26/06/2018
Der vorliegende Text gibt uns Einblicke in verschiedene Aspekte der Stadt Freystadt in Bayern. Freystadt liegt am Rande des Oberpfälzer Jura in einer flachen Talmulde an der Schwarzach. Heute ist sie die zweitgrößte Großgemeinde des Landkreises Neumarkt in der Oberpfalz und umfasst zahlreiche Ortsteile, was ihre Bedeutung in der Region unterstreicht.

Geschichte im Überblick
Die Geschichte Freystadts reicht weit zurück. Eine erste urkundliche Erwähnung findet sich im Nürnberger Memorbuch für das Jahr 1298. Dieser Eintrag bezieht sich auf ein Pogrom im Rahmen der sogenannten Rintfleisch-Verfolgungen. Da Freystadt als Gründung ex radice, also 'von der Wurzel' auf neuem Grund, entstand, ist davon auszugehen, dass die Stadtrechte bereits bei der Gründung verliehen wurden.
Ein wichtiger Beleg für den Status als Stadt und das Vorhandensein von Stadtrechten ist eine Urkunde aus dem Jahr 1332. An dieser Urkunde befindet sich das Freystädter Siegel, der älteste Nachweis dieser Rechte. Aufgrund dieses Dokuments feierte Freystadt im Jahr 1982 das 650-jährige Jubiläum der Verleihung der Stadtrechte.
Die Stadt hatte als Grenzstadt eine sehr wechselvolle Geschichte hinsichtlich ihrer Herrschaftszugehörigkeit. Nach dem Aussterben des Gründergeschlechts, der Herren von Stein (Hilpoltstein), im Jahr 1384, fiel Freystadt an Sweigker von Hohenfels, der es zwei Jahre später an die bayerischen Herzöge verkaufte. 1392 wurde es als Teil des Teilherzogtums Bayern-Ingolstadt erwähnt.
Im bayerischen Krieg des 15. Jahrhunderts eroberte Pfalzgraf Johann von Neumarkt Freystadt um 1420 und erhielt es 1427 durch den Vertrag von Lauf. Nach dem Tod seines Sohnes ging die Stadt an die Pfalzgrafen von Mosbach und 1499 an die Pfalzgrafschaft bei Rhein. Im Landshuter Erbfolgekrieg 1504 wurde Freystadt von Truppen des Markgrafen von Ansbach besetzt und diesem bis etwa 1519 als Pfand unterstellt, bevor es zur Kurpfalz zurückkehrte oder kurz Teil von Pfalz-Neuburg wurde.
Ein bedeutender Wirtschaftszweig im 16. und 17. Jahrhundert waren die Drahthämmer, die ab 1572 gegründet wurden und vom Wasser der Schwarzach angetrieben wurden. Es gab bis zu neun solcher Werke.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Oberpfalz und damit auch Freystadt wieder bayerisch. Kurfürst Maximilian I. gab die Stadt dem Feldherrn Tilly zu Lehen. Im August 1632 eroberte der schwedische Obrist Georg Christoph von Taupadel die Stadt, plünderte Proviantmagazine und ließ die Stadt bei seinem Abzug in weiten Teilen zerstören. Nach dem Aussterben der Linie Tillys kam Freystadt endgültig unter bayerische Herrschaft.
Spätere historische Ereignisse umfassen die Verhaftung des Räuberhauptmanns Franz Troglauer im Dezember 1800 und die Existenz einer Bahnstrecke mit Personenverkehr von 1888 bis 1960.
Die heutige Großgemeinde Freystadt entstand im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den 1970er Jahren durch die Eingliederung zahlreicher umliegender Gemeinden und Gemeindeteile, wie Aßlschwang, Möning, Sondersfeld, Thannhausen, Thundorf, Michelbach, Mörsdorf, Forchheim, Großberghausen, Höfen, Lauterbach, Sulzkirchen und Burggriesbach.
Geografie und Gemeindeteile
Freystadt liegt, wie bereits erwähnt, am Rande des Oberpfälzer Jura. Die Großgemeinde ist sehr ausgedehnt und besteht aus 34 Ortsteilen. Zu diesen Gemeindeteilen gehören unter anderem Aßlschwang, Burggriesbach, Forchheim, Freystadt selbst als Hauptort, Großberghausen, Höfen, Lauterbach, Michelbach, Möning, Mörsdorf, Oberndorf, Sondersfeld, Sulzkirchen und Thannhausen, um nur einige zu nennen.

Einwohnerentwicklung und Demografie
Freystadt verzeichnete in den letzten Jahren ein deutliches Bevölkerungswachstum. Die Einwohnerzahl stieg jährlich um rund zwei Prozent. Zum Stichtag 31. Dezember 2020 lebten in Freystadt rund 9.405 Menschen. Dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von 117 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Stadt ist damit die zweitgrößte Großgemeinde im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz.
Auch über einen längeren Zeitraum hinweg zeigt sich ein starkes Wachstum: Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Stadt von 6555 auf 9013 Einwohner, was einem Zuwachs von 2458 Personen oder 37,5 % entspricht.
Politik und Kommunalverwaltung
Die Kommunalpolitik in Freystadt wird maßgeblich vom Gemeinderat gestaltet. Die Sitzverteilung in den vergangenen Kommunalwahlen zeigt die politische Landschaft der Stadt:
| Partei/Wählergemeinschaft | 2002 | 2008 | 2014 | 2020 |
|---|---|---|---|---|
| CSU | 13 | 12 | 11 | 11 |
| SPD | 2 | 2 | 2 | 1 |
| Freie Wähler | 7 | 7 | 5 | 4 |
| Grüne | - | - | 2 | 3 |
| FGG | - | - | 4 | 5 |
| Gesamt | 24 | 23 | 24 | 24 |
Anmerkung: FGG steht für die Wählergemeinschaft „Freystadt gemeinsam gestalten“, die 2014 erstmals antrat. Die Anzahl der Sitze im Gemeinderat betrug 24, mit Ausnahme von 2008, wo sie 23 betrug.
Erster Bürgermeister von Freystadt ist seit 2014 Alexander Dorr von der CSU. Bei der Kommunalwahl 2020 wurde er mit 56,3 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt. Sein Vorgänger war Willibald Gailler (CSU), der von 1987 bis 2014 im Amt war und anschließend zum Landrat gewählt wurde.
Wappen der Stadt
Das Wappen von Freystadt zeigt in Blau einen silbernen Greif, dem ein von Silber und Blau geteiltes Schildchen aufgelegt ist. Dieses Wappen hat eine historische Verbindung zum Gründergeschlecht der Stadt, den Herren von Stein mit Stammsitz in Hilpoltstein. Ihr Familienwappen zeigte einen von Silber und Blau geteilten Schild. Der Greif wird auf deren Abstammung von den Grafen von Peilstein zurückgeführt.
Schon das älteste Stadtsiegel, das seit 1332 bekannt ist, entsprach dem Schild der Herren von Stein. Im 15. Jahrhundert gab es eine Abweichung, bei der der Greif fehlte und das geteilte Schildchen von einem wachsenden Löwen gekrönt war. Seit dem 16. Jahrhundert kehrte man jedoch zum ursprünglichen Wappenbild zurück. Nach verschiedenen Entstellungen wurde das Siegel- und Wappenbild 1965 neu festgelegt. Das Wappen wird somit im Wesentlichen seit dem 14. Jahrhundert geführt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Freystadt ist eine typische mittelalterliche Planstadt mit einem sehr regelmäßigen Grundriss. Charakteristisch ist die zum Platz erweiterte Marktstraße, die durch das zentral auf der Straßenachse errichtete Rathaus in die Obere und Untere Marktstraße geteilt wird. Die Marktstraße wird von den beiden mittelalterlichen Stadttoren, dem Oberen und dem Unteren Tor, begrenzt. Beide Tore sind bis heute erhalten geblieben.
Von der einstigen Stadtmauer existiert nur noch ein kleines Teilstück am Oberen Tor, das von einem hölzernen Wehrgang gekrönt ist. Eine bedeutende Sehenswürdigkeit ist die Wallfahrtskirche Maria-Hilf, die im Jahr 1710 erbaut wurde.
Wirtschaft und Infrastruktur
Im Jahr 2017 gab es in Freystadt 1782 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze am Ort. Dem standen 3966 Personen aus der Wohnbevölkerung gegenüber, die einer versicherungspflichtigen Tätigkeit nachgingen. Dies bedeutet, dass die Zahl der Auspendler die der Einpendler um 2184 Personen überstieg.
Die Landwirtschaft spielt ebenfalls eine Rolle. Im Jahr 2016 bewirtschafteten 143 landwirtschaftliche Betriebe insgesamt 5220 Hektar Fläche, wovon 3489 Hektar Ackerland waren.

Im Bildungsbereich verfügt Freystadt über mehrere Einrichtungen (Stand Schuljahr 2018/19 bzw. 2018 für Kindertagesstätten):
- Martini-Grundschule Freystadt: 9 Lehrer, 209 Schüler
- Martini-Mittelschule Freystadt: 17 Lehrer, 170 Schüler
- Grundschule Burggriesbach: 4 Lehrer, 86 Schüler
Zusätzlich gibt es vier Kindertageseinrichtungen mit 313 genehmigten Plätzen, die von 300 Kindern besucht wurden.
Häufig gestellte Fragen zu Freystadt
Basierend auf den verfügbaren Informationen lassen sich einige häufige Fragen beantworten:
Wie alt ist Freystadt?
Die erste urkundliche Erwähnung Freystadts stammt aus dem Jahr 1298. Das älteste Dokument mit einem Siegel als Nachweis von Stadtrechten stammt aus dem Jahr 1332.
Wie viele Einwohner hat Freystadt?
Zum 31. Dezember 2020 lebten rund 9.405 Menschen in Freystadt.
Wann wurde Freystadt erstmals urkundlich erwähnt?
Freystadt wurde erstmals im Nürnberger Memorbuch für das Jahr 1298 urkundlich erwähnt.
Was zeigt das Wappen von Freystadt?
Das Wappen zeigt in Blau einen silbernen Greif, dem ein von Silber und Blau geteiltes Schildchen aufgelegt ist.
Welche bedeutenden Sehenswürdigkeiten gibt es in Freystadt?
Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die gut erhaltenen mittelalterlichen Stadttore (Oberes und Unteres Tor), ein Rest der Stadtmauer mit Wehrgang und die Wallfahrtskirche Maria-Hilf.
Wie viele Ortsteile gehören zu Freystadt?
Die Großgemeinde Freystadt besteht aus 34 Ortsteilen.
Wer ist der aktuelle Bürgermeister von Freystadt?
Aktueller Erster Bürgermeister ist seit 2014 Alexander Dorr.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Freystadt eine geschichtsträchtige Stadt mit einer gut dokumentierten Entwicklung von der mittelalterlichen Gründung über wechselnde Herrschaften bis zur heutigen modernen Großgemeinde ist, die ein stetiges Wachstum verzeichnet.
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