14/01/2013
Die Nachricht hat viele Menschen in Bielefeld bewegt: Das traditionsreiche Karstadt-Warenhaus in der Innenstadt hat seine Türen für immer geschlossen. Zum 31. Januar 2024 endete nach fast 60 Jahren die Ära des Kaufhauses, das für Generationen ein zentraler Anlaufpunkt war. Doch was sind die Gründe für diese Entwicklung und wie geht es nun mit dem prominenten Gebäude weiter?
Die Hintergründe der Schließung
Die Schließung des Karstadt-Hauses in Bielefeld ist eng verknüpft mit der schwierigen Lage des gesamten Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof. Das Unternehmen befand sich in den letzten Jahren mehrfach in finanziellen Nöten und musste bereits zum zweiten Mal innerhalb von weniger als drei Jahren Rettung in einem Schutzschirm-Insolvenzverfahren suchen.

Als Hauptgründe für die bedrohliche Lage nannte der Konzernchef die explodierenden Energiepreise, eine allgemeine Konsumflaute in Deutschland sowie die starke Konkurrenz durch den Online-Handel. Diese Faktoren setzten dem stationären Handel, insbesondere großen Warenhäusern mit breitem Sortiment, stark zu.
Im Zuge des Insolvenzverfahrens wurde eine umfassende Sanierung beschlossen, die mit erheblichen Einschnitten verbunden ist. Dazu gehörte auch die Schließung einer beträchtlichen Anzahl von Filialen, die als nicht mehr wirtschaftlich tragfähig eingestuft wurden. Von den zuletzt noch 129 Warenhäusern sollten insgesamt 52 geschlossen werden. Diese Entscheidung wurde am 13. März 2023 bekannt gegeben und bedeutete für viele Standorte das Aus.
Bielefeld und Ostwestfalen-Lippe betroffen
Die Schließungswelle traf auch Ostwestfalen-Lippe hart. Neben dem Karstadt-Haus in Bielefeld wurde auch die Galeria-Kaufhof-Filiale in Paderborn auf die Schließungsliste gesetzt. Während Paderborn bereits zum 30. Juni 2023 schließen musste, erhielt das Bielefelder Haus eine etwas längere Frist bis zum 31. Januar 2024. Es war nicht die erste Schließung in der Region: Das Karstadt-Haus in Gütersloh hatte bereits Ende Januar 2021 geschlossen.
Die Schließung des Bielefelder Standorts ist besonders bitter, da das Haus bei einer früheren Insolvenz des Konzerns (inmitten der Corona-Pandemie) noch in letzter Minute von der Schließungsliste gerutscht war. Dies war dank eines Entgegenkommens des damaligen Vermieters möglich geworden. Keine drei Jahre später war die Schließung nun endgültig besiegelt.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bielefeld, rund 100 an der Zahl, wurden in einer Betriebsversammlung über die Pläne informiert. Ein ähnliches Schicksal ereilte die rund 50 Mitarbeiter in Paderborn.
Die Zukunft des Karstadt-Gebäudes in Bielefeld
Mit der Schließung des Warenhauses stellt sich unweigerlich die Frage nach der Zukunft des prominenten Gebäudes in der Bielefelder Innenstadt. Das Areal gehört dem Eigentümer Zamberk, der aktiv nach neuen Investoren und Mietern sucht.
Die Stadt Bielefeld hat zwischenzeitlich einen möglichen Kauf des Areals geprüft, sich aber letztlich dagegen entschieden. Oberbürgermeister Pit Clausen begründete dies damit, dass es nicht die Kernkompetenz der Stadt sei, solch große Immobilien zu übernehmen und zu betreiben. Eine Investition in den Komplex sei zudem mit einem erheblichen Millionen-Risiko verbunden.
Teile des ehemaligen Karstadt-Gebäudes werden jedoch bereits anderweitig genutzt. Die Modekette Sinn ist als Mieterin eingezogen und nutzt einen Teil der Fläche. Im Untergeschoss des Gebäudes ist derzeit eine Banksy-Ausstellung zu sehen. Dies zeigt, dass das Gebäude Potenzial für neue Nutzungen bietet, auch wenn eine langfristige und umfassende Lösung für das gesamte Areal noch gesucht wird.
Auswirkungen auf den lokalen Handel
Der Handelsverband OWL bezeichnete die Entscheidung zur Schließung der Galeria-Filialen in Bielefeld und Paderborn als einen „schweren Schlag“ für die jeweiligen Handelsstandorte. Warenhäuser wie Karstadt und Kaufhof waren traditionell sogenannte Frequenzbringer. Sie zogen viele Kunden in die Innenstädte, wovon auch umliegende Geschäfte profitierten.

Der Verlust dieser Anziehungspunkte könnte sich negativ auf die gesamte Einkaufszone auswirken. In Bielefeld war die Verbundenheit mit dem Karstadt-Haus aufgrund seiner langen Geschichte und seiner zentralen Lage besonders groß. Das Ende des Hauses hinterlässt eine spürbare Lücke im Stadtbild und in der Handelsstruktur.
Die Zukunft von Galeria Karstadt Kaufhof
Trotz der zahlreichen Schließungen plant der Galeria-Konzern, mit den verbleibenden 77 Filialen einen Neuanfang zu wagen. Der Insolvenzplan sieht vor, diese Standorte binnen drei Jahren umfassend zu modernisieren. Der Konzern will sich dabei stärker auf bestimmte Sortimentsbereiche konzentrieren, insbesondere auf Bekleidung, Schönheitspflege und Wohn-Accessoires.
Das Unternehmen hofft, durch diese strategische Neuausrichtung und Investitionen wieder profitabel zu werden und dem Warenhaus in Deutschland eine Zukunft zu geben. Allerdings hing die Umsetzung dieses Plans von der Zustimmung der Gläubigerversammlung ab, die am 27. März 2023 stattfand. Eine Ablehnung des Insolvenzplans hätte das sofortige Aus für den gesamten Konzern bedeuten können.
Geschlossene Galeria/Karstadt Filialen
Im Zuge der
Schließungen zum 30. Juni 2023:
| Stadt | Straße/Ort |
|---|---|
| Celle | |
| Coburg | |
| Cottbus | |
| Duisburg | Düsseldorfer Straße |
| Erlangen | |
| Gelsenkirchen | |
| Hagen | |
| Hamburg-Harburg | |
| Hamburg-Wandsbek | |
| Leipzig | Neumarkt |
| Leverkusen | |
| München | Bahnhof |
| Neuss | |
| Nürnberg | Königstraße |
| Nürnberg-Langwasser | |
| Offenbach | |
| Paderborn | |
| Regensburg | Neupfarrplatz |
| Saarbrücken | am Bahnhof |
| Siegen | |
| Wiesbaden | Kirchgasse |
Schließungen zum 31. Januar 2024:
| Stadt | Straße/Ort |
|---|---|
| Bayreuth | |
| Berlin-Charlottenburg | |
| Berlin-Müllerstraße | |
| Bielefeld | |
| Braunschweig | |
| Bremen | |
| Darmstadt | am weißen Turm |
| Dortmund | |
| Düsseldorf | Schadowstraße |
| Essen | |
| Esslingen | |
| Frankfurt | Zeil |
| Hanau | |
| Heidelberg | Bismarckplatz |
| Hildesheim | |
| Kempten | |
| Krefeld | |
| Leonberg | |
| Limburg | |
| Lübeck | |
| Mönchengladbach | |
| Oldenburg | |
| Pforzheim | |
| Reutlingen | |
| Rosenheim | |
| Rostock | |
| Schweinfurt | |
| Siegburg | |
| Stuttgart | Eberhard-Straße |
| Viernheim | RNZ |
| Wuppertal |
Häufig gestellte Fragen zur Karstadt-Schließung in Bielefeld
Wann genau hat Karstadt in Bielefeld geschlossen?
Das Karstadt-Haus in Bielefeld hat seinen Betrieb zum 31. Januar 2024 eingestellt.
Warum musste die Filiale in Bielefeld schließen?
Die Schließung ist Teil einer bundesweiten Maßnahme des Galeria Karstadt Kaufhof Konzerns im Rahmen eines Insolvenzverfahrens. Gründe für die Unternehmenskrise waren unter anderem gestiegene Energiepreise, Konsumflaute und die
Was passiert nun mit dem ehemaligen Karstadt-Gebäude in Bielefeld?
Der Eigentümer des
Wie viele Galeria-Filialen wurden insgesamt geschlossen?
Im Zuge des Insolvenzverfahrens wurden bundesweit 52 von 129 Galeria Karstadt Kaufhof Filialen geschlossen.
Gab es in Ostwestfalen-Lippe weitere Schließungen?
Ja, neben
Die
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