Ist Frohnau teuer?

Frohnau: Berlins exklusive Gartenstadt

15/12/2021

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Frohnau, im hohen Norden des Bezirks Reinickendorf gelegen, genießt einen besonderen Ruf in Berlin. Als exklusive Gartenstadt konzipiert, zieht dieser Ortsteil seit jeher Menschen an, die das Besondere suchen: Ruhe, viel Grün und eine gehobene Lebensqualität, gepaart mit guter Anbindung an die Berliner City.

Übersicht

Ist Frohnau teuer? Die exklusive Lage hat ihren Preis

Die Frage, ob Frohnau teuer ist, lässt sich basierend auf den Beschreibungen im Text klar bejahen. Frohnau wird als exklusiver Villen- und Landhausstandort bezeichnet, der für Bessergestellte konzipiert wurde und auch heute noch eine gehobene Wohnqualität bietet. Gediegene Shoppingmöglichkeiten, Sportarten wie Polo, Reiten, Golf und Tennis sowie die Anziehungskraft für Intellektuelle und Künstler unterstreichen den hohen Standard des Ortsteils. Auch wenn keine konkreten Immobilienpreise genannt werden, deutet die Beschreibung des Charakters und der Bewohnerstruktur eindeutig darauf hin, dass Wohnen in Frohnau im Vergleich zu vielen anderen Berliner Stadtteilen kostspieliger ist.

Welche Faktoren beeinflussen Immobilienpreise in Frohnau?

Die Immobilienpreise werden von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, die sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite wirken. Im Kontext von Frohnau spielen diese allgemeinen Faktoren eine besondere Rolle:

  • Lage und Attraktivität: Frohnau zeichnet sich durch seine einmalige Lage aus. Als "Stadt im Grünen" inmitten eines Forstes gelegen, bietet es viel Ruhe und Natur. Gleichzeitig ist es gut an die Innenstadt angebunden (S-Bahn S1). Diese Kombination aus ländlichem Charme und urbaner Nähe ist äußerst begehrt.
  • Verfügbarkeit von Bauland: Als geplante Gartenstadt mit großen Grundstücken und unbebauten Waldflächen im Norden ist die Verfügbarkeit von Bauland begrenzt, insbesondere für neue Entwicklungen, was das Angebot verknappt.
  • Art der Bebauung: Die Dominanz von stattlichen Villen und Landhäusern auf großzügigen Parzellen prägt das Bild und das Preisniveau. Es gibt weniger Dichte als in typischen Stadtlagen.
  • Infrastruktur: Vorhandene Schulen, Kitas, Einkaufsmöglichkeiten am Zeltinger und Ludolfinger Platz sowie Sport- und Freizeitmöglichkeiten tragen zur Attraktivität bei und erhöhen die Nachfrage.
  • Zielgruppe: Frohnau zieht traditionell eine wohlhabendere Bevölkerungsschicht an (Bankiers, Fabrikbesitzer, Wissenschaftler, Künstler), deren höhere Einkommen die Nachfrage nach hochpreisigen Immobilien stützt.
  • Historische Entwicklung: Die Konzeption als exklusive Gartenstadt für Bessergestellte hat das Fundament für das heutige Preisniveau gelegt.

Während allgemeine Faktoren wie Baukosten, Regulierungen oder Zinssätze überall wirken, wird das hohe Preisniveau in Frohnau maßgeblich durch die spezifische Kombination aus einzigartiger Lage, exklusiver Bebauung und der damit verbundenen hohen Nachfrage einer kaufkräftigen Klientel bestimmt.

Prominente Bewohner und die Anziehungskraft Frohnaus

Frohnau hat schon immer Intellektuelle, Künstler und bekannte Persönlichkeiten angezogen. Der Text nennt explizit:

  • Der Sänger und Liedermacher Reinhard Mey, der in Frohnau geboren wurde und dem Ort bis heute treu geblieben ist.
  • Der Krimiautor Horst Bosetzky, bekannt unter seinem Pseudonym "ky".

In der Vergangenheit wohnten hier auch viele Berliner Opernstars, wie G. Ditter, E. Habich, G. Pistor und Maria Müller. Weitere berühmte Persönlichkeiten, die in Frohnau lebten, waren:

  • Carl Einstein (1885-1940), Kunsthistoriker und Schriftsteller.
  • Die Dichter Eberhard König, Werner Jansen und Walter von Molo.
  • Der Schriftsteller Oskar Loerke (1884-1941), an dessen ehemaligem Wohnhaus eine Gedenktafel hängt.

Diese Liste prominenter Bewohner unterstreicht die besondere Anziehungskraft und das kulturelle Flair, das Frohnau ausmacht und zu seiner Exklusivität beiträgt.

Geschichte der Gartenstadt: Von der Vision zur Wirklichkeit

Die Geschichte Frohnaus ist eng mit der Vision von Guido Graf Henckel Fürst von Donnersmarck verbunden. Im Jahr 1907 erwarb er 3000 Morgen Wald der Stolper Heide mit der Absicht, eine Gartenstadt zu errichten. Die "Berliner Terrain-Centrale GmbH", der er den Grundbesitz überließ, lobte 1908 einen Wettbewerb zur städtebaulichen Planung aus.

Gewinner waren die Charlottenburger Architekten Joseph Brix und Felix Genzmer, die die Anlage der Gartenstadt Frohnau, was "Frohe Aue" bedeutet, realisierten. Die Planung sah etwa 284 Blöcke vor, aufgeteilt in 6000 Parzellen von je 1000 Quadratmetern, mit einer geplanten maximalen Einwohnerzahl von 30.000 Menschen.

Das umfassende Grünsystem, die Gestaltung der Plätze, des Friedhofs, des Poloplatzes sowie die Bepflanzung der Straßen und Alleen mit 10.000 Bäumen wurden von Ludwig Lesser konzipiert, der 1908 zum Gartendirektor der Terrain-Centrale ernannt wurde. Die feierliche Einweihung Frohnaus fand am 7. Mai 1910 statt.

Zu den ersten Bewohnern zählten überwiegend Bankiers, Fabrikbesitzer, Wissenschaftler, Kaufleute, gehobene Beamte und Handwerksmeister – ein klares Indiz für die Zielgruppe der Villen- und Landhauskolonie.

Der Erste Weltkrieg führte zu einer Stagnation der Besiedlung. Weite Teile im Norden und Osten blieben unbebaut, obwohl die Straßen bereits angelegt waren und noch heute mitten im Wald existieren.

Das Zentrum: Ludolfinger und Zeltinger Platz

Das Herz Frohnaus bilden bis heute der Ludolfinger- und der Zeltinger Platz, verbunden durch eine Brücke, unter der die S-Bahn verläuft. Die Bauten um den Bahnhof, entworfen von Hart & Lesser und 1910 vollendet, bilden mit dem 30 Meter hohen Casinoturm das Wahrzeichen des Ortsteils.

Der Ludolfinger Platz westlich der Bahnlinie ist ein Oval, von dem fünf Straßen strahlenförmig abgehen. Der Sigismundkorso, die Mittelachse, wurde zu einer zweibahnigen Promenade mit Grünstreifen ausgebaut. Ein Wasserbecken mit Fontäne dominiert die kleinere Anlage vor dem Bahnhof.

Das östliche Gegenstück ist der halbrunde Zeltinger Platz, eingefasst von Roßkastanien. Hier zieht eine mächtige, weinberankte Pergola die Blicke auf sich, Teil einer Terrassenanlage, die von Paul Poser geplant wurde. Im inneren Halbkreis befindet sich ein Brunnenbecken mit einer Kopie der Bronzefigur "Die Kugelläuferin". Auch hier führen fünf Straßen in die Siedlung, die Wiltinger Straße wurde zur Promenade ausgebaut.

Um beide Plätze herum finden sich zahlreiche Geschäfte und Supermärkte, die der Nahversorgung dienen.

Prächtige Architektur: Villen und Landhäuser

In den vom Zentrum abgehenden Straßen stehen viele stattliche Villen und Landhäuser, die Zeugnisse bürgerlicher Architektur der späten wilhelminischen Zeit sind. Architekten wie Heinrich Straumer und Paul Poser haben das Bild Frohnaus maßgeblich geprägt.

Heinrich Straumer (1876-1937) entwarf unter anderem die Villa im Ludolfingerweg 54 (1911) und vier Landhäuser An der Buche 17-21 (1911) mit steilen Satteldächern und spitzen Giebeln. Auch die Villa Janson in der Zeltinger Straße/Zerndorfer Weg (1910), die einst eine Kutschdurchfahrt durch den von Ludwig Lesser gestalteten Vorgarten besaß, stammt von ihm.

Paul Poser (1876-1940) schuf neben Straumer viele bedeutende Bauten, darunter das Landhaus am Poloplatz (Casino, heute italienisches Restaurant) von 1911 und die Siedlung des Vaterländischen Bauvereins an der Welfenallee (1926/27) mit 30 Mehrfamilienhäusern, die sich harmonisch ins Ortsbild einfügen.

Eine weitere bedeutende Villa ist das Centre Bagatelle in der Zeltinger Straße 6, 1925 von Poser und Bamm erbaut. Ursprünglich für Herbert Worch errichtet, diente sie während des Dritten Reiches der NSDAP-Ortsgruppe, nach 1945 als Sitz der Alliierten (sowjetisch, britisch, französisch) und ist heute ein kulturelles Zentrum, das vom Verein Centre Bagatelle e.V. für Veranstaltungen genutzt wird.

Kulturelle und Soziale Orte

Frohnau beherbergt einige bemerkenswerte Einrichtungen:

  • Das Buddhistische Haus am Edelhofdamm ist eine Hauptsehenswürdigkeit und wichtige Kultstätte des Buddhismus in Westeuropa. Erbaut 1922-1924 von Dr. Paul Dahlke nach Plänen von Max Meyer, ist es nach indischer Tempelarchitektur gestaltet (Elefantenportal, Treppe mit 73 Stufen und 8 Absätzen) und verfügt über einen Tempel im japanischen Stil sowie einen Erweiterungsbau im ceylonesischen Stil. Es wird von buddhistischen Mönchen bewohnt und bietet öffentliche Vorträge und Meditationen an.
  • Die Invalidensiedlung im Nordwesten setzt die Tradition eines Invalidenhauses fort. 1938 errichtet, besteht sie aus holländisch anmutenden Klinkerhäusern und wird von Kriegsversehrten und ihren Familien bewohnt. Die Wohnungen sind behindertengerecht und entsprechen Sozialwohnungen.
  • Das Evangelische Rehabilitationszentrum für Körperbehinderte der Fürst Donnersmarck-Stiftung im Wildkanzelweg widmet sich der Verselbständigung, medizinischen Therapie und sozialpädagogischen Förderung von Menschen mit Behinderungen.

Freizeit und Natur

Das viele Grün ist ein Markenzeichen Frohnaus. Ein immergrüner Forst umschließt den Ortsteil. Mitten im Wald liegt der Hubertussee, der zu Spaziergängen einlädt und Ruhe und Entspannung bietet.

Der Ludwig-Lesser-Park am Ende der Wiltinger Straße ehrt den Gartendirektor der Berliner Terrain-Centrale. Südlich davon steht ein Kriegerdenkmal von Paul Poser.

Der Poloplatz, ursprünglich von Lesser als Freizeitpark geplant und von 1913 bis 1932 für Polospiele genutzt, wird heute von Reitställen und dem Frohnauer Reitclub genutzt. Im historischen Umkleidegebäude sind die Pfadfinder Frohnau beheimatet.

Ist Frohnau eine gute Wohngegend?

Basierend auf der Beschreibung im Text ist Frohnau zweifellos eine sehr gute Wohngegend, insbesondere für Familien und Menschen mit gehobenen Ansprüchen. Die Argumente dafür sind vielfältig:

  • Hohe Wohnqualität: Frohnau bietet gediegene Bürgerlichkeit und gehobene bis sehr gute Wohnlagen, geprägt von stattlichen Villen und Landhäusern.
  • Grünanlagen: Der Ortsteil ist von Wald umschlossen, die Straßen sind Alleen und viele gehören zu den schönsten Grünanlagen Berlins. Man lebt "im Grünen".
  • Infrastruktur für Familien: Es gibt Schulen und Kitas, was Frohnau für Familien attraktiv macht.
  • Einkaufsmöglichkeiten: Gediegene Shoppingmöglichkeiten am Zeltinger und Ludolfinger Platz sowie ein Wochenmarkt sorgen für gute Nahversorgung.
  • Freizeitmöglichkeiten: Exklusive Sportarten wie Polo, Reiten, Golf und Tennis sind direkt vor Ort möglich.
  • Anbindung: Die S-Bahn-Linie S1 ermöglicht eine schnelle und bequeme Verbindung in die Berliner Mitte. Buslinien (120, 125) ergänzen das Angebot, und auch mit dem Auto ist der Stadtteil über die B96 erreichbar. Die U8 ist in ca. 10 Minuten mit dem Bus erreichbar.

Frohnau vereint die Vorteile des Wohnens im Grünen mit guter urbaner Anbindung und einer hochwertigen Infrastruktur, was es zu einer sehr begehrten Wohngegend macht.

War Frohnau Ost oder West Berlin?

Diese Frage wird im Text klar beantwortet. Frohnau lag nach dem Zweiten Weltkrieg in West Berlin. Dies ist auf die historische Entwicklung und die Schaffung Groß-Berlins zurückzuführen.

Als Guido Graf Henckel Fürst von Donnersmarck Frohnau plante, lag das Gebiet außerhalb des damaligen Berlins. Die Eingemeindung in Groß-Berlin im Jahr 1920 war ein politisch umstrittener Schritt, der aber Frohnau administrativ zu Berlin schlug. Nach 1945 sicherte genau diese Eingemeindung von 1920 die Zugehörigkeit Frohnaus zum "freien" Berlin (West).

Der Text weist sogar darauf hin, dass die Eingemeindung rückblickend ein Segen für die Fürst Donnersmarck-Stiftung war. Wäre Frohnau als brandenburgische Gemeinde nach 1945 in die Sowjetische Besatzungszone (später DDR) gefallen, wäre der umfangreiche Waldbesitz der Stiftung wahrscheinlich verstaatlicht worden. Die Zugehörigkeit zu West-Berlin ermöglichte es der Stiftung, ihren Grundbesitz zu behalten und die Erträge für ihren Wiederaufbau und ihre Arbeit zu nutzen.

Somit war Frohnau von 1945 bis zur Wiedervereinigung ein Teil von West-Berlin.

Häufig gestellte Fragen zu Frohnau

Ist Frohnau ein teurer Stadtteil zum Wohnen?

Ja, basierend auf seiner Beschreibung als exklusiver Villen- und Landhausstandort mit gehobener Infrastruktur und Anziehungskraft für Bessergestellte, gilt Frohnau als teurerer Stadtteil im Vergleich zum Berliner Durchschnitt.

Welche bekannten Persönlichkeiten leben oder lebten in Frohnau?

Aktuell leben dort unter anderem der Sänger Reinhard Mey und der Krimiautor Horst Bosetzky. Historisch lebten viele Opernsänger, Intellektuelle und Künstler wie Carl Einstein, Oskar Loerke, Eberhard König, Werner Jansen und Walter von Molo in Frohnau.

Was sind die Hauptmerkmale von Frohnau?

Frohnau zeichnet sich durch seinen Charakter als Gartenstadt aus, mit viel Grün, Alleen, Villen und Landhäusern auf großen Grundstücken. Es bietet eine hohe Lebensqualität, gute Infrastruktur (Einkaufen, Schulen, Kitas, Sport) und ist durch die S-Bahn S1 gut an die Innenstadt angebunden.

Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in Frohnau?

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören das Buddhistische Haus, der Casinoturm am S-Bahnhof, die historischen Villen und Landhäuser sowie die ausgedehnten Wald- und Grünflächen, einschließlich des Hubertussees und des Ludwig-Lesser-Parks.

War Frohnau Teil von Ost- oder West-Berlin?

Frohnau gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg zu West-Berlin. Die Eingemeindung nach Groß-Berlin im Jahr 1920 sicherte seine Zugehörigkeit zum westlichen Sektor.

Warum wurde Frohnau als Gartenstadt geplant?

Guido Graf Henckel Fürst von Donnersmarck kaufte das Waldgebiet Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Absicht, dort eine exklusive Villenkolonie für Bessergestellte zu errichten, die die Vorteile des naturnahen Wohnens mit urbaner Erreichbarkeit verbindet.

Frohnau bleibt ein einzigartiger Ortsteil Berlins, der seine Wurzeln als grüne Gartenstadt bewahrt hat und auch heute noch für seinen besonderen Charakter und seine hohe Lebensqualität geschätzt wird.

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