Welche 5 Ordnungssysteme gibt es?

Büro-Organisation: 5 effektive Systeme

22/12/2021

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Unübersichtliche Papierhaufen, eine nicht endende Zettelflut, verstreute Notizen und unzählige Dinge, die zwar wichtig sind, aber dennoch ungeordnet herumliegen? Gerade im Büro erlebt man dieses Bild häufig. Seit einiger Zeit vermehrt auch im Homeoffice. Ausreden wie „keine Zeit” oder „kreatives Chaos” ziehen irgendwann nicht mehr. Spätestens, wenn benötigte Unterlagen für einen wichtigen Termin verschollen sind oder ein Kollege Sie nach bestimmten Materialien fragt und Sie sich rausreden, muss ein solides und durchdachtes Ordnungssystem für das Büro her! Wir zeigen Ihnen 5 Wege, um ein solches Ordnungssystem im Büro und auch im Homeoffice schnell und auch langfristig praktikabel zu etablieren.

Welche 5 Ordnungssysteme gibt es?
ORDNUNGSSYSTEME FÜR BÜRO UND HOMEOFFICE – 5 TIPPS GEGEN CHAOS1Transparenz sorgt für Ordnung im Büro. ...2Ordnung am Schreibtisch schaffen. ...3Kleinteile und Materialien sortieren, Schubladen aufräumen. ...4Übersichtliches Ablagesystem mit Regalkästen aus Kunststoff. ...5Unterlagen und Ordner im Regal aufbewahren.
Übersicht

Die Notwendigkeit von Ordnung im Büro

Ein unorganisiertes Arbeitsumfeld kostet Zeit, Nerven und letztlich auch Geld. Die Suche nach Dokumenten, das Vergessen von Aufgaben, die in einem Notizzettel-Chaos untergehen, oder einfach das Gefühl der Überforderung durch Unordnung – all das mindert die Produktivität und das Wohlbefinden. Ein gut funktionierendes Ordnungssystem ist daher keine reine Ästhetikfrage, sondern eine grundlegende Voraussetzung für effizientes Arbeiten, sowohl allein im Homeoffice als auch im Team im Grossraumbüro.

Doch wie fängt man an? Welche Systeme eignen sich am besten? Es gibt nicht DAS eine perfekte System für jeden, aber es gibt bewährte Prinzipien und Methoden, die Ihnen helfen, Ihren Arbeitsplatz so zu gestalten, dass Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können: Ihre Arbeit.

Weg 1: Transparenz und klare Regeln schaffen

Als Chefin oder Chef kann man mit der Festlegung gemeinsamer Regeln für Ordnungssysteme im Büro und daraus erstellter Checklisten für alle sichtbar definieren, wie ein aufgeräumter Arbeitsplatz am besten aussehen sollte. Es muss offen erklärt und gezeigt werden, wie wichtig Ordnung im Büro und ein einheitliches Büro Ordnungssystem ist. Dies fördert nicht nur die Effizienz im Team, sondern schafft auch eine angenehmere Arbeitsatmosphäre. Wenn jeder weiss, wo was hingehört, entfallen lange Suchzeiten und Nachfragen. Eine gemeinsame Basis für die Transparenz der Ablage erleichtert die Zusammenarbeit erheblich.

Auch als sein „eigener Chef“ im Homeoffice muss man sich einmal aufraffen das Chaos in ein Ordnungssystem umzuwandeln, das zu Ihnen passt und mit dem Sie gut zurechtkommen. Fragen Sie sich: Was will ich von meinem Büro? Erfüllt es meine Bedürfnisse? Brauche ich einen Ort, an dem ich klar denken kann? Brauche ich freie Flächen? Bekomme ich täglich Lieferungen, die ich abarbeiten muss? Nur so können Sie ihren Raum zuhause effizient nutzen und haben alles parat, was Ihnen das Büroleben erleichtert. Definieren Sie für sich selbst, welche Bereiche für welche Art von Dokumenten oder Materialien vorgesehen sind. Nutzen Sie Beschriftungen für Ordner und Schubladen, damit Sie immer wissen, was sich darin befindet.

Weg 2: Priorisierung und Sofortbearbeitung etablieren

Einer der Hauptgründe für Unordnung ist das Aufschieben von Entscheidungen. Ein Dokument kommt rein, man weiss nicht sofort, was damit zu tun ist, und legt es auf den Stapel „später“. Dieser Stapel wächst und wächst. Ein effektives Ordnungssystem beginnt damit, dass Sie eingehende Post, E-Mails oder Aufgaben sofort bearbeiten oder zumindest einer klaren Kategorie zuordnen. Das Prinzip lautet: Anfassen und entscheiden. Gibt es eine sofortige Aktion, die weniger als zwei Minuten dauert? Erledigen Sie sie sofort. Dauert es länger? Dann weisen Sie der Aufgabe einen festen Platz in Ihrem System zu – sei es in einem physischen Eingangskorb für zu bearbeitende Dinge, in einer digitalen To-Do-Liste oder einem speziellen Ordner.

Die Priorisierung hilft Ihnen dabei, den Überblick zu behalten. Nicht jede Aufgabe oder jedes Dokument hat dieselbe Dringlichkeit oder Wichtigkeit. Nutzen Sie Methoden wie die Eisenhower-Matrix (Wichtig/Dringend) oder einfach ein einfaches A/B/C-System, um Ihre Aufgaben und die damit verbundenen Unterlagen zu sortieren. Legen Sie fest, welche Aufgaben heute erledigt werden müssen (A), welche in den nächsten Tagen (B) und welche später oder delegiert werden können (C). Ordnen Sie Ihre physischen und digitalen Dokumente entsprechend diesen Prioritäten, zum Beispiel in farblich unterschiedlichen Eingangskörben oder digitalen Ordnern.

Weg 3: Systematische Ablage – Physisch und Digital

Das Herzstück eines jeden Ordnungssystems ist die systematische Ablage. Ob es sich um physische Aktenordner oder digitale Verzeichnisse handelt, eine logische Struktur ist entscheidend. Es gibt verschiedene bewährte Methoden, wie Sie Ihre Dokumente ablegen können. Die Wahl der Methode hängt von der Art der Dokumente und Ihren persönlichen Vorlieben ab. Wichtig ist nur, dass Sie sich für eine Methode entscheiden und diese konsequent anwenden.

Hier sind einige gängige Ablagemethoden:

  • Alphabetische Ablage: Dokumente werden nach Namen oder Betreff alphabetisch sortiert. Ideal für Kundenakten, Lieferantenrechnungen oder Personalunterlagen.
  • Chronologische Ablage: Dokumente werden nach Datum sortiert (aufsteigend oder absteigend). Nützlich für Belege, Projektverläufe oder Korrespondenz, bei der der Zeitverlauf wichtig ist.
  • Numerische Ablage: Dokumente erhalten eine fortlaufende Nummer. Oft in Kombination mit einer Indexliste verwendet. Geeignet für grosse Archive oder spezielle Projekte.
  • Sachliche Ablage: Dokumente werden nach Themen oder Kategorien sortiert (z.B. „Marketing“, „Vertrieb“, „Finanzen“, „Personal“). Dies ist oft die intuitivste Methode für allgemeine Büroorganisation.
  • Geografische Ablage: Sortierung nach Orten oder Regionen. Relevant, wenn die räumliche Zuordnung wichtig ist.

Oft ist eine Kombination dieser Methoden sinnvoll. Zum Beispiel eine sachliche Ablage (Ordner „Vertrieb“), innerhalb derer Dokumente chronologisch sortiert sind. Wichtig ist, dass die Struktur für Sie und ggf. Ihre Kollegen leicht verständlich ist.

Für die digitale Ablage gelten ähnliche Prinzipien. Erstellen Sie eine klare Ordnerstruktur auf Ihrem Computer oder in Ihrer Cloud. Benennen Sie Dateien einheitlich (z.B. „Datum_Dokumentenname_Version“) und nutzen Sie Schlagwörter oder Tags, um das Wiederfinden zu erleichtern. Vermeiden Sie es, Dateien einfach auf dem Desktop oder im Download-Ordner liegen zu lassen.

Hier eine kleine Übersicht über verschiedene Ablagemethoden:

MethodeBeschreibungVorteileNachteileGeeignet für
AlphabetischSortierung nach Namen oder Schlagworten (A-Z)Intuitiv, leicht zu verstehenKann bei vielen ähnlichen Namen unübersichtlich werdenKunden, Lieferanten, Personal
ChronologischSortierung nach DatumGuter Überblick über Zeitverlauf, einfach bei BelegenSchwierig, wenn man das genaue Datum nicht kenntBelege, Projektprotokolle, Korrespondenz
NumerischSortierung nach fortlaufender NummerSehr systematisch, platzsparend bei grossen Archiven (mit Index)Index erforderlich, nicht intuitiv ohne NummerGrosse Archive, spezielle Akten mit eindeutiger ID
SachlichSortierung nach Themen/KategorienSehr flexibel, spiegelt oft Arbeitsbereiche widerKann bei vielen Unterkategorien komplex werden, eindeutige Zuordnung nötigProjekte, Abteilungen, allgemeine Themen (Marketing, Finanzen)

Die Wahl der richtigen Ablage-Methode ist entscheidend für die langfristige Funktionalität Ihres Systems.

Weg 4: Regelmässige Pflege und Ausmisten einplanen

Das beste Ordnungssystem ist nutzlos, wenn es nicht gepflegt wird. Organisation ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein fortlaufender Prozess. Planen Sie regelmässig Zeit ein, um Ihr System zu warten. Das kann täglich ein paar Minuten am Ende des Arbeitstages sein, um den Schreibtisch aufzuräumen und Dinge zuzuordnen, oder wöchentlich eine längere Einheit, um Ablage zu machen und Ordner durchzugehen.

Regelmässiges Ausmisten ist dabei unerlässlich. Fragen Sie sich bei jedem Dokument oder Gegenstand: Brauche ich das noch? Wie wahrscheinlich ist es, dass ich es in Zukunft benötige? Gibt es eine Aufbewahrungsfrist dafür? Entsorgen Sie Unnötiges sofort. Für Dokumente, die Sie aufbewahren müssen, die aber nicht mehr aktiv benötigt werden, richten Sie ein Archiv ein. Dies kann ein separater Schrank, ein Kellerraum oder eine digitale Langzeitablage sein. Das Prinzip ist: Was nicht mehr täglich oder wöchentlich gebraucht wird, gehört nicht in den direkten Zugriffsbereich auf dem Schreibtisch oder im nahen Regal.

Planen Sie feste Termine für diese „Aufräum-Sessions“ in Ihrem Kalender ein. Betrachten Sie es als notwendigen Bestandteil Ihrer Arbeit, nicht als lästige Pflicht. Eine regelmässige Pflege verhindert, dass das Chaos jemals wieder Überhand nimmt und sichert die langfristige Effizienz Ihres Systems.

Weg 5: Die richtigen Werkzeuge nutzen

Ein gut organisiertes Büro benötigt die passenden Werkzeuge. Vom einfachen Stift bis zum komplexen Dokumentenmanagementsystem – die richtigen Hilfsmittel erleichtern die Organisation erheblich. Investieren Sie in qualitativ hochwertige Büroartikel, die Ihnen helfen, Ordnung zu halten.

Dazu gehören:

  • Ordner und Hefter: Stehsammler, Hängeregister, Aktenordner (mit guter Mechanik), Klemmbretter. Wählen Sie Farben oder Beschriftungen, die zu Ihrem Ablagesystem passen.
  • Schubladeneinsätze und Schreibtischorganizer: Halten Sie Stifte, Büroklammern, Scheren und andere Kleinteile an ihrem Platz.
  • Beschriftungsgeräte und Etiketten: Unverzichtbar, um Ordner, Schubladen und Boxen klar zu kennzeichnen.
  • Briefkörbe/Eingangskörbe: Trennen Sie Post, zu bearbeitende Dokumente und abgelegte Papiere. Ideal sind Systeme mit mehreren Ebenen.
  • Digitale Werkzeuge: Scan-Apps, Dokumentenmanagement-Software, Cloud-Speicher, To-Do-Listen-Apps helfen bei der digitalen Organisation.
  • Trennsysteme: Register, Trennblätter, Hüllen helfen, Dokumente innerhalb eines Ordners zu strukturieren.

Überlegen Sie, welche Art von Unordnung bei Ihnen am häufigsten auftritt und welche Werkzeuge Ihnen speziell dabei helfen könnten, dieses Problem zu lösen. Manchmal ist es ein einfacher Stifteköcher, der verhindert, dass Stifte auf dem Schreibtisch herumrollen, oder ein Hängeregisterschrank, der die Papierflut in den Griff bekommt.

Häufig gestellte Fragen zur Büroorganisation

Hier beantworten wir einige gängige Fragen zum Thema Büroorganisation:

F: Wo fange ich an, wenn mein Büro komplett chaotisch ist?

A: Beginnen Sie mit einer gründlichen Bestandsaufnahme. Nehmen Sie sich einen Bereich vor (z.B. den Schreibtisch) und sortieren Sie alles in drei Kategorien: Behalten, Wegwerfen, Archivieren. Gehen Sie systematisch vor, Bereich für Bereich. Versuchen Sie nicht, alles auf einmal zu schaffen.

F: Wie viel Zeit sollte ich für die Organisation aufwenden?

A: Planen Sie initial eine grössere Einheit für die Grundorganisation ein (einige Stunden oder sogar einen Tag, je nach Ausmass des Chaos). Für die laufende Pflege reichen oft 10-15 Minuten täglich am Ende des Arbeitstages und vielleicht eine Stunde pro Woche für die Ablage und das Durchgehen von Dokumenten.

F: Soll ich alles digitalisieren?

A: Nicht unbedingt alles. Überlegen Sie, welche Dokumente Sie wirklich physisch benötigen (Originale, wichtige Verträge) und welche digital ausreichen oder sogar besser digital verwaltet werden können (Rechnungen, Korrespondenz, Notizen). Prüfen Sie auch rechtliche Aufbewahrungsfristen für physische Dokumente.

F: Wie halte ich das System langfristig aufrecht?

A: Machen Sie Organisation zur Gewohnheit. Planen Sie feste Zeiten für die Pflege ein. Halten Sie sich an die von Ihnen oder im Team definierten Regeln. Seien Sie konsequent bei der Sofortbearbeitung und Ablage eingehender Dinge. Belohnen Sie sich, wenn Sie Ihre Ziele erreichen.

F: Was mache ich mit sentimentalen Gegenständen oder Notizen?

A: Richten Sie eine spezielle Box oder einen Bereich für solche Dinge ein, die nicht direkt zur Arbeit gehören, Ihnen aber wichtig sind. So halten Sie Ihren Hauptarbeitsbereich frei, müssen sich aber nicht komplett von diesen Gegenständen trennen.

Fazit

Ein organisiertes Büro ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit für produktives und stressfreies Arbeiten. Mit diesen 5 Wegen – Transparenz schaffen, Prioritäten setzen, systematisch ablegen, regelmässig pflegen und die richtigen Werkzeuge nutzen – können Sie das Chaos besiegen und einen Arbeitsplatz schaffen, der Sie unterstützt, anstatt Sie zu behindern. Beginnen Sie klein, bleiben Sie konsequent und geniessen Sie die Vorteile eines aufgeräumten Büros!

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