20/10/2014
Lotto "6 aus 45" ist ein fester Bestandteil des österreichischen Alltags, sei es in der Annahmestelle, online oder bei der Ziehung im Fernsehen. Doch dieses beliebte Glücksspiel hat eine lange und faszinierende Geschichte hinter sich, die weit über die Grenzen Österreichs hinausreicht und immer wieder neue Formen angenommen hat. Bevor wir uns den modernen Varianten zuwenden, werfen wir einen Blick zurück auf die Ursprünge und die Entwicklung dieses Spiels, das Menschen seit Jahrhunderten in seinen Bann zieht und die Hoffnung auf den großen Gewinn nährt.

- Was bedeutet das Wort "Lotto"?
- Wer gilt als Erfinder des Lottos?
- Die Anfänge des Lottos in Österreich
- Die Klassenlotterie: Glücksspiel für unterschiedliche Schichten
- Lotto "6 aus 45": Österreichs beliebteste Variante
- Erweiterungen des Spielangebots: Joker und LottoPlus
- Abseits der Ziehung: Rubbellose
- Ein Blick in die Zukunft des Glücksspiels
- Historische Meilensteine im Überblick
- Häufig gestellte Fragen zur Lotto-Geschichte
Was bedeutet das Wort "Lotto"?
Der Begriff "Lotto" hat eine interessante sprachliche Reise hinter sich. Seine Wurzeln liegen im Altfranzösischen, wo das Wort "Lot" für Los oder Anteil stand. Von Frankreich aus gelangte dieser Begriff als Lehnwort nach Italien. Dort entwickelte sich die heutige Form "Lotto". Diese italienische Bezeichnung setzte sich schließlich auch im deutschsprachigen Raum durch und wurde zum Synonym für das bekannte Glücksspielprinzip der Ziehung von Zahlen.
Wer gilt als Erfinder des Lottos?
Die schriftliche Erwähnung des Lottos als Glücksspiel reicht bis ins Jahr 1476 zurück. Der Ort dieser ersten Erwähnung war Modena. Der Mann, der als Erfinder des Lottos gilt, war Benedetto Gentile. Er war ein Ratsherr und stammte aus Genua. In Genua gab es zu dieser Zeit eine besondere Tradition: die Bestimmung von Senatoren durch ein Losverfahren. Aus einer Gruppe von insgesamt 90 wahlberechtigten Bürgern wurden per Los fünf Namen gezogen, um die Senatoren zu bestimmen. Diese Vorgehensweise inspirierte die Bevölkerung zu einer neuen Form des Wettens. Die Menschen begannen, Wetten darauf abzuschließen, welche fünf Namen bei der Auslosung gezogen würden. Diese Praxis entwickelte sich rasch weiter. Schon bald wurden die Namen der Bürger durch Zahlen ersetzt. Mit der Einführung fester Spielregeln und der Durchführung regelmäßiger Ziehungen gewann das Lotto schnell an Beliebtheit. Es zog immer mehr Menschen an und wurde zu einem weit verbreiteten Zeitvertreib und Glücksspiel.
Die Anfänge des Lottos in Österreich
Im 18. Jahrhundert fand das aus Genua stammende "Lotto di Genova" seinen Weg nach Österreich. Eine maßgebliche Rolle dabei spielte keine geringere Persönlichkeit als Kaiserin Maria Theresia. Mit ihrer ausdrücklichen Erlaubnis fand am 21. Oktober 1752 die allererste Lottoziehung auf österreichischem Boden statt. Der Schauplatz war der damalige Augustinerplatz in Wien, der heute als Lobkowitzplatz bekannt ist. Bei dieser historischen ersten Ziehung wurden die Zahlen 26, 81, 53, 11 und 74 gezogen. Das zugrundeliegende Spielprinzip, bei dem fünf Zahlen aus insgesamt 90 Kugeln gezogen werden, war dasselbe, das schon in Genua für Begeisterung gesorgt hatte. Dieses Prinzip dürfte vielen bekannt vorkommen, denn die erste Lotterie Österreichs, das sogenannte Zahlenlotto 1-90, existiert noch heute. Bemerkenswert ist, dass sich das Spielprinzip seit seiner Einführung im 18. Jahrhundert kaum verändert hat.
Die Klassenlotterie: Glücksspiel für unterschiedliche Schichten
Neben dem Zahlenlotto 1-90 gibt es eine weitere traditionsreiche österreichische Lotterie, die ebenfalls heute noch besteht: die Klassenlotterie. Auch dieses Glücksspiel erhielt kaiserliche Unterstützung. Diesmal war es Kaiser Franz Joseph I., der im Jahr 1912 den Auftrag zur Durchführung einer Klassenlotterie erteilte. Ein besonderes und namensgebendes Merkmal dieser Lotterieart sind die unterschiedlichen Preiskategorien, die als "Klassen" bezeichnet werden. Durch gestaffelte Lospreise und entsprechend angepasste Gewinnbeteiligungen wurde die Teilnahme an der Klassenlotterie für verschiedene Bevölkerungskreise erschwinglich. Dies ermöglichte auch Menschen mit geringerem Einkommen, ihr Glück zu versuchen. Im Jahr 1990 übernahmen die Österreichischen Lotterien die Organisation und Durchführung der Klassenlotterie. Das ursprüngliche Spielprinzip wurde von ihnen nach und nach in seine heutige Form überführt.

Lotto "6 aus 45": Österreichs beliebteste Variante
Auch wenn das Zahlenlotto und die Klassenlotterie eine längere Geschichte haben, ist Lotto "6 aus 45" heute zweifellos die beliebteste Lotterie in Österreich. Im Vergleich zu seinen historischen Vorgängern ist Lotto "6 aus 45" noch relativ jung. Die erste Ziehung dieser Variante fand am 7. September 1986 statt. Seit diesem Datum rollen regelmäßig die Kugeln. Ursprünglich gab es Ziehungen am Mittwoch und Sonntag. Seit dem Jahr 2020 wird an manchen Freitagen eine zusätzliche Ziehung durchgeführt. Bei jeder Ziehung werden sechs Gewinnzahlen aus 45 Kugeln gezogen, sowie eine zusätzliche Zusatzzahl. Dieses Format hat sich schnell etabliert und erfreut sich seit Jahrzehnten großer Beliebtheit.
Erweiterungen des Spielangebots: Joker und LottoPlus
Das Spielangebot der österreichischen Lotterien wurde im Laufe der Zeit erweitert, um den Spielern zusätzliche Gewinnchancen zu bieten. Schon zwei Jahre nach der Einführung von Lotto "6 aus 45" kam der Joker hinzu. Seit dem 26. September 1988 haben die Spieler die Möglichkeit, bei der Tippabgabe "Ja" zum Joker zu sagen. Dies eröffnet die Chance, einen zusätzlichen Jackpot zu gewinnen, der unabhängig von der Hauptziehung ist. Die Teilnahme am Joker ist nicht nur bei Lotto "6 aus 45" möglich, sondern auch bei anderen Spielen wie EuroMillionen, Toto, Bingo, Zahlenlotto, TopTipp und EuroDreams. Eine weitere neuere Entwicklung im Bereich der Lotteriespiele ist LottoPlus. Diese zusätzliche Ziehung wurde am 20. September 2017 eingeführt. Die LottoPlus-Ziehung findet direkt im Anschluss an die reguläre Lotto "6 aus 45" Ziehung statt und bietet eine weitere Möglichkeit auf einen Gewinn.
Abseits der Ziehung: Rubbellose
Glücksspiel bedeutet nicht ausschließlich die Teilnahme an Ziehungen mit Kugeln. Es gibt auch andere beliebte Formen, sein Glück zu versuchen. Eine weit verbreitete Alternative sind die verschiedenen Rubbellose. Der Spaß am Freirubbeln von Feldern, um sofort zu sehen, ob man gewonnen hat, wurde in Österreich im Jahr 1995 eingeführt. Seitdem wird das Angebot an Rubbellosen kontinuierlich erweitert und um neue, kreative Ideen ergänzt. Rubbellose bieten eine schnelle und unkomplizierte Möglichkeit, Spannung und die Chance auf einen Gewinn zu erleben, ohne auf eine Ziehung warten zu müssen.
Ein Blick in die Zukunft des Glücksspiels
Wie die Geschichte zeigt, reicht die Tradition des Glücksspiels in Österreich nun schon über 250 Jahre zurück. Doch diese Geschichte ist keineswegs abgeschlossen. Auch in der Gegenwart gibt es viele Entwicklungen in der Welt des Glücksspiels. Mit der Einführung neuer Spiele, wie zum Beispiel EuroDreams, setzt sich die Historie auf spannende Weise fort. Die Branche entwickelt sich ständig weiter, um den Spielern neue Erlebnisse und Gewinnmöglichkeiten zu bieten. Diese fortlaufende Entwicklung sorgt dafür, dass das Thema Glücksspiel relevant und interessant bleibt.

Historische Meilensteine im Überblick
Um die Entwicklung des Lottos in Österreich besser zu verstehen, kann ein Blick auf die wichtigsten Daten hilfreich sein:
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1476 | Erste schriftliche Erwähnung von Lotto in Modena (Erfinder: Benedetto Gentile aus Genua) |
| 1752 | Erste Lottoziehung in Österreich (Zahlenlotto 1-90 in Wien, initiiert von Kaiserin Maria Theresia) |
| 1912 | Einführung der Klassenlotterie in Österreich (initiiert von Kaiser Franz Joseph I.) |
| 1986 | Erste Ziehung von Lotto "6 aus 45" in Österreich |
| 1988 | Einführung des Joker-Spiels als zusätzliche Gewinnchance |
| 1990 | Die Österreichischen Lotterien übernehmen die Klassenlotterie |
| 1995 | Einführung der Rubbellose in Österreich |
| 2017 | Einführung der LottoPlus-Ziehung |
| 2020 | Einführung der Freitagsziehung bei Lotto "6 aus 45" an manchen Terminen |
Häufig gestellte Fragen zur Lotto-Geschichte
Einige Fragen tauchen im Zusammenhang mit der Geschichte des Lottos immer wieder auf:
Wer hat Lotto erfunden?
Als Erfinder des Lottos wird Benedetto Gentile angesehen. Er war ein Ratsherr aus Genua und das Glücksspiel wurde erstmals 1476 in Modena schriftlich erwähnt. Die Inspiration kam aus Genua, wo Senatoren per Losverfahren bestimmt wurden.
Was bedeutet das Wort "Lotto"?
Der Begriff "Lotto" stammt vom altfranzösischen Wort "Lot" ab, das Los oder Anteil bedeutet. Über Italien, wo es die Form "Lotto" annahm, gelangte es in den deutschen Sprachraum.
(Hinweis: Die Fragen zu Angaben auf dem Lottoschein und den am häufigsten gezogenen Zahlen können basierend auf dem bereitgestellten Text nicht beantwortet werden.)
Die Geschichte des Lottos zeigt, wie sich ein einfaches Losverfahren zu einem komplexen und beliebten Glücksspiel entwickeln kann, das sich über Jahrhunderte und Grenzen hinweg erhalten und immer wieder neu erfunden hat. Von den Anfängen in Genua bis zu den modernen Varianten in Österreich bleibt die Faszination des Zufalls und die Hoffnung auf den großen Gewinn bestehen.
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