Wie viel Gramm war früher in Pringles?

Pringles Comeback: Der Streit ist beigelegt

12/03/2026

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Monatelang herrschte gähnende Leere im Chipregal, wo normalerweise die ikonische Röhre mit den stapelbaren Chips thronte: Pringles waren aus vielen deutschen Supermärkten verschwunden. Für Fans des Kult-Snacks war das eine Geduldsprobe. Doch nun gibt es gute Nachrichten: Die knusprigen Stapelchips könnten bald wieder in den Regalen stehen. Was steckte hinter dem plötzlichen Verschwinden und wann können wir uns auf die Rückkehr freuen?

Übersicht

Warum waren die Pringles verschwunden?

Das Fehlen der Pringles-Chips war kein Zufall oder Lieferengpass im klassischen Sinne, sondern die Folge eines handfesten Streits zwischen großen Supermarktketten wie Edeka und Rewe und dem Hersteller Kellanova, dem früheren Lebensmittelriesen Kellogg’s. Im Kern ging es – wie so oft im Einzelhandel – ums Geld, genauer gesagt um Einkaufspreise. Supermärkte und Hersteller verhandelten hart über die Konditionen, und wenn keine Einigung erzielt wird, kommt es vor, dass die Händler Produkte aus dem Sortiment nehmen, um Druck auf den Lieferanten auszuüben. Dieses Vorgehen ist im sogenannten Preiskrieg, den sich Supermärkte und Markenhersteller immer wieder liefern, ein bekanntes Druckmittel. Die leeren Regale waren also eine direkte Konsequenz dieser Verhandlungen.

Die Einigung und die erhoffte Rückkehr

Nachdem die Regale lange Zeit leer blieben und die Nachfrage der Kunden unbefriedigt, scheint sich die Situation nun zu entspannen. Zwischen Edeka und Kellanova, dem Hersteller der Pringles, konnte offenbar eine Einigung erzielt werden. Diese Einigung ist laut Berichten der Lebensmittelzeitung (LZ) zwar nur teilweise, aber sie betrifft zumindest ein wichtiges Produkt: die Pringles-Chips selbst. Die gute Nachricht für alle Pringles-Fans ist, dass die beliebten Stapelchips schon bald wieder erhältlich sein könnten. Spekulationen zufolge ist eine Rückkehr in die Edeka-Regale bereits ab November möglich. Edeka hat die Wiederaufnahme der Lieferbeziehungen für Pringles wohl bestätigt. Markus Wöltering, der Deutschland-Vertriebschef von Kellanova, äußerte sich positiv über den „gegenseitigen, intensiven Austausch“ mit Edeka und zeigte sich erfreut über die „Einigung auf lokaler Ebene für Pringles“. Der Hersteller hofft zudem, dass dieser erste Schritt den Weg für die Rückkehr weiterer Kellogg’s-Produkte ebnet, insbesondere der bekannten Cornflakes, die ebenfalls zeitweise aus den Edeka-Regalen verschwunden waren. Die Situation bei Rewe scheint derweil noch nicht vollständig geklärt zu sein; hier füllen aktuell noch andere Marken die Lücke, die durch das Fehlen der Pringles entstanden ist.

Warum gibt es keine Pringles-Chips mehr?
Edeka hatte Pringles-Chips nach einem Streit mit dem Hersteller aus dem Sortiment gestrichen. Auch mit anderen Marken, wie Mars und Pepsi, machte die Supermarktkette zeitweilig Schluss. Mittlerweile seien die Streitigkeiten aber zumeist beigelegt, berichtet die Lebensmittelzeitung (LZ).

Mehr als nur Chips: Die Geschichte von Pringles

Pringles sind nicht einfach nur Kartoffelchips. Ihre Geschichte ist faszinierend und beginnt bereits Ende der 1950er Jahre. Der Chemiker und Verpackungstechniker Fredric Baur leistete die Vorarbeiten, mit dem Ziel, eine Verpackung zu schaffen, die die Chips frisch und unbeschädigt hält. Mitte der 1960er Jahre wurde das Produkt dann vom US-amerikanischen Unternehmen Procter & Gamble weiterentwickelt, maßgeblich durch Alexander Liepa, der die Rezeptur verfeinerte. Der Markenname Pringles soll seinen Ursprung im Namen der Straße Pringle Drive in Cincinnati haben. 1968 wurden die Pringles erstmals auf Testmärkten verkauft, bevor sie 1971 unter dem Namen „Pringle's Newfangled Potato Chips“ im gesamten amerikanischen Markt eingeführt wurden. Der heute bekannte Name Pringles leitete sich erst 1986 davon ab. Seit 1996 sind Pringles auch in Deutschland erhältlich und haben sich schnell zu einem beliebten Snack entwickelt. Heute werden sie in über 140 Ländern weltweit verkauft. Die Produktion für den europäischen Markt findet in Polen und Belgien statt.

Die einzigartige Form und Verpackung

Ein prägnantes Merkmal von Pringles ist ihre Form und die dazugehörige Verpackung. Die Chips haben eine sehr spezifische, gleichmäßige Form, die mathematisch als hyperbolisches Paraboloid beschrieben wird. Diese Form ermöglicht es, die Chips perfekt in der Röhre zu stapeln, was sie weniger anfällig für Bruch macht als herkömmliche Chips in Beuteln. Die Verpackung selbst, eine Röhre aus Pappe mit einer dünnen Aluminiumschicht, einem Metallboden und einem Kunststoffdeckel, wurde von Fredric J. Baur entwickelt und 1970 patentiert. Diese innovative Verpackung trug maßgeblich zum Erfolg und Wiedererkennungswert des Produkts bei. Eine kuriose Anekdote am Rande: Fredric J. Baur war so stolz auf seine Erfindung, dass auf seinen Wunsch hin nach seinem Tod im Jahr 2008 ein Teil seiner Asche in einer Pringles-Dose beigesetzt wurde.

Die Sache mit der Füllmenge

Ein Thema, das bei Pringles immer wieder für Diskussionen sorgt, ist die Füllmenge. Über die Jahre gab es mehrere Änderungen, die oft als versteckte Preiserhöhung kritisiert wurden. Ursprünglich enthielten die Dosen 200 Gramm Chips. Diese Menge wurde schrittweise reduziert, zunächst auf 180 Gramm und dann auf 170 Gramm bis 2006. Verbraucherzentralen, wie die Verbraucherzentrale Hamburg, kritisierten dies als „Shrinkflation“ – weniger Produkt zum gleichen oder sogar höheren Preis. Procter & Gamble begründete die Reduzierung damals mit der Verwendung „höherwertiger Inhaltsstoffe“ und einer geringeren Dichte der Chips, was bei gleicher Füllhöhe zu weniger Gewicht führe. 2009 gab es eine weitere Reduzierung bei den Classic-Sorten von 170 g auf 165 g. Zeitweise warb der Hersteller sogar mit der Anzahl der Chips (90 pro Dose bei 165g), was die Gewichtsunterschiede kaschieren sollte. Ab 2019 kehrte man kurzzeitig zur 200 g Füllmenge zurück, nur um den Inhalt ab 2022 wieder auf 185 g zu reduzieren und 2024 erneut auf 165 g. Zusätzlich gibt es kleinere Gebinde mit 70 Gramm oder 40 Gramm Inhalt.

Welche Pringles-Sorte war die erste?
Pringles Original. Das ist die Sorte, mit der alles begann. Die erste Geschmacksrichtung, die in der kultigen Form eines hyperbolischen Paraboloids (such den Begriff, der ist cool) erhältlich war und sich perfekt in dieser einzigartigen röhrenförmigen Dose in salziger Form stapeln lässt.

Entwicklung der Füllmenge (Auswahl)

ZeitraumFüllmenge
Ursprünglich200 g
Bis 2006Reduziert auf 170 g
Ab 2009 (Classic)Reduziert auf 165 g
Ab 2019Erhöht auf 200 g
Ab 2022Reduziert auf 185 g
Ab 2024Reduziert auf 165 g

Inhaltsstoffe und Kontroversen

Die Zusammensetzung von Pringles unterscheidet sich von der traditioneller Kartoffelchips, da sie nicht aus rohen Kartoffelscheiben, sondern aus einem Teig auf Basis von Kartoffelpüreepulver, Reismehl, Weizenstärke und Maismehl hergestellt werden. Dazu kommen pflanzliche Öle und Fette, Aromen und weitere Zusatzstoffe. Am Beispiel der Sorte Classic Paprika zeigt sich die Vielfalt der Inhaltsstoffe, darunter Geschmacksverstärker wie Mononatriumglutamat und Farbstoffe wie Paprikaextrakt. Eine wichtige Änderung gab es Ende 2021: Die zuvor oft vegane Rezeptur wurde verändert. Mit Ausnahme der Sorte Pringles Original enthalten nun fast alle Sorten Süßmolkenpulver und sind somit nicht mehr vegan.

Auch gesundheitliche Aspekte spielten bei Pringles immer wieder eine Rolle in Tests von Verbraucherorganisationen. So fielen die Chips in der Vergangenheit durch eine hohe Belastung mit dem potenziell krebserregenden Acrylamid auf. Bei Tests von foodwatch in den Jahren 2006 und 2007 waren Pringles Testverlierer, mit Acrylamidwerten, die deutlich über denen vergleichbarer Produkte lagen. Nach Protestaktionen von foodwatch wurde der Acrylamidgehalt 2008 signifikant reduziert. Neuere Tests, wie der von Stiftung Warentest im Jahr 2022, deckten weitere Belastungen auf. Bei der Sorte Classic Paprika wurden hohe Mengen an Mineralölkohlenwasserstoffen (Mosh) und Glycidol, einem gesundheitsgefährdenden Fettumwandlungsprodukt, gefunden. Diese Ergebnisse führten dazu, dass die Stiftung Warentest die überprüfte Sorte mit der Note „mangelhaft“ bewertete.

Kartoffelchips oder Crisps?

Die Frage, ob Pringles wirklich Kartoffelchips sind, hat sogar Gerichte beschäftigt. Da Pringles aus einem Teig und nicht aus rohen Kartoffelscheiben hergestellt werden, urteilte die amerikanische Lebensmittelüberwachungsbehörde FDA bereits 1975, dass Pringles einen Hinweis auf der Verpackung tragen müssten, wenn sie sich weiterhin „Potato Chips“ nennen wollten. Das Unternehmen entschied sich stattdessen, die Bezeichnung „Crisps“ zu verwenden. Kurioserweise entschied der Oberste Gerichtshof Großbritanniens im Jahr 2007 in einem Steuerfall, dass Pringles sehr wohl als Kartoffelchips eingestuft werden könnten.

Häufig gestellte Fragen zu Pringles

Hier beantworten wir einige der gängigsten Fragen rund um die beliebten Stapelchips:

Warum waren Pringles aus den Regalen verschwunden?

Das Verschwinden war die Folge eines Preisstreits zwischen großen Supermarktketten wie Edeka und Rewe und dem Hersteller Kellanova (vormals Kellogg’s) über Einkaufskonditionen. Die Supermärkte nahmen die Produkte als Druckmittel aus dem Sortiment.

Gab es in den 70ern Pringles?
Die Zukunft der Marke blieb in den 1970er Jahren größtenteils ungewiss , doch Pringles verbesserte das Rezept mit Hilfe des Forschers Alexander Liepa weiter und ließ sich die Formel schließlich patentieren. Nach einer Entscheidung der FDA änderte Pringles 1975 die Verpackung von „Kartoffelchips“ auf „Crisps“.

Wann kommen Pringles zurück in die Supermärkte?

Mit Edeka wurde eine Einigung erzielt, und die Rückkehr der Pringles-Chips in die Edeka-Regale wird bereits ab November erwartet. Die Situation bei Rewe scheint noch unklar zu sein.

Sind Pringles vegan?

Seit einer Rezepturänderung Ende 2021 enthalten die meisten Pringles-Sorten Süßmolkenpulver und sind daher nicht mehr vegan. Die einzige Sorte, die weiterhin als vegan gilt, ist Pringles Original.

Was war die erste Pringles-Sorte?

Die allererste Geschmacksrichtung, die auf den Markt kam, war Pringles Original.

Sind Pringles wirklich Kartoffelchips?

In den USA musste die Bezeichnung von „Potato Chips“ auf „Crisps“ geändert werden, da Pringles aus einem Teig und nicht aus rohen Kartoffelscheiben hergestellt werden. Ein britisches Gericht stufte sie jedoch in einem Steuerfall als Kartoffelchips ein.

Warum gibt es keine Pringles-Chips mehr?
Edeka hatte Pringles-Chips nach einem Streit mit dem Hersteller aus dem Sortiment gestrichen. Auch mit anderen Marken, wie Mars und Pepsi, machte die Supermarktkette zeitweilig Schluss. Mittlerweile seien die Streitigkeiten aber zumeist beigelegt, berichtet die Lebensmittelzeitung (LZ).

Hat sich die Füllmenge der Pringles-Dose über die Jahre geändert?

Ja, die Füllmenge wurde mehrfach angepasst, oft reduziert (z.B. von 200g über verschiedene Schritte auf aktuell 165g bei vielen Sorten), was teilweise als versteckte Preiserhöhung kritisiert wurde.

Sind Pringles gesundheitlich unbedenklich?

Tests von Verbraucherorganisationen zeigten in der Vergangenheit Belastungen mit Acrylamid und neuerdings (2022) mit Mineralölkohlenwasserstoffen (Mosh) und Glycidol, was zu kritischen Bewertungen führte. Die Acrylamidwerte wurden nach Protesten jedoch reduziert.

Fazit

Die monatelange Abwesenheit der Pringles-Chips aus den Regalen war für viele Snack-Liebhaber ein Ärgernis, das die Auswirkungen von Verhandlungen im Einzelhandel deutlich machte. Die nun erzielte Einigung zwischen Edeka und Kellanova lässt aufatmen und verspricht die baldige Rückkehr des Kult-Produkts. Trotz der wechselhaften Geschichte, Diskussionen um Füllmengen und zeitweiser Kritik an Inhaltsstoffen bleibt Pringles ein global erfolgreicher und beliebter Snack, der mit seiner unverwechselbaren Form und Verpackung einen festen Platz im Bewusstsein der Verbraucher hat. Die Rückkehr in die Supermärkte wird sicherlich von vielen mit Spannung erwartet.

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