Was verkauft LANXESS?

LANXESS: Spezialchemie & Bayer Erbe

21/02/2015

Rating: 4.85 (8811 votes)

LANXESS ist heute als ein führender Spezialchemie-Konzern mit Sitz in Deutschland bekannt, der eine starke Präsenz auf den wichtigsten globalen Märkten aufgebaut hat. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb einer breiten Palette chemischer Produkte spezialisiert, die in zahlreichen Industrien Anwendung finden. Dieses Kerngeschäft bildet das Fundament des Konzerns und unterscheidet ihn in vielerlei Hinsicht von anderen Akteuren im Chemiebereich. Die Geschichte von LANXESS ist dabei eng mit einem anderen deutschen Großkonzern verbunden, was die heutige Position und strategische Ausrichtung des Unternehmens noch interessanter macht.

Was produziert die Firma LANXESS?
LANXESS ist ein führender Spezialchemie-Konzern Deutschlands und auf allen wichtigen Märkten der Welt präsent. Das Kerngeschäft bilden Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Hightech-Kunststoffen, Hochleistungskautschuken, Spezialchemikalien und Zwischenprodukten.

Übersicht

Produkte und Kerngeschäft von LANXESS

Das Portfolio von LANXESS ist umfangreich und umfasst nach eigenen Angaben über 2.000 verschiedene Produkte. Im Kern konzentriert sich das Unternehmen auf vier Hauptbereiche: Hightech-Kunststoffe, Hochleistungskautschuke, Spezialchemikalien und Zwischenprodukte. Zusätzlich zu diesen Produktgruppen sind auch Additive ein wichtiger Bestandteil des Angebots. Diese Materialien sind oft entscheidend für die Eigenschaften und die Leistungsfähigkeit von Endprodukten in Sektoren wie der Automobilindustrie, der Bauwirtschaft, der Elektronik, der Landwirtschaft oder auch bei Konsumgütern.

Das `Kerngeschäft` von LANXESS geht jedoch über die reine Produktion hinaus. Der Konzern unterstützt seine Kunden aktiv bei der Entwicklung und Umsetzung maßgeschneiderter Systemlösungen. Dies bedeutet, dass LANXESS nicht nur Produkte liefert, sondern auch sein umfassendes chemisches und Anwendungs-Know-how einbringt, um spezifische Herausforderungen seiner Kunden zu lösen. Dieses Zusammenspiel von Produktangebot, technischem Wissen und Anwendungsberatung macht LANXESS zu einem wichtigen Partner für viele Industrieunternehmen weltweit. Die spezifische Expertise des Konzerns liegt dabei im chemischen und Anwendungs-Know-how sowie einem flexiblen Asset-Management, was eine agile Reaktion auf Marktbedürfnisse ermöglicht.

Die breite Aufstellung mit zehn Geschäftseinheiten unterstreicht die Diversifizierung von LANXESS. Diese Struktur ermöglicht es dem Konzern, in verschiedenen Anwendungsbereichen aktiv zu sein und Kunden mit einer Vielfalt an Produkten und Lösungen zu bedienen. Die Herausforderung für Kunden bei einem so großen Angebot besteht darin, das für ihre individuellen Anforderungen optimale Produkt zu finden – eine Aufgabe, bei der LANXESS durch Informationen und Beratung unterstützend wirkt.

Die Wurzeln: Von Bayer zu Lanxess und Covestro

Um die heutige Identität von LANXESS vollständig zu verstehen, ist ein Blick auf seine Ursprünge unerlässlich. Was heute als eigenständige, an der Börse notierte Unternehmen unter den Namen Bayer, LANXESS und Covestro firmiert, gehörte einst zusammen. Sie alle sind Nachkommen des Chemiegeschäfts des Leverkusener Bayer-Konzerns. Die `Abspaltung` von Teilen des Chemiegeschäfts war ein bedeutender Schritt in der Geschichte dieser Unternehmen.

Ende 2004 erfolgte die erste große Trennung: Der größte Teil des Chemiegeschäfts spaltete sich vom Bayer-Mutterkonzern ab und nahm den Namen LANXESS an. Damit wurde LANXESS zu einem unabhängigen Akteur im globalen Chemiesektor. Rund elf Jahre später, im Jahr 2015, folgte eine weitere Abspaltung aus dem Bayer-Konzern: Die Kunststoffsparte wurde als eigenständiges Unternehmen unter dem Namen Covestro AG an die Börse gebracht. Somit bilden Bayer (mit seinen verbliebenen Sparten wie Pharma und Agrar), LANXESS und Covestro eine Art „Bayer-Familie“, deren Mitglieder nun jedoch eigene Wege gehen.

Ist LANXESS Bayer?
Was heute an der Börse unter den Namen Bayer, Lanxess und Covestro notiert, das gehörte einmal alles zusammen. Ende 2004 spaltete sich der größte Teil der Chemie vom Leverkusener Mutterkonzern ab und nannte sich Lanxess.

Diese Trennungen waren nicht ohne Herausforderungen, und alle drei Unternehmen haben seither unterschiedliche Entwicklungen durchlaufen. Während der Mutterkonzern Bayer mit spezifischen Problemen konfrontiert war, haben sich LANXESS und Covestro in den Augen vieler Beobachter und am Aktienmarkt erfolgreicher entwickelt, was ihre jeweilige strategische Neuausrichtung widerspiegelt.

Strategischer Umbau und Marktpositionierung

Ein entscheidender Faktor für die positive Entwicklung von LANXESS nach der Abspaltung war der gelungene strategische Umbau des Unternehmens. In den Jahren nach der Gründung hat sich LANXESS unter zum Teil erheblichen Anstrengungen vom früheren Kern des Unternehmens, dem Geschäft mit Kautschuk, getrennt. Dies war ein radikaler Schritt, da Kautschuk historisch ein bedeutendes Segment im ehemaligen Bayer-Chemiegeschäft war.

Anstelle des Kautschukgeschäfts hat LANXESS sein Profil schrittweise auf immer hochwertigere `Spezialchemikalien` ausgerichtet. Dieser Wandel wurde und wird durch gezielte kleine und mittlere Übernahmen vorangetrieben, die das Portfolio ergänzen und das Unternehmen in margenstärkere und weniger zyklische Bereiche führen. Das Ziel ist es, sich von Massenprodukten abzuheben und sich als Anbieter von innovativen und spezifischen Lösungen zu positionieren.

Die strategische Ausrichtung auf Spezialchemikalien unterscheidet LANXESS von Anbietern, die hauptsächlich Massenchemikalien produzieren. Spezialchemikalien zeichnen sich oft durch komplexere Herstellungsverfahren, spezifisches Anwendungs-Know-how und engere Kundenbeziehungen aus. Sie bieten tendenziell höhere Margen und sind weniger anfällig für große Preisschwankungen am Weltmarkt als Basischemikalien oder bestimmte Kunststoffe. Dieser Fokus hat LANXESS geholfen, sich erfolgreich am Markt zu positionieren und das Image der früheren „Resterampe“ des Bayer-Konzerns, wie es vor 15 Jahren spöttisch bezeichnet wurde, hinter sich zu lassen.

Auch Covestro, das andere aus Bayer hervorgegangene Chemieunternehmen, verfolgt einen ähnlichen Weg, wenn auch nicht so radikal wie LANXESS. Bei Covestro steht das Stammgeschäft mit Schaumstoffen und Verbundwerkstoffen weiterhin im Mittelpunkt. Allerdings steigert auch Covestro seit Jahren den Anteil von Spezialprodukten, um sich im globalen Wettbewerb, insbesondere mit großen Massenherstellern aus Regionen wie China und Saudi-Arabien, besser aufzustellen. Akquisitionen, wie der Kauf eines Geschäftsbereichs der niederländischen DSM, unterstützen diesen Weg in Richtung Innovation und höhere Wertschöpfung.

Unterschiedliche Entwicklungen in der "Bayer-Familie"

Der Blick auf die Entwicklung der Aktienkurse von Bayer, LANXESS und Covestro in den letzten Jahren, insbesondere im Vergleich zu anderen Chemie- und Pharmawerten, zeigt deutliche Unterschiede und unterstreicht die unterschiedliche strategische und operative Verfassung der Unternehmen. Während die Aktien der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie insgesamt kräftig zulegten, konnte Bayer mit LANXESS und Covestro nicht mithalten.

Was produziert Lanxess?
Unser Kerngeschäft ist die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von chemischen Zwischenprodukten, Additiven, Spezialchemikalien und Verbraucherschutzprodukten .

Die Aktien von Covestro verdoppelten sich laut dem vorliegenden Text in den zwölf Monaten vor der Berichterstattung, während die Aktien von LANXESS immerhin um die Hälfte zulegten. Die Bayer AG hingegen kam im selben Zeitraum nicht vom Fleck und notierte sogar leicht unter dem Preis vom März 2020. Auch im Vergleich zu anderen Branchengrößen wie BASF, Evonik und Merck, deren Aktien ebenfalls signifikant stiegen (BASF fast 60%, Evonik gut 50%, Merck fast 40%), fiel der Vergleich für Bayer ernüchternd aus.

Performance-Vergleich (Relative Entwicklung)

Die folgende Tabelle fasst die im Quelltext beschriebene relative Aktienentwicklung über einen Zeitraum von zwölf Monaten zusammen:

UnternehmenRelative Aktienentwicklung (Letzte 12 Monate lt. Quelle)
CovestroKurs verdoppelt
LANXESSKurs um Hälfte zugelegt
Bayer AGKommt nicht vom Fleck, leicht darunter
BASFFast 60 Prozent gestiegen
EvonikGut 50 Prozent gestiegen
MerckFast 40 Prozent gestiegen

Hinweis: Diese Tabelle basiert auf den relativen Angaben im Quelltext und spiegelt die dort beschriebene Entwicklung über den genannten Zeitraum wider. Aktienkurse können sich schnell ändern und sind keine Garantie für zukünftige Entwicklungen.

Aktienkurse spiegeln immer auch die Erwartungen an die zukünftige Entwicklung eines Unternehmens wider. Die unterschiedliche Performance der drei Unternehmen lässt sich zu einem großen Teil auf ihre jeweilige strategische Ausrichtung und die damit verbundenen Herausforderungen zurückführen.

Gründe für den Erfolg von Lanxess und Covestro

Der Hauptgrund, der für die bessere Entwicklung von LANXESS und Covestro im Vergleich zum Mutterkonzern Bayer genannt wird, ist der gelungene Umbau. Während Bayer mit den Folgen der Monsanto-Übernahme und Problemen im Agrargeschäft sowie Patentabläufen bei wichtigen Medikamenten kämpfte, konzentrierten sich LANXESS und Covestro auf die Transformation ihrer Geschäfte.

Die `Umstrukturierung` bei LANXESS, insbesondere die Trennung vom Kautschukgeschäft und die Hinwendung zu hochwertigeren Spezialchemikalien durch Akquisitionen, hat das Unternehmen widerstandsfähiger und profitabler gemacht. Es hat sich vom Image einer „Resterampe“ zu einem agilen Spezialisten entwickelt. Auch wenn Covestro sein Stammgeschäft beibehielt, hat die Steigerung des Anteils an Spezialprodukten und strategische Akquisitionen dazu beigetragen, die Abhängigkeit von zyklischen Weltmarktpreisen zu reduzieren und das Unternehmen zukunftsfähiger aufzustellen.

Für LANXESS und Covestro wirkte die Trennung von Bayer offenbar wie eine Befreiung, die es ihnen ermöglichte, eigene Strategien zu verfolgen und sich neu zu positionieren. Für Bayer hingegen erwies sich der Ausbau des Agrarbereichs, maßgeblich durch die Monsanto-Übernahme, als eine Entscheidung, die das Unternehmen mit erheblichen rechtlichen und finanziellen Belastungen konfrontierte und seine Entwicklung bremste.

Die unterschiedlichen Wege der ehemaligen Bayer-Sparten zeigen, wie wichtig strategische Entscheidungen und deren konsequente Umsetzung für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens sind. LANXESS hat dabei eine besonders bemerkenswerte Entwicklung vollzogen, indem es sich von seinem ursprünglichen Kern trennte und erfolgreich eine neue Identität als Anbieter von hochwertigen Spezialchemikalien aufbaute.

Was macht Saxonia?
TRADITION SEIT 1612 Das Unternehmen präsentiert sich heute in den Kernbereichen Edelmetall-Recycling und Herstellung von Edelmetall-Produkten als anerkannter und zuverlässiger Partner der Anwenderindustrie.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu LANXESS

Diese Sektion beantwortet einige häufige Fragen, die sich aus den Informationen über LANXESS ergeben.

Was produziert LANXESS genau?

LANXESS produziert eine breite Palette chemischer Produkte. Das Kerngeschäft umfasst die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Hightech-Kunststoffen, Hochleistungskautschuken, Spezialchemikalien, Zwischenprodukten und Additiven. Das Unternehmen bietet zudem Systemlösungen an, die auf seinem chemischen und Anwendungs-Know-how basieren.

Ist LANXESS noch Teil des Bayer-Konzerns?

Nein, LANXESS ist ein eigenständiger, unabhängiger und börsennotierter Konzern. Das Unternehmen wurde Ende 2004 als Abspaltung des größten Teils des Chemiegeschäfts vom Bayer-Konzern gegründet. Auch Covestro, eine spätere Abspaltung der Kunststoffsparte, ist ein eigenständiges Unternehmen. Alle drei haben jedoch historische Wurzeln im ehemaligen Bayer-Konzern.

Warum haben sich Lanxess und Covestro anders entwickelt als Bayer?

Die unterschiedliche Entwicklung, insbesondere am Aktienmarkt, wird hauptsächlich auf den erfolgreichen strategischen Umbau von LANXESS und Covestro zurückgeführt. LANXESS hat sich vom Kautschukgeschäft getrennt und auf margenstärkere Spezialchemikalien fokussiert. Covestro hat den Anteil von Spezialprodukten in seinem Portfolio erhöht. Bayer hingegen war mit signifikanten Herausforderungen im Agrargeschäft, insbesondere durch die Nachwirkungen der Monsanto-Übernahme und die Glyphosat-Klagen, sowie mit Patentabläufen bei Medikamenten konfrontiert, was die Unternehmensentwicklung belastete.

Fazit

LANXESS hat sich seit seiner Gründung als Abspaltung von Bayer zu einem bedeutenden und erfolgreichen Spezialchemie-Konzern entwickelt. Durch eine konsequente strategische Neuausrichtung, die Abkehr von weniger profitablen Bereichen wie dem Kautschukgeschäft und die Konzentration auf hochwertige Spezialchemikalien und Systemlösungen, hat sich das Unternehmen neu positioniert. Diese Transformation, unterstützt durch gezielte Akquisitionen, hat LANXESS zu einem agileren und widerstandsfähigeren Akteur im globalen Chemiesektor gemacht. Die unterschiedliche Entwicklung im Vergleich zu seinem früheren Mutterkonzern Bayer unterstreicht die Bedeutung strategischer Entscheidungen und der Fähigkeit zur Anpassung an sich ändernde Marktbedingungen. Heute steht LANXESS als ein Beispiel für eine gelungene Ausgliederung und Neuausrichtung in der Chemieindustrie.

Wenn du mehr spannende Artikel wie „LANXESS: Spezialchemie & Bayer Erbe“ entdecken möchtest, schau doch mal in der Kategorie Bürobedarf vorbei!

Go up