20/04/2016
Alsdorf bekommt ein brandneues, modernes Hallenbad. Dieses Großprojekt entsteht auf dem historischen Anna-Gelände, eingebettet zwischen dem Energie-Museum Energeticon und dem markanten alten Wasserturm. Es verspricht nicht nur modernste Schwimmmöglichkeiten für Schulen, Vereine und die breite Öffentlichkeit, sondern integriert sich auch architektonisch und städtebaulich in die einzigartige Umgebung des Anna-Parks, die von der Bergbauvergangenheit der Stadt geprägt ist.

Die Entscheidung für einen Neubau fiel, da eine gemeinsame Nutzung eines Bades mit umliegenden Städten den Schul- und Vereinssport in Alsdorf eingeschränkt hätte. Daher nahm die Stadt das Projekt selbst in die Hand, um sicherzustellen, dass jedes Kind in Alsdorf die Möglichkeit hat, schwimmen zu lernen. Dieses Bekenntnis zur Schwimmausbildung und zum lokalen Sport unterstreicht die Bedeutung des neuen Hallenbades für die Gemeinschaft.
Lage und städtebauliches Konzept
Das neue Hallenbad findet seinen Platz im Anna-Park, einer Kulturlandschaft auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Anna. Dieser Park dient als Naherholungsgebiet und beherbergt wichtige städtische Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten sowie Attraktionen wie das Energeticon und das KuBiZ. Das Baufeld des Hallenbades ist städtebaulich besonders, da hier zwei unterschiedliche Ausrichtungssysteme aufeinandertreffen: das historische System der Bergbaugebäude und das System der jüngeren Straßeninfrastruktur. Diese sind um etwa 10° zueinander verdreht.
Der Entwurf des Hallenbades von Krieger Architekten greift beide Ausrichtungen auf und vermittelt harmonisch zwischen Tradition und Gegenwart. Der Baukörper ist so positioniert, dass er sowohl zur Konrad-Adenauer-Straße als auch zur Carl-von-Ossietzky-Straße ausgerichtet ist. Dies schafft einen repräsentativen Vorplatz an der Konrad-Adenauer-Allee, der sich zur Stadt hin öffnet und das Gebäude prominent in Szene setzt. Die Carl-von-Ossietzky-Straße führt direkt auf die markante Figur des Bades zu. Die Architektur zeichnet sich durch eine klare, aber spannungsvolle Formensprache aus.
Architektur und Design: Glühende Kohlen als Inspiration
Das architektonische Konzept des Alsdorfer Hallenbades ist inspiriert vom Stadtmotto „Alsdorf – voller Energie!“ und greift das Bild glühender Kohlen auf. Dieses archaische Bild wird in Form zweier gestaffelter, sich überlagernder architektonischer Volumen abstrahiert. Das höhere Volumen beherbergt die große Sportschwimmhalle und die Lüftungszentrale, während das niedrigere Volumen die kleineren Becken und Nebenräume aufnimmt. Diese Formgebung nimmt die beiden städtebaulichen Ausrichtungen des Standorts auf und schafft eine dynamische Geometrie.
Ein herausragendes Merkmal ist der grüne Sockel, der das Gebäude um knapp zwei Meter über das Geländeniveau hebt. Dieser Sockel dient nicht nur der Fernwirkung und Repräsentation, sondern bietet auch praktische Vorteile: Er schafft einen witterungsgeschützten Aufenthaltsbereich auf dem Vorplatz durch Sitzstufen, schützt die Badegäste vor Einblicken von außen und erweitert gleichzeitig die Sicht der Badegäste aus dem Gebäude heraus über den Anna-Park. Der Erdaushub aus der Unterkellerung wird für die Modellage der Außenanlagen und grünen Böschungen genutzt, was zur Integration in die Landschaft beiträgt.

Funktionale Organisation und Ausstattung
Das neue Hallenbad ist auf eine rationale und besucherfreundliche Organisation ausgelegt. Das Foyer ist als zentraler Dreh- und Angelpunkt konzipiert, der Sportler, Besucher und Personalströme bündelt. Von hier aus haben Besucher bereits Einblicke in die Badehallen und Ausblicke auf die historische Umgebung des Energeticons. Das transparente und einladende Foyer soll als „Wohnzimmer des Gebäudes“ fungieren und zum Verweilen einladen.
Hinter der Kasse und Zugangskontrolle werden die Badegäste über ein klares Wegesystem durch Föhngang, Umkleiden, Barfußgang und Vorreinigung auf das Schwimmerlebnis vorbereitet. Die Badehallen selbst sind zu drei Seiten voll verglast und bieten einen beeindruckenden Panoramablick über den Anna-Park und die angrenzende begrünte Abraumhalde. Diese Transparenz fördert nicht nur das Wohlfühlen, sondern auch die Sicherheit durch eine gute Übersichtlichkeit.
Das Bad ist funktional in einen Sportbereich und einen Familienbereich unterteilt, die durch eine vollverglaste Innenfassade voneinander getrennt sind. Diese Trennung ermöglicht eine separate Klimatisierung und verbessert die Raumakustik durch den Einsatz schallschluckender Materialien. Sie reduziert zudem potenzielle Konflikte zwischen verschiedenen Nutzergruppen und erlaubt einen flexiblen Parallel- oder Teilbetrieb, beispielsweise für Schulklassen und den öffentlichen Badebetrieb.
Zu den konkreten Ausstattungsmerkmalen gehören:
- Ein 25-Meter-Schwimmerbecken für sportliche Schwimmer.
- Ein Drei-Meter-Sprungturm und ein Ein-Meter-Sprungbrett als visuelle Attraktion zur Straße hin ausgerichtet.
- Ein Lehrschwimmbecken, ideal für Schwimmkurse und Anfänger.
- Ein Bereich speziell für Kleinkinder mit einer kindgerechten Rutsche und Wasserspielgeräten.
- Eine Außenterrasse auf Beckenhöhe, die den Aufenthaltsbereich ins Freie erweitert.
- Ein kleiner Spraypark im Außenbereich für die wärmere Jahreszeit.
Die Badeaufsicht ist zentral auf der Beckenplatte positioniert, um optimale Einsicht in alle Becken zu gewährleisten. Kurze Wege zu Technikräumen im Untergeschoss ermöglichen effizientes Handeln bei Bedarf.
Material- und Farbkonzept
Das Materialkonzept folgt ebenfalls dem Thema der glühenden Kohlen und greift die Materialsprache des Anna-Parks auf. Im Außenraum dominieren wenige, bewusst ausgewählte Materialien: der begrünte Gebäudesockel, der sich aus der Landschaft entwickelt, und eine an Kohle erinnernde graue Gebäudeverkleidung. Die Überlagerung von geschlossenen und transparenten Fassadenanteilen erzeugt besonders bei Dämmerung und Dunkelheit das gewünschte Bild von „Kohlen und Feuer“. Sichtbeton, teilweise mit Holzlamellenstruktur, ergänzt die Fassadengestaltung. Der Terrassenbelag besteht aus kohlendunklen Bodenplatten, die den Bezug zum Bergbau herstellen und, wo möglich, vom Innen- in den Außenraum übergehen, um ein Gefühl von Weite zu vermitteln.

Im Innenraum wurde Wert auf eine ruhige und freundliche Materialsprache gelegt, die dem Charakter eines Sport- und Familienbades entspricht. Ein dunkler Boden vermittelt Sicherheit, während Edelstahlbecken und -armaturen im Wasser metallisch schimmern. Helle und dezent strukturierte Decken sorgen für eine lichte und großzügige Atmosphäre. Die eigentliche Dynamik und Lebendigkeit entsteht durch die Badegäste selbst. Das Lichtkonzept ist speziell auf das Bad abgestimmt und trägt zum Wohlgefühl sowie zur Sicherheit bei. Es ermöglicht, das Bad je nach Tageszeit und Wetter in unterschiedliche Stimmungen zu tauchen.
Nachhaltigkeit und Integration ins Energiekonzept
Das neue Alsdorfer Hallenbad ist als Bestandteil der „ENERGIELANDSCHAFT Anna 4.0“ konzipiert und verfolgt konsequent die Ziele der Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit, insbesondere die CO2-Reduzierung. Obwohl die Wärme- und Energieversorgung zunächst autark geplant ist, sind zahlreiche bauliche Energieeinsparungen und nachhaltige Ansätze integriert:
- Die kompakte Bauform minimiert Energieverluste durch ein günstiges Verhältnis von Volumen zu Oberfläche.
- Die optimierte Ausrichtung des Gebäudes (Aufenthaltsbereiche nach Süden/Westen, Verkehrsbereiche nach Norden) nutzt natürliche Licht- und Wärmegewinne.
- Der Einsatz langlebiger, zeitloser und recyclebarer Materialien reduziert den ökologischen Fußabdruck.
- Die zentrale Verortung der Badewassertechnik zwischen den Becken und der Lüftungstechnik im Obergeschoss sorgt für kurze Leitungswege, minimiert Druckverluste und steigert die Effizienz.
- Die Wahl von Edelstahlbecken halbiert die CO2-Bilanz der Becken im Vergleich zu gefliesten oder betonierten Konstruktionen.
- Das Dach ist für die Nachrüstung mit Photovoltaik- und/oder Solarthermie-Modulen vorbereitet.
- Optional ist eine extensive Dachbegrünung vorgesehen, solange keine Solaranlagen installiert sind, was der ökologischen Nachhaltigkeit dient.
Barrierefreiheit und Inklusion
Ein zentraler Aspekt bei der Planung des neuen Hallenbades war die Barrierefreiheit. Für Badegäste mit Behinderung sind spezielle, barrierefreie Stellplätze nahe dem Haupteingang an der Konrad-Adenauer-Allee vorgesehen. Ein überdachter Eingangsbereich mit Treppe und Aufzug ermöglicht den Zugang auf die Ebene des Hallenbades. Im Inneren sorgen ausreichend dimensionierte Räume, Gänge, gute Ausleuchtung und behindertengerechte Einbauten (wie Ablagen und Föne) für eine Förderung der Inklusion.
Die Behindertenumkleiden und -vorreinigungen sind in unmittelbarer Nähe zur Badeaufsicht platziert, um schnelle Hilfe in Notlagen zu ermöglichen. Die Laufwege für Menschen mit und ohne Behinderung sind identisch gestaltet, was eine natürliche Einbindung aller Badegäste in die allgemeinen Abläufe fördert. Für den Beckenzugang stehen Hublifter am Beckenrand zur Verfügung, die bei Nichtgebrauch in zugeordneten Geräteräumen geparkt werden können. Das gesamte Hallenbad, einschließlich der Übergänge zu den Freibereichen wie Vorplatz und Außenterrassen, ist durchgehend barrierefrei gestaltet. Diese umfassende Planung dient nicht nur der Inklusion, sondern erhöht Komfort und Sicherheit für alle Besucher.
Kosten und Zeitplan
Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 17,4 Millionen Euro. In diesem Betrag sind alle notwendigen Ausgaben enthalten, wie der Grunderwerb, die Herrichtung des Geländes, die Erschließung und die Projektsteuerung. Auch die allgemeine Teuerung, die unter anderem durch die Ukraine-Krise beeinflusst wurde, hat das Projekt budgetär betroffen. Trotz dieser Herausforderungen hält die Stadt an der Fertigstellung fest.
Gebaut wird das neue Hallenbad von der Firma Pellikaan, einem erfahrenen Generalunternehmer mit jahrzehntelanger Erfahrung im Bäderbau in Deutschland und international. Die Firma Pellikaan ist bekannt für ihre Expertise in der Realisierung komplexer Schwimmbadprojekte.
Der geplante Zeitpunkt für die Fertigstellung und Eröffnung des neuen Hallenbades in Alsdorf ist der Sommer 2024. Mit der Fertigstellung wird Alsdorf über eine moderne und zukunftsfähige Schwimminfrastruktur verfügen, die den Bedürfnissen von Schulen, Vereinen und der Bevölkerung gerecht wird.

Häufig gestellte Fragen
Wann genau eröffnet das neue Hallenbad in Alsdorf?
Die geplante Fertigstellung und Eröffnung des neuen Hallenbades ist für den Sommer 2024 vorgesehen.
Wo genau wird das neue Hallenbad gebaut?
Das Hallenbad entsteht auf dem Anna-Gelände in Alsdorf, zwischen dem Energie-Museum Energeticon und dem alten Wasserturm.
Welche Becken wird es im neuen Hallenbad geben?
Das Bad wird ein 25-Meter-Schwimmerbecken, ein Lehrschwimmbecken und einen Bereich für Kleinkinder mit Rutsche und Wasserspielgeräten umfassen. Zudem gibt es einen Drei-Meter-Sprungturm.
Gibt es auch einen Außenbereich?
Ja, es ist eine Außenterrasse geplant, die Badegästen zusätzlichen Aufenthaltsraum im Freien bietet. Für die warme Jahreszeit ist außerdem ein kleiner Spraypark vorgesehen.
Wie hoch sind die Kosten für den Bau des Hallenbades?
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 17,4 Millionen Euro. Darin enthalten sind Grunderwerb, Herrichtung, Erschließung und Projektsteuerung.

Ist das neue Hallenbad barrierefrei?
Ja, das gesamte Hallenbad ist durchgehend barrierefrei gestaltet. Dies umfasst barrierefreie Stellplätze, einen Aufzug, behindertengerechte Umkleiden und Beckenzugänge mittels Hubliftern.
Wer ist der Generalunternehmer für den Bau?
Der Bau wird von der Firma Pellikaan als Generalunternehmer realisiert, einem erfahrenen Spezialisten im Bäderbau.
Welches architektonische Konzept liegt dem Bad zugrunde?
Das Konzept ist inspiriert vom Motto „Alsdorf – voller Energie!“ und greift das Bild glühender Kohlen auf, abstrahiert in zwei sich überlagernden Volumen. Zudem wird der städtebauliche Kontext des Anna-Parks aufgegriffen.
Wird das Hallenbad nachhaltig betrieben?
Ja, das Gebäude ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Maßnahmen wie kompakte Bauweise, optimierte Ausrichtung, langlebige Materialien, kurze Leitungswege, Edelstahlbecken und die Vorbereitung für Solaranlagen tragen zur CO2-Reduzierung bei.
Mit der geplanten Eröffnung im Sommer 2024 wird Alsdorf eine moderne und wichtige Einrichtung erhalten, die das Angebot im Anna-Park sinnvoll ergänzt und das Schwimmen für alle Altersgruppen und Bedürfnisse ermöglicht.
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