Ist Mehringdamm Kreuzberg?

Mehringdamm & Kreuzberg: Berlins Herzschlag

14/02/2013

Rating: 4.4 (8446 votes)

Der Mehringdamm und der Ortsteil Kreuzberg sind untrennbar miteinander verbunden und bilden einen zentralen Teil des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Der Mehringdamm selbst ist eine bedeutende Straße, die sich über rund 1,5 Kilometer durch das Herz von Kreuzberg zieht. Der Name Kreuzberg wiederum bezeichnet nicht nur den Ortsteil, sondern auch eine markante natürliche Erhebung, die diesem Gebiet seinen Namen gab.

Ist der Kreuzberg natürlich?
Der Kreuzberg ist ein Hügel im nach ihm benannten Berliner Ortsteil Kreuzberg des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Mit 66 m ü. NHN ist er die höchste natürliche Erhebung in der Berliner Innenstadt.

Der Mehringdamm verläuft als Teil der Bundesstraße 96 in Nord-Süd-Richtung und ist eine wichtige Verkehrsader. Er liegt fast vollständig im Bereich des historischen Kreuzberg 61. Sein südliches Ende grenzt an den Bezirk Tempelhof-Schöneberg, wo er am Platz der Luftbrücke in den Tempelhofer Damm übergeht. Hier befindet sich auch der nördliche Eingang des U-Bahnhofs Platz der Luftbrücke. Weiter nördlich kreuzen wichtige Querstraßen wie die Bergmannstraße und die Gneisenaustraße den Mehringdamm, wobei sich die Bergmannstraße westlich als Kreuzbergstraße fortsetzt und die Gneisenaustraße westlich als Yorckstraße. Nördlich der Kreuzung Gneisenaustraße/Yorckstraße liegt der U-Bahnhof Mehringdamm, ein zentraler Knotenpunkt. Am nördlichen Ende überquert der Mehringdamm den Landwehrkanal über die Mehringbrücke und mündet nahe der Grenze zum Bezirk Mitte in die Wilhelmstraße, unweit des U-Bahnhofs Hallesches Tor.

Übersicht

Historischer Wandel einer Straße

Die Geschichte des Mehringdamms reicht weit zurück. Sein Verlauf folgt einem alten Landweg, der schon seit Jahrhunderten vom Berliner Zentrum südwärts über Tempelhof führte. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde diese Ausfallstraße ausgebaut und erhielt 1837 den Namen Tempelhofer Straße. Im Zuge der Anlage des Generalszugs im Jahr 1864 wurde sie nach der Schlacht bei Waterloo in Belle-Alliance-Straße umbenannt, eine in Preußen übliche Bezeichnung. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es zunächst eine kurze Umbenennung in Franz-Mehring-Straße, bevor die Straße 1947 ihren heutigen Namen Mehringdamm zu Ehren des marxistischen Publizisten und Politikers Franz Mehring erhielt.

Der Mehringdamm war schon früh an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Ab 1873 verkehrten hier Pferdebahnen, später elektrische Straßenbahnen. Die U-Bahn-Linie, die den Mehringdamm bedient, wurde bereits 1924 eröffnet. Der Straßenbahnverkehr wurde schrittweise eingestellt, 1962 auf dem nördlichen Mehringdamm und 1966 schließlich auch auf dem südlichen Abschnitt.

Das nördliche Ende des Mehringdamms erfuhr in den 1960er und 1970er Jahren eine radikale Umgestaltung. Ursprünglich endete die Straße direkt am Blücherplatz vor dem Halleschen Tor. Durch die Neuplanung des Mehringplatzes und Blücherplatzes nach den Ideen von Hans Scharoun, die eine „bewohnbare Stadtlandschaft“ schaffen sollten, wurden diese Plätze vom Durchgangsverkehr entlastet. Dazu wurde der Mehringdamm am Finanzamt Kreuzberg nach Westen verschwenkt, über eine neue Brücke (1975 errichtet) geführt und an die ebenfalls neu trassierte Wilhelmstraße angebunden.

Der Kreuzberg: Namensgeber und Wahrzeichen

Der Kreuzberg, ein Hügel mit einer Höhe von 66 Metern über Normalhöhennull, ist die höchste natürliche Erhebung in der Berliner Innenstadt und gab dem heutigen Ortsteil sowie dem früheren Bezirk seinen Namen. Geologisch markiert der Kreuzberg die südliche Grenze des Berliner Urstromtals zur Berlin-Brandenburger Hochfläche Teltow. Er ist Teil dieser Grundmoränenlandschaft und keine Endmoräne. Seine relativ steile Nordseite entstand durch die Erosion des Schmelzwassers während der letzten Eiszeit vor etwa 18.000 Jahren.

Der Hügel, historisch auch als Sandberg, Runder Weinberg oder Tempelhofer Berg bekannt, wurde bereits 1290 urkundlich erwähnt. Eine kuriose Begebenheit aus der Geschichte ist der Versuch des Hofastronomen Johann Carion im Jahr 1525, Kurfürst Joachim I. und seinen Hofstaat vor einer prophezeiten Sintflut auf den Berg zu retten – die Sintflut blieb aus.

Eine lange Tradition am Kreuzberg war der Weinanbau, der seit dem 15. Jahrhundert betrieben wurde. Ein strenger Winter im Jahr 1740 beendete diese Tradition für mehr als zwei Jahrhunderte. Seit 1968 wird am Nordhang wieder Wein, der sogenannte Kreuz-Neroberger, angebaut, der jedoch nicht kommerziell erhältlich ist, sondern vom Bezirksamt verschenkt wird.

Das Nationaldenkmal und der Name

Auf der höchsten Stelle des Kreuzbergs wurde am 19. September 1818 der Grundstein für das deutsche Nationaldenkmal für die Siege in den Befreiungskriegen gelegt. König Friedrich Wilhelm III. und der russische Zar Alexander I. nahmen an der Zeremonie teil. Das Denkmal, entworfen von Karl Friedrich Schinkel und aus Gusseisen gefertigt, wurde am 30. März 1821 eingeweiht. An diesem Tag erhielt der Hügel seinen heutigen Namen: Kreuzberg. Der Name leitet sich entweder von dem eisernen Kreuz ab, das die Spitze der pyramidenförmigen Säule krönt, oder vom kreuzförmigen Grundriss des Denkmals. An den Seiten des Denkmals sind Statuen in Nischen eingelassen, die wichtige Schlachten der Befreiungskriege symbolisieren, darunter Groß-Görschen, Leipzig, Paris und Belle-Alliance (Waterloo).

Im späten 19. Jahrhundert, als die Bebauung der Tempelhofer Vorstadt den Blick auf das Denkmal zunehmend verdeckte, wurde das fast 20 Meter hohe und 200 Tonnen schwere Denkmal 1878/1879 hydraulisch auf ein acht Meter hohes Podest gehoben. Dabei wurde es um 21 Grad gedreht, um genau in einer Achse mit der Großbeerenstraße zu stehen.

Der Viktoriapark und die Umgebung

Zu Füßen des Nationaldenkmals wurde ab 1888 der Viktoriapark angelegt. Eine besondere Attraktion des Parks ist ein 24 Meter hoher künstlicher Wasserfall, der dem Zackelfall im Riesengebirge nachempfunden ist.

Bis 1861 gehörte der Kreuzberg verwaltungstechnisch zum Tempelhofer Unterland, obwohl er geologisch zum Oberland zählt. Mit der Bildung Groß-Berlins im Jahr 1920 wurde die Tempelhofer Vorstadt dem neu gebildeten Bezirk Hallesches Tor zugeschlagen, der ab 1921 den Namen Bezirk Kreuzberg trug. Viele der umliegenden Straßen sind nach Schlachten und Generälen der Befreiungskriege benannt, passend zum Thema des Nationaldenkmals. Ausnahmen sind die Kreuzbergstraße selbst und der Mehringdamm.

Bemerkenswertes am Mehringdamm

Der Mehringdamm ist nicht nur eine historische Verkehrsachse, sondern auch ein Ort mit vielen bemerkenswerten Adressen und Geschichten. Die fünf Friedhöfe vor dem Halleschen Tor, gelegen zwischen Mehringdamm und Zossener Straße, gelten als Sehenswürdigkeit.

Wie heißt das berühmteste Kaufhaus in Berlin?
KaDeWe. Erreichen Sie alle Sehenswürdigkeiten kostenlos mit der Berlin Welcome Card. Es ist das bekannteste Kaufhaus Deutschlands und mit 60.000 Quadratmetern Verkaufsfläche das größte Warenhaus auf dem europäischen Festland: das Kaufhaus des Westens, kurz KaDeWe.

International bekannt sind die Imbissstände Curry 36 und Mustafa’s Gemüse Kebap nahe des U-Bahnhofs Mehringdamm, die zahlreiche Touristen anziehen.

Im Industriehaus am Mehringdamm 32–34 befindet sich in der obersten Etage die Bühne der Berliner Kabarett Anstalt, besser bekannt als BKA-Theater. In den 1960er und 70er Jahren war hier die Diskothek Dachluke, ein Ort für Livekonzerte.

Das Gebäude Mehringdamm 61 ist als „Homo-Hof“ bekannt und war lange ein Zentrum des schwulen Lebens in Berlin. Hier befanden sich unter anderem das SchwuZ (bis 2013), das als erster alternativer schwuler Club Berlins galt, das Schwule Museum (bis 2013) und die Allgemeine Homosexuelle Arbeitsgemeinschaft (bis 2008). Ein Café, benannt nach dem Unterhaltungskünstler Melitta Sundström, existiert hier noch heute.

Eine sportliche Besonderheit des Mehringdamms ist, dass der von Süden nach Norden abschüssige Abschnitt zwischen Platz der Luftbrücke und Bergmannstraße seit 1949 regelmäßig Schauplatz der Berliner Seifenkistenrennen ist.

Der Mehringdamm und der Kreuzberg bilden somit ein Gebiet von großer historischer, kultureller und sozialer Bedeutung in Berlin. Sie spiegeln die Entwicklung der Stadt wider, von alten Landwegen über die preußische Geschichte bis hin zum lebendigen und vielfältigen Stadtteil, der Kreuzberg heute ist.

Häufig gestellte Fragen

Liegt der Mehringdamm in Kreuzberg? Ja, der Mehringdamm ist eine Hauptstraße im Berliner Ortsteil Kreuzberg des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg.

Warum heißt der Kreuzberg Kreuzberg? Der Hügel wurde nach dem Nationaldenkmal für die Befreiungskriege benannt, das 1821 auf seiner Spitze eingeweiht wurde. Der Name leitet sich vom eisernen Kreuz auf der Spitze des Denkmals oder von dessen kreuzförmigem Grundriss ab.

Was ist das Besondere am Mehringdamm? Der Mehringdamm ist eine historisch bedeutende Straße mit einer reichen Vergangenheit, die wichtige Kreuzungen und U-Bahnhöfe verbindet. Er ist bekannt für kulturelle Einrichtungen wie das BKA-Theater, ehemalige Zentren der queeren Szene, berühmte Imbissstände und als Austragungsort für Seifenkistenrennen.

Gibt es noch Weinanbau am Kreuzberg? Ja, seit 1968 wird am Nordhang wieder Wein (Kreuz-Neroberger) angebaut, allerdings nicht kommerziell.

Was befindet sich auf der Spitze des Kreuzbergs? Auf der Spitze des Kreuzbergs befindet sich das Nationaldenkmal für die Befreiungskriege.

Zusammenfassung der Verbindungen

Die Beziehung zwischen Mehringdamm und Kreuzberg ist vielschichtig:

  • Der Mehringdamm ist eine zentrale Straße, die geografisch im Ortsteil Kreuzberg liegt.
  • Der Ortsteil Kreuzberg ist nach dem Hügel Kreuzberg benannt.
  • Beide befinden sich im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg.
  • Historisch waren sowohl die Straße (als Belle-Alliance-Straße) als auch der Hügel (mit dem Nationaldenkmal) eng mit den Befreiungskriegen verbunden.
  • Der Mehringdamm entwickelte sich von einem alten Landweg zur modernen Verkehrsader, während der Kreuzberg vom Weinberg zum Standort eines Nationaldenkmals wurde.
  • Beide Orte sind heute für ihre kulturelle Vielfalt und ihre Anziehungspunkte bekannt.

Insgesamt bilden Mehringdamm und Kreuzberg eine Einheit, die das pulsierende Leben und die reiche Geschichte Berlins auf eindrucksvolle Weise widerspiegelt.

Wenn du mehr spannende Artikel wie „Mehringdamm & Kreuzberg: Berlins Herzschlag“ entdecken möchtest, schau doch mal in der Kategorie Bürobedarf vorbei!

Go up