15/12/2018
Wenn du im Rahmen deiner Schullaufbahn oder deines Studiums wissenschaftliche Arbeiten verfasst, wie zum Beispiel eine Facharbeit, kommst du an einem zentralen Thema nicht vorbei: dem richtigen Zitieren. Im Gegensatz zu einfachen Texten oder Aufsätzen in der Schule, wo die Herkunft von Informationen oft keine große Rolle spielt, ist die korrekte Angabe von Quellen in wissenschaftlichen Arbeiten absolut unerlässlich. Es geht darum, die Gedanken und Erkenntnisse anderer Urheber anzuerkennen und klar kenntlich zu machen, welche Teile deiner Arbeit auf fremden Ideen basieren und welche deine eigenen sind. Dies ist die Grundlage wissenschaftlicher Redlichkeit und hilft, Plagiate zu vermeiden. Doch wie genau funktioniert das Zitieren? Wann musst du zitieren und welche Regeln gibt es dabei zu beachten? Dieser Artikel führt dich durch die wichtigsten Grundlagen und zeigt dir die gängigsten Methoden, um Zitate korrekt in deinen Text einzubinden.

Warum ist richtiges Zitieren unverzichtbar?
Wissenschaftliches Arbeiten baut auf dem Wissen auf, das Generationen vor dir gesammelt und dokumentiert haben. Wenn du eine Facharbeit schreibst, recherchierst du in Büchern, Artikeln und anderen Medien, um Informationen, Daten, Theorien oder Argumente zu finden, die für dein Thema relevant sind. Diese fremden Inhalte in deine eigene Arbeit zu integrieren, ist nicht nur erlaubt, sondern notwendig. Allerdings musst du dabei immer klar kenntlich machen, welche Teile von dir stammen und welche du aus anderen Quellen übernommen hast. Andernfalls begehst du ein Plagiat, was schwerwiegende Folgen haben kann. Richtiges Zitieren erfüllt mehrere wichtige Funktionen:
- Nachweisbarkeit: Leser deiner Arbeit müssen in der Lage sein, die von dir verwendeten Quellen zu finden und deine Interpretationen oder Schlussfolgerungen zu überprüfen.
- Anerkennung: Du würdigst die geistige Arbeit anderer Autoren, deren Erkenntnisse du nutzt.
- Glaubwürdigkeit: Indem du auf anerkannte Quellen verweist, stärkst du die Autorität und Überzeugungskraft deiner eigenen Argumentation.
- Abgrenzung: Du grenzt deine eigenen Ideen und Formulierungen klar von denen anderer ab.
Kurz gesagt: Immer, wenn du Informationen, Daten, Fakten, Meinungen oder Formulierungen übernimmst, die nicht dein eigenes Gedankengut oder allgemein bekanntes Wissen sind, musst du die Quelle angeben. Das gilt sowohl für wörtlich übernommene Textstellen als auch für sinngemäß wiedergegebene Inhalte.
Direktes Zitat vs. Sinngemäße Wiedergabe
Es gibt zwei Hauptarten, wie du fremde Inhalte in deine Arbeit einbauen kannst, die beide eine Quellenangabe erfordern:
Das direkte Zitat
Beim direkten Zitat übernimmst du eine Textpassage wörtlich, also Wort für Wort und Zeichen für Zeichen, genau so, wie sie in der Originalquelle steht. Diese Form des Zitierens wird verwendet, wenn der exakte Wortlaut von besonderer Bedeutung ist. Das kann der Fall sein bei Definitionen, besonders prägnanten Formulierungen, historischen Dokumenten oder wenn du die Sprache oder den Stil des Autors analysieren möchtest. Direkte Zitate sollten gezielt und nicht zu häufig eingesetzt werden, da eine Arbeit, die überwiegend aus Zitaten besteht, den Eindruck erweckt, dass du den Stoff nicht eigenständig durchdrungen hast.
Die sinngemäße Wiedergabe (Paraphrase)
Bei der sinngemäßen Wiedergabe fasst du die Inhalte oder Ideen einer Quelle in deinen eigenen Worten zusammen und integrierst sie flüssig in deinen Text. Dies zeigt, dass du den Stoff verstanden und verarbeitet hast. Die Paraphrase ist in wissenschaftlichen Arbeiten oft die bevorzugte Methode, da sie eine bessere Integration der Fremdinhalte in den eigenen Gedankengang ermöglicht. Auch hier ist die Quellenangabe unerlässlich, um die Herkunft der Information nachvollziehbar zu machen. Obwohl sich dieser Artikel primär auf die Regeln für direkte Zitate konzentriert, da diese formal am strengsten sind, vergiss nicht: Auch paraphrasierte Inhalte müssen zitiert werden!
Die Regeln für das direkte Zitat
Das korrekte Setzen eines direkten Zitats erfordert höchste Genauigkeit. Halte dich an die folgenden Regeln:
- Wörtliche Übernahme: Das Zitat muss inhaltlich und formal exakt mit der Quelle übereinstimmen. Das bedeutet, du übernimmst nicht nur die Worte, sondern auch die Zeichensetzung, Groß- und Kleinschreibung und selbst eventuelle Rechtschreibfehler oder veraltete Schreibweisen. Du darfst nichts am Original verändern.
- Anführungszeichen setzen: Jedes direkte Zitat muss am Anfang und am Ende durch doppelte Anführungszeichen ("...") klar als solches gekennzeichnet werden. Längere Zitate (oft ab 3 Zeilen, aber das kann je nach Richtlinie variieren) werden manchmal eingerückt und ohne Anführungszeichen dargestellt, aber die Grundlage ist die Kennzeichnung durch Anführungszeichen.
- Änderungen und Auslassungen kennzeichnen: Manchmal ist es notwendig, ein Zitat leicht anzupassen, damit es grammatisch in deinen Satz passt oder um unwichtige Teile wegzulassen. Solche Eingriffe müssen immer klar kenntlich gemacht werden: Auslassungen markierst du mit eckigen Klammern und drei Punkten [...]. Wenn du etwas hinzufügst oder änderst, um die Integration ins Zitat zu erleichtern, setzt du auch diese Änderungen in eckige Klammern. Laut der uns vorliegenden Information sind dies Anpassungen, um das Zitat deinem Satz anzupassen. Beispiel: Der Autor schrieb: „Es ist [manchmal] schwer.“
- Quellenangabe nach dem Zitat: Unmittelbar nach dem Zitat muss die Quelle angegeben werden. Die Art und Weise, wie diese Quellenangabe aussieht, hängt von der gewählten Zitierweise ab. Diese Angabe verweist auf den vollständigen Eintrag der Quelle im Literaturverzeichnis am Ende deiner Arbeit.
Zwei gängige Zitierweisen im Detail
Wie bereits erwähnt, gibt es verschiedene Systeme zur Angabe der Quelle nach einem direkten Zitat. Die Harvard Zitierweise und die Deutsche Zitierweise sind weit verbreitet. Welche du verwenden sollst, klärst du am besten mit der Person, die deine Arbeit betreut. Ein Wechsel des Stils innerhalb einer Arbeit ist nicht zulässig.
Die Harvard Zitierweise (Autor-Jahr-System)
Bei der Harvard Zitierweise, auch bekannt als Autor-Jahr-System oder Parenthetical Referencing, wird die Kurzinformation zur Quelle direkt im Text in runden Klammern hinter das Zitat gesetzt. Dies unterbricht den Lesefluss im Vergleich zur Fußnote zwar kurz, hat aber den Vorteil, dass der Leser sofort sieht, von wem die Aussage stammt und wann sie veröffentlicht wurde.
So funktioniert die Harvard Zitierweise für direkte Zitate:
- Übernehme den genauen Wortlaut des Zitats.
- Setze das Zitat in doppelte Anführungszeichen ("...").
- Füge direkt nach dem schließenden Anführungszeichen und vor dem Satzzeichen die Quellenangabe in runden Klammern hinzu.
- Die Quellenangabe in den Klammern besteht aus dem Nachnamen des Autors, dem Erscheinungsjahr der Publikation und der genauen Seitenzahl, getrennt durch Kommas. Das Format ist üblicherweise (Autor, Jahr, S. X).
Beispiel nach Harvard Zitierweise:
"Hasen haben grüne Ohren" (Mustermann, 1987, S.12).

Dieses Kurzformat im Text verweist eindeutig auf den vollständigen Eintrag für "Mustermann, 1987" im Literaturverzeichnis.
Die Deutsche Zitierweise (Fußnotensystem)
Die Deutsche Zitierweise verwendet Fußnoten am Ende der Seite, um Quellen anzugeben. Dies hält den Haupttext optisch sauberer und ermöglicht es, neben der Quellenangabe auch zusätzliche Anmerkungen zu machen (was aber sparsam geschehen sollte und nicht Thema der uns vorliegenden Information ist).
So funktioniert die Deutsche Zitierweise für direkte Zitate:
- Übernehme den genauen Wortlaut des Zitats.
- Setze das Zitat in doppelte Anführungszeichen ("...").
- Setze direkt nach dem schließenden Anführungszeichen (und vor dem Satzzeichen) eine hochgestellte Ziffer. Dies ist die Fußnotenmarke und sie zählt im gesamten Dokument fortlaufend hoch, beginnend bei 1.
- Am unteren Rand derselben Seite erstellst du eine Fußnote mit der entsprechenden Ziffer.
- In der Fußnote nennst du die Quelle. Laut der uns vorliegenden Information besteht die Angabe in der Fußnote aus dem Autor, dem Jahr der Veröffentlichung und der Seitenzahl.
- Am Ende der Arbeit steht wie bei Harvard ein vollständiges Literaturverzeichnis.
Beispiel nach Deutscher Zitierweise:
"Hasen haben grüne Ohren"².
Fußnote 2: Mustermann, 1987, S.12
Vergleich der beiden Zitierweisen
Hier eine zusammenfassende Gegenüberstellung der Hauptmerkmale der beiden vorgestellten Zitierweisen, basierend auf den bereitgestellten Informationen:
| Merkmal | Harvard Zitierweise | Deutsche Zitierweise |
|---|---|---|
| Platzierung der Kurzangabe | Direkt im Text nach dem Zitat | In der Fußnote am Seitenende |
| Kennzeichnung im Text | In runden Klammern (Autor, Jahr, Seite) | Durch eine hochgestellte Ziffer |
| Information in der Fußnote | Nicht anwendbar für Quellenangabe | Autor, Jahr, Seite |
| Vollständige Quellenangabe | Im Literaturverzeichnis am Ende | Im Literaturverzeichnis am Ende (und laut Beispiel auch in der Fußnote) |
Die Wahl zwischen diesen Stilen ist oft eine Frage der persönlichen Präferenz des Betreuers oder der Tradition des jeweiligen Fachbereichs. Wichtig ist nur, dass du einen Stil konsequent durchhältst.
Tipps für die Praxis des Zitierens
Neben den formalen Regeln gibt es einige bewährte Praktiken, die dir helfen, das Zitieren in deiner Facharbeit effizient und fehlerfrei zu gestalten:
- Sofort dokumentieren: Sobald du eine interessante Information oder ein Zitat findest, das du verwenden möchtest, notiere dir nicht nur den Inhalt, sondern sofort auch die vollständige Quelle (Autor, Titel, Erscheinungsjahr, Verlag, Ort, Seite etc.). So vermeidest du mühsames Nacharbeiten am Ende.
- Konsequent sein: Wähle eine Zitierweise (nach Absprache!) und wende sie lückenlos und einheitlich auf alle Quellen an.
- Nicht zu viel direkt zitieren: Nutze direkte Zitate nur, wenn es wirklich notwendig ist. Deine Arbeit sollte zeigen, dass du den Stoff verstanden und verarbeitet hast, was du am besten durch Paraphrasen demonstrierst.
- Sorgfältig Korrektur lesen: Überprüfe am Ende deiner Arbeit alle Zitate und Quellenangaben. Stimmen die Anführungszeichen? Sind die Klammern/Fußnoten korrekt gesetzt? Stimmen die Seitenzahlen?
Häufig gestellte Fragen zum Zitieren
Auch wenn die Regeln klar sind, tauchen beim Zitieren oft Fragen auf. Hier Antworten auf einige typische:
Wann genau muss ich zitieren?
Immer dann, wenn du Informationen, Daten, Theorien oder Formulierungen verwendest, die du aus einer Quelle entnommen hast und die nicht als allgemeines Wissen gelten oder deine eigenen originären Gedanken sind. Das gilt für direkte Zitate und Paraphrasen.

Muss ich Rechtschreibfehler im Originalzitat übernehmen?
Ja, bei einem direkten Zitat musst du den Originaltext wörtlich übernehmen, inklusive eventueller Rechtschreibfehler oder veralteter Schreibweisen.
Was mache ich, wenn ich Teile eines Zitats weglassen möchte?
Auslassungen innerhalb eines direkten Zitats musst du mit eckigen Klammern und drei Punkten kennzeichnen, z.B. [...].
Kann ich ein Zitat an meinen Satz anpassen?
Ja, aber nur in geringem Umfang, um es grammatikalisch in deinen Satz zu integrieren. Diese Anpassungen müssen ebenfalls in eckige Klammern gesetzt werden.
Welche Zitierweise ist die 'richtige' oder 'beste'?
Es gibt nicht die eine richtige Zitierweise. Die Wahl hängt vom Fachbereich, der Institution oder den Vorgaben deines Betreuers ab. Wichtig ist, dass du die gewählte Weise konsequent anwendest.
Fazit: Zitieren als Schlüsselkompetenz
Das korrekte Zitieren mag auf den ersten Blick kompliziert erscheinen, ist aber eine grundlegende und erlernbare Fähigkeit für jeden, der wissenschaftlich arbeitet. Ob in der Schul-Facharbeit oder später im Studium – die saubere Angabe von Quellen ist ein Zeichen von wissenschaftlicher Redlichkeit und Sorgfalt. Indem du die Regeln für direkte Zitate beherrschst, die Unterschiede zwischen der Harvard Zitierweise und der Deutschen Zitierweise kennst und konsequent eine Methode anwendest, legst du ein solides Fundament für deine Arbeit. Nutze direkte Zitate bewusst und sparsam und vergiss nicht, auch sinngemäße Wiedergaben zu belegen. Mit Sorgfalt und Übung wirst du das Direkte Zitat und das Zitieren im Allgemeinen meistern und so eine überzeugende und wissenschaftlich korrekte Arbeit abliefern.
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