29/03/2014
Der Sommer ist da, und mit ihm stellt sich jeden Morgen die Frage nach dem passenden Outfit fürs Büro. Während draußen die Sonne scheint, gelten drinnen oft andere Regeln als in der Freizeit. Seidenstrümpfe und dunkle Kostüme bei Hitze? Oder sind jetzt auch Bermudas, offene Sandalen und luftige Tops erlaubt? Welche Dresscodes sind im Büro angemessen, besonders wenn die Temperaturen steigen? Wir haben Expertinnen befragt, um Licht ins Dunkel zu bringen und die wichtigsten Tipps für die heiße Jahreszeit zusammenzufassen.

Bevor man sich für ein Outfit entscheidet, sollte man immer bedenken, welche Erwartungen Kunden oder Geschäftspartner haben und wie man das Image der eigenen Firma repräsentiert. Dies kann stark variieren und den Rahmen für den erlaubten Dresscode abstecken.
Tabus für Männer im Sommer-Dresscode
Für Männer gibt es im Sommer klare No-Gos im Büro, auch wenn die Temperaturen hoch sind. Zwei der prominentesten Tabus sind:
Bermudas: Auch wenn sie bequem sind, Bermudas sind im Büro in Deutschland keineswegs erlaubt. Männer müssen grundsätzlich eine lange Hose tragen, unabhängig vom Wetter. Der lockere Stil, wie er vielleicht in Australien oder den USA akzeptiert wird, findet hierzulande im Geschäftsumfeld keine Akzeptanz.
Offene Schuhe: Das Schuhwerk von Herren sollte im Büro immer geschlossen sein. Sandalen, Birkenstocks oder Latschen sind für den Arbeitsplatz nicht geeignet. Slipper ohne Socken sind allenfalls in der Freizeit eine Option, nicht aber im professionellen Umfeld.
Kurze Hemden: Kurzärmelige Hemden sind nur dann eine Option, wenn kein Kundenkontakt besteht. In diesem Fall können sie leger, ohne Krawatte und Sakko getragen werden. Sobald ein Kundentermin ansteht oder man eine höhere Position innehat, ist ein Anzug mit langärmeligem Hemd und Krawatte auch im Sommer oft unumgänglich.
Tabus und angemessene Kleidung für Frauen im Sommer
Frauen haben im Sommer oft etwas mehr Spielraum bei der Kleiderwahl als ihre männlichen Kollegen. Mit einem Rock und einer Bluse ist man meist gut gekleidet. Doch auch hier gilt: Je höher die Position, desto strenger der erwartete Dresscode.
Zu viel Haut zeigen: Eine einfache Faustregel besagt: Alles, was für den Strand gedacht ist, gehört nicht ins Büro. Bauchfreie Tops, Spaghetti-Träger oder das Zeigen der Schultern sind in konservativen Unternehmen absolut Tabu. Achten Sie darauf, dass Ihre Kleidung angemessen bedeckt ist.

Offene Schuhe: Flip-Flops oder offene Sandaletten sind im Büro ebenfalls nicht angebracht. Eine bessere Alternative sind Slingpumps, die vorne geschlossen und hinten offen sind. Interessanterweise gibt es sogar polizeiliche Vorschriften, die das Tragen von Flipflops oder offenen Sandalen am Steuer in Deutschland mit bis zu 50 Euro Strafe belegen können – ein Hinweis darauf, dass sie nicht überall als angemessen gelten.
Zu kurze Röcke: Die Länge von Röcken und Kleidern sollte knieumspielend oder länger sein. Ein Minirock, der mehr als eine Handbreit über dem Knie endet, ist für das Büro ungeeignet. Auch Hot-Pants oder zu breite Gürtel sind nicht für den Einsatz im Geschäftsumfeld gedacht. Längere Shorts, die am Knie enden und passend kombiniert werden, können hingegen eine Option sein und zeigen, dass Frauen einen größeren Spielraum bei der Wahl ihrer Sommerkleidung haben.
Umgang mit Schweiß und Flecken
Gerade im Sommer bevorzugen viele helle und freundliche Farben. Doch helle Kleidung ist oft empfindlicher und zeigt schneller Spuren.
Achten Sie besonders auf:
- Saubere Manschetten und Kragen (frei von Make-up-Spuren).
- Kleidung ohne Spuren von Regen oder Hängenbleiben (z.B. beim Aussteigen aus dem Auto).
- Keine gelben Schweißflecken unter den Armen. Hier können Achselpads, die in die Kleidung geklebt werden, vorbeugen (erhältlich in Drogeriemärkten).
Vermeiden Sie Farben, bei denen Schweißränder oder Schweißflecken besonders gut sichtbar sind, da der Stoff an diesen Stellen deutlich dunkler wird. Dazu gehören beispielsweise lindgrüne Seidenblusen oder khakifarbene Kleider und Sakkos.
Wie spricht man ein Schweißproblem an?
Es kann vorkommen, dass Kollegen oder Mitarbeiter unter starkem Schweißgeruch leiden. Dies anzusprechen ist unangenehm, aber oft notwendig, da die betroffene Person den Geruch selbst oft nicht mehr wahrnimmt, weil sie sich daran gewöhnt hat. Ähnliches kann bei übermäßigem Parfümgebrauch passieren.
Sprechen Sie das Problem unbedingt unter vier Augen an und, wenn möglich, auf der gleichen Geschlechterebene. Beginnen Sie mit verständnisvollen Sätzen wie: „Es fällt mir nicht leicht, das anzusprechen…“ oder „Es ist mir etwas unangenehm, aber mir ist aufgefallen…“.
Wenn Sie die Person gut kennen, können Sie auch direkter werden, aber bleiben Sie freundlich: „Hör mal, du hast heute ganz schönen Mundgeruch.“ Oder: „Heute riechst du aber sehr intensiv nach Schweiß.“ Vermitteln Sie dabei immer das Gefühl, dass Sie es gut meinen und helfen wollen. In der Regel wird Ihre Ehrlichkeit eher auf Dankbarkeit stoßen als auf Beleidigung.

Flecken auf der Kleidung und moderne Stoffe
Was tun, wenn nach der Mittagspause ein Fleck auf der Bluse ist, zum Beispiel von Eis? Wenn keine Sofortlösung wie Reinigungstücher oder Wasser zur Verfügung steht, müssen Sie leider damit leben. Wenn dies auf dem Weg zu einem wichtigen Meeting passiert, kann eine charmante Entschuldigung und der Hinweis, dass Sie normalerweise nicht so herumlaufen, die Situation entschärfen.
Moderne Technologien bieten hier Unterstützung. Viele Anzüge und Kostüme werden heute mit Hightechfasern ausgestattet, die resistent gegen Flecken und Gerüche sind (Nanotechnologie). Kleidungsstücke mit geruchsschluckender Funktion sind verfügbar, zum Beispiel Anzüge von Bugatti ab ca. 199,95 Euro oder Blusen und Hemden von Eterna (um 49 Euro), die Geruch stoppen. Fleckabweisende Krawatten gibt es beispielsweise von Bugatti oder Olymp ab 29,95 Euro.
Gepflegte Hände und Fingernägel als Visitenkarte
Die Hände sind im Geschäftsleben wie eine Visitenkarte. Sie sind stets sichtbar und vermitteln einen wichtigen ersten Eindruck. Daher sollten Fingernägel immer sauber und gepflegt sein. Eingerissene Nagelhaut oder abgesplitterter Nagellack wirken schnell unprofessionell und abstoßend. Pflegen Sie Ihre Nagelhaut regelmäßig mit einer reichhaltigen Nagelcreme oder gönnen Sie Ihren Händen ab und zu ein Ölbad.
Ein Extratipp für rissige Nagelhaut und spröde Fingernägel: Erwärmen Sie eine viertel Tasse Oliven- oder Mandelöl, geben Sie etwas Zitronensaft hinzu und massieren Sie die Mischung großzügig ein. Für eine intensivere Pflege können Sie Baumwollhandschuhe über Nacht tragen.
Auch für Männer ist die Pflege des Äußeren längst selbstverständlich. Frisur, Kleidung und Schuhe müssen stimmen. Doch oft wird der erste Eindruck bei den Händen vernachlässigt. Und wie man so schön sagt: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Das war schon immer so und wird es wohl auch bleiben.
Häufig gestellte Fragen zum Sommer-Dresscode im Büro
Darf man Birkenstocks im Büro tragen?
Nein, laut Benimm-Expertinnen sind Birkenstocks für Männer im Büro Tabu. Das Schuhwerk sollte immer geschlossen sein.

Sind Bermudas für Männer im Büro erlaubt?
Nein, Männer müssen im Büro grundsätzlich eine lange Hose tragen.
Dürfen Frauen offene Schuhe im Büro tragen?
Offene Sandaletten oder Flip-Flops sind meist Tabu. Slingpumps, die vorne geschlossen und hinten offen sind, können eine akzeptable Alternative sein.
Wie kurz darf ein Rock oder Kleid im Büro sein?
Röcke und Kleider sollten knieumspielend oder länger sein. Sie sollten höchstens eine Handbreit über dem Knie enden.
Wie spreche ich einen Kollegen auf Schweißgeruch an?
Sprechen Sie es unter vier Augen an, idealerweise auf der gleichen Geschlechterebene. Beginnen Sie mit verständnisvollen Sätzen und seien Sie direkt, aber freundlich, wenn Sie die Person gut kennen. Ziel ist es, zu helfen, nicht zu kritisieren.
Gibt es Kleidung, die gegen Schweißflecken und Gerüche hilft?
Ja, moderne Kleidung nutzt Hightechfasern und Nanotechnologie, um flecken- und geruchsresistent zu sein. Spezielle Hemden, Blusen oder Anzüge mit dieser Funktion sind auf dem Markt erhältlich.
Warum sind gepflegte Hände im Büro wichtig?
Hände gelten als Visitenkarte und sind immer sichtbar. Saubere, gepflegte Hände und Nägel tragen zu einem positiven ersten Eindruck bei und sind ein Zeichen von Sorgfalt.
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