Was ist Askania?

ASKANIA: Berliner Uhren mit Tradition

31/10/2016

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Mitten in dem legendären Gewerbekomplex der Hackeschen Höfe in Berlin befindet sich die renommierte Uhrenmanufaktur ASKANIA. Beim Betreten des Flagship-Stores taucht man ein in eine charmante Mischung aus Uhrenausstellung und einem faszinierenden Museum für Flugtechnik. Besucherinnen und Besucher sind oft erstaunt über die ausgestellten historischen Objekte und zücken ihre Smartphones, um diese zu fotografieren. Hier vergeht die Zeit wie im Fluge, denn es gibt so viel zu sehen und zu entdecken.

Was ist Askania?
In der Uhrenmanufaktur ASKANIA entstehen hochwertige Uhren in Handarbeit. Mitten in dem legendären Gewerbekomplex Hackesche Höfe befindet sie sich, die Uhrenmanufaktur ASKANIA. Im Inneren ist der Flagship-Store eine charmante Mischung aus Uhrenausstellung und Museum für Flugtechnik.

Bei ASKANIA geschieht sonst nichts im Eiltempo. Von der ersten Idee bis zur endgültigen Fertigstellung einer Uhr können mitunter Jahre vergehen. Dieser Prozess zeugt von der tiefen Hingabe zur Qualität und Präzision, die das Markenzeichen der Manufaktur ist.

Übersicht

Tradition und Fliegercharme

Im Schaufenster der Berliner Uhrenmanufaktur in den Hackeschen Höfen sind einige der schönsten Stücke der ASKANIA-Uhrenkollektion in großen Kästen auf schwarzen Kissen präsentiert. Wer den Laden betritt, gelangt hinter dem Eingang in einen kleinen Flur, der aber eine umso größere Galerie mit Bildern von prominenten ASKANIA-Uhrenträgerinnen und -trägern beherbergt. Darunter finden sich so bekannte Namen wie der Star-Wars-Regisseur George Lucas und der renommierte Schauspieler Armin Mueller-Stahl.

Doch wie Timo Gloxin, Einkaufs- und Verkaufsleiter sowie Prokurist bei ASKANIA, im Gespräch berichtet, machen prominente Persönlichkeiten nur einen kleinen Teil der Kundschaft aus. „80 Prozent unserer Kundschaft sind aber ganz normale Menschen, die von unseren Produkten geflasht sind. Vor allem natürlich an der Fliegerei Interessierte“, erklärt er. Dies unterstreicht die breite Anziehungskraft der Marke, die sowohl Liebhaber exklusiver Zeitmesser als auch Enthusiasten der Luftfahrt anspricht.

Der Hauptraum der Uhrenmanufaktur ist ein kleiner historischer Festsaal im Jugendstil, der eine perfekte und würdige Kulisse für die Präsentation der hochwertigen Uhren bietet. Doch der Raum ist mehr als nur eine Verkaufsfläche. Die Bilder an den Wänden erzählen fesselnde Geschichten aus der Pionierzeit der Fliegerei. Zudem sind hier bedeutendste ASKANIA-Bordinstrumente aus den 1920er- und 1930er-Jahren ausgestellt, die an die Wurzeln des Unternehmens erinnern.

Berliner Zeitgeschichte: Die Entstehung von ASKANIA

Die Geschichte von ASKANIA begann im Jahr 1871 in Berlin, als Carl Bamberg, ein Protegé des berühmten Unternehmers Carl Zeiss, die Bambergwerke gründete. Der anfängliche Schwerpunkt lag auf der Entwicklung und Herstellung von Navigations- und Luftfahrtinstrumenten, die sich durch innovative und feinmechanische Werke auszeichneten. Zu den ersten wichtigen Aufträgen zählten ein Kathetometer für die Berliner Sternwarte und Schwimmkompasse für die Kaiserliche Marine.

Im Jahr 1921 erfolgte ein bedeutender Schritt: Die Bambergwerke schlossen sich mit der Central-Werkstatt für Gasgeräte GmbH zusammen und es entstanden die ASKANIA-WERKE AG. Die ersten Uhren aus den Bambergwerken waren robuste Taschenuhren, die speziell für die Anforderungen auf See konzipiert waren. Mit dem Aufkommen der Luftfahrt zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden diese krisenerprobten Chronografen auch von den ersten Pilotinnen und Piloten genutzt.

Timo Gloxin berichtet von den Herausforderungen, denen sich die frühen Piloten stellen mussten: „Die Piloten haben beim Arbeiten noch alles selbst gemacht: Maschinen steuern, sämtliche Knöpfe bedienen. Es hat alles gewackelt und gerumpelt, und dazu kam noch die schlechte Sicht.“ Unter solchen Bedingungen hatten die Piloten oft keine Hand frei, um eine Taschenuhr aus der Tasche zu holen. Eine pragmatische Lösung musste her: Sie banden sich die Taschenuhren zunächst um den Oberschenkel und später um die Handgelenke. So entstanden die ersten Armbanduhren im Grunde aus umfunktionierte Taschenuhren.

Der Name ASKANIA und die Krone als Firmenlogo leiten sich übrigens von den Askaniern ab, einem altsächsischen Hochadelsgeschlecht. Dies verbindet die Marke tief mit der deutschen Geschichte und Tradition.

Das Qualitätsmerkmal von ASKANIA-Uhren

Inspiriert von den praktischen Bedürfnissen der Pilotinnen und Piloten entwarf ASKANIA die ersten Armbanduhren speziell für diese Anforderungen. Neben der absoluten Zuverlässigkeit auch unter hoher Belastung war eine exzellente Ablesbarkeit der Uhrzeit von entscheidender Bedeutung. Dieses Merkmal ist bis heute ein zentrales Qualitätskriterium der ASKANIA-Uhren geblieben.

Ein interessantes Detail aus der Fliegerei ist, warum manche Piloten ihre Uhren am rechten Handgelenk tragen. Die meisten Menschen sind Rechtshänder und tragen ihre Uhr daher links, um sie bequem bedienen zu können. Flugkapitäne sitzen im Cockpit jedoch meist links und müssen viele Instrumente mit der linken Hand bedienen. Daher tragen sie ihre Uhren oft rechts, um die linke Hand frei zu haben.

Die Wiederbelebung einer Uhrenmanufaktur

Nach dem Zweiten Weltkrieg und insbesondere mit dem Boom der batteriebetriebenen Quarzuhren Mitte der 1970er-Jahre hatten viele Manufakturen für mechanische Uhren schwer zu kämpfen oder mussten den Betrieb einstellen. ASKANIA wurde in dieser Zeit von Siemens gekauft, und das Uhrensegment wurde fast vollständig eingestellt. Die traditionelle Uhrenproduktion schien ein Ende gefunden zu haben.

In den 1990er-Jahren änderte sich die Situation jedoch wieder grundlegend, wie Timo Gloxin berichtet. Es kam zu einem deutlichen Revival der mechanischen Uhren. In diesem Zuge vollzog sich eine klare Trennung im Markt: Quarzuhren etablierten sich als einfachere, preiswertere Zeitmesser für den Massenmarkt, während mechanische Uhren preislich in das höhere Segment aufstiegen. Sie wurden wieder als etwas Besonderes wahrgenommen, als Ausdruck von Handwerkskunst und Tradition. Für viele Menschen gilt seither: Eine richtige Uhr ist nur eine mechanische Uhr.

Im Jahr 2006 wagte ASKANIA den Neubeginn im Uhrensegment. Durch die Übernahme und Neugründung der ASKANIA AG durch Leonhard Robert Müller kam wieder neuer Schwung in das geschichtsträchtige Zeitmesserwerk. Seit 2007 ist die Uhrenmanufaktur prominent in den Hackeschen Höfen in Berlin ansässig. Timo Gloxin erinnert sich: „Die Verwaltung der Hackeschen Höfe wollten uns damals unbedingt haben, denn sie meinte, wir würden super zu ihnen passen.“

Neben dem Flagship-Store in den Hackeschen Höfen befindet sich der Hauptsitz von ASKANIA im Geschäftshaus Palais Holler auf dem Kurfürstendamm. Für Kunden, die nicht persönlich vorbeischauen können, gibt es zudem den ASKANIA-Onlineshop.

Die Hackeschen Höfe selbst, wo sich der ASKANIA-Store befindet, sind eines der größten Gewerbeensembles in Deutschland und ein wahrer Anziehungspunkt für Berliner und Touristen. Die acht Höfe mit ihrer außergewöhnlichen Architektur und der wunderschönen Jugendstilfassade wurden 1906 eröffnet und beherbergen heute eine vielfältige Mischung aus Gastronomie, Kultur und handgefertigten Produkten.

Die Qualität der ASKANIA-Uhren hat sich über viele Jahrzehnte bewährt. Im Jahr 2021 feierte die Manufaktur ihr 150-jähriges Firmenjubiläum, ein beeindruckender Meilenstein, der die Beständigkeit und Tradition des Unternehmens unterstreicht.

Heute stellt ASKANIA überwiegend Armbanduhren her, wobei rund 80 Prozent der Modelle mit einem hochwertigen Lederarmband ausgestattet sind. Timo Gloxin betont die Bedeutung des Armbands für den Charakter einer Uhr: „Der Charakter einer Uhr lässt sich mit ihrem Band sehr verändern. Wir beraten beim Verkauf, welches Band zu welcher Person passt.“ Was die Pflege angeht, gibt er einen einfachen Tipp: „Pflege deine Lederarmbanduhr so wie deine Lederschuhe.“

Für die hochwertigsten mechanischen Uhren empfiehlt der Uhrenexperte Gloxin, sie alle sieben bis acht Jahre zur Uhrenrevision zu geben. Dieser professionelle Service ist unerlässlich, um die Langlebigkeit und Präzision der Zeitmesser zu gewährleisten. Bei ASKANIA dauert eine solche Revision zwischen sechs und acht Wochen. Dabei wird jedes Einzelteil sorgfältig vermessen und kontrolliert. Der Aufwand lohnt sich, denn so verlieren die Uhren weder an Funktion noch an Wert.

Neben den Armbanduhren umfasst das Sortiment von ASKANIA auch Wand- und Taschenuhren sowie Accessoires wie Pilotenrucksäcke, die das Thema Luftfahrt aufgreifen.

Inspiration für einzigartige Uhrenmodelle

Alle ASKANIA-Modelle werden von erfahrenen Uhrmachermeisterinnen und -meistern in höchster Präzision gefertigt. Dieser aufwendige Prozess erklärt, warum von der ersten Idee bis zur finalen Produktion gut zwei bis drei Jahre vergehen können. Jedes technische und stilistische Detail wird akribisch geprüft, konstruiert und umgesetzt.

Timo Gloxin beschreibt die Anforderungen an das Handwerk: „Uhrmachermeisterinnen und -meister brauchen eine ruhige Hand, ein gutes Auge und ein absolutes Verständnis für Technik. Die Uhr ist ein komplizierter Motor, der auf sehr kleinem Raum gebaut werden muss.“

Die Inspirationen für die ASKANIA-Kollektionen sind vielfältig. Viele Modelle greifen Elemente der ursprünglichen ASKANIA-Instrumente und Uhren auf. Doch auch die Berliner Zeitgeschichte, wichtige Flughäfen und außergewöhnliche Persönlichkeiten der Luftfahrt dienen als wichtige Quellen der Anregung. Jede ASKANIA-Uhr erzählt somit eine individuelle Geschichte, was sie für Kundinnen und Kunden besonders attraktiv macht, neben der zeitlosen Qualität der Fliegeruhren.

Timo Gloxin schwärmt von den Produkten: „Ich liebe alle ASKANIA-Uhren. Jede hat etwas Besonderes, und sie sind auch irgendwie meine Babys, weil ich eben vom ersten Tag an dabei war und alle mitgestaltet habe.“ Am Tag des Gesprächs trug er seine Lieblingsuhr, das Modell Taifun, benannt nach dem berühmten Flugzeug der Rekordpilotin Elly Beinhorn.

Modelle mit Geschichte: Taifun, BREMEN, Alexanderplatz

Das Zifferblatt des Modells Taifun ist direkt vom ASKANIA-Zeitmesser inspiriert, der sich an Bord des Leichtflugzeugs Messerschmitt Bf 108 befand. Mit diesem Flugzeug, das sie selbst auf den Namen Taifun taufte, stellte die berühmte Pilotin Elly Beinhorn in den 1930er-Jahren zahlreiche Luftfahrtrekorde auf. Bereits mit 23 Jahren flog sie allein in die Sahara und mit 24 Jahren umrundete sie als eine der ersten Frauen die Welt im Alleinflug. ASKANIA widmet dieser außergewöhnlichen Pilotin eine eigene Serie, die Elly-Beinhorn-Kollektion. Die Uhren dieser Modellreihe sind im Vergleich zu anderen ASKANIA-Modellen etwas kleiner.

Ein weiteres Modell, das eine Premiere der Luftfahrt ehrt, ist die Kollektion BREMEN. Die Junkers W33 mit dem Namen Bremen überquerte im Jahr 1928 als erstes Flugzeug den Atlantik von Ost nach West. Mit an Bord dieses historischen Fluges war ein ASKANIA-Bordkompass. Das Original dieses Kompasses können Besucherinnen und Besucher heute in der Ausstellung der Manufaktur in den Hackeschen Höfen besichtigen.

Eine besonders schöne Berliner Anekdote verbirgt sich hinter der Alexanderplatz-Kollektion. Ihr Design ist vom Berliner Fernsehturm inspiriert. Die Idee dazu entstand im Jahr 2006, als der damalige Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit die Uhrenmanufaktur besuchte. Üblicherweise verschenkte ASKANIA an Staatsgäste preußisches Porzellan. Doch Herr Wowereit lehnte dies schmunzelnd ab und nannte es „Staubfänger“. Stattdessen äußerte er den Wunsch: „Baut mir doch eine Uhr. Aber keine Fliegeruhr, sondern eine Berliner Uhr.“ ASKANIA setzte diesen Wunsch um und schuf damit nicht nur eine Uhr für den ehemaligen Bürgermeister, sondern auch ein beliebtes Modell für viele weitere Berlin-Fans.

Die zeitlose Eleganz und das Erbe

Der Slogan von ASKANIA, „So tickt Berlin.“, bringt es auf den Punkt. Der Museumscharakter der Uhrenmanufaktur in den Hackeschen Höfen ist vollkommen gerechtfertigt, denn jede Uhr trägt eine besondere Geschichte in sich. Besucherinnen und Besucher erfahren hier nicht nur viel über die Uhrmacherkunst, sondern auch über die faszinierende Geschichte der Luftfahrt und die Geschichte Berlins selbst.

Die hochwertigen Uhren von ASKANIA zeichnen sich durch eine unverwechselbare, zeitlose Eleganz aus. Sie sind mehr als nur Zeitmesser; sie sind ein Stück Geschichte und Handwerkskunst am Handgelenk. Für Kundinnen und Kunden, die etwas ganz Besonderes suchen, bietet ASKANIA sogar die Möglichkeit, eine individuelle Uhr anfertigen zu lassen.

Häufig gestellte Fragen zu ASKANIA

Was ist ASKANIA?
ASKANIA ist eine Berliner Uhrenmanufaktur mit einer langen Geschichte, die bis ins Jahr 1871 zurückreicht. Ursprünglich stellte das Unternehmen Navigations- und Luftfahrtinstrumente her und ist heute bekannt für hochwertige mechanische Armbanduhren mit starkem Bezug zur Luftfahrt und Berliner Geschichte.
Wo befindet sich ASKANIA?
Die Hauptgeschäftsstelle und der Flagship-Store mit Museum sind in den Hackeschen Höfen in Berlin ansässig. Der Hauptsitz befindet sich im Palais Holler am Kurfürstendamm. Es gibt auch einen Onlineshop.
Welche Art von Uhren stellt ASKANIA her?
ASKANIA stellt hauptsächlich mechanische Armbanduhren her, oft mit Lederarmbändern. Das Sortiment umfasst aber auch Wand- und Taschenuhren sowie Accessoires.
Was zeichnet ASKANIA-Uhren aus?
ASKANIA-Uhren zeichnen sich durch hohe Präzision, Zuverlässigkeit, exzellente Ablesbarkeit (inspiriert von Fliegeruhren), meisterhafte Handwerkskunst und Designs aus, die von der Luftfahrtgeschichte und Berliner Zeitgeschichte inspiriert sind. Jede Uhr erzählt eine Geschichte.
Wie lange dauert die Herstellung einer ASKANIA-Uhr?
Von der Idee bis zur Fertigstellung einer ASKANIA-Uhr können zwei bis drei Jahre vergehen, da jedes Detail sorgfältig entworfen und gefertigt wird.
Muss eine mechanische ASKANIA-Uhr gewartet werden?
Ja, für die hochwertigsten Modelle wird empfohlen, alle sieben bis acht Jahre eine Revision durchführen zu lassen, um Funktion und Wert zu erhalten.

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