Welche Filialen von Galeria Kaufhof müssen schließen?

Galeria Kaufhof: Schließungen & Stuttgarter Zukunft

26/03/2022

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Warenhäuser wie Galeria Kaufhof waren lange Zeit zentrale Anziehungspunkte in deutschen Innenstädten. Sie versprachen eine breite Produktpalette unter einem Dach und zogen so Laufkundschaft an, von der auch umliegende Geschäfte und Gastronomie profitierten. Doch die Zeiten ändern sich, und der stationäre Handel steht unter Druck, nicht zuletzt durch den boomenden Online-Handel. Die jüngsten Entwicklungen bei Galeria zeigen die Herausforderungen deutlich auf.

Was passiert mit Galeria Kaufhof in Stuttgart?
Die Stadt Stuttgart hat die Galeria-Kaufhof-Filiale gekauft. Sie wird Ende Januar 2024 schließen. STUTTGART. Große Warenhäuser waren lange der Garant dafür, viele Menschen in die Innenstädte zu ziehen.

Galeria Karstadt Kaufhof, nun kurz Galeria genannt, hat turbulente Jahre hinter sich. Bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre sah sich das Unternehmen gezwungen, Insolvenz anzumelden. Im Januar 2024 wurde der entsprechende Antrag beim Amtsgericht Essen gestellt.

Übersicht

Die jüngste Insolvenz und Rettung

Die dritte Insolvenz von Galeria warf erneut Fragen nach der Zukunft der Warenhauskette auf. Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge suchte der Konzern dringend nach neuen Eigentümern. In den Wochen und Monaten nach dem Insolvenzantrag wurden intensive Gespräche mit potenziellen Investoren geführt. Das erklärte Ziel war es, Galeria als Ganzes oder zumindest in weiten Teilen weiterzuführen.

Mit Erfolg: Das Insolvenzverfahren konnte zum 31. Juli 2024 erfolgreich abgeschlossen werden. Galeria hat neue Eigentümer gefunden. „Das Family Office von Bernd Beetz, sowie NRDC Equity Partners, eine in New York ansässige Investmentgesellschaft, bilden das neue Eigentümerkonsortium“, teilte das Unternehmen mit. Seit dem 1. August 2024 agiert Galeria wieder eigenverantwortlich unter neuer Führung.

Dieser Erfolg bedeutet jedoch nicht, dass alle Standorte gerettet werden konnten. Als Folge des Verfahrens mussten schmerzhafte Entscheidungen getroffen werden, die zur Schließung mehrerer Filialen führen.

Welche Galeria-Filialen schließen 2024?

Obwohl die Warenhauskette gerettet werden konnte, war die Schließung einiger Standorte unvermeidlich. Ursprünglich war sogar von 16 Filialen die Rede, die geschlossen werden sollten. In den Verhandlungen mit den neuen Eigentümern und im Zuge des Insolvenzverfahrens konnte diese Zahl jedoch reduziert werden. Nun stehen neun Filialen auf der Liste der Schließungen.

Laut Angaben des Unternehmens werden folgende neun Standorte zum 31. August 2024 geschlossen:

  • Augsburg
  • Berlin Ringcenter
  • Berlin-Tempelhof
  • Chemnitz
  • Essen
  • Leonberg
  • Regensburg Neupfarrplatz
  • Trier Fleischstraße
  • Wesel

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Kunden dieser Filialen bedeutet dies das Ende einer Ära. Die Schließungen betreffen verschiedene Regionen Deutschlands und werfen in den jeweiligen Städten Fragen zur Nachnutzung der freiwerdenden Immobilien auf.

Diese 83 Galeria-Filialen bleiben erhalten

Trotz der Schließungen bleibt Galeria mit einem erheblichen Filialnetz in Deutschland präsent. Nach dem Wegfall der neun Standorte werden 83 Filialen von Galeria unter den neuen Eigentümern weitergeführt. Dies sichert tausende von Arbeitsplätzen und die Präsenz der Warenhauskette in zahlreichen Innenstädten.

Die Liste der fortgeführten Standorte ist lang und umfasst viele bekannte Adressen. Hier sind die 83 Filialen, die auch nach dem 31. August 2024 geöffnet bleiben sollen:

  • Aachen
  • Aschaffenburg
  • Bad Homburg
  • Bad Kreuznach
  • Bamberg
  • Bayreuth
  • Berlin Alexanderplatz
  • Berlin Hermannplatz
  • Berlin Kurfürstendamm
  • Berlin Schlossstraße
  • Berlin Spandau
  • Berlin Tegel
  • Bochum Ruhrpark
  • Bonn
  • Braunschweig
  • Bremen
  • Centro Oberhausen
  • Darmstadt
  • Dortmund
  • Dresden
  • Düren
  • Duisburg
  • Düsseldorf Königsallee
  • Düsseldorf Schadow
  • Erfurt
  • Erlangen
  • Euskirchen
  • Frankfurt Hauptwache
  • Freiburg (ehem. Karstadt)
  • Freiburg (ehem. Kaufhof)
  • Fulda
  • Gießen
  • Goslar
  • Göttingen
  • Hamburg AEZ
  • Hamburg Eimsbüttel
  • Hamburg Mönckebergstr.
  • Hannover
  • Heidelberg
  • Heilbronn
  • Karlsruhe
  • Kassel
  • Kiel
  • Kleve
  • Koblenz
  • Köln Breite Straße
  • Köln Hohe Straße
  • Köln Nippes
  • Konstanz
  • Landshut
  • Leipzig
  • Limburg
  • Lörrach
  • Lüneburg
  • Magdeburg
  • Main-Taunus-Zentrum
  • Mainz
  • Mannheim
  • Memmingen
  • Mülheim Heissen
  • München Marienplatz
  • München O.E.Z.
  • München Rotkreuzplatz
  • München Schwabing
  • Münster Ludgeristraße
  • Münster Salztraße
  • Nürnberg
  • Offenburg
  • Oldenburg
  • Potsdam
  • Regensburg DEZ
  • Rosenheim
  • Rostock
  • Saarbrücken
  • Singen
  • Speyer
  • Stuttgart
  • Trier Simeonstraße
  • Ulm
  • Viernheim RNZ
  • Wiesbaden
  • Wismar
  • Würzburg

Die Fortführung dieser Standorte ist ein wichtiges Signal für die jeweiligen Städte und die Mitarbeiter, auch wenn die Neuausrichtung des Konzerns zweifellos weitere Herausforderungen mit sich bringen wird.

Der Sonderfall Stuttgart: Eberhardstraße

Die Situation in Stuttgart ist ein besonderer Fall unter den von Schließungen betroffenen Standorten, die bereits früher im Jahr 2024 stattfanden. Die Galeria-Filiale in der Eberhardstraße in Stuttgart wurde bereits zum 31. Januar 2024 geschlossen, ebenso wie die Standorte in Esslingen, Heidelberg (Bismarckplatz), Pforzheim und Reutlingen, die nicht auf der Liste der neun August-Schließungen stehen (mit der Ausnahme von Leonberg, das in beiden Listen des Quelltextes auftaucht, was auf eine mögliche frühere Schließungsankündigung hindeutet).

Was die Stuttgarter Filiale besonders macht: Die Stadt Stuttgart hatte bereits im Jahr 2020 ihr Vorkaufsrecht für das Warenhausgebäude und die zugehörige Parkgarage in der Eberhardstraße ausgeübt. Dies geschah noch bevor die Schließung der Filiale durch Galeria klar war. Die Eigentümerin zu diesem Zeitpunkt war die Signa-Gruppe des Immobilienunternehmers René Benko, jener Gruppe, deren finanzielle Schwierigkeiten auch zu den Problemen bei Galeria beitrugen.

Hat Galeria Kaufhof Bücher?
Und für den Lieblingsfreizeitvertreib bietet Galeria.de Bücher für spezielle Anlässe oder Tagebücher sowie für Hobbys wie Nähanleitungen.

Signa klagte zunächst gegen das Vorkaufsrecht der Stadt, was zu langen Verhandlungen führte. Ende März 2024 gab Signa jedoch die eigenen Pläne für das Gebäude auf, nachdem die Bundesbank dort doch nicht Mieterin werden wollte. Dies machte den Weg für die Stadt Stuttgart frei, die Immobilie zu übernehmen.

Der Stadt stehen nun rund 2600 Quadratmeter Fläche in zentraler Lage nahe dem Rathaus zur Verfügung. Für die Entwicklung des Gebäudes oder der Fläche hat die Stadt rund 60 Millionen Euro zurückgestellt. Ob die Gebäude abgerissen werden oder umgebaut, ist laut einem Sprecher noch unklar. Bis Ende Januar 2024 wurden die Filiale und das Parkhaus noch von Kaufhof genutzt.

Zukunftskonzepte für die Innenstadt: Multifunktionalität

Die Schließung großer Warenhäuser wie der Galeria-Filialen stellt Städte vor die Herausforderung, riesige Flächen in den Zentren neu zu beleben. In vielen Gemeinderäten wird intensiv über neue Konzepte debattiert. Die Stadtplanerin Ricarda Pätzold vom Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin betont, dass das Warenhaus als Konzept nicht zwangsläufig ausgedient hat. Es komme stark auf die Betreiber und innovative Führung an. Ein Haus, das nicht innovativ geführt werde, könne seine Magnetfunktion nicht erfüllen.

Wo ein Warenhaus schließt, müssen andere Angebote die Anziehungskraft in Summe erhöhen. Denn trotz des wachsenden Online-Handels wird der größte Umsatz immer noch im stationären Handel gemacht. Die Antwort auf sinkende Umsätze im Einzelhandel war lange Zeit der Ausbau von Ladenflächen, etwa durch Shoppingmalls. Heute müsse die Antwort Multifunktionalität lauten.

Ein Beispiel, wo eine gemischte Nutzung gelungen ist, ist Mannheim. Dort wurde eine Galeria-Filiale bereits 2020 geschlossen. Auf der Fläche entstand ein Neubau mit Einzelhandel, Wohnungen, Büro- und Praxisräumen. Solche Lösungen erfordern laut Städtetag jedoch einen Kraftakt vor Ort und hängen von Rahmenbedingungen ab, die nicht immer steuerbar sind.

Die Stadt Stuttgart hat durch den Erwerb der Immobilie in der Eberhardstraße die seltene Chance, direkten Einfluss auf die Nachnutzung zu nehmen. Der Gemeinderat pocht auf eine vielfältige Nutzung. Es wurde beschlossen, dass mindestens 20 Prozent der Bruttogeschossfläche für Wohnungen dienen sollen. Auch die Unterbringung des Hauses der Kulturen in der Immobilie wird vorgeschlagen.

Auch andere Städte suchen nach Lösungen. Heidelberg möchte am zentralen Bismarckplatz „ein attraktives Einzelhandelsangebot“ erhalten und erwägt, als Ankermieter aufzutreten, etwa für Start-up-Konzepte im Einzelhandel. In Leonberg, wo die ehemalige Karstadt-Filiale im Leo-Center integriert war, arbeitet die Kommune mit dem Eigentümer an neuen Konzepten zur Stärkung des Einkaufszentrums. In den meisten betroffenen Kommunen laufen Gespräche mit Investoren und Eigentümern, um vielfältige Lösungen zu finden.

Bietet Galeria Kaufhof Bücher an?

Die Frage, ob Galeria Bücher im Sortiment hat, ist für viele Kunden relevant. Ja, Galeria bietet auch Bücher und verwandte Artikel an. Das Sortiment umfasst beispielsweise Fotoalben und Memoalben, aber auch Bücher für spezielle Anlässe oder Hobbys.

Die Auswahl reicht von Nähanleitungen für Handarbeitsbegeisterte bis hin zu Tagebüchern. Memo- und Fotoalben sind beliebte Artikel, um Erinnerungen an besondere Momente festzuhalten. Trotz digitaler Medien behalten physische Alben ihren besonderen Charme. Sie bieten eine Möglichkeit, Fotos sorgfältig aufzubewahren, zu beschriften oder zu verzieren und gemeinsam mit anderen in Erinnerungen zu schwelgen.

Es gibt verschiedene Arten von Alben, die sich in Größe, Ausrichtung, Material, Farbe und der Art, wie Fotos eingebracht werden (Einsteck- oder Klebealben), unterscheiden. Die Auswahl hängt oft vom Anlass ab, sei es ein Hochzeitsalbum, ein Babytagebuch oder ein Album für Urlaubsfotos.

Was passiert mit Galeria Kaufhof in Stuttgart?
Die Stadt Stuttgart hat die Galeria-Kaufhof-Filiale gekauft. Sie wird Ende Januar 2024 schließen. STUTTGART. Große Warenhäuser waren lange der Garant dafür, viele Menschen in die Innenstädte zu ziehen.

Neben Fotoalben und Tagebüchern bietet Galeria auch Bücher für kreative Hobbys. Dazu gehören Nähanleitungen, Magazine für Handstrickerei und Anleitungshefte für Häkel-Designs. Diese Bücher inspirieren zu eigenen Projekten und eignen sich auch als Geschenkideen für Bastel- und Handarbeitsfreunde.

Bücher und Alben können sehr persönliche Geschenke sein. Ein selbst gestaltetes Klebealbum mit Fotos, Texten, Zitaten oder kleinen Erinnerungsstücken wie Eintrittskarten wird zu einem Unikat mit hohem emotionalem Wert. Galeria deckt somit auch den Bedarf an Schreibwaren, Bastelbedarf und spezifischen Hobby-Artikeln ab, die im Bereich Papeterie und Bücher angesiedelt sind.

Vergleich: Nachnutzungskonzepte in verschiedenen Städten

Die Schließungen von Galeria-Standorten zwingen Städte dazu, kreativ über die Zukunft großer Einzelhandelsflächen nachzudenken. Hier ein Überblick über die Ansätze in einigen der betroffenen Kommunen:

StadtStatus der Galeria-ImmobilieGeplante Nachnutzung / KonzepteBesonderheiten
Stuttgart (Eberhardstraße)Schließung Jan 2024; Immobilie von der Stadt gekauftMultifunktionalität, mind. 20% Wohnen, Haus der Kulturen vorgeschlagenStadt ist Eigentümerin, kann Entwicklung direkt steuern; Kaufpreis ca. 60 Mio. Euro
MannheimFiliale 2020 geschlossen; Neubau entstandenGemischte Nutzung: Einzelhandel, Wohnungen, Büros, ArztpraxenErfolgreiches Beispiel für Multifunktionalität; Kraftakt für die Stadt
Heidelberg (Bismarckplatz)Schließung Jan 2024; Stadt ist im Gespräch mit EigentümernErhalt attraktives Einzelhandelsangebot, Stadt als möglicher Ankermieter für Start-upsStadt strebt keinen Erwerb an, versucht über Gespräche Einfluss zu nehmen
LeonbergSchließung Aug 2024 (im Leo-Center integriert)Eigentümer und Kommune arbeiten an neuen Konzepten zur Stärkung des EinkaufszentrumsTeil eines bestehenden Einkaufszentrums
Andere Standorte (z.B. Esslingen, Pforzheim, Reutlingen)Schließung Jan 2024; Gespräche mit Investoren/EigentümernVielfältige Lösungen angestrebt; Fokus auf Anpassung an lokale BedürfnisseSituation hängt stark von den jeweiligen Immobilieneigentümern ab

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie viele Galeria-Filialen werden 2024 geschlossen?

Nach der jüngsten Insolvenz und Rettung der Warenhauskette werden neun Filialen in ganz Deutschland geschlossen. Diese Schließungen sollen zum 31. August 2024 erfolgen.

Welche Galeria-Filialen sind von den Schließungen im August 2024 betroffen?

Die neun Filialen, die zum 31. August 2024 schließen, sind: Augsburg, Berlin Ringcenter, Berlin-Tempelhof, Chemnitz, Essen, Leonberg, Regensburg Neupfarrplatz, Trier Fleischstraße und Wesel.

Wie viele Galeria-Filialen bleiben in Deutschland geöffnet?

Von den ursprünglich mehr Filialen bleiben nach den Schließungen im August 2024 noch 83 Standorte der Galeria Warenhauskette in Deutschland bestehen und werden von den neuen Eigentümern weitergeführt.

Was passiert mit der Galeria-Filiale in Stuttgart?

Die Galeria-Filiale in der Eberhardstraße in Stuttgart wurde bereits zum 31. Januar 2024 geschlossen. Die Immobilie wurde von der Stadt Stuttgart gekauft, die nun Pläne für eine vielfältige Nutzung entwickelt, darunter Wohnungen und möglicherweise das Haus der Kulturen.

Hat Galeria Kaufhof auch Bücher im Sortiment?

Ja, Galeria bietet eine Auswahl an Büchern an. Dazu gehören neben klassischen Büchern auch Foto- und Memoalben sowie Bücher für Hobbys wie Nähanleitungen und Handarbeitsmagazine.

Wer sind die neuen Eigentümer von Galeria?

Das neue Eigentümerkonsortium, das Galeria nach der Insolvenz übernommen hat, besteht aus dem Family Office von Bernd Beetz und NRDC Equity Partners, einer Investmentgesellschaft aus New York.

Fazit

Die jüngste Entwicklung bei Galeria zeigt die anhaltenden Herausforderungen für große Warenhäuser, aber auch die Bemühungen, das Geschäftsmodell unter neuen Vorzeichen fortzuführen. Die Rettung des Großteils der Filialen ist ein positives Signal für viele Städte und Mitarbeiter. Gleichzeitig stellen die Schließungen und die Nachnutzung der freiwerdenden Immobilien, insbesondere in Städten wie Stuttgart, wichtige stadtplanerische Aufgaben dar. Die Suche nach innovativen und multifunktionalen Konzepten für diese zentralen Lagen wird die Zukunft der Innenstädte maßgeblich mitgestalten. Galeria selbst bleibt ein wichtiger Akteur im deutschen Einzelhandel, wenn auch mit einem reduzierten Filialnetz, das weiterhin eine breite Palette an Produkten, von Mode über Bürobedarf bis hin zu Büchern und Papeterie, anbieten möchte.

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