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Neukölln: Bunte Vielfalt Berlins entdecken

27/09/2013

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Neukölln, ein Stadtteil Berlins, der sich durch eine ganz besondere Mischung auszeichnet. Er ist quirlig, lebhaft und voller faszinierender Gegensätze. Neukölln präsentiert sich mit vielen Gesichtern: Hier finden sich Einfamilienhäuser am südlichen Rand der Stadt, die markante Hochhaussiedlung in der Gropiusstadt sowie ein ausgeprägtes multikulturelles Flair im Bereich, der an Kreuzberg grenzt.

Was ist am Berliner Stadtteil Neukölln so besonders?
Es ist die bunte Mischung, die das Besondere an Neukölln ausmacht. Neukölln ist quirlig, lebhaft und voller Gegensätze. Ein Bezirk mit vielen Gesichtern: Einfamilienhäuser am südlichen Stadtrand, Hochhaussiedlung in der Gropiusstadt und multikulturelles Flair an der Grenze zu Kreuzberg.

Was Neukölln vor allem prägt, ist seine Internationalität. Diese Vielfalt zeigt sich besonders deutlich im kulinarischen Angebot. Auf der Suche nach einem Imbiss oder einem Restaurant entdeckt man vegetarische Burritos, baskische Spezialitäten, amerikanische Burger, arabische Bäckereien und vietnamesische Garküchen, die Seite an Seite mit gehobener Gastronomie existieren. Die Lavanderia Vecchia beispielsweise zieht seit Jahren Liebhaber authentischer italienischer Küche in eine ehemalige Waschküche im Schillerkiez. Das Eins 44 wiederum verwöhnt seine Gäste mit deutsch-französischer Küche in einem stilvollen Industrieambiente, das einst eine Brennerei war.

Übersicht

Mehr als nur ein Kiez: Die Facetten Neuköllns

Berlin Neukölln gilt als einer der vielfältigsten Stadtteile der Hauptstadt. Neben zahlreichen Szene-Kneipen und lebhaften Wochenmärkten gibt es hier auch architektonisch interessante Orte zu entdecken. Ein Beispiel ist Britz, wo inmitten der Metropole plötzlich ein fast dörflicher Charme spürbar wird. Dieser belebte Stadtteil südlich des Tempelhofer Felds ist ein Ort mit vielen Gesichtern – eben typisch Berlin.

Von Rixdorf zu Neukölln: Eine bewegte Geschichte

Der heutige Stadtteil Neukölln hat seinen Ursprung im ehemaligen Rixdorf. Erst unter Kaiser Wilhelm II. erfolgte die Umbenennung in Neukölln. Dieser Schritt wurde unternommen, um den damaligen Ruf Rixdorfs als Amüsiermeile hinter sich zu lassen. Ein populärer Gassenhauer jener Zeit, 'In Rixdorf ist Musike', verdeutlichte dieses Image. Mit der Namensänderung im Jahr 1912 sollte ein negatives Erscheinungsbild für den Ort abgestreift werden. Der Name Neukölln leitet sich von den Neucöllner Siedlungen ab, die nördlich des alten Rixdorfs lagen und auf die Lage vor den südlichen Toren des historischen Berlin-Cölln hinwiesen.

Einige Zeit später, im Jahr 1920, wurde Neukölln im Zuge des Groß-Berlin-Gesetzes, wie viele andere Umlandorte, in die neue Stadtgemeinde Berlin eingemeindet. Der Stadtkreis Neukölln wurde zusammen mit den Dörfern Britz, Rudow und Buckow zum 14. Verwaltungsbezirk. Die Gebietsreform im Jahr 2001 machte Neukölln zum 8. Verwaltungsbezirk Berlins. Neukölln, Spandau und Reinickendorf blieben aufgrund ihrer Größe von über 200.000 Einwohnern bei dieser Reform die einzigen Bezirke ohne Zusammenlegung.

Die Wurzeln im Mittelalter

Die Geschichte reicht noch weiter zurück. Das ehemalige Rixdorf wurde um 1200 von den Tempelrittern gegründet, die in Tempelhof ansässig waren. Eine Gründungsurkunde vom 26. Juni 1360 erwähnt erstmals urkundlich Richarsdorp (später Rixdorf) als Dorf mit 25 Hufen. 1318 wurden die Besitzungen der Tempelritter an den Johanniterorden übertragen, da der Templerorden aufgelöst worden war. Aus diesem Grund zeigt das Wappen des Bezirks das Johanniterkreuz.

Im Jahr 1435 verkauften die Johanniter ihre Dörfer, darunter Rixdorf, an die Städte Berlin und Kölln. Spätestens zu diesem Zeitpunkt besaß Rixdorf eine eigene Dorfkirche.

Wer lebt in Berlin Neukölln?
Die Bevölkerung Neuköllns beträgt laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Stand 30.06.2021, insgesamt 327.073 Personen. Der Anteil der Neuköllnerinnen und Neuköllner mit Migrationshintergrund beträgt 153.151 Personen. Sie stammen aus 155 verschiedenen Ländern.

Bevölkerungszuwächse und die Teilung Rixdorfs

Im 18. Jahrhundert kam es zu bedeutenden Bevölkerungszuwächsen durch Immigranten. 1737 erlaubte Friedrich Wilhelm I. die Ansiedlung böhmischer Exulanten, die wegen ihres evangelischen Glaubens verfolgt wurden. Diese Anhänger der Herrnhuter Brüdergemeine siedelten in einem eigenen Bereich abseits des Dorfangers entlang der heutigen Richardstraße. Dieses entstandene Böhmische Dorf, auch als Böhmisch-Rixdorf bekannt, erhielt 1797 eine eigene Verwaltung. Der verbleibende Siedlungsteil wurde (Deutsch-)Rixdorf genannt. Die beiden selbstständigen Gemeinden wurden erst am 11. Juli 1873 zur Gemeinde Rixdorf zusammengelegt. Die neue Gemeinde wuchs schnell und zählte im Folgejahr bereits 15.000 Einwohner.

Stadtrecht und Umbenennung

Am 1. Mai 1899 bildete das damals 80.000 Einwohner zählende Rixdorf, das bis dahin als größtes Dorf Preußens galt, einen eigenen Stadtkreis und erhielt die Stadtrechte. 1903 erhielt Rixdorf sein Wappen mit dem Johanniterkreuz und dem Kelch, der an die böhmischen Glaubensflüchtlinge erinnert.

Neukölln während der Mauerzeit und danach

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Neukölln zum Amerikanischen Sektor und war Teil von West-Berlin. Die Berliner Mauer trennte es vom Nachbarbezirk Treptow in Ost-Berlin. Wie andere traditionelle Arbeiterviertel entlang der Sektorengrenze verlor Neukölln nach dem Mauerbau 1961 an Attraktivität für bessergestellte Bevölkerungsgruppen. Die preisgünstigen Mietwohnungen machten es jedoch zu einem bevorzugten Wohnort für Einwanderer und Menschen mit Migrationshintergrund.

Nach dem Mauerfall endete die Isolation Neuköllns. In den 1990er und 2000er Jahren war der Bezirk als 'Problemkiez' und sozialer Brennpunkt bekannt. Zu den zunächst überwiegend aus der Türkei stammenden Gastarbeitern kamen später Menschen aus arabischen Ländern sowie Flüchtlinge. Mitte 2021 betrug der Anteil an Personen mit Migrationshintergrund fast 50 Prozent, die aus 155 verschiedenen Ländern stammen. Parallel dazu erfuhr und erfährt der Bezirk, insbesondere im Norden, eine zunehmende Gentrifizierung. Zahlreiche neue Kneipen, kreative Läden, Cafés und Restaurants öffneten und etablierten Neukölln als Szenekiez.

Unterwegs in Neukölln: Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten

Neukölln bietet eine Fülle von Orten zum Entdecken und Erleben. Das Berliner Nachtleben findet hier zunehmend spannende Adressen, beispielsweise in der Weserstraße, wo sich in Cafés und Bars ein hippes Publikum tummelt und ständig neue Clubs entstehen. Dabei folgt das Viertel dem Vorbild von Weltstädten wie New York, wo angesagte Clubs von außen oft unscheinbar wirken.

Zentrale Achsen des Viertels sind die Sonnenallee, bekannt durch den gleichnamigen Film, und die Karl-Marx-Straße mit dem Rathaus Neukölln. Hier, im bunten Treiben des Einzelhandels, kann man tagsüber so ziemlich alles für den täglichen Bedarf finden.

Was ist Neukölln für ein Viertel?
Neukölln ist der nördlichste und am dichtesten bebaute, namensgebende Ortsteil des Berliner Bezirks Neukölln, der weithin aus Gründerzeitvierteln besteht. Bis 1920 war Neukölln eine eigenständige Stadt, die bis 1912 den Namen Rixdorf trug.

Südlich des Teltowkanals liegt Britz mit der berühmten Hufeisensiedlung. Diese Siedlung aus den 1920er Jahren ist eine Ikone des modernen Städtebaus und genießt internationalen Rang. Sie entstand unter Mitarbeit der Bauhaus-Legende Bruno Taut, dem neben einem sozialen Ansatz für ein lebenswertes Wohnumfeld vor allem die Farbigkeit seiner Projekte am Herzen lag.

Auch für Erholungssuchende hat Neukölln einiges zu bieten. Der Britzer Garten, einst Teil einer Bundesgartenschau, lädt zum Verweilen ein. Im Sommer locken zudem zwei Freibäder: das Sommerbad am Columbiadamm und das Lipschitzbad. Für Schwimmliebhaber ist auch das Stadtbad Neukölln empfehlenswert. Erbaut im Jahr 1912, besticht es durch eine Architektur mit hoher Säulenkuppel, die in Deutschland ihresgleichen sucht.

Erkundet man das südliche Neukölln zu Fuß, fühlt man sich stellenweise in dörfliche Gefilde versetzt. Die Ortsteile Buckow und Rudow bilden den Abschluss zur Stadtgrenze hin und beherbergen einige alt-eingesessene Kleingartenkolonien.

Gesellschaftliches Engagement und Wirtschaft im Kiez

Die Berliner Sparkasse ist in Neukölln mit sechs Standorten präsent und engagiert sich auf verschiedenen Ebenen, sowohl im Wirtschaftsleben als auch gesellschaftlich. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Kinder- und Jugendarbeit und der Förderung der Chancengleichheit. Projekte wie der Verein MORUS 14 im Rollbergkiez, der eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche ist, werden unterstützt. Mit dem Kiezkonto Neukölln konnte beispielsweise die Hausaufgabenbetreuung für ein Jahr für 350 Kinder gesichert werden.

Der Neuköllner Kiez lebt auch von den vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen. Viele unterhalten Geschäftsbeziehungen zur Berliner Sparkasse. Nachbarschaftliches Engagement und Zusammenarbeit auf Augenhöhe prägen das Miteinander. Die „kønigliche Backstube“ in Rixdorf ist seit 2016 eine feste Institution, die neben Backkunst auch Bildende Kunst in einer Kunstwand ausstellt.

Neukölln ist ein Schmelztiegel vieler Nationalitäten und somit ein idealer Ort für kulturelle Begegnungen. Jugendprojekte wie „Wir bringen Ringsleben zum Leben“ des Kulturvereins fördern Heranwachsende aus sozial schwachen Milieus durch kreative Arbeit zu mehr Selbstwirksamkeit. Der Verein ACT e.V. richtet sich an Kinder und Jugendliche und stärkt das eigene Ich durch Reflexion und Wertschätzung.

Was ist am Berliner Stadtteil Neukölln so besonders?
Es ist die bunte Mischung, die das Besondere an Neukölln ausmacht. Neukölln ist quirlig, lebhaft und voller Gegensätze. Ein Bezirk mit vielen Gesichtern: Einfamilienhäuser am südlichen Stadtrand, Hochhaussiedlung in der Gropiusstadt und multikulturelles Flair an der Grenze zu Kreuzberg.

Ein wichtiger Ort der Vielfalt und des Vergnügens ist auch das SchwuZ, Deutschlands größter Queer Club, der zu den fünf größten Veranstaltungslocations überhaupt zählt und weit mehr als nur ein Ort zum Feiern ist.

Demografie: Wer lebt in Neukölln?

Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg lebten am 30.06.2021 insgesamt 327.073 Personen in Neukölln. Der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund betrug 153.151, die aus 155 verschiedenen Ländern stammen.

Häufig gestellte Fragen zu Neukölln

Hier beantworten wir einige wiederkehrende Fragen zu diesem facettenreichen Bezirk:

Wieso heißt Neukölln Neukölln?

Der Stadtteil hieß ursprünglich Rixdorf. Die Umbenennung in Neukölln erfolgte am 27. Januar 1912 mit Zustimmung von Kaiser Wilhelm II. Dies geschah, um den Ruf Rixdorfs als Inbegriff frivoler Unterhaltung abzulegen. Der neue Name leitet sich von den Neucöllner Siedlungen ab, die nördlich des alten Rixdorfs lagen.

Was ist Neukölln für ein Viertel?

Neukölln ist der namensgebende Ortsteil des Bezirks Neukölln. Er ist der nördlichste und am dichtesten bebaute Teil des Bezirks und besteht größtenteils aus Gründerzeitvierteln. Bis 1920 war Neukölln eine eigenständige Stadt. Gelegentlich wird der Ortsteil zur Unterscheidung vom gesamten Bezirk auch als Nord-Neukölln bezeichnet. Es ist ein Viertel, das für seine bunte Mischung, Internationalität und lebendige Szene bekannt ist.

Wer lebt in Berlin Neukölln?

Neukölln ist ein Bezirk mit einer sehr vielfältigen Bevölkerung. Laut Statistik lebten Mitte 2021 über 327.000 Menschen dort. Knapp die Hälfte der Bewohner hatte einen Migrationshintergrund und stammte aus 155 verschiedenen Ländern. Es ist ein Bezirk, der Menschen unterschiedlichster Herkunft und sozialer Schichten beherbergt, von langjährigen Bewohnern über Einwanderer bis hin zu jüngeren Zuzüglern, die das Szenekiez-Flair suchen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Neukölln ein Bezirk voller Kontraste und Lebendigkeit ist. Seine reiche Geschichte, die kulturelle Vielfalt, die Entwicklung vom 'Problemkiez' zum Szenetreffpunkt und die grünen Oasen im Süden machen ihn zu einem einzigartigen Teil Berlins, der sich ständig wandelt und neue Facetten zeigt.

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