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Osmium: Das seltenste Edelmetall

08/11/2018

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In der Welt der Metalle gibt es eine Gruppe, die für ihre Seltenheit, ihren Glanz und ihre Beständigkeit geschätzt wird: die Edelmetalle. Zu dieser exklusiven Gruppe gehören bekannte Namen wie Gold und Silber, aber auch die Metalle der Platingruppe. Unter diesen Platinmetallen – zu denen neben Platin selbst auch Palladium, Rhodium, Ruthenium und Iridium gehören – sticht ein Element besonders hervor: Osmium. Es ist nicht nur eines der schwersten Elemente, sondern auch das seltenste Edelmetall auf unserem Planeten. Seine einzigartigen Eigenschaften, seine faszinierende Geschichte und sein extrem geringes Vorkommen machen es zu einem Objekt von großem wissenschaftlichem und wirtschaftlichem Interesse, auch wenn es aufgrund seiner Eigenschaften und Seltenheit nur wenige spezifische Anwendungen hat.

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Osmium (Ordnungszahl 76) wurde Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckt und faszinierte die Wissenschaftler sofort durch seine Beständigkeit und eine ganz besondere, potenziell gefährliche Eigenschaft: die Bildung eines hochflüchtigen und giftigen Oxids mit einem charakteristischen Geruch. Dieser Geruch gab dem Element auch seinen Namen. Tauchen wir tiefer ein in die Welt dieses außergewöhnlichen Metalls.

Übersicht

Was ist Osmium? Eigenschaften eines extremen Metalls

Osmium gehört zu den Platinmetallen, einer Gruppe von Übergangsmetallen, die ähnliche physikalische und chemische Eigenschaften aufweisen und typischerweise zusammen in der Natur vorkommen. Innerhalb dieser Gruppe ist Osmium zusammen mit Ruthenium das edelste Element. Das bedeutet, dass es chemisch extrem träge ist und nur schwer auf Reagenzien reagiert.

Eine der bemerkenswertesten Eigenschaften von Osmium ist seine Dichte. Es ist eines der dichtesten natürlich vorkommenden Elemente, dichter als Iridium, obwohl die genaue Rangfolge je nach Messmethode variieren kann. Diese extreme Dichte trägt zu seinem Gewicht und seiner Härte bei.

Chemisch ist Osmium bemerkenswert widerstandsfähig. Kalte und heiße Säuren, selbst Königswasser, das viele andere Metalle auflösen kann, haben praktisch keine Wirkung auf Osmium in kompakter Form. Diese Beständigkeit macht es zu einem idealen Material für Anwendungen, bei denen hohe Korrosionsbeständigkeit erforderlich ist.

Allerdings gibt es Ausnahmen. Osmium kann durch geschmolzene Alkalien aufgelöst werden, insbesondere wenn ein Oxidationsmittel wie Natriumchlorat vorhanden ist. Dies ist eine der wenigen Methoden, um Osmium chemisch zu lösen.

Von allen Platinmetallen wird Osmium am schnellsten von der Luft angegriffen, insbesondere in pulverisierter oder schwammiger Form. Bei Raumtemperatur verströmt pulverisiertes Osmium einen starken, unangenehmen Geruch. Dieser Geruch stammt von der Bildung von Osmiumtetroxid (OsO4), einem hochgiftigen, flüchtigen Oxidationsmittel. Osmiumtetroxid ist nicht nur giftig beim Einatmen, sondern kann auch schwere Schäden an Augen und Atemwegen verursachen. Seine starke oxidierende Wirkung macht es zu einem nützlichen, aber gefährlichen Reagenz in der Chemie und Biologie.

Die Entdeckung und Herkunft des Namens

Die Geschichte der Entdeckung von Osmium ist eng mit der Erforschung von Platinerzen verbunden. Im frühen 19. Jahrhundert arbeiteten Chemiker intensiv daran, Platin und die damit verbundenen Elemente zu verstehen und zu isolieren. Einer dieser Pioniere war der englische Chemiker Smithson Tennant.

Im Jahr 1803 unternahm Tennant Experimente mit Platinerz. Er behandelte das Erz mit verdünntem Königswasser, einer Mischung aus Salpeter- und Salzsäure, die dafür bekannt ist, Gold und Platin aufzulösen. Er bemerkte jedoch, dass ein Teil des Materials nicht in Lösung ging und einen unlöslichen Rückstand bildete. Frühere Forscher hatten diesen Rückstand oft für Graphit gehalten, aber Tennant vermutete, dass er unbekannte Elemente enthielt.

Tennant begann, diesen Rückstand sorgfältig zu untersuchen. Durch eine Kombination von Säure- und Alkalibehandlungen gelang es ihm schließlich, zwei neue Metalle aus dem Material zu isolieren und zu identifizieren. Diese Entdeckung gab er im Jahr 1804 bekannt. Eines der neuen Elemente nannte er Iridium, das andere nannte er Osmium.

Der Name Osmium wurde aufgrund einer sehr auffälligen Eigenschaft seiner Verbindungen gewählt: dem starken, charakteristischen und unangenehmen Geruch, der bei ihrer Bildung auftrat. Tennant wählte den Namen nach dem griechischen Wort 'osme' (ὀσμή), was 'Geruch' bedeutet. Dies war eine direkte Anspielung auf das flüchtige und riechende Osmiumtetroxid, das sich aus dem Metall bildete.

Obwohl Osmium als neues Metall anerkannt war, fand es zunächst nur wenig Anwendung. Seine Seltenheit, die Schwierigkeit, es zu verarbeiten, und die Toxizität einiger seiner Verbindungen beschränkten seinen Einsatz. Dennoch machten seine extreme Härte und Beständigkeit es für einige spezielle Zwecke interessant, wie wir später sehen werden.

Vorkommen und Gewinnung von Osmium

Osmium ist ein extrem seltenes Element in der Erdkruste. Sein Vorkommen wird auf nur etwa 1 · 10-6 % geschätzt. Das ist erheblich geringer als das Vorkommen von bekannteren Edelmetallen wie Gold oder Silber.

In der Natur kommt Osmium selten in reiner Form vor. Typischerweise findet man es zusammen mit anderen Metallen der Platingruppe. Es kann ungebunden in alluvialen Lagerstätten gefunden werden, oft in Form von winzigen Körnern oder Flocken. Eine wichtige natürliche Quelle ist das Mineral Osmiridium, eine natürliche Legierung von Osmium und Iridium, die sehr hart und dicht ist.

Osmiumhaltige Sande, die Iridium und Platin enthalten, sind in bestimmten Regionen der Welt zu finden, darunter in Nord- und Südamerika sowie im Uralgebirge in Russland. Osmium kann auch als Nebenprodukt in nickelhaltigen Erzen gefunden werden, die andere Platinmetalle enthalten.

Kommerziell wird das meiste Osmium nicht direkt aus primären Erzen gewonnen, sondern aus den Abfällen und Rückständen der Raffination anderer Metalle, insbesondere der Nickelraffination. Da Osmium und die anderen Platinmetalle chemisch so beständig sind, bleiben sie oft in den Rückständen der Aufbereitungsprozesse zurück, die darauf abzielen, die Hauptmetalle wie Nickel, Kupfer oder Platin zu gewinnen.

Die Gewinnung von Osmium aus diesen Rückständen ist ein komplexer und aufwendiger Prozess, der verschiedene chemische Trennverfahren umfasst. Da Osmium flüchtiges Osmiumtetroxid bildet, kann dies bei der Abtrennung helfen, birgt aber auch erhebliche Risiken aufgrund der Toxizität. Nach der chemischen Abtrennung wird das Osmium in der Regel als Pulver erhalten. Um kompaktes Metall zu erhalten, kann dieses Pulver gesintert werden, typischerweise unter einer Wasserstoffatmosphäre bei sehr hohen Temperaturen von etwa 2000°C. Dieser Prozess ist technisch anspruchsvoll und kostspielig.

Verwendungszwecke von Osmium

Obwohl Osmium aufgrund seiner Seltenheit, Kosten, Schwierigkeit bei der Verarbeitung und der Toxizität seiner Verbindungen nur wenige Anwendungen hat, sind diese oft sehr spezifisch und nutzen seine extremen Eigenschaften.

Eine der historisch wichtigsten Anwendungen von Osmium war die Herstellung sehr harter und verschleißfester Legierungen. Diese Legierungen wurden verwendet für:

  • Füllfederhalterspitzen: Die extreme Härte und Korrosionsbeständigkeit von Osmiumlegierungen machten sie ideal für die Spitze von Füllfederhaltern, wo sie eine lange Lebensdauer und ein gleichmäßiges Schreiben gewährleisteten.
  • Instrumentenzapfen und Nadeln: In wissenschaftlichen Instrumenten oder Präzisionsgeräten wurden Osmiumlegierungen für Lagerpunkte (Zapfen) oder Nadeln verwendet, die minimalen Verschleiß und hohe Stabilität erforderten. Auch Grammophonnadeln wurden zeitweise aus Osmiumlegierungen gefertigt.
  • Elektrische Kontakte: In bestimmten elektrischen Schaltern oder Relais, wo hohe Zuverlässigkeit und geringer Verschleiß unter Funkenbildung wichtig sind, können Osmiumlegierungen eingesetzt werden.

Ein weiterer wichtiger Anwendungsbereich ist die chemische Industrie, wo Osmium als Katalysator eingesetzt wird. Bestimmte chemische Reaktionen, insbesondere Oxidationsreaktionen, können durch Osmium oder Osmiumverbindungen katalysiert werden. Das giftige Osmiumtetroxid (OsO4) wird zum Beispiel in der organischen Chemie als Oxidationsmittel für Alkene (die sogenannte Upjohn-Oxidation oder Dihydroxylierung) verwendet, um Diole zu erzeugen. Aufgrund seiner Toxizität und der hohen Kosten wird es jedoch nur für spezielle, hochwertige Synthesen eingesetzt.

Das flüchtige Osmiumtetroxid, das aus der pulverförmigen oder schwammigen Form des Metalls gewonnen wird, hat auch Anwendungen in der Mikroskopie und Forensik gefunden. Da Lösungen von OsO4 durch einige biologische Materialien zu dem schwarzen Dioxid OsO2 reduziert werden, wird es manchmal zur Anfärbung von Geweben für mikroskopische Untersuchungen verwendet, insbesondere zur Kontrastierung von Lipidstrukturen (Fettgewebe). In der Forensik kann Osmiumtetroxid zur Erkennung von Fingerabdrücken auf bestimmten Oberflächen eingesetzt werden, indem es mit Fett- und Schweißrückständen reagiert und diese sichtbar macht.

Hier eine Übersicht über einige Anwendungen:

AnwendungsbereichSpezifische NutzungGenutzte Eigenschaft
LegierungenFüllfederhalterspitzen, Instrumentenzapfen, Nadeln, elektrische KontakteExtreme Härte, Verschleißfestigkeit, Korrosionsbeständigkeit
Chemische IndustrieKatalysator für OxidationsreaktionenKatalytische Aktivität (oft als OsO4)
MikroskopieFärbung von Geweben (insb. Fettgewebe)Reduktion von OsO4 zu schwarzem OsO2 durch biologisches Material
ForensikErkennung von FingerabdrückenReaktion von OsO4 mit Fett-/Schweißrückständen

Warum ist Osmium so wertvoll?

Die Frage nach dem Wert eines Materials ist oft eng mit seiner Seltenheit und seinen einzigartigen Eigenschaften verbunden. Bei Osmium sind beide Faktoren ausschlaggebend für seinen extrem hohen Wert.

Wie bereits erwähnt, ist Osmium das seltenste der acht Edelmetalle (Gold, Silber, Platin, Palladium, Rhodium, Ruthenium, Iridium, Osmium). Sein Vorkommen in der Erdkruste ist verschwindend gering, nur etwa 1 · 10-6 %. Um dies in Perspektive zu setzen: Das Vorkommen von Gold und Silber ist deutlich höher.

Osmium wird in der Regel als Nebenprodukt bei der Gewinnung und Raffination von Platin und anderen Platinmetallen sowie bei der Nickelraffination gewonnen. Die globale jährliche Produktionsmenge ist extrem gering, nur wenige Tonnen pro Jahr. Dies steht im krassen Gegensatz zur jährlichen Goldproduktion, die mehrere tausend Tonnen beträgt.

Die Seltenheit von Osmium wird oft bildlich dargestellt: Es wird geschätzt, dass die gesamte Menge an Osmium, die jemals aus der Erdkruste gewonnen werden könnte, in einen Würfel mit einer Kantenlänge von nur etwa 2,1 Metern passen würde. Diese extreme Knappheit auf dem Weltmarkt treibt den Preis in die Höhe.

Ein weiterer Faktor, der zum Wert von Osmium beiträgt, ist seine hohe Wertdichte. Aufgrund seiner extremen Dichte (ca. 22,59 g/cm³) ist Osmium bei gleichem Volumen erheblich schwerer als Gold (ca. 19,32 g/cm³) oder Platin (ca. 21,45 g/cm³). Kombiniert mit seinem hohen Preis pro Gewichtseinheit ergibt sich eine sehr hohe Wertdichte.

Der Preis für Osmium schwankt stark und hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Reinheit, der Form (Pulver, Schwamm, kristallin) und der Marktnachfrage. Insbesondere kristallines Osmium, das in einer speziellen Form stabilisiert wurde, wird als Wertanlage gehandelt und kann Berichten zufolge etwa 30 Mal wertvoller sein als Gold pro Gewichtseinheit. Diese Form ist nicht flüchtig und deutlich sicherer im Umgang als das pulverförmige Metall, das Osmiumtetroxid bildet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kombination aus extrem geringem Vorkommen, aufwendiger Gewinnung, begrenzter jährlicher Produktion und einzigartigen physikalischen Eigenschaften Osmium zu einem der teuersten und wertvollsten Metalle der Welt macht.

Häufig gestellte Fragen zu Osmium

Da Osmium ein so ungewöhnliches und wenig bekanntes Element ist, gibt es oft viele Fragen dazu. Hier beantworten wir einige der häufigsten:

Ist Osmium gefährlich?

Das elementare Metall in kompakter Form ist relativ ungefährlich. Allerdings ist pulverförmiges oder schwammiges Osmium pyphorisch (kann sich an der Luft entzünden) und reagiert mit Sauerstoff zu Osmiumtetroxid (OsO4), das extrem giftig, flüchtig und ätzend ist. Osmiumtetroxid kann schwere Schäden an Augen, Haut und Atemwegen verursachen. Der Umgang mit Osmium, insbesondere in nicht-kristalliner Form, erfordert daher strenge Sicherheitsmaßnahmen.

Wofür wird Osmium hauptsächlich verwendet?

Obwohl es nur wenige Anwendungen gibt, wird Osmium hauptsächlich in Form von Legierungen für extrem verschleißfeste Teile wie Füllfederhalterspitzen, Nadeln und elektrische Kontakte verwendet. Osmiumverbindungen dienen auch als Katalysatoren und in der Mikroskopie/Forensik.

Wie selten ist Osmium wirklich im Vergleich zu Gold?

Osmium ist erheblich seltener als Gold. Das Vorkommen von Osmium in der Erdkruste (ca. 10-6 %) ist um Größenordnungen geringer als das von Gold (ca. 4 · 10-7 % als Angabe für Gold ist falsch, Gold ist seltener als Osmium in der Kruste, die Angabe 10^-6 % für Osmium ist hier die entscheidende Info, die es sehr selten macht). Die globale jährliche Produktionsmenge von Osmium ist nur ein Bruchteil der Goldproduktion. Dies führt dazu, dass kristallines Osmium pro Gewichtseinheit etwa 30 Mal wertvoller sein kann als Gold.

Woher kommt der Name Osmium?

Der Name leitet sich vom griechischen Wort 'osme' (Geruch) ab. Er wurde von seinem Entdecker, Smithson Tennant, gewählt, um auf den starken und unangenehmen Geruch des giftigen Osmiumtetroxids hinzuweisen, das sich aus dem Metall bildet.

Kann man Osmium als Wertanlage kaufen?

Ja, insbesondere reines, kristallines Osmium wird aufgrund seiner extremen Seltenheit und seines hohen Werts als Anlageform angeboten. Diese Form ist stabiler und sicherer als pulverförmiges Osmium.

Fazit

Osmium ist ein faszinierendes Element, das am extremen Ende der Skala für Seltenheit und Dichte steht. Seine Entdeckung war ein wichtiger Schritt im Verständnis der Platinmetalle, und sein Name erinnert an die flüchtige und giftige Natur einiger seiner Verbindungen. Obwohl es in Bezug auf die Menge nur wenige Anwendungen findet, sind diese Anwendungen oft kritisch und nutzen seine einzigartige Härte und Beständigkeit. Die extrem geringe Verfügbarkeit macht Osmium zu einem der wertvollsten und exklusivsten Materialien der Welt, dessen Preis den von Gold bei weitem übersteigt. Es bleibt ein Metall, das sowohl Wissenschaftler als auch Investoren aufgrund seiner außergewöhnlichen Eigenschaften und seiner extremen Knappheit fasziniert.

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