03/03/2013
Wenn Sie sich mit hochwertigen Druckprodukten beschäftigen, stoßen Sie schnell auf den Begriff Dispersionslack. Dieser Lack spielt eine wichtige Rolle bei der Veredelung von Druckerzeugnissen und verleiht ihnen nicht nur eine ansprechende Optik, sondern auch zusätzlichen Schutz. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff und welche Eigenschaften machen ihn so besonders? In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt des Dispersionslacks ein und beleuchten seine Anwendung, Vorteile und Unterschiede zu anderen Lackarten.

Dispersionslack wird im Offsetdruckverfahren eingesetzt, um Druckobjekte nach dem eigentlichen Farbdruck zu schützen und optisch zu veredeln. Er wird in einem speziellen Lackwerk der Druckmaschine aufgetragen und trocknet anschließend auf rein physikalische Weise. Diese Veredelungsmethode ist weit verbreitet, insbesondere bei Produkten, die stark beansprucht werden oder besonders attraktiv aussehen sollen.
- Was ist Dispersionslack und wie setzt er sich zusammen?
- Wie funktioniert die Auftragung und Trocknung?
- Welche optischen und schützenden Eigenschaften bietet Dispersionslack?
- Anwendungsmöglichkeiten und Einschränkungen
- Dispersionslack im Vergleich zu anderen Lackarten
- Häufig gestellte Fragen zu Dispersionslack
- Fazit
Was ist Dispersionslack und wie setzt er sich zusammen?
Dispersionslack ist ein Drucklack auf Wasserbasis. Seine Hauptbestandteile sind Wasser (oft bis zu 60%) und fein verteilte Feststoffe. Zu diesen Feststoffen gehören in erster Linie Polymerdispersionen, Harze und verschiedene Zusatzstoffe wie Entschäumer oder Netzmittel. Diese Zusammensetzung macht ihn im Vergleich zu lösungsmittelbasierten Lacken umweltfreundlicher.
Die Harzteilchen sind im Wasser aufgeschwemmt und bilden eine Dispersion. Dieser Begriff 'Dispersion' erklärt auch den Namen des Lacks – er beschreibt die feine Verteilung eines Stoffes in einem anderen, in dem er sich nicht löst.
Wie funktioniert die Auftragung und Trocknung?
Der Dispersionslack wird in der Regel in einer Bogenoffsetdruckmaschine nach den Farbwerken über ein separates Lackwerk auf das bedruckte Papier oder den Karton aufgetragen. Dies geschieht üblicherweise direkt im Anschluss an den Farbdruckprozess, in einem Durchgang.
Die Trocknung von Dispersionslack erfolgt rein physikalisch. Das im Lack enthaltene Wasser verdunstet oder schlägt in das Papier weg (wird vom Material aufgesogen). Während dieses Prozesses rücken die im Wasser suspendierten Harzteilchen näher zusammen und verbinden sich miteinander, wodurch ein fester, transparenter Lackfilm auf der Oberfläche des Druckerzeugnisses entsteht.

Dieser Trocknungsprozess ist im Vergleich zur oxidativen Trocknung von Drucklacken relativ schnell, insbesondere wenn er durch Wärmezufuhr beschleunigt wird. Dies ermöglicht eine zügige Weiterverarbeitung der bedruckten Bogen.
Welche optischen und schützenden Eigenschaften bietet Dispersionslack?
Eine der Hauptfunktionen von Dispersionslack ist die optische Veredelung. Je nach Art des verwendeten Dispersionslacks und des Bedruckstoffs können intensive Glanz- oder Mattwirkungen erzielt werden. Glänzender Dispersionslack verleiht dem Druckprodukt eine edle, spiegelnde Oberfläche, während matter Dispersionslack eine zurückhaltende, aber hochwertige Optik erzeugt. Auch Seidenmatt-Effekte sind möglich.
Neben der Optik bietet Dispersionslack auch wichtige schützende Eigenschaften:
- Erhöhte Scheuerfestigkeit: Der Lackfilm schützt die darunterliegende Farbe vor Abrieb und Kratzern, was besonders bei Druckerzeugnissen wichtig ist, die häufig in die Hand genommen oder gestapelt werden (z.B. Flyer, Broschüren).
- Verbesserte Gleitfähigkeit: Die lackierte Oberfläche wird glatter, was die Weiterverarbeitung, wie z.B. das Zusammentragen von Druckbogen, erleichtern kann.
- Schutz vor Vergilbung: Insbesondere bei farbfreien (weißen) Flächen kann Dispersionslack dazu beitragen, dass diese nicht so schnell vergilben.
- Reduzierte Trocknungszeiten bei hohem Farbauftrag: Bei Flächen mit sehr viel Farbe (hoher Farbdichte) kann der Lack helfen, die Trocknungszeiten der Druckfarben zu verkürzen, da er eine schützende Schicht bildet und das Wegschlagen von Feuchtigkeit unterstützt.
- Leicht wasserabweisende Oberfläche: Der Lackfilm bietet einen gewissen Schutz vor Feuchtigkeit, auch wenn er keine vollständige Wasserfestigkeit garantiert.
Anwendungsmöglichkeiten und Einschränkungen
Dispersionslacke eignen sich hervorragend für eine Vielzahl von Druckprodukten, insbesondere solche, die auf gestrichenen Papieren oder Kartons (wie Bilderdruckpapier) gedruckt werden. Typische Anwendungsbeispiele sind:
- Flyer und Folder
- Imagebroschüren
- Visitenkarten
- Angebotsmappen und Schreibmappen
- Individuelle Verpackungen
Die Lackierung kann auf zwei Arten erfolgen:
- Vollflächig: Der Lack wird über die gesamte bedruckte Fläche aufgetragen. Dies bietet maximalen Schutz und einen einheitlichen optischen Effekt.
- Partiell (Spotlackierung): Der Lack wird nur auf bestimmten, ausgewählten Bereichen des Druckerzeugnisses aufgetragen. Dies kann verwendet werden, um Elemente wie Logos, Überschriften oder Bilder hervorzuheben und interessante Kontraste zwischen lackierten und unlackierten Flächen zu schaffen (z.B. glänzende Elemente auf matter Fläche).
Trotz seiner vielen Vorteile hat Dispersionslack auch Einschränkungen, die bei der Planung eines Druckprodukts berücksichtigt werden müssen:
- Schlechtere Beschreibbarkeit und Bestempelbarkeit: Die glatte Lackoberfläche erschwert das nachträgliche Beschreiben mit Kugelschreiber, Fineliner oder Bleistift sowie das Bestempeln. Für Produkte wie Briefbögen oder Stempelkarten, die oft nachträglich bearbeitet werden, ist eine vollflächige Dispersionslackierung daher weniger geeignet.
- Verminderte Klebewirkung: Klebstoffe haften auf der lackierten Oberfläche schlechter. Wenn ein Druckerzeugnis geklebt werden muss (z.B. Mappen), muss der Lack an den Klebestellen partiell ausgespart werden.
- Schwierigkeiten beim nachträglichen Bedrucken: Das nachträgliche Bedrucken einer lackierten Fläche mit einem Laser- oder Tintenstrahldrucker kann problematisch sein, da die Tinte oder der Toner auf dem Lackfilm langsamer trocknet und leichter verwischt.
Diese Nachteile können durch eine partielle Lackierung umgangen werden, indem die Bereiche, die beschrieben, bestempelt, geklebt oder nachträglich bedruckt werden sollen, vom Lack ausgespart werden.
Dispersionslack im Vergleich zu anderen Lackarten
Neben Dispersionslack gibt es weitere Lackarten, die im Druck eingesetzt werden. Die wichtigsten sind Drucklack und UV-Lack. Es ist hilfreich, die Unterschiede zu kennen, um die passende Veredelung für ein Druckprodukt zu wählen.
Dispersionslack vs. Drucklack
Herkömmlicher Drucklack wird im Gegensatz zu Dispersionslack auf Basis oxidativ trocknender Öle hergestellt. Er lässt sich wie eine Druckfarbe verarbeiten und trocknet durch die Aufnahme von Sauerstoff (Oxidation) und das Wegschlagen von Lösemitteln in das Papier. Dieser Prozess dauert in der Regel länger als die physikalische Trocknung von Dispersionslack.

Im Druckprozess erfordert die Verwendung von Drucklack oft das Pudern der Druckbogen, um ein Zusammenkleben zu verhindern. Dispersionslacke benötigen dies in der Regel nicht.
Beide Lackarten erhöhen die Scheuerfestigkeit und können Glanzeffekte erzielen, wobei Dispersionslack oft eine etwas höhere Glanzausprägung ermöglicht als Standard-Drucklacke.
Dispersionslack vs. UV-Lack
Der Unterschied zwischen Dispersionslack und UV-Lack liegt primär im Trocknungsprozess und den erzielbaren Effekten. Während Dispersionslack physikalisch durch Verdunsten trocknet, wird UV-Lack durch intensive UV-Strahlung ausgehärtet. Dies geschieht sehr schnell.
UV-Lacke ermöglichen in der Regel einen deutlich höheren Glanzgrad als Dispersionslacke (Hochglanz). Zudem können mit UV-Lacken spezielle Effekte erzielt werden, die mit Dispersionslack kaum möglich sind, wie z.B. Struktur-, Relief- oder Spotlackierungen mit einem ausgeprägten dreidimensionalen Effekt. Diese sind optisch und haptisch sehr eindrucksvoll.
Allerdings ist eine UV-Lackierung in der Regel auch deutlich teurer als eine Dispersionslackierung, da spezielle UV-Trocknungsanlagen in der Druckmaschine benötigt werden und die Lacke selbst kostspieliger sind.

Hier ist eine vergleichende Übersicht:
| Eigenschaft | Dispersionslack | Drucklack | UV-Lack |
|---|---|---|---|
| Basis | Wasser | Oxidativ trocknende Öle | Festkörper (reaktiv) |
| Trocknung | Physikalisch (Verdunstung/Wegschlagen) | Oxidativ (Sauerstoffaufnahme) + Lösemittel-Wegschlagen | Chemisch (UV-Härtung) |
| Trocknungsgeschwindigkeit | Schnell (besonders mit Wärme) | Langsamer | Sehr schnell |
| Umweltfreundlichkeit | Gut (wasserbasiert) | Enthält Lösemittel | Gut (lösungsmittelfrei) |
| Glanzgrad | Matt bis Glänzend (mittlerer Glanz) | Matt bis Glänzend | Hochglänzend (oft) |
| Spezialeffekte (Relief, Struktur) | Kaum möglich | Kaum möglich | Gut möglich (3D-Effekt) |
| Kosten | Günstiger | Günstiger | Teurer |
| Beschreibbarkeit/Klebbarkeit | Schlecht (vollflächig) | Variabel, oft besser als Dispersionslack | Schlecht (vollflächig) |
| Pudern notwendig? | Nein | Oft Ja | Nein |
Häufig gestellte Fragen zu Dispersionslack
Hier beantworten wir einige oft gestellte Fragen zum Thema Dispersionslack:
Ist es möglich, auf Dispersionslack zu schreiben?
Im Allgemeinen ist es schwierig, auf vollflächig mit Dispersionslack lackierten Oberflächen mit herkömmlichen Schreibgeräten wie Kugelschreibern oder Finelinern zu schreiben. Die Tinte haftet schlecht auf der glatten Oberfläche und kann leicht verschmieren. Wenn das Produkt beschreibbar sein soll, sollte der Lack an den gewünschten Stellen partiell ausgespart werden.
Ist Dispersionslack matt oder glänzend?
Dispersionslack ist sowohl als matte als auch als glänzende Variante verfügbar. Die Wahl hängt vom gewünschten Erscheinungsbild des Endprodukts ab. Glänzender Dispersionslack sorgt für intensive Reflexionen, während matter Dispersionslack ein unaufdringliches, elegantes Finish bietet. Auch seidenmatte Varianten sind erhältlich.
Was ist Dispersionslack und woraus setzt er sich zusammen?
Dispersionslack ist ein Drucklack auf Wasserbasis, der nach dem eigentlichen Farbdruck auf Druckerzeugnisse aufgetragen wird. Er besteht hauptsächlich aus Wasser, Polymerdispersionen, Harzen und verschiedenen Zusatzstoffen. Er dient dem Schutz der Farbe und der Oberfläche sowie der optischen Veredelung durch Matt- oder Glanzeffekte.
Warum wird Dispersionslack verwendet?
Dispersionslack wird verwendet, um Druckerzeugnisse haltbarer zu machen, indem er die Scheuerfestigkeit und den Schutz vor Abrieb erhöht. Er schützt die Farbe vor Vergilbung und Feuchtigkeit. Zudem verbessert er die Optik durch Matt- oder Glanzeffekte und kann die Weiterverarbeitung beschleunigen, indem er schnell trocknet und das Pudern überflüssig macht.
Fazit
Dispersionslack ist eine etablierte und vielseitige Methode zur Veredelung von Druckerzeugnissen. Er bietet einen guten Kompromiss aus Schutz, optischer Aufwertung und Wirtschaftlichkeit. Seine Wasserbasis macht ihn zu einer umweltfreundlichen Option im Vergleich zu lösungsmittelbasierten Lacken. Während er bei Produkten, die nachträglich beschrieben, bestempelt oder geklebt werden müssen, nur partiell eingesetzt werden sollte, ist er für eine breite Palette von Druckprodukten wie Flyer, Broschüren und Visitenkarten eine ausgezeichnete Wahl, um deren Lebensdauer zu verlängern und ihr Erscheinungsbild zu verbessern. Durch die Wahl zwischen matter und glänzender Variante sowie der Möglichkeit der partiellen Lackierung bietet Dispersionslack flexible Gestaltungsmöglichkeiten für hochwertige Druckprodukte.
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