30/05/2023
Millionen von Fans bewundern Taylor Swift für ihre Musik und ihre Texte. Doch abseits der Bühne und im Scheinwerferlicht gibt es ein kleines Detail, das aufmerksamen Beobachtern nicht entgangen ist: die ungewöhnliche Art und Weise, wie sie ihren Stift hält. Ob in Musikvideos, auf Fotos beim Autogrammeschreiben oder beim Verfassen ihrer weltbekannten Lieder – Taylor Swift verwendet oft einen Griff, der von der allgemein üblichen Methode abweicht. Während die meisten Menschen einen Stift zwischen Daumen und Zeigefinger stabilisieren, klemmt sie ihn zwischen Zeige- und Mittelfinger.

Dieser besondere Schreibstil hat nicht nur die Neugier ihrer riesigen Fangemeinde geweckt, die in Foren und sozialen Medien darüber diskutiert und Memes erstellt hat, sondern auch die Aufmerksamkeit von Experten auf sich gezogen. Ist dieser Griff nur eine persönliche Eigenart oder gibt es tiefere Gründe dafür? Um diese Frage zu beantworten, lohnt es sich, einen Blick auf das zu werfen, was Fachleute, insbesondere Ergotherapeuten, zu solchen abweichenden Griffmustern sagen.
- Eine ungewöhnliche Beobachtung, die für Aufsehen sorgt
- Was sagen Experten zu Taylor Swifts Stiftgriff?
- Mögliche Gründe für den speziellen Griff
- Funktionalität über Konvention
- Entwicklung und Anpassung des Griffs
- Kann jeder diesen Griff verwenden?
- Häufig gestellte Fragen zu Taylor Swifts Stiftgriff
- Fazit
Eine ungewöhnliche Beobachtung, die für Aufsehen sorgt
Die Szene im Musikvideo zu „Anti-Hero“, der Leadsingle aus ihrem Album „Midnights“, zeigte es deutlich: Beim Notieren von Gedanken hält Taylor Swift ihren Stift auf eine Weise, die vielen sofort ins Auge fiel. Anstatt des weit verbreiteten „Dreipunktgriffs“ (dynamischer Dreifingergriff), bei dem der Stift vom Daumen und Zeigefinger geführt und auf dem Mittelfinger abgestützt wird, positioniert sie ihn zwischen Zeige- und Mittelfinger. Dies ist kein Einzelfall; zahlreiche Bilder und Videos aus ihrer gesamten Karriere belegen, dass dies ihr konsistentes Schreibmuster ist.
Die Reaktionen darauf reichen von amüsierter Verwunderung bei den Fans bis hin zu weniger wohlwollenden Kommentaren in einigen Medien. Doch anstatt vorschnell zu urteilen, ist es aufschlussreicher, die Perspektive derer einzuholen, die sich beruflich mit der Entwicklung und Funktionalität von Handgriffen beschäftigen: Ergotherapeuten.
Was sagen Experten zu Taylor Swifts Stiftgriff?
Ergotherapeuten arbeiten oft mit Kindern oder Erwachsenen, um ihnen zu helfen, ihre Feinmotorik und Schreibfertigkeiten zu entwickeln oder anzupassen. Zwei Ergotherapeutinnen, Cathy Richmond und Cheryl Crow, haben sich zu Taylor Swifts Griff geäußert und bieten mögliche Erklärungen an.
Cathy Richmond, eine erfahrene Ergotherapeutin, die lange in Schulen gearbeitet hat, beschreibt Swifts Griff als „ungewöhnlich“. Sie hat dieses Muster in ihrer Praxis nur sehr selten gesehen, meist bei Kindern mit geringem Muskeltonus. Dennoch sieht sie keinen Grund zur Besorgnis: „Ich würde sagen, sie schützt ihre Gelenke, und wenn es für sie funktioniert, ist es gut für sie.“ Dies deutet darauf hin, dass der Griff nicht zwangsläufig schädlich ist, sondern möglicherweise eine Anpassung zur Entlastung der Hand darstellt.

Cheryl Crow, ebenfalls Ergotherapeutin und selbst ein Fan von Taylor Swift, hat sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und sogar TikToks darüber gemacht. Sie bestätigt, dass dieser Griff, den sie scherzhaft als „Taylor Swift Griff“ bezeichnet, untypisch ist, aber durchaus funktionale Gründe haben kann. Laut Crow gibt es typischerweise zwei Hauptgründe, warum Menschen diesen Griff verwenden könnten:
- Hypermobilität: Ihre Gelenke sind übermäßig beweglich.
- Handschmerzen: Insbesondere Schmerzen, die auf Zustände wie rheumatoide Arthritis zurückzuführen sind.
Crow vermutet, dass Rheuma bei Swift unwahrscheinlich ist, hält aber Hypermobilität für eine reale Möglichkeit. Hypermobilität geht oft mit geringem Muskeltonus einher, was die Beobachtung von Cathy Richmond bei Kindern erklärt. Crow merkt an, dass sie bei Taylor Swift, basierend auf öffentlichen Beobachtungen, eine mögliche Hypermobilität für denkbar hält, die sich auch auf die Haltung auswirken könnte.
Mögliche Gründe für den speziellen Griff
Der Hauptvorteil des Griffs zwischen Zeige- und Mittelfinger, insbesondere bei Hypermobilität, liegt in der erhöhten Stabilität. Beim traditionellen Dreipunktgriff liegt das Ende des Stifts im Bereich zwischen Daumen und Zeigefinger. Bei sehr beweglichen Gelenken bietet dieser Bereich möglicherweise nicht genügend Auflagefläche, um den Stift stabil zu halten. Wenn der Stift jedoch zwischen Zeige- und Mittelfinger platziert wird, wird er höher am Schaft gefasst. Dies führt zu einer stabileren Position, bei der der Stift weniger dazu neigt, zu wackeln oder aus der Hand zu rutschen.
Ein weiterer möglicher Grund, den die Expertinnen ansprechen, ist die Anpassung an Schmerzen oder wiederkehrende Belastung. Taylor Swift schreibt nicht nur Lieder, sondern gibt auch unzählige Autogramme. Diese repetitive Tätigkeit kann zu Belastungen in den Händen und Gelenken führen. Eine Änderung des Griffs kann eine Strategie sein, um bestimmte Gelenke zu entlasten und die Belastung umzuverteilen. Es ist denkbar, dass Schmerzen sie dazu veranlasst haben, nach einer alternativen, komfortableren Schreibweise zu suchen.
Funktionalität über Konvention
Trotz seines ungewöhnlichen Aussehens betonen die Ergotherapeutinnen, dass Swifts Griff eine absolut funktionale Art des Schreibens ist. Cheryl Crow hebt Taylor Swift als exzellentes Beispiel hervor: „Offensichtlich ist sie eine der besten Songwriterinnen unserer Generation. Es hat sie offensichtlich nicht vom Schreiben abgehalten.“ Dies unterstreicht den wichtigsten Punkt: Die Effizienz und Lesbarkeit des Schreibens sind entscheidender als die strikte Einhaltung eines bestimmten Griffmusters. Für Taylor Swift hat sich dieser Griff offensichtlich als funktional und effizient für langfristiges Schreiben erwiesen.
Die Vorstellung, dass es nur eine einzige „richtige“ Art gibt, einen Stift zu halten, hat sich in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt. Ergotherapeuten erkennen heute an, dass es mehrere effiziente und akzeptable Griffmuster gibt. Der traditionelle dynamische Dreifingergriff ist nur einer davon. Swifts Griff, der als adaptiver Dreifingergriff klassifiziert wird, gehört zu den Mustern, die heute von Fachleuten als funktionell anerkannt werden.

Diese Entwicklung im Verständnis der Schreibgriffe zeigt, dass die Funktionalität und der Komfort für den Schreibenden im Vordergrund stehen sollten. Solange jemand leserlich und über längere Zeit ohne Beschwerden schreiben kann, ist das verwendete Griffmuster – auch wenn es von der Norm abweicht – als effektiv zu betrachten.
Entwicklung und Anpassung des Griffs
Schreibgriffe entwickeln sich normalerweise in den frühen Grundschuljahren, oft bis zur ersten oder zweiten Klasse. Es ist plausibel anzunehmen, dass Taylor Swift dieses Muster bereits in jungen Jahren entwickelt hat. Cheryl Crow weist jedoch darauf hin, dass es auch möglich ist, dass sie den Griff später im Leben angepasst hat. Menschen, die später im Leben Hypermobilität, chronische Schmerzen oder andere Herausforderungen entwickeln, ändern oft ihre Handgriffe, um besser damit umgehen zu können. Die Notwendigkeit, extrem viele Autogramme zu schreiben, könnte eine solche Herausforderung darstellen, die eine Anpassung des Griffs begünstigt.
Die Möglichkeit der Anpassung des Griffs im Erwachsenenalter, auch wenn es schwierig sein kann, unterstreicht die Fähigkeit des Körpers, Strategien zu entwickeln, um Komfort und Effizienz bei wiederkehrenden Aufgaben wie dem Schreiben zu gewährleisten.
Kann jeder diesen Griff verwenden?
Angesichts der großen Fangemeinde von Taylor Swift stellt sich die Frage, ob Fans, die ihr nacheifern möchten, versuchen sollten, ihren Stift auf die gleiche Weise zu halten. Laut Cheryl Crow ist es zwar schwierig, einen etablierten Griff im Erwachsenenalter dauerhaft zu ändern, aber nicht unmöglich. Ob es ratsam ist, hängt von den individuellen Bedürfnissen und dem Komfort ab. Für jemanden ohne die spezifischen Gründe (wie Hypermobilität oder Schmerzen), die Taylor Swift möglicherweise zu diesem Griff geführt haben, bietet der Griff möglicherweise keine Vorteile gegenüber der traditionellen Methode. Letztendlich ist die Wahl des Stiftgriffs eine sehr persönliche Angelegenheit, bei der der Komfort und die Effizienz im Vordergrund stehen sollten.
Häufig gestellte Fragen zu Taylor Swifts Stiftgriff
Warum hält Taylor Swift ihren Stift zwischen Zeige- und Mittelfinger?
Experten vermuten, dass dies mit Gründen wie Hypermobilität (übermäßig bewegliche Gelenke), Handschmerzen oder der Notwendigkeit, Gelenke bei wiederkehrenden Tätigkeiten wie dem Schreiben vieler Autogramme zu entlasten, zusammenhängen könnte. Dieser Griff kann für manche Menschen eine höhere Stabilität bieten.

Ist dieser Stiftgriff ungewöhnlich?
Ja, er ist weniger verbreitet als der traditionelle Griff mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Ergotherapeuten sehen ihn seltener, oft bei Personen mit bestimmten motorischen Eigenschaften.
Ist dieser Griff falsch oder schädlich?
Nein, obwohl er ungewöhnlich ist, wird er von Ergotherapeuten als ein funktioneller und akzeptabler Griff (adaptiver Dreifingergriff) anerkannt. Für Taylor Swift scheint er gut zu funktionieren und hat sie nicht am Schreiben gehindert.
Kann ich versuchen, meinen Stift auch so zu halten?
Es ist möglich, einen etablierten Griff zu ändern, auch wenn es Übung erfordert. Ob es für Sie persönlich Vorteile bringt, hängt von Ihren individuellen Händen und Schreibgewohnheiten ab. Wenn Sie keine der genannten Gründe (wie Hypermobilität) haben, bietet der traditionelle Griff möglicherweise mehr Komfort.
Fazit
Taylor Swifts ungewöhnlicher Stiftgriff ist mehr als nur eine Marotte; er ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie Menschen individuelle Strategien entwickeln, um das Schreiben für sich optimal zu gestalten. Die Meinungen von Ergotherapeuten legen nahe, dass dieser Griff eine funktionale Anpassung sein könnte, möglicherweise bedingt durch Faktoren wie Hypermobilität, Schmerzen oder die Anforderungen ihres Berufs. Er zeigt, dass es beim Schreiben nicht den einen „richtigen“ Weg gibt, sondern dass Funktionalität und Komfort die entscheidenden Kriterien sind. Für eine der produktivsten Songwriterinnen unserer Zeit funktioniert dieser einzigartige Griff offensichtlich perfekt.
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