05/12/2022
Dinosaurier faszinieren die Menschheit seit jeher. Diese gewaltigen Kreaturen bevölkerten die Erde über Millionen von Jahren, doch ihre Existenz wirft für viele Fragen auf, nicht zuletzt im Hinblick auf historische und religiöse Texte. Während die Bibel zahlreiche Tierarten erwähnt, konzentriert sich das 1. Buch Mose auf die Erschaffung aller Land-, Wasser- und Luftlebewesen in sehr allgemeinen Begriffen. Nur Tiere, die für die menschliche Geschichte oder Wirtschaft von direkter Bedeutung waren, wie Vieh oder die im Levitischen Gesetz gelisteten reinen und unreinen Tiere, finden spezielle Erwähnung. Das Fehlen der Dinosaurier bedeutet daher nicht unbedingt, dass sie nicht existierten, sondern vielmehr, dass ihre Geschichte nicht auf eine Weise mit der Menschheitsgeschichte verknüpft wurde, die für die biblische Erzählung als bedeutend oder notwendig erachtet wurde.

Die Existenz der Dinosaurier wird durch die reichen Funde von Fossilien zweifelsfrei belegt. Große Saurierlagerstätten zeugen von einer Vergangenheit, in der diese Tiere lebten. Die bemerkenswert gut erhaltenen, oft vollständigen Körper in diesen Lagerstätten legen nahe, dass sie schnell von Sedimenten umschlossen und versteinert wurden, bevor Verwesung einsetzen konnte. Eine solche schnelle Einbettung und Versteinerung könnte durch eine große katastrophale Überschwemmung, wie sie in der biblischen Sintflut beschrieben wird, erklärt werden. Ohne eine rasche Versteinerung wären die Überreste zerfallen und nicht als Fossilien erhalten geblieben.
Einige spekulative Beweise für eine mögliche Koexistenz von Menschen und Dinosauriern werden in Form von Piktogrammen in Afrika und Nordamerika sowie fossilen Fußabdrücken von Menschen und Dinosauriern in denselben geologischen Formationen diskutiert. Die Bibel beschreibt die Schöpfung als ursprünglich „sehr gut“. Erst nach dem Sündenfall traten Tod und Zerstörung in die Welt. Die Sintflut wird als ein Ereignis beschrieben, bei dem Gott fast alles Leben vernichtete, außer Noah, seiner Familie und jeweils zwei Tieren jeder Art, die auf der Arche gerettet wurden.
Warum und wie die Dinosaurier ausstarben, bleibt Gegenstand von Vermutungen. Es ist möglich, dass Gott bestimmte Landtiere, wie die Dinosaurier, nicht auf die Arche kommen ließ, mit der Absicht, dass sie damals aussterben sollten. Die biblische Formulierung „Zwei von jeder Art sollen zu dir kommen, um sie am Leben zu erhalten“ lässt jedoch auch die Interpretation zu, dass Dinosaurier an Bord waren. In diesem Fall wäre ihr Aussterben nach der Flut möglicherweise auf die drastisch veränderten klimatischen Bedingungen zurückzuführen, unter denen sie sich nicht ausreichend fortpflanzen konnten. Die verfügbaren Informationen reichen nicht aus, um hierüber definitive Aussagen treffen zu können.

Wie wir das Alter von Dinosaurierfossilien bestimmen
Die Datierung von Fossilien ist ein komplexer wissenschaftlicher Prozess, der mehrere Methoden kombiniert, um die Vergangenheit zu entschlüsseln. Entscheidend ist nicht nur der Fundort selbst, sondern auch die genaue Position des Fossils innerhalb der Gesteinsschichten. Geologische Experten können das Alter der Gesteinsschichten anhand ihrer Abfolge und Beschaffenheit bestimmen. Da ein Fossil in der Regel im Moment der Einbettung das gleiche Alter wie die umgebende Gesteinsschicht annimmt, lässt sich so eine erste zeitliche Einordnung vornehmen. Diese Methode wird auch von Fälschern genutzt, die nachgebaute Relikte in altes Originalgestein einbetten, um Authentizität vorzutäuschen.
Geologische Schichten und Leitfossilien
Ein weiteres wichtiges Werkzeug zur Altersbestimmung sind sogenannte Leitfossilien. Dies sind Überreste von Tieren oder Pflanzen, die über einen relativ kurzen geologischen Zeitraum weit verbreitet waren und sich eindeutig einem bestimmten Zeitalter zuordnen lassen. Findet man solche Leitfossilien in der Nähe eines interessanten Fundes, kann dies helfen, das Alter der umgebenden Gesteinsschicht und damit des Fundes selbst zeitlich einzuordnen. Ein bekanntes Beispiel für Leitfossilien sind Ammoniten, Kopffüßer mit Schneckengehäusen, die etwa 350 Millionen Jahre existierten und in der späten Kreidezeit ausstarben. Ihre Präsenz in einer Gesteinsschicht liefert wertvolle Hinweise auf deren Alter.
Radiometrische Datierung und Erdmagnetfeld
Für die Datierung sehr alter Funde kommen fortgeschrittenere wissenschaftliche Techniken zum Einsatz, darunter die radiometrische Altersbestimmung und die Analyse des Erdmagnetfeldes. Das Erdmagnetfeld hat sich im Laufe der Erdgeschichte immer wieder umgepolt. Die Ausrichtung eisenhaltiger Mineralien im Gestein, die sich beim Erstarren des Gesteins an der damaligen Ausrichtung des Magnetfeldes orientiert, kann daher Aufschluss über das Alter geben.
Die radiometrische Altersbestimmung basiert auf dem bekannten Zerfall von radioaktiven Isotopen. Alle Gesteinsformationen enthalten chemische Elemente in verschiedenen Isotopenformen. Einige dieser Isotope sind instabil und zerfallen mit einer genau definierten Rate in andere Elemente (Halbwertszeit). Durch die Messung des Verhältnisses von noch vorhandenen radioaktiven Isotopen zu ihren stabilen Zerfallsprodukten können Experten das Alter des Gesteins und somit des darin eingebetteten Fossils berechnen. Langsam zerfallende Isotope eignen sich zur Datierung sehr alter Funde, während schnell zerfallende Isotope für Funde verwendet werden, die jünger als etwa 100.000 Jahre sind. Diese Methoden liefern zusammen mit der Schichtanalyse und den Leitfossilien ein robustes System zur Bestimmung des Alters von Fossilien, auch von Dinosaurierfossilien, die Millionen von Jahren alt sind.

Dinosaurier-DNA und die Vision der Wiederbelebung
Die Idee, Dinosaurier aus ihrer DNA wiederzubeleben, wie in Science-Fiction-Filmen dargestellt, ist wissenschaftlich derzeit nicht realistisch. Das Erbgut von Dinosauriern ist nach so langer Zeit nicht mehr in einem Zustand erhalten, der eine solche Wiederbelebung ermöglichen würde. Wissenschaftler, die sich mit der Wiederbelebung ausgestorbener Arten beschäftigen, konzentrieren sich daher auf jüngere prähistorische Tiere, deren Erbgut besser erhalten ist, wie zum Beispiel das Mammut.
Harvard-Forscher George Church verfolgt das ambitionierte Ziel, aus der DNA eines mumifizierten Mammutkalbs einen Hybriden aus Mammut und Elefant zu züchten. Dieser Hybrid soll die charakteristischen Merkmale des Wollhaarmammuts aufweisen, wie zotteliges Haar und eine dicke Fettschicht zur Kälteisolation. Dazu sollen spezifische Erbgutabschnitte des Mammuts in das Erbgut eines asiatischen Elefanten eingeschleust werden. Der resultierende Embryo könnte entweder von einer Elefantenkuh ausgetragen oder in einer künstlichen Gebärmutter entwickelt werden.
Das Start-up Colossal, das von Church mitgegründet wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2027 einen solchen Mammut-Elefanten-Embryo zu schaffen. Die Vision dahinter ist nicht nur die Wiederbelebung einer Art, sondern auch eine potenzielle Rolle der Tiere im Klimaschutz. Man hofft, dass die Mammut-Hybriden durch das Wegkratzen von Schneeschichten mit ihren Füßen und Stoßzähnen bei der Nahrungssuche den Permafrostboden in der sibirischen Tundra vor dem Auftauen bewahren könnten. Dies wäre eine urzeitliche Strategie, um die Freisetzung großer Mengen von Treibhausgasen zu verhindern, die im Permafrost gespeichert sind.
Ob diese technischen Pläne tatsächlich umsetzbar sind, insbesondere innerhalb des anvisierten Zeitrahmens, wird in der wissenschaftlichen Gemeinschaft kontrovers diskutiert. Selbst wenn die Züchtung gelingt, wäre eine gigantische Anzahl von Tieren über viele Jahrzehnte nötig, um einen messbaren Einfluss auf das globale Klima zu haben. Dies würde Investitionen in Milliardenhöhe erfordern. Kritiker argumentieren, dass diese enormen Mittel effektiver eingesetzt werden könnten, um die zahlreichen Tierarten zu schützen, die heute vom Aussterben bedroht sind. Jede verlorene Art, ob groß und imposant wie ein Mammut oder ein Tyrannosaurus Rex oder klein und unscheinbar wie eine Schwebfliege, stellt einen unersetzlichen ökologischen Verlust dar.

Ein späte Überlebender: Der Fall von Iani Smithi
Paläontologische Funde bringen immer wieder neue Erkenntnisse und verschieben unser Verständnis der Erdgeschichte. Ein bemerkenswertes Beispiel ist die Entdeckung des Dinosauriers *Iani smithi* in den USA. Dieses 99 Millionen Jahre alte Fossil eines zweibeinigen Pflanzenfressers gehörte zu einer Untergruppe der Dinosaurier, von der man bisher annahm, dass sie in Nordamerika zu dieser Zeit bereits ausgestorben war. Der Fund beweist jedoch, dass diese Linie die turbulente mittlere Kreidezeit überdauerte, auch wenn *Iani smithi* möglicherweise der letzte Vertreter seiner Art war.
Die mittlere Kreidezeit war eine Periode dramatischer globaler Veränderungen, vergleichbar mit einigen heutigen Herausforderungen. Der Kohlendioxid-Gehalt in der Atmosphäre stieg rapide an, was zu einer starken Erwärmung führte. Die Erde war so warm, dass selbst an den Polen Regenwälder wachsen konnten. Der steigende Meeresspiegel veränderte die Küstenlandschaften und verdrängte dort lebende Dinosaurierpopulationen. Gleichzeitig verbreiteten sich Blütenpflanzen, was die gewohnten Nahrungsquellen einiger Pflanzenfresser veränderte. Diese Umbrüche führten zum Verschwinden einiger Dinosauriergruppen in Nordamerika, darunter die riesigen Langhalssaurier. Ihre ökologischen Nischen wurden von neuen Gruppen besetzt, wie kleineren Pflanzenfressern (frühe Entenschnabeldinosaurier) und großen Fleischfressern (Tyrannosaurier).
*Iani smithi* erlebte diese tiefgreifenden Veränderungen. Das Fossil, das ein gut erhaltenes Schädelstück sowie Teile der Wirbelsäule und Gliedmaßen umfasst, wurde in der Cedar Mountain Formation in Utah ausgegraben. Basierend auf den Funden schätzen die Forscher, dass der Dinosaurier etwa vier Meter lang war und einen kräftigen Kiefer besaß, um zähe Pflanzenfasern zu zerkauen. Der Name „Iani smithi“ leitet sich vom römischen Gott Ianus ab, dem Gott des Wandels mit zwei Gesichtern, was die Paläontologen als Anspielung auf die sich verändernde Welt der mittleren Kreidezeit wählten, in der dieser Dinosaurier lebte.
Häufig gestellte Fragen zu Dinosauriern
Frage: Was sagen Christen zu Dinosauriern?
Antwort: Die Bibel erwähnt Dinosaurier nicht explizit. Im 1. Buch Mose wird die Erschaffung aller Lebewesen allgemein beschrieben. Viele Christen interpretieren das Fehlen der Dinosaurier so, dass sie für die biblische Erzählung der Menschheitsgeschichte nicht relevant genug waren. Fossilien werden oft als Beweis für ihre Existenz gesehen, wobei Funde in großen Lagerstätten teils mit einer weltweiten Flutkatastrophe in Verbindung gebracht werden.

Frage: Hat man DNA von Dinosauriern?
Antwort: Bisher wurde keine intakte DNA von Dinosauriern gefunden, die für eine Wiederbelebung nutzbar wäre. Das genetische Material zerfällt über die Millionen von Jahren. Forschungen zur Wiederbelebung konzentrieren sich auf jüngere ausgestorbene Arten wie Mammuts, deren Erbgut besser erhalten ist. Experimente laufen, um Hybriden aus Mammut und Elefant zu schaffen, nicht um Dinosaurier wiederzubeleben.
Frage: Woher weiß man, wann die Dinosaurier gelebt haben?
Antwort: Das Alter von Dinosaurierfossilien wird durch verschiedene Methoden bestimmt. Dazu gehören die Analyse der geologischen Schicht, in der das Fossil gefunden wurde, die Identifizierung von Leitfossilien in der Umgebung, die Datierung anhand der Umpolung des Erdmagnetfeldes sowie vor allem die radiometrische Altersbestimmung von Gesteinen, die den Zerfall radioaktiver Isotope misst.
Frage: Welcher war der letzte überlebende Dinosaurier?
Antwort: Abgesehen von den Vögeln, die als direkte Nachfahren der Dinosaurier gelten, starben die großen Dinosaurier am Ende der Kreidezeit aus. Jüngste Funde wie der von Iani smithi zeigen jedoch, dass einige Linien länger existierten als bisher angenommen. *Iani smithi* lebte vor 99 Millionen Jahren in einer Zeit großer Umbrüche und könnte einer der letzten Vertreter seiner spezifischen Dinosaurier-Untergruppe in Nordamerika gewesen sein.
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