21/09/2016
Geigen sind Instrumente voller Geheimnisse. Diese Geheimnisse stecken nicht nur in der Musik, die sie hervorbringen, sondern auch in ihrem Holz, ihrer Form und vor allem in den meisterhaften Händen, die diese Elemente mit unendlicher Liebe zum Detail und außergewöhnlichem Talent zusammengefügt haben. Sie faszinieren Musiker, wenn der Bogen über die Saiten gleitet, und ziehen Zuhörer in ihren Bann. Während jede Geige auf ihre Weise besonders ist, gibt es einige, die eine noch tiefere Faszination ausüben und eine unvergleichliche Begeisterung hervorrufen: die Instrumente von Antonio Stradivari.

Antonio Stradivari, geboren wahrscheinlich um 1648 in Cremona, Italien, und dort 1737 verstorben, gilt als der größte Geigenbauer aller Zeiten. Seine Instrumente – Geigen, Bratschen, Celli und andere – sind für ihre herausragende Qualität und ihren einzigartigen Klang berühmt. Sie wurden in einer Zeit geschaffen, die heute oft als die „Goldene Periode“ des Geigenbaus bezeichnet wird und aus der viele der heute am höchsten geschätzten Instrumente stammen.
Die unvergleichliche Klangqualität der Stradivari-Instrumente
Die Instrumente von Stradivari genießen bis heute einen legendären Ruf. Ihre Klangqualität wird oft als warm, reichhaltig, kraftvoll und von unvergleichlicher Schönheit beschrieben. Obwohl Wissenschaftler und Handwerker seit Jahrhunderten versuchen, das Geheimnis dieses außergewöhnlichen Klanges zu entschlüsseln – sei es durch die spezielle Holzbehandlung, den Lack, die Formgebung oder eine Kombination all dieser Faktoren – konnte es bis heute nicht vollständig gelüftet werden. Dies trägt zum Mythos und zum Wert jeder einzelnen Stradivari bei.
Was kostet eine Stradivari-Geige? Millionenwerte auf Auktionen
Der Wert einer Stradivari-Geige ist immens. Aufgrund ihrer Seltenheit, ihrer historischen Bedeutung, ihres Zustands und vor allem ihrer legendären Klangqualität erzielen diese Meisterwerke auf Auktionen und bei privaten Verkäufen astronomische Preise. Sie gehören zu den teuersten Musikinstrumenten der Welt. Hier ist eine Übersicht einiger berühmter Instrumente und ihrer erzielten oder geschätzten Werte, basierend auf bekannten Verkäufen:
| Instrument | Jahr | Wert/Preis (ca.) |
|---|---|---|
| Molitor Stradivari | 1697 | 2,7 Millionen Euro |
| ex-Ries Stradivari | 1693 | 3,5 Millionen Euro |
| Dolphin Stradivari | 1714 | 4 Millionen Euro |
| ex-Szigeti Stradivari (Ludwig) | 1724 | 4,3 Millionen Euro |
| La Pucelle Stradivari (Virgin) | 1709 | 4,3 Millionen Euro |
| Lord Wilton Guarneri del Gesù | 1742 | 4,3 Millionen Euro |
| King Joseph Guarneri del Gesù | 1737 | vergleichbar hoch |
| ex-Carrodus Guarneri del Gesù | 1741 | 5,1 Millionen Euro |
| ex-Kochanski Guarneri del Gesù (ex-Rosand) | 1741 | 7,3 Millionen Euro |
| Lady Blunt Stradivari | 1721 | 11,6 Millionen Euro |
| Vieuxtemps Guarneri del Gesù | 1741 | >16 Millionen US-Dollar |
Diese Liste zeigt eindrucksvoll die Dimensionen, in denen wir uns bewegen. Die Preise spiegeln nicht nur den materiellen Wert wider, sondern auch die Geschichte und die Legende jedes Instruments.
Berühmte Stradivari und Guarneri im Detail
Die Molitor Stradivari aus dem Jahr 1697, entstanden in Stradivaris „Goldener Periode“, erreichte bei einer Auktion im Jahr 2010 einen Preis von 2,7 Millionen Euro. Sie wurde von der amerikanischen Violinistin Anne Akiko Meyers ersteigert. Interessant ist ihre Geschichte: Sie gehörte einst Napoleon Bonaparte und erhielt ihren Namen von einem General aus seiner Armee, Graf Gabriel-Jean-Joseph Molitor, in dessen Familie sie sich lange Zeit befand.
Die ex-Ries Stradivari aus dem Jahr 1693 wird auf rund 3,5 Millionen Euro geschätzt und befindet sich im Besitz der Reinhold Würth Musikstiftung.

Die Dolphin Stradivari von 1714 zählt ebenfalls zu den wertvollsten Geigen. Ihr Wert wird auf 4 Millionen Euro geschätzt. Sie gehört der Nippon Music Foundation und wird derzeit von der Geigerin Akiko Suwanei gespielt. Ihren Namen „Dolphin“ (Delphin) erhielt sie im 19. Jahrhundert von George Hart, weil die Form und die schimmernde Farbe ihres Rückens ihn an einen Delphin erinnerten.
Noch höhere Preise erzielte die ex-Szigeti Stradivari, auch bekannt als „Ludwig“, aus dem Jahr 1724 mit etwa 4,3 Millionen Euro. Seit 1989 ist sie im Besitz der L-Bank Baden-Württemberg und wird an Musiker verliehen.
Den gleichen Preis von rund 4,3 Millionen Euro erreichte die La Pucelle Stradivari von 1709. Sie wird auch „Virgin“ (die Jungfrau) genannt. Diesen Namen gab ihr der Geigenbauer Vuillaume, der ihren Ton als rein und jungfräulich beschrieb (französisch „comme une pucelle“).
Neben den Stradivari-Instrumenten sind auch die Geigen von Giuseppe Guarneri del Gesù (1698–1744) von immensem Wert und gehören zur absoluten Weltspitze. Die Lord Wilton Guarneri del Gesù (1742) und die King Joseph Guarneri del Gesù (1737) sind Beispiele dafür, beide mit einem geschätzten Wert von rund 4,3 Millionen Euro. Die Lord Wilton wurde vom berühmten Violinisten Yehudi Menuhin gespielt, die King Joseph unter anderem von Itzhak Perlman.
Die ex-Carrodus Guarneri del Gesù (1741) im Besitz der Österreichischen Nationalbank ist rund 5,1 Millionen Euro wert. Sie ist nach dem englischen Violinisten John Carrodus benannt. Es wird vermutet, dass sie einst Paganini gehörte. Bemerkenswert ist, dass sie 1953 einen Autounfall unbeschadet überstand, bei dem der Violinist Ossy Renardy ums Leben kam.

Die ex-Kochanski Guarneri del Gesù (1741), die 50 Jahre lang dem Violinisten Aaron Rosand gehörte, wurde 2009 für rund 7,3 Millionen Euro an einen unbekannten russischen Milliardär verkauft. Sie gilt als eine der am besten erhaltenen Guarneri-Geigen. Benannt nach dem polnischen Virtuosen Paul Kochanski, wird sie heute auch oft als „ex-Rosand“ bezeichnet.
Die aktuell teuerste Geige der Welt ist die Vieuxtemps Guarneri del Gesù (1741), die 2012 für über 16 Millionen US-Dollar verkauft wurde. Mit diesem Verkauf verlor die Lady Blunt Stradivari (1721) ihren Spitzenplatz, den sie mit einem Preis von rund 11,6 Millionen Euro bei einer Wohltätigkeitsauktion (zugunsten der Opfer des Erdbebens in Japan) innehatte. Die Lady Blunt ist nach Lady Anne Blunt, der Enkelin von Lord Byron, benannt. Sie ist trotz ihres Alters in einem außergewöhnlich guten Zustand.
Der Name Stradivarius jenseits der Musik: Der Senator in Asterix
Interessanterweise findet sich der Name Stradivarius auch in einem ganz anderen Kontext wieder: in der beliebten Comic-Serie Asterix. Dort gibt es einen römischen Senator namens Stradivarius. Er ist Mitglied des Senats in Rom und tritt im Abenteuer „Streit um Asterix“ auf. Seine Figur zeichnet sich durch eine sehr wohlklingende, eindrucksvolle Stimme aus, die die Menge in ihren Bann zieht. Der Name des Senators ist eine klare Anspielung auf den berühmten Geigenbaumeister Antonio Giacomo Stradivari und die legendäre Klangqualität seiner Instrumente. So wird die herausragende Stimme des Senators mit dem warmen, vollen Ton einer Stradivari-Geige verglichen.
Gibt es Stradivarius in den USA?
Basierend auf den vorliegenden Informationen, die sich hauptsächlich auf die historischen Geigen und deren Verkäufe konzentrieren, lässt sich die Frage nach der Präsenz von „Stradivarius“ in den USA nicht umfassend beantworten, insbesondere nicht im Sinne einer Handelsmarke. Die bereitgestellten Texte erwähnen jedoch, dass die Molitor Stradivari im Jahr 2010 von der amerikanischen Violinistin Anne Akiko Meyers ersteigert wurde. Zudem wurde die Vieuxtemps Guarneri del Gesù, ebenfalls ein Instrument von vergleichbarem Rang, für einen Preis in US-Dollar verkauft (über 16 Millionen US-Dollar). Diese Fakten deuten darauf hin, dass Stradivari-Geigen und andere Meisterinstrumente international gehandelt werden und der US-Markt Teil dieses Handels ist, sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite. Eine Aussage darüber, ob es physische Geschäfte oder eine offizielle Vertretung speziell für historische Stradivari-Instrumente in den USA gibt, kann anhand der vorliegenden Informationen nicht getroffen werden.
Häufig gestellte Fragen
Ist Stradivarius von guter Qualität?
Ja, die Instrumente von Antonio Stradivari sind weltberühmt für ihre außergewöhnliche und bis heute als unerreicht geltende Klangqualität. Dies ist ein Hauptgrund für ihren immensen Wert und ihre Berühmtheit.

Warum trägt der Senator in Asterix den Namen Stradivarius?
Der Name des römischen Senators Stradivarius in der Asterix-Serie ist eine humorvolle Anspielung auf den Geigenbaumeister Antonio Stradivari. Der Senator hat eine besonders wohlklingende Stimme, deren Qualität mit dem legendären Ton einer Stradivari-Geige verglichen wird.
Wie viel kostet eine Stradivari-Geige?
Die Kosten für eine originale Stradivari-Geige sind extrem hoch und liegen typischerweise im Millionenbereich. Berühmte Instrumente haben bei Auktionen Preise von mehreren Millionen Euro oder US-Dollar erzielt, wie die Molitor (2,7 Mio. €), Lady Blunt (11,6 Mio. €) oder die Vieuxtemps Guarneri (>16 Mio. US$).
Gibt es Stradivarius in den USA?
Die vorliegenden Informationen, die sich auf historische Geigen beziehen, zeigen, dass amerikanische Musiker Stradivari-Instrumente erwerben (wie Anne Akiko Meyers die Molitor) und dass Instrumente dieser Kategorie zu Preisen in US-Dollar gehandelt werden. Dies deutet auf internationale Aktivität hin, inklusive des US-Marktes. Eine Aussage über physische Geschäfte oder eine Markenpräsenz im kommerziellen Sinne ist anhand der Texte nicht möglich.
Die Faszination für Stradivari-Instrumente bleibt ungebrochen. Sie sind nicht nur Musikinstrumente, sondern auch wertvolle Kunstobjekte und Zeitzeugen, deren Geheimnisse und Geschichten Musiker, Sammler und die Öffentlichkeit gleichermaßen in ihren Bann ziehen.
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