31/10/2014
Die Gestaltung eines wirkungsvollen Plakats ist eine Kunst für sich. Während Design und Inhalt zweifellos entscheidend sind, spielen zwei oft unterschätzte Faktoren eine ebenso wichtige Rolle für den Gesamteindruck und die Effektivität Ihrer Botschaft: die Wahl des richtigen Papiers und der passenden Schrift. Das Material, auf dem Ihr Plakat gedruckt wird, beeinflusst nicht nur dessen Haltbarkeit und Beständigkeit gegenüber Umwelteinflüssen, sondern auch die Brillanz der Farben und die haptische Wahrnehmung. Gleichzeitig sorgt die Schrift dafür, dass Ihre Botschaft schnell erfasst und verstanden wird, selbst aus der Entfernung. In diesem Artikel beleuchten wir, wie Sie Papier und Schrift optimal auswählen, um das Beste aus Ihren Plakatdrucken herauszuholen.

- Die Bedeutung der Papierwahl für Ihr Plakat
- Die Macht der Schrift: Wie Ihre Botschaft ankommt
- Zusammenfassung und Tabelle
- Häufig gestellte Fragen
- Welche Papierstärke (Grammatur) ist am besten für Plakate?
- Kann ich normales Kopierpapier für Plakate verwenden?
- Wie viele Schriftarten sollte ich auf einem Plakat verwenden?
- Muss die Überschrift immer die größte Schrift haben?
- Was bedeutet 'Blueback' bei Plakatpapier?
- Sind glänzende Papiere besser als matte für Plakate?
- Welche Schriftarten sind für Plakate am besten lesbar?
- Sollte ich für Außenplakate spezielle Tinte verwenden?
Die Bedeutung der Papierwahl für Ihr Plakat
Das Papier ist das Fundament Ihres Plakats. Es trägt die Farben, die Formen und den Text. Die richtige Wahl hängt von verschiedenen Faktoren ab, die über das reine Aussehen hinausgehen. Es geht um Funktionalität, Beständigkeit und die Art der gewünschten Wirkung.
Langlebigkeit und Einsatzort: Wo soll das Plakat hängen?
Einer der ersten Aspekte, den Sie berücksichtigen müssen, ist, wie lange Ihr Plakat halten soll und wo es platziert wird. Ein Plakat für eine kurzfristige Veranstaltung in Innenräumen benötigt andere Eigenschaften als ein langfristiges Werbeplakat im Freien. Die Umgebung – sei es Feuchtigkeit, Sonnenlicht oder mechanische Beanspruchung – stellt spezifische Anforderungen an das Material.
- Für langfristige Außenwerbung: Wenn Ihr Plakat Wind und Wetter standhalten muss, ist wasserfestes Material unerlässlich. PVC-Plakatpapier mit einer Grammatur von 170 g/m² ist hier eine ausgezeichnete Wahl. Dieses Material ist robust und hält den Elementen stand, was zusätzliche Kosten durch häufiges Nachdrucken und erneutes Anbringen vermeidet.
- Für kurzfristige Aktionen: Sollen Ihre Plakate nur für eine Woche oder zwei die Aufmerksamkeit erregen, können Sie auf auffälligere, aber weniger wetterfeste Optionen zurückgreifen. Fluoreszierende Papiere mit einer Grammatur von 80 g/m² sind hier ideal. Sie fallen sofort ins Auge, auch wenn ihre Lebensdauer begrenzt ist. Sie sind perfekt für Sale-Aktionen oder einmalige Events.
- Für Plakatwände und Überklebungen: Wenn Sie Plakate auf bestehende Plakatflächen kleben, ist es wichtig, dass der Untergrund nicht durchscheint. Hierfür eignen sich 115 g/m² Blueback-Papiere. Die blaue Beschichtung auf der Rückseite verhindert effektiv, dass alte Plakate oder dunkle Untergründe durch das neue Plakat scheinen.
Optische Wirkung und Design: Wie soll das Plakat aussehen?
Neben der Funktionalität ist das Erscheinungsbild entscheidend. Das Papier kann die Farbwiedergabe, den Kontrast und die gesamte Ästhetik des Plakats maßgeblich beeinflussen. Möchten Sie lebendige Fotos oder klare Grafiken präsentieren?
- Für farbintensive und visuell anspruchsvolle Designs: Um die volle Brillanz von Farben und Details in fotolastigen Designs zur Geltung zu bringen, ist eine höhere Papierqualität notwendig. Ein Papier mit 190 g/m², das speziell für hochwertige Drucke entwickelt wurde (oft als Fotopapier bezeichnet), liefert gestochen scharfe Bilder und lebendige Farben, die Ihr Design optimal präsentieren.
- Für kostengünstigen, aber dennoch ansprechenden Druck: Wenn Sie eine große Auflage drucken lassen möchten und das Budget eine Rolle spielt, aber dennoch eine gewisse Haltbarkeit und ein gutes Aussehen wünschen, ist 135 g/m² starkes Glanzpapier eine gute Wahl. Es ist relativ preiswert, bietet aber dennoch eine ausreichende Dicke und eine glatte Oberfläche, die Farben gut wiedergibt und das Plakat haltbar macht.
Die Wahl der Grammatur (Papierstärke in g/m²) ist dabei eng mit der Haltbarkeit und der optischen Wirkung verknüpft. Eine höhere Grammatur bedeutet in der Regel ein steiferes, langlebigeres Papier, das sich hochwertiger anfühlt und oft eine bessere Druckqualität ermöglicht.
Budgetüberlegungen
Natürlich spielt auch das Budget eine Rolle. Einige Papiersorten sind teurer als andere. Es ist wichtig, ein Gleichgewicht zwischen Kosten und Qualität zu finden. Das billigste Papier ist nicht immer die beste Wahl, wenn es die gewünschte Wirkung oder Haltbarkeit nicht erreicht. Überlegen Sie, wie wichtig die Langlebigkeit und die visuelle Qualität für den Erfolg Ihres Plakats sind und wählen Sie dann das Papier, das am besten zu Ihren Anforderungen und Ihrem Budget passt.
Die Macht der Schrift: Wie Ihre Botschaft ankommt
Nachdem das Papier gewählt ist, kommt die Schrift ins Spiel. Auf einem Plakat muss die Schrift aus der Entfernung lesbar sein und sofort die Aufmerksamkeit fesseln. Passanten haben oft nur wenige Sekundenbruchteile Zeit, um die Botschaft zu erfassen.
Grundregeln der Plakattypografie
Einige grundlegende Gestaltungsregeln helfen dabei, die Lesbarkeit und Wirkung der Schrift auf Plakaten zu maximieren:
- Weniger ist mehr: Beschränken Sie sich auf maximal zwei bis drei verschiedene Schriftarten. Zu viele unterschiedliche Fonts wirken unruhig und unprofessionell.
- Harmonie und Hierarchie: Die gewählten Schriftarten sollten harmonieren und in ihrer Größe und Gestaltung die Hierarchie der Inhalte widerspiegeln. Der wichtigste Inhalt (oft der Slogan) muss am größten und auffälligsten sein, gefolgt von relevanten Informationen und schließlich den Details.
- Lesbarkeit aus der Entfernung: Plakate sind groß und werden oft aus mehreren Metern Entfernung betrachtet. Die Schriftgröße für die Überschrift sollte daher meist 60 Punkt oder mehr betragen. Nicht jede Schrift, die im Fließtext gut funktioniert, ist auch in dieser Größe noch gut lesbar und ästhetisch ansprechend.
- Kontrast ist entscheidend: Die Schrift muss sich klar vom Hintergrund abheben. Achten Sie auf ausreichend Kontrast zwischen Schrift- und Hintergrundfarbe.
- Kerning bei großen Schriftgraden: Bei sehr großen Schriftgraden sind die standardmäßigen Einstellungen für den Zeichenabstand (Kerning) oft nicht optimal. Es kann notwendig sein, die Abstände zwischen einzelnen Buchstabenpaaren manuell anzupassen, um ein harmonisches Schriftbild ohne störende Lücken oder Engstellen zu erreichen.
Empfohlene Schriftarten für Plakate
Schriften mit klaren Formen und einer guten Strichstärke eignen sich besonders gut für die Fernwirkung. Grotesk-Schriften (serifenlose Schriften) sind hier oft die erste Wahl:
- Futura: Diese geometrisch konstruierte Schrift, inspiriert vom Bauhaus, ist ein zeitloser Klassiker. Ihre klaren, reduzierten Formen sind auch in großen Größen gut lesbar und haben einen starken Charakter. Sie ist ideal für moderne und klare Botschaften.
- Helvetica: Eine der weltweit beliebtesten Schriften, bekannt für ihre Neutralität und gute Lesbarkeit. Ihre etwas schmalere Laufweite erlaubt es, mehr Text auf begrenztem Raum unterzubringen. Allerdings ist sie sehr weit verbreitet, was sie weniger geeignet macht, wenn Sie sich durch Originalität hervorheben möchten.
- Franklin Gothic: Eine robuste amerikanische Grotesk-Schrift. Sie wirkt kräftiger als Helvetica oder Futura und hat ausgeprägtere Strichstärken, was ihre Fernwirkung verbessert. Sie ist eine gute Wahl für eine starke, direkte Kommunikation.
Besondere Schriften für den Eyecatcher
Manchmal kann eine sehr auffällige oder ungewöhnliche Schrift für die Überschrift eingesetzt werden, um sofort Aufmerksamkeit zu erregen. Diese Schriften sind vielleicht nicht so gut lesbar wie klassische Grotesk-Schriften, aber wenn sie zum Thema passen und nur sparsam eingesetzt werden (nur für eine sehr kurze Headline), können sie sehr effektiv sein. Historische Werbeschriften wie Art Deco, Jugendstil oder Egyptienne (bekannt als Western-Schriften) wie die Clarendon können hier spannende Akzente setzen.
- Clarendon: Ursprünglich als Auszeichnungsschrift entworfen, zeichnet sie sich durch starke Strichstärken und Serifen aus. Ihre Verbindung zum Western-Zeitalter verleiht ihr einen nostalgischen Charakter und macht sie zu einer markanten Wahl für bestimmte Themen.
Wichtig ist bei solchen Schriften, dass die restlichen Informationen auf dem Plakat mit einer gut lesbaren, harmonierenden Schrift präsentiert werden.
Zielgruppe und Inhalt
Berücksichtigen Sie immer Ihre Zielgruppe und den Inhalt des Plakats. Manche Schriften rufen bestimmte Assoziationen hervor (z. B. elegant, verspielt, technisch, historisch). Nutzen Sie dies bewusst, um die gewünschte Stimmung und Botschaft zu unterstützen.
Zusammenfassung und Tabelle
Die Auswahl von Papier und Schrift ist kein Zufallsprodukt, sondern eine strategische Entscheidung, die maßgeblich zum Erfolg Ihres Plakats beiträgt. Indem Sie Faktoren wie Langlebigkeit, Einsatzort, gewünschte Optik, Budget, Lesbarkeit aus der Entfernung und die Zielgruppe berücksichtigen, schaffen Sie ein Plakat, das nicht nur Informationen liefert, sondern auch Eindruck hinterlässt.

Hier eine kurze Übersicht über empfohlene Papiere:
| Papierart | Grammatur (g/m²) | Eigenschaften | Ideal für |
|---|---|---|---|
| PVC-Plakatpapier | 170 | Wasserfest, sehr robust | Langfristige Außenwerbung |
| Fluoreszierendes Papier | 80 | Sehr auffällig, kurzlebig | Kurzfristige Aktionen (Sale, Event) |
| Blueback-Papier | 115 | Blaue Rückseite, verhindert Durchscheinen | Überkleben auf Plakatwänden |
| Fotopapier | 190 | Hohe Farbbrillanz, detailreich | Visuell anspruchsvolle Designs, Fotos |
| Glanzpapier | 135 | Kostengünstig, gute Farbwiedergabe, haltbar | Große Auflagen, allgemeiner Gebrauch |
Und empfohlene Schriftarten für gute Lesbarkeit aus der Distanz:
| Schriftart | Kategorie | Eigenschaften | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Futura | Grotesk | Geometrisch, klar, zeitlos | Moderne, klare Botschaften |
| Helvetica | Grotesk | Neutral, sehr gut lesbar, schmal | Viel Text auf wenig Raum, allgemeiner Gebrauch |
| Franklin Gothic | Grotesk | Kräftig, gute Fernwirkung | Starke, direkte Kommunikation |
| Clarendon | Egyptienne | Markant, starke Serifen, nostalgisch | Auffällige Überschriften (sparsam einsetzen) |
Häufig gestellte Fragen
Welche Papierstärke (Grammatur) ist am besten für Plakate?
Das hängt vom Einsatzzweck ab. Für kurzfristige Innenplakate reichen 80-115 g/m². Für langlebige Außenplakate oder hochwertige Drucke sind 170-190 g/m² besser geeignet.
Kann ich normales Kopierpapier für Plakate verwenden?
Normales Kopierpapier (oft 80 g/m²) ist für Plakate im Allgemeinen zu dünn. Es reißt leicht, ist nicht blickdicht genug und die Druckqualität, besonders bei farbintensiven Designs, ist oft nicht optimal. Spezielle Plakatpapiere sind widerstandsfähiger und für großformatige, visuell ansprechende Drucke konzipiert.
Wie viele Schriftarten sollte ich auf einem Plakat verwenden?
Um das Plakat übersichtlich und gut lesbar zu halten, sollten Sie nicht mehr als zwei bis maximal drei verschiedene Schriftarten verwenden.
Muss die Überschrift immer die größte Schrift haben?
Ja, in der Regel sollte die Überschrift oder der zentrale Slogan die größte Schriftgröße haben, um aus der Entfernung sofort ins Auge zu fallen und die Hierarchie der Informationen klar zu machen.
Was bedeutet 'Blueback' bei Plakatpapier?
Blueback-Papier hat eine blaue Beschichtung auf der Rückseite. Diese Beschichtung verhindert, dass der Untergrund, auf dem das Plakat angebracht wird (z. B. alte Plakate oder dunkle Wände), durch das neue Plakat scheint. Es sorgt für eine saubere und blickdichte Präsentation.
Sind glänzende Papiere besser als matte für Plakate?
Glänzende Papiere bieten oft eine höhere Farbbrillanz und Detailgenauigkeit, besonders bei Fotos. Sie können jedoch bei direkter Beleuchtung spiegeln. Matte Papiere sind weniger anfällig für Reflexionen und wirken oft edler oder dezenter. Die Wahl hängt von Ihrem Design und dem geplanten Einsatzort ab.
Welche Schriftarten sind für Plakate am besten lesbar?
Klare, serifenlose Schriften (Grotesk) wie Futura, Helvetica oder Franklin Gothic sind in der Regel sehr gut lesbar, besonders in großen Größen und aus der Entfernung. Achten Sie auf eine ausreichende Strichstärke und klare Formen.
Sollte ich für Außenplakate spezielle Tinte verwenden?
Ja, für langlebige Außenplakate, insbesondere auf wasserfesten Materialien wie PVC, sollten wetterfeste Tinten verwendet werden, die UV-beständig sind und nicht durch Regen oder Feuchtigkeit verlaufen. Dies ist jedoch eher eine Frage des Druckverfahrens als des Papiers selbst, aber wichtig für die Haltbarkeit im Freien.
Indem Sie diese Überlegungen zu Papier und Schrift sorgfältig abwägen, legen Sie den Grundstein für ein Plakat, das nicht nur Informationen liefert, sondern auch die gewünschte Wirkung erzielt und Ihre Botschaft effektiv kommuniziert.
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