21/09/2021
Hamburg festigt seine Position als einer der bedeutendsten Standorte für Immobilieninvestitionen in Europa. Eine aktuelle Studie des Maklerunternehmens CBRE hebt die Hansestadt als siebentwichtigsten Markt für Immobilienkäufe und -verkäufe hervor. Während derzeit noch primär nationale Investoren wie der Tchibo-Erbe Günter Herz das Geschehen bestimmen, prognostizieren Experten einen baldigen Zustrom internationaler Kapitalanleger.

Das dritte Quartal dieses Jahres war von einer bemerkenswerten Dynamik geprägt, die dem Hamburger Markt für Gewerbeimmobilien einen signifikanten Aufschwung bescherte. Zwischen Juli und September wechselten insgesamt 34 gewerbliche Objekte den Besitzer, was ein Transaktionsvolumen von beeindruckenden 830 Millionen Euro ergab. Dies stellt eine Steigerung von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dar und unterstreicht die Attraktivität des Standortes. Zu den prominentesten Deals in diesem Zeitraum zählen der Verkauf des Alsterhauses, des Firmensitzes des Germanischen Lloyds sowie des Shoppingcenters am Bahnhof Altona. Allein diese drei Transaktionen summierten sich auf einen Wert von rund 300 Millionen Euro, was ihre Bedeutung für das Quartalsergebnis unterstreicht.
- Der spektakuläre Alsterhaus-Deal
- Weitere bedeutende Transaktionen im dritten Quartal
- Der Hamburger Vermietungsmarkt
- Mietaktivitäten und Flächenumsatz
- Ausblick auf den Hamburger Büromarkt
- Aktuelle Situation des Alsterhauses (Informationen aus dem Text)
- Luxusmarken in Hamburg
- Zusammenfassung der wichtigsten Immobiliendeals im Q3
- Häufig gestellte Fragen
Der spektakuläre Alsterhaus-Deal
Als größter Einzeldeal im dritten Quartal sticht der Verkauf des Alsterhauses hervor. Die Ärzteversorgung Berlin veräußerte die ikonische Immobilie für 125 Millionen Euro an die Signa Holding. Hinter dieser Holding steht René Benko, eine bekannte Persönlichkeit in der österreichischen Finanzwelt und laut Berichten einer der reichsten Österreicher. Benkos Interesse beschränkte sich nicht nur auf den Erwerb des Gebäudes; wie berichtet wurde, übernahm Signa auch das operative Geschäft von Nicolas Berggruen, dem damaligen Eigentümer von Karstadt. Dieser Schritt war Teil einer breiteren Strategie von Signa, die zuvor bereits die Immobilien weiterer prominenter Warenhäuser wie den Oberpollinger in München und das KaDeWe in Berlin erworben hatte.
Weitere bedeutende Transaktionen im dritten Quartal
Neben dem Alsterhaus trugen zwei weitere Großdeals maßgeblich zum starken Quartalsergebnis bei:
Der Verkauf des Germanischen Lloyd Firmensitzes
Auch der Tchibo-Erbe Günter Herz zeigte Interesse an der Verknüpfung von Geschäfts- und Immobilienbesitz. Über sein Family Office erwarb er für 107 Millionen Euro das Gebäude des Germanischen Lloyds (GL) am Brooktorkai in der HafenCity. Obwohl die operative Führung des Schiffs-TÜV inzwischen beim norwegischen Konkurrenten Det Norske Veritas (DNV) liegt, hält das Hamburger Unternehmen Mayfair der Investoren Günter Herz und seiner Schwester Daniela Herz-Schnoeckel, den bisherigen Alleineigentümern des GL, noch 36,5 Prozent der Anteile.
Das Shoppingcenter am Bahnhof Altona
Das Shoppingcenter am Bahnhof Altona sicherte sich der Londoner börsennotierte Immobilienkonzern Redefine International. Der Kaufpreis für dieses Objekt belief sich auf 72,5 Millionen Euro. Christoph Ringleben, Geschäftsführer von Grossmann & Berger, bestätigte, dass der Hamburger Markt für Gewerbeimmobilien derzeit noch stark von nationalen Anlegern dominiert wird. Ihr Anteil liegt bei etwa 70 Prozent, während ausländische Investoren 30 Prozent ausmachen. Für das Gesamtjahr rechnet er mit einem Transaktionsvolumen von insgesamt 2,5 Milliarden Euro.

Der Hamburger Vermietungsmarkt
Parallel zum Investmentmarkt zeigt auch der Vermietungsmarkt in Hamburg eine positive Entwicklung. Unternehmen in der Hansestadt sind kontinuierlich auf der Suche nach neuen Büroräumen. Die Bereitschaft zu einem Umzug wird nicht zuletzt durch die vergleichsweise günstige Entwicklung der Mietpreise begünstigt. Im Gegensatz zu Wohnimmobilien sind die Nettomieten für Büros leicht gesunken. Der aktuelle Durchschnittswert für die Monatsmiete pro Quadratmeter liegt bei 13,80 Euro netto kalt. Dies entspricht einem Rückgang von drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit können Unternehmen ihre Büros fast so günstig mieten wie im Jahr 2009.
Mietaktivitäten und Flächenumsatz
Mehrere namhafte Unternehmen haben bereits von der Marktlage profitiert und sich für neue Standorte entschieden. Dazu gehören beispielsweise Philips, Schenker und der Spieleentwickler InnoGames. Auch die Bezirksverwaltung der gesetzlichen Unfallversicherung VBG hat sich neue Räumlichkeiten gesichert. Sie wird voraussichtlich im Sommer 2015 in das Fleet Office am Heidenkampsweg in der City Süd umziehen. Dort hat die VBG eine Fläche von 8700 Quadratmetern angemietet. Der neue Bürokomplex entsteht auf dem Gelände, wo zuvor die alte Sachsenburg abgerissen wurde.
Andreas Rehberg, ebenfalls Geschäftsführer des Hamburger Maklerunternehmens Grossmann & Berger, erläuterte, dass der Schwerpunkt der Vermietungstätigkeit in den ersten drei Quartalen des Jahres im mittleren Preissegment lag. Dieses Segment umfasst Mieten zwischen 12,01 und 17,50 Euro pro Quadratmeter. Das Preissegment über 20 Euro pro Quadratmeter verzeichnete hingegen einen Rückgang bei den Anmietungen um 37 Prozent. Rehberg sieht den Grund dafür jedoch nicht in einem Sparkurs der Unternehmen, sondern vielmehr im geringeren Angebot an Neubauflächen, insbesondere in der Hamburger City.
Ausblick auf den Hamburger Büromarkt
Die Hamburger Makler zeigen sich zuversichtlich, ihr Jahresziel zu erreichen. Bis Ende 2013 sollen rund 450.000 Quadratmeter Bürofläche neu vermietet werden. Artur Kraft von Angermann bestätigte, dass die Nachfrage seitens der Unternehmen vorhanden ist: „Genügend Unternehmen, die neue Büroflächen nachfragen, sind in jedem Fall im Markt vorhanden.“ In den ersten neun Monaten des Jahres konnte am Hamburger Büromarkt ein Flächenumsatz von rund 326.000 Quadratmetern registriert werden. Dieses Volumen liegt um drei Prozent über dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums. Allein im dritten Quartal wurden 107.500 Quadratmeter neu vermietet. Der größte Einzelabschluss in diesem Quartal war die Anmietung von 4100 Quadratmetern durch Tchibo am Überseering.
Aktuelle Situation des Alsterhauses (Informationen aus dem Text)
Abseits der reinen Immobilienwerte und Marktstatistiken gab es auch spezifische Informationen zur operativen Situation des Alsterhauses:
War das Alsterhaus geschlossen?
Aufgrund behördlicher Vorgaben zur Eindämmung der Corona-Pandemie blieb das Alsterhaus ab Samstag, dem 20. März 2021, vorübergehend geschlossen. Während dieser Schließung konnten Kunden über den Onlineshop der KaDeWe Group aktuelle Fashion Collections und ausgewählte Beauty Brands einkaufen. Das Haus war per E-Mail ([email protected]) und telefonisch (Montag bis Freitag, 10 bis 18 Uhr unter +49 40 35 90 12 18) erreichbar.

Wer hat das Alsterhaus gekauft?
Wie bereits erwähnt, kaufte zunächst die Signa Holding das Gebäude für 125 Millionen Euro. Spätere Informationen aus dem Text deuten auf eine Entwicklung hin, bei der Central eine Mehrheitsposition übernahm. Laut Informationen stand der Vertrag, durch den Central 50,1 Prozent der KaDeWe Group (zu der das Alsterhaus gehört) übernahm, unter Vorbehalt, unter anderem kartellrechtlicher Fragen. Die verbleibenden 49,9 Prozent gehörten zum Signa-Firmengeflecht von René Benko, das später Insolvenz anmeldete. Central hatte bereits im April das Gebäude des KaDeWe in Berlin für eine Milliarde Euro selbst übernommen. Trotz der Insolvenz der KaDeWe Group lief der Geschäftsbetrieb in den Kaufhäusern weiter.
Luxusmarken in Hamburg
Hamburg ist nicht nur ein Zentrum für Immobilienhandel, sondern auch ein attraktiver Standort für Luxusmarken. Die Nähe zu Warenhäusern wie dem Alsterhaus und Einkaufsstraßen wie dem Neuen Wall zieht exklusive Labels an. Hier sind einige der im Text genannten Luxusunternehmen in Hamburg:
- Montblanc: Bekannt für hochwertige Schreibgeräte, Uhren, Lederwaren und Schmuck. Eine Marke mit Wurzeln in Hamburg, die traditionelles Handwerk und modernen Luxus vereint. Standort: Neustadt, Hamburg.
- Gucci: Steht für italienische Eleganz. Bietet eine umfangreiche Auswahl an Taschen (wie die Marmont), Pullovern und Sonnenbrillen. Ein Synonym für Luxus in der Modewelt. Standort: Neuer Wall 34, Hamburg.
- Prada: Bekannt für elegante und innovative Mode. Bietet hochwertige Lederhandtaschen und Accessoires wie Handschuhe. Setzt immer wieder neue Trends. Standort: Neuer Wall 32, Hamburg.
- Rolex: Mehr als eine Uhr, ein Statussymbol und eine Investition. Bietet eine exquisite Auswahl an Luxusuhren, darunter beliebte Modelle wie Submariner und Day-Date. Verkörpert Eleganz und Präzision. Standort: Neuer Wall 7, Hamburg.
- Dior: Repräsentiert französische Haute Couture. Bietet ikonische Handtaschen (wie die Saddle Bag), Kleidung und Accessoires. Eine führende Marke in der Welt der Mode. Standort: Jungfernstieg, nahe dem Hafen.
Diese Auflistung zeigt die Vielfalt und das hohe Niveau des Einzelhandelsangebots in Hamburg, das sowohl Käufer von Immobilien als auch Besucher anzieht.
Zusammenfassung der wichtigsten Immobiliendeals im Q3
| Objekt | Käufer | Preis (Mio. Euro) |
|---|---|---|
| Alsterhaus | Signa Holding (später Central Mehrheit) | 125 |
| Germanischer Lloyd HQ | Günter Herz Family Office | 107 |
| Bahnhof Altona Shopping Center | Redefine International | 72.5 |
Häufig gestellte Fragen
Was war der Wert des Alsterhauses beim Verkauf an Signa?
Beim Verkauf an die Signa Holding betrug der Wert des Alsterhauses 125 Millionen Euro.
Wer hat das Alsterhaus später übernommen?
Informationen deuten darauf hin, dass Central eine Mehrheitsposition (50,1%) an der KaDeWe Group, zu der das Alsterhaus gehört, von der insolventen Signa (49,9%) übernommen hat.
Wie entwickelte sich der Hamburger Immobilienmarkt im 3. Quartal?
Der Markt für Gewerbeimmobilien verzeichnete im 3. Quartal einen kräftigen Schub mit einem Transaktionsvolumen von 830 Millionen Euro, ein Plus von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Wie hoch war das Transaktionsvolumen der drei größten Deals im 3. Quartal?
Die drei größten Deals (Alsterhaus, GL HQ, Bahnhof Altona Shopping Center) hatten zusammen einen Wert von rund 300 Millionen Euro.
Wie entwickeln sich die Büromieten in Hamburg?
Die Nettomieten für Büros sind leicht gesunken. Der Durchschnitt liegt bei 13,80 Euro netto kalt pro Quadratmeter, was einem Rückgang von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Welche Luxusmarken sind in Hamburg vertreten?
Zu den im Text genannten Luxusmarken in Hamburg gehören Montblanc, Gucci, Prada, Rolex und Dior.
War das Alsterhaus vorübergehend geschlossen?
Ja, das Alsterhaus war ab dem 20. März 2021 vorübergehend aufgrund behördlicher Vorgaben zur Eindämmung der Corona-Pandemie geschlossen.
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