erfolgt erst, wenn alle Abteilungsleiter (Vertrieb, Qualitätssicherung, Kundendienst, Produktion) zufrieden sind. Erst dann wird die Fahrzeugübergabe mit dem Kunden vereinbart.
Kunden sind während der Produktion oft in Molsheim zu Gast und können den Fortschritt ihres Fahrzeugs verfolgen oder sogar einen Tag lang mitarbeiten.
Nach etwa zwei Monaten im Atelier verlässt der Chiron die Manufaktur. 20 Mitarbeiter haben ihn aus rund 1.800 Teilen in Handarbeit zusammengefügt. Unterstützt werden sie von Logistik- und Qualitätssicherungsmitarbeitern sowie den berühmten Bugatti Flying Doctors für den Kundendienst.
Spezifikationen des Bugatti Chiron Blue Royal Carbon (Beispiel)
Hier sind einige der wichtigsten Spezifikationen des spezifischen Bugatti Chiron Blue Royal Carbon, dessen Preis genannt wurde:
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
| Preis (Brutto) | €3.903.200,00 |
| Preis (Netto Export) | €3.280,000,00 |
| Farbe Exterieur | BLUE ROYAL CARBON |
| Polsterung Interieur | FRENCH RACING BLUE (Leder) |
| Kilometerstand | 1.800 km |
| Erstzulassung | 2018-05 |
| Motor | 7.993 cm³, Petrol |
| Leistung (PS) | 1.500 PS |
| Leistung (kW) | 1.103 kW |
| Getriebe | Automatik |
| Emissionsstandard | Euro 6 |
| CO₂ Effizienzklasse | G |
| Kraftstoffverbrauch (komb.) | 22.5 l/100 km* |
| Kraftstoffverbrauch (innerorts) | 35.2 l/100 km* |
| Kraftstoffverbrauch (außerorts) | 15.2 l/100 km* |
| CO₂ Emissionen (komb.) | 516 g/km* |
*Die angegebenen Kraftstoffverbrauchs- und CO₂-Emissionswerte wurden nach den vorgeschriebenen Messverfahren (VO (EG) 715/2007 und VO (EG) 692/2008 in der jeweils gültigen Fassung) ermittelt. Diese Angaben beziehen sich auf ein bestimmtes Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken.
Häufig gestellte Fragen zum Bugatti Chiron und Carbon
Hier beantworten wir einige häufige Fragen basierend auf den vorliegenden Informationen:
- Besteht der Bugatti Chiron aus Kohlefaser?
Ja, der Bugatti Chiron verwendet sehr umfangreich Kohlefaser, insbesondere für die Karosserie und das Monocoque. Dies ist ein zentraler Bestandteil seiner Konstruktion und Designphilosophie. - Wie viel kostet ein Bugatti Chiron aus Kohlefaser?
Der Preis variiert stark je nach Modell, Alter, Zustand, Konfiguration und Grad der Individualisierung. Als Beispiel wurde ein spezifischer Bugatti Chiron Blue Royal Carbon mit 1.800 km Laufleistung für rund 3,9 Millionen Euro (brutto) angeboten. Dies ist ein Hinweis auf die Preisklasse, aber nicht der allgemeine Preis für jeden Chiron. - Wo wird der Bugatti Chiron produziert?
Der Bugatti Chiron wird ausschließlich in Handarbeit im „Atelier“ am Unternehmensstammsitz in Molsheim, Frankreich, gefertigt. - Wie lange dauert die Herstellung eines Bugatti Chiron?
Von der Konfiguration bis zur Auslieferung dauert es durchschnittlich etwa neun Monate. Die reine Montage im Atelier nimmt circa zwei Monate in Anspruch. - Wie leistungsstark ist der Bugatti Chiron?
Der Bugatti Chiron hat eine Leistung von 1.500 PS (1.103 kW) aus einem 8,0-Liter-W16-Motor. - Wird der Bugatti Chiron automatisiert gefertigt?
Nein, die Produktion des Bugatti Chiron erfolgt vollständig in Handarbeit durch hochqualifizierte Mitarbeiter in Molsheim. Es gibt keine Fließbänder oder Roboter in der Montagehalle.
Der Bugatti Chiron ist somit mehr als nur ein Auto; er ist ein rollendes Kunstwerk, das die Grenzen des technisch Machbaren mit unvergleichlichem Luxus und individueller Exklusivität verbindet. Der umfassende Einsatz von Kohlefaser ist dabei nicht nur ein technisches Detail, sondern ein wesentlicher Bestandteil seiner Identität und seines beeindruckenden Preises.
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