Was sollte man bei einem Bewerbungsgespräch tragen?

Mitschreiben im Vorstellungsgespräch?

10/07/2012

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Die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch ist ein Grund zur Freude. Sie zeigt, dass Ihr Profil das Interesse des potenziellen Arbeitgebers geweckt hat. Doch während die Bewerbungsunterlagen Ihre fachliche Eignung hervorheben, dient das Gespräch dazu, Sie als Persönlichkeit kennenzulernen. Es ist die entscheidende Phase, in der Sie nicht nur Ihre Kompetenzen, sondern auch Ihre Motivation, Ihr Engagement und Ihre Umgangsformen unter Beweis stellen können. Einfach unvorbereitet zu erscheinen und abzuwarten, ist keine empfehlenswerte Strategie. Ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch erfordert gezielte Vorbereitung und das Wissen um die wichtigsten „Do’s and Don’ts“.

Soll man bei einem Vorstellungsgespräch mitschreiben?
Mitschreiben beweist Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit. Beides sind Eigenschaften, die ein Arbeitgeber an einem zukünftigen Mitarbeiter zu schätzen wissen wird. Schreiben Sie jedoch nicht zu viel mit, sondern konzentrieren Sie sich auf das Gespräch.
Übersicht

Die wichtigsten „Do’s“ im Vorstellungsgespräch

Um im Vorstellungsgespräch einen positiven und bleibenden Eindruck zu hinterlassen, gibt es einige bewährte Verhaltensweisen und Vorbereitungen, die Ihnen zum Erfolg verhelfen können. Es geht darum, Kompetenz, Interesse und eine passende Persönlichkeit zu präsentieren.

Gute Vorbereitung zahlt sich aus

Eine gründliche Vorbereitung ist das A und O. Informieren Sie sich umfassend über das Unternehmen: die Geschichte, die Produkte oder Dienstleistungen, die Unternehmenskultur, aktuelle Projekte und die Marktposition. Besuchen Sie die Website, lesen Sie aktuelle Pressemitteilungen und suchen Sie nach dem Unternehmen in den Nachrichten. Dies zeigt nicht nur Ihr ernsthaftes Interesse, sondern ermöglicht es Ihnen auch, fundierte Fragen zu stellen und Ihre Antworten besser auf die Bedürfnisse des Unternehmens abzustimmen. Überlegen Sie, wie Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen genau zu der ausgeschriebenen Stelle und den Werten des Unternehmens passen. Bereiten Sie sich darauf vor, Ihre Motivation klar und überzeugend darzulegen.

Pünktlichkeit: Mehr als nur eine Höflichkeit

Pünktlichkeit demonstriert Zuverlässigkeit und Respekt gegenüber der Zeit Ihres Gesprächspartners. Planen Sie Ihre Anreise sorgfältig und berücksichtigen Sie mögliche Verzögerungen (Verkehr, Parkplatzsuche, Finden des richtigen Büros). Es ist ratsam, etwa 15-20 Minuten vor dem vereinbarten Termin am Zielort einzutreffen. Melden Sie sich jedoch erst ca. 5-10 Minuten vor Gesprächsbeginn am Empfang. So geben Sie Ihrem Gesprächspartner Zeit, letzte Vorbereitungen zu treffen, und vermeiden unnötigen Druck.

Das passende Outfit wählen

Ihr äußeres Erscheinungsbild ist der erste Eindruck, den Sie vermitteln. Die Wahl der Kleidung sollte zur Branche, zum Unternehmen und zur Position passen. Im Zweifelsfall gilt oft: Lieber etwas formeller als zu leger. Für konservative Branchen wie Finanzen oder Jura sind ein dunkler Anzug für Männer und ein Kostüm oder Hosenanzug in gedeckten Farben für Frauen meist die richtige Wahl. In kreativeren Bereichen oder Start-ups kann der Dresscode lockerer sein, aber auch hier sollten Sie gepflegt und bewusst gekleidet erscheinen. Eine saubere Jeans ohne Löcher kann in manchen Fällen akzeptabel sein, aber Used-Look oder auffällige Muster sind meist unangebracht. Recherchieren Sie den branchenüblichen Dresscode oder schauen Sie sich auf der Unternehmenswebsite Fotos von Mitarbeitern an, um eine Vorstellung zu bekommen. Achten Sie auf Details wie saubere Schuhe und gepflegte Haare.

Gute Umgangsformen zeigen

Respekt, Höflichkeit und ein seriöses Auftreten sind essenziell. Begrüßen Sie Ihre Gesprächspartner freundlich und mit einem festen Händedruck (sofern es die Situation erlaubt und kulturell angemessen ist). Achten Sie auf eine aufrechte Sitzhaltung und Blickkontakt. Hören Sie aufmerksam zu und lassen Sie Ihr Gegenüber ausreden. Bedanken Sie sich am Ende des Gesprächs für die Zeit und das Gespräch.

Notizen machen: Ein Zeichen von Interesse und Sorgfalt

Das Mitschreiben während eines Vorstellungsgesprächs ist ein klares „Ja“ und ein starkes Signal an Ihren Gesprächspartner. Es zeigt, dass Sie aufmerksam zuhören, die besprochenen Informationen ernst nehmen und sorgfältig arbeiten. Ein kleines Notizbuch und ein Stift auf dem Tisch signalisieren bereits vor Beginn des Gesprächs Ihre Bereitschaft, wichtige Punkte festzuhalten. Was sollten Sie notieren? Konzentrieren Sie sich auf Schlüsselinformationen: Namen und Positionen Ihrer Gesprächspartner, wichtige Details zur Stelle oder zum Unternehmen, Aufgabenbereiche, die besonders hervorgehoben werden, oder Fragen, die sich während des Gesprächs ergeben und die Sie am Ende stellen möchten. Es ist wichtig, das richtige Maß zu finden: Schreiben Sie nicht pausenlos mit, da dies den Eindruck erwecken könnte, dass Sie nicht richtig zuhören oder den Blickkontakt meiden. Nutzen Sie Notizen gezielt für wichtige Fakten oder Fragen, die Sie später noch einmal aufgreifen möchten. Dies kann Ihnen auch helfen, nach dem Gespräch eine detaillierte Zusammenfassung oder eine Dankes-E-Mail zu verfassen.

Notizen machen: Dos & Don'ts

Do's (Was Sie tun sollten)Don'ts (Was Sie vermeiden sollten)
Ein kleines, professionelles Notizbuch und einen guten Stift bereithalten.Ein loses Blatt Papier oder unordentliche Zettel verwenden.
Namen und Positionen der Gesprächspartner notieren.Jedes Wort mitschreiben; das lenkt vom Zuhören ab.
Wichtige Fakten zur Stelle oder zum Unternehmen festhalten.Ständig nach unten schauen und den Blickkontakt meiden.
Fragen notieren, die sich während des Gesprächs ergeben.Das Handy oder Tablet zum Mitschreiben verwenden (wirkt unprofessionell).
Notizen nutzen, um am Ende gezielte Fragen zu stellen.Mehr mit dem Schreiben beschäftigt sein als mit dem Gespräch.

Geschickte Fragen stellen

Ihre Fragen am Ende des Gesprächs sind eine weitere Gelegenheit, Ihr Interesse und Ihre Vorbereitung zu zeigen. Vermeiden Sie Fragen, deren Antworten Sie leicht auf der Unternehmenswebsite finden könnten. Stellen Sie stattdessen Fragen, die zeigen, dass Sie über die Stelle und das Unternehmen nachgedacht haben. Beispiele: Fragen zur Teamstruktur, zu den größten Herausforderungen in der Position, zu Entwicklungsmöglichkeiten, zur Einarbeitungsphase oder zur Unternehmenskultur. Bereiten Sie zu Hause 3-5 Fragen vor, auch wenn sich einige im Laufe des Gesprächs vielleicht schon klären. Haben Sie immer ein oder zwei Backup-Fragen parat.

Die wichtigsten „Don’ts“ im Vorstellungsgespräch

Neben den positiven Verhaltensweisen gibt es auch Dinge, die im Vorstellungsgespräch unbedingt vermieden werden sollten, da sie einen negativen Eindruck hinterlassen können.

Lügen oder Verheimlichen

Seien Sie ehrlich. Falsche Angaben im Lebenslauf oder das Verschweigen wichtiger Sachverhalte können schwerwiegende Konsequenzen haben, bis hin zur fristlosen Kündigung, auch wenn sie erst nach der Einstellung auffliegen. Bleiben Sie authentisch und bei der Wahrheit, auch wenn es unangenehme Themen gibt. Erklären Sie schwierige Situationen sachlich und konzentrieren Sie sich darauf, was Sie daraus gelernt haben.

Soll man beim Bewerbungsgespräch mitschreiben?
Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen: Wenn Sie sich im Vorstellungsgespräch Notizen machen, hinterlassen Sie damit keinen schlechten Eindruck. Ganz im Gegenteil. Personaler*innen sehen so, dass Sie großes Interesse an der Stelle haben und sich auch nach dem Gespräch Gedanken machen möchten.

Hoch- oder Tiefstapeln

Ein gesundes Selbstbewusstsein ist wichtig. Präsentieren Sie Ihre Stärken klar und überzeugend, aber vermeiden Sie Arroganz oder Überheblichkeit. Genauso sollten Sie Ihre Schwächen nicht überbewerten oder sich unnötig klein machen. Seien Sie realistisch in der Einschätzung Ihrer Fähigkeiten und Erfahrungen. Wenn nach Schwächen gefragt wird, nennen Sie eine ehrliche, aber bewältigbare Schwäche, an der Sie aktiv arbeiten, und erklären Sie, wie Sie diese angehen.

Desinteresse zeigen

Ein mangelndes Interesse ist sofort spürbar. Vermeiden Sie es, während des Gesprächs durch das Büro zu schweifen, auf die Uhr zu schauen, mit den Haaren oder Fingernägeln zu spielen oder eine gelangweilte Körperhaltung einzunehmen. All dies signalisiert, dass Ihre Gedanken woanders sind. Zeigen Sie durch aktive Teilnahme am Gespräch, aufmerksames Zuhören und eine engagierte Körpersprache, dass Sie wirklich an der Stelle interessiert sind.

Kritik an früheren Arbeitgebern

Dies ist ein absolutes „No-Go“. Negative Äußerungen über frühere Chefs, Kollegen oder Unternehmen lassen Sie unprofessionell erscheinen und wecken Zweifel an Ihrer Loyalität und Teamfähigkeit. Selbst wenn es in der Vergangenheit Schwierigkeiten gab, formulieren Sie Ihre Erfahrungen neutral und sachlich. Konzentrieren Sie sich auf die positiven Aspekte, die Sie aus der vorherigen Tätigkeit mitnehmen, oder erklären Sie den Wechselwunsch auf eine professionelle Art und Weise (z.B. Wunsch nach neuen Herausforderungen, Weiterentwicklung).

Negative Körpersprache

Ihre Körpersprache spricht Bände. Vermeiden Sie verschränkte Arme (können Abwehr signalisieren), nervöses Zappeln oder eine verkrampfte Sitzhaltung. Nehmen Sie eine offene, aufrechte Position ein. Suchen Sie Blickkontakt zu Ihren Gesprächspartnern. Nicken Sie zustimmend, um zu zeigen, dass Sie zuhören und verstehen. Eine positive und offene Körpersprache unterstreicht Ihre Worte und lässt Sie souveräner wirken.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Brauche ich ein Notizbuch oder reicht das Handy?

Für ein Vorstellungsgespräch ist ein Notizbuch definitiv die professionellere Wahl. Die Verwendung eines Handys zum Mitschreiben kann den Eindruck erwecken, als würden Sie abgelenkt sein oder private Nachrichten checken. Ein Notizbuch wirkt vorbereitet und fokussiert.

Was soll ich genau aufschreiben?

Konzentrieren Sie sich auf wichtige Fakten, die Sie sich merken möchten oder die Sie später noch einmal nachlesen müssen. Dazu gehören Namen und Positionen der Gesprächspartner, spezifische Anforderungen an die Stelle, Details zur Unternehmenskultur, wichtige Termine (z.B. für die nächste Gesprächsrunde) oder Fragen, die Sie am Ende stellen möchten.

Wie oft darf ich mitschreiben?

Schreiben Sie nicht ununterbrochen. Das Mitschreiben sollte kurz und gezielt erfolgen, wenn eine wichtige Information genannt wird. Der Fokus sollte immer auf dem Gespräch und dem aufmerksamen Zuhören liegen. Ein gelegentlicher Blick ins Notizbuch ist völlig in Ordnung.

Zeigt Mitschreiben wirklich Interesse?

Ja, absolut. Es signalisiert Ihrem Gegenüber, dass Sie das Gesagte wertschätzen, aufmerksam sind und die Informationen sorgfältig behandeln. Es kann als Zeichen von Gründlichkeit und Engagement gewertet werden.

Welche anderen Dinge sind im Gespräch wichtig?

Neben Notizen sind eine gute Vorbereitung (über das Unternehmen und die Stelle), Pünktlichkeit, ein angemessenes Outfit, gute Umgangsformen, das Stellen kluger Fragen und eine positive, authentische Körpersprache entscheidend für einen erfolgreichen Eindruck.

Fazit

Ein Vorstellungsgespräch ist Ihre Chance, über fachliche Qualifikationen hinaus zu überzeugen. Eine umfassende Vorbereitung, gepaart mit authentischem Auftreten und der richtigen Kommunikation (sowohl verbal als auch nonverbal), ist der Schlüssel. Das gezielte Mitschreiben wichtiger Punkte kann dabei ein wertvolles Werkzeug sein, das Ihr Interesse und Ihre Sorgfalt unterstreicht. Vermeiden Sie die klassischen „Don’ts“ wie Unwahrheiten oder Kritik an früheren Arbeitgebern, um einen professionellen Eindruck zu hinterlassen. Mit diesen Tipps sind Sie bestens gerüstet, um in Ihrem nächsten Gespräch zu glänzen und dem Traumjob einen Schritt näherzukommen. Viel Erfolg!

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