Was dürfen Babys nicht in den Mund nehmen?

Was Babys nicht in den Mund nehmen dürfen

09/04/2019

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Die orale Phase ist ein faszinierendes und ganz natürliches Kapitel in der Entwicklung deines Babys. Es ist die Zeit, in der kleine Hände alles greifen und neugierig zum Mund führen. Lippen und Zunge werden zu den wichtigsten Werkzeugen, um die Beschaffenheit der Welt zu erkunden – hart oder weich, kalt oder warm, glatt oder rau. Dein Baby sammelt wertvolle Erfahrungen und trainiert gleichzeitig wichtige Fähigkeiten wie das Greifen und die Hand-Augen-Koordination. Doch bei aller Neugier lauern auch Gefahren. Nicht alles, was greifbar ist, sollte auch im Mund deines kleinen Schatzes landen. Es ist entscheidend zu wissen, welche Gegenstände in dieser Phase unbedingt außer Reichweite bleiben müssen.

Was dürfen Babys nicht in den Mund nehmen?
Was sollten Babys nicht in den Mund nehmen? Glatte, sehr kleine oder spitze Gegenstände dürfen in der oralen Phase nicht in Babyhände gelangen. Sie könnten verschluckt werden und im schlimmsten Fall droht sogar Erstickungsgefahr.
Übersicht

Was ist die orale Phase und warum machen Babys das?

Wenn dein Baby beginnt, Gegenstände gezielt zu greifen und sie sofort in den Mund zu stecken, hat die sogenannte orale Phase begonnen. Dies geschieht typischerweise zwischen dem vierten und siebten Lebensmonat, wenn die Feinmotorik deines Kindes sich so weit entwickelt hat, dass es Objekte festhalten kann. Der Mund ist in diesem Alter oft das empfindlichste Sinnesorgan, empfindlicher als Finger oder Augen. Durch das Lutschen, Saugen und Kauen erfährt dein Baby mehr über die Eigenschaften eines Objekts als auf jede andere Weise. Es ist ein wichtiger Schritt im kognitiven Lernprozess.

Neben dem reinen Erkundungsdrang gibt es einen weiteren häufigen Grund für das Bedürfnis, auf Dingen herumzukauen: das Zahnen. Auch wenn noch kein Zahn zu sehen ist, kann das Zahnfleisch bereits schmerzen, jucken oder brennen. Das Beißen auf festen Gegenständen kann Linderung verschaffen und das Zahnfleisch massieren.

Wie lange dauert die orale Phase in der Regel?

Die orale Phase ist keine Phase, die von heute auf morgen beginnt und endet. Sie entwickelt sich allmählich. Während Babys schon im Mutterleib am Daumen lutschen, beginnt die eigentliche orale Phase, bei der Objekte erkundet werden, meist ab dem Alter von 4 bis 7 Monaten. Ein festes Enddatum gibt es nicht, da jedes Kind sein eigenes Tempo hat. Im Durchschnitt lässt das intensive Bedürfnis, alles in den Mund zu nehmen, um den 18. Lebensmonat herum nach. Es ist jedoch völlig normal, wenn auch ältere Kinder im Alter von zwei, drei oder sogar vier Jahren noch gelegentlich Gegenstände mit dem Mund erkunden oder auf ihnen kauen. Mach dir keine Sorgen, solange es sich um harmlose Dinge handelt. Solltest du das Gefühl haben, die orale Phase deines Kindes sei extrem ausgeprägt oder du machst dir Sorgen, ist es immer ratsam, ärztlichen Rat einzuholen, zum Beispiel bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung.

Gefahren in der oralen Phase: Was gehört NICHT in den Mund?

Dies ist der wichtigste Punkt, um dein Baby sicher durch die orale Phase zu begleiten. Nicht jeder Gegenstand ist für die orale Erkundung geeignet und einige können sogar lebensgefährlich sein. Die Hauptgefahren sind Erstickungsgefahr, Vergiftung und Verletzung.

Verschluckbare Kleinteile: Alles, was klein genug ist, um verschluckt zu werden, stellt eine akute Erstickungsgefahr dar. Der Kehlkopf eines Babys ist sehr klein, und ein falsch verschluckter Gegenstand kann die Atemwege blockieren. Dazu gehören:

  • Kleine Spielzeugteile, die sich lösen können
  • Knöpfe
  • Münzen
  • Perlen und Schmuckteile
  • Murmeln
  • Kleine Batterien (Knopfzellen sind besonders gefährlich, da sie bei Verschlucken innere Verätzungen verursachen können!)
  • Nüsse und kleine harte Lebensmittel
  • Kleine Steine oder andere Fundstücke vom Boden

Achte darauf, dass Spielzeug für das Alter deines Kindes geeignet ist und keine leicht ablösbaren Kleinteile hat. Überprüfe regelmäßig den Boden in den Bereichen, in denen sich dein Baby aufhält.

Giftige Substanzen und Chemikalien: Putzmittel, Medikamente, Farben, Lösungsmittel, Alkohol, Kosmetika oder Schädlingsbekämpfungsmittel sind extrem gefährlich. Selbst kleinste Mengen können zu schweren Vergiftungen führen. Bewahre solche Dinge immer in verschlossenen Schränken auf, die für Kinder nicht zugänglich sind. Auch giftige Pflanzen (Zimmerpflanzen oder im Garten) können gefährlich sein, wenn Blätter oder Teile davon abgebissen und verschluckt werden. Informiere dich, welche Pflanzen in deinem Zuhause oder Garten für Kinder giftig sind.

Warum nimmt ein Baby einen Finger im Mund?
Zunge und Lippen sind hierbei wichtige Sinnesorgane, die deinem Kind dabei helfen, die Dinge in seiner Umgebung besser wahrzunehmen. Nimmt dein kleines Schätzchen Gegenstände in den Mund, dann kann es diese dank der sensiblen Nervenenden erforschen und kennenlernen.

Scharfe oder spitze Gegenstände: Besteck, Messer, Scheren, Nadeln, Glasscherben oder zerbrochenes Plastikspielzeug können schwere Verletzungen im Mund, Rachen oder Verdauungstrakt verursachen. Stelle sicher, dass solche Gegenstände sicher verstaut sind.

Elektrische Kabel und Steckdosen: Das Kauen auf Stromkabeln kann zu einem Stromschlag führen. Steckdosen stellen ebenfalls eine Gefahr dar. Sichere alle Steckdosen mit Kindersicherungen und verlege Kabel so, dass dein Baby sie nicht erreichen kann.

Unsicheres Spielzeug und Materialien: Achte beim Kauf von Spielzeug auf Prüfzeichen (wie CE, GS) und Altersangaben. Billiges Spielzeug kann Schadstoffe wie Weichmacher enthalten, die beim Bekauen freigesetzt werden. Auch Materialien wie Folien (Frischhaltefolie, Plastiktüten) können eine Erstickungsgefahr durch Ersticken darstellen.

Sicher durch die orale Phase: Tipps für Eltern

Mit der richtigen Vorbereitung und ständiger Aufsicht kannst du die orale Phase sicherer gestalten:

  • Babysicheres Zuhause: Gehe auf Kniehöhe durch deine Wohnung und identifiziere potenzielle Gefahrenquellen. Sichere Schränke mit Kindersicherungen, installiere Steckdosenschutz, befestige Möbel an der Wand, entferne Kabel aus Reichweite.
  • Ständige Aufsicht: Lass dein Baby niemals unbeaufsichtigt, besonders wenn es sich krabbelnd oder gehend fortbewegen kann. Gefährliche Gegenstände sind oft schneller erreicht, als man denkt.
  • Sichere Spielumgebung: Biete deinem Baby altersgerechtes und geprüftes Spielzeug an. Halte den Spielbereich sauber und frei von Kleinteilen oder gefährlichen Objekten.
  • Erste-Hilfe-Kenntnisse: Es ist sehr empfehlenswert, einen Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge und Kleinkinder zu besuchen. Wissen über Maßnahmen bei Erstickungsgefahr oder Vergiftungen gibt dir Sicherheit im Notfall. Halte wichtige Notrufnummern (Giftnotzentrale, Notarzt) griffbereit.

Hygiene in der oralen Phase

Viele Eltern sind in der oralen Phase besorgt wegen Keimen. Es ist wichtig, auf Hygiene zu achten, aber du musst dein Zuhause nicht in ein steriles Labor verwandeln. Ein gewisses Maß an Kontakt mit Keimen ist sogar wichtig für den Aufbau eines gesunden Immunsystems.

Reinige Spielzeug, das häufig in den Mund genommen wird, regelmäßig unter fließendem Wasser oder in der Waschmaschine (bei Stofftieren). Eine Desinfektion ist im Normalfall nicht notwendig. Übertreibe es nicht mit antibakteriellen Reinigern im Haushalt.

Wird dein Baby krank, zum Beispiel mit Mundsoor oder einem Wurmbefall, ist erhöhte Hygiene gefragt. Achte besonders darauf, dass Keime sich nicht weiterverbreiten. Beim Windelwechseln, wenn das Baby gleichzeitig die Hand im Mund hat, besteht die Gefahr, dass Keime vom Mund in den Windelbereich gelangen und Windelsoor verursachen. Häufiges Händewaschen (bei dir und bei deinem Kind, sobald es alt genug ist) ist generell eine gute Angewohnheit.

Alternative zum "Alles-in-den-Mund-Stecken"

Biete deinem Baby sichere Alternativen, auf denen es nach Herzenslust kauen und lutschen kann. Beißringe sind dafür ideal, besonders wenn das Zahnen beginnt. Es gibt sie in verschiedenen Formen, Materialien und Härtegraden. Achte auch hier auf geprüfte Qualität und schadstofffreie Materialien. Spezielles Greif- und Motorikspielzeug, das für die orale Erkundung konzipiert ist, ist ebenfalls eine gute Wahl.

Was bedeutet Faust im Mund beim Baby?
Es gibt einige Anzeichen dafür, dass Babys Zähne bald durchbrechen. Das Kind hat häufig die Finger oder die ganze Faust im Mund, kaut auf allem herum, was es in die Finger bekommt und speichelt („sabbert“) stark. Durch das Kauen versucht das Baby unbewusst, den Druck durch Gegendruck zu lindern.

Sobald dein Baby bereit für feste Nahrung ist (meist ab ca. 6 Monaten, wenn es selbstständig sitzen kann und Interesse zeigt), kann es auch Lebensmittel mit dem Mund erkunden. Weich gekochtes Gemüse oder spezielle Babykekse, die sich im Mund schnell auflösen, können eine sichere Möglichkeit sein, neue Texturen und Geschmäcker kennenzulernen. Hier geht es anfangs oft mehr um das Erlebnis als um die Nahrungsaufnahme.

Häufig gestellte Fragen zur oralen Phase

Was genau ist die orale Phase beim Baby?
Die orale Phase ist eine Entwicklungsphase, in der Babys ihre Umwelt und Gegenstände intensiv mit dem Mund erkunden, da Lippen und Zunge in diesem Alter besonders empfindliche Sinnesorgane sind. Sie lernen dabei viel über die Beschaffenheit der Dinge.

Wann beginnt die orale Phase typischerweise?
Sie beginnt meist, wenn Babys lernen, Gegenstände gezielt zu greifen und zum Mund zu führen, was oft im Alter von 4 bis 7 Monaten der Fall ist.

Wie lange dauert die orale Phase ungefähr?
Das intensive Bedürfnis lässt meist um den 18. Lebensmonat nach, kann aber auch bei älteren Kindern noch gelegentlich auftreten.

Was sollten Babys in der oralen Phase auf keinen Fall in den Mund nehmen?
Absolut tabu sind verschluckbare Kleinteile (Münzen, Knöpfe, kleine Spielzeugteile, Nüsse etc.) wegen akuter Erstickungsgefahr. Auch giftige Substanzen (Putzmittel, Medikamente, giftige Pflanzen), scharfe/spitze Gegenstände, elektrische Kabel und ungesichertes, schadstoffhaltiges Spielzeug sind sehr gefährlich.

Muss ich in der oralen Phase alles desinfizieren?
Nein, normale Hygiene reicht aus. Regelmäßiges Reinigen von Spielzeug unter Wasser oder in der Waschmaschine ist ausreichend. Eine übermäßige Desinfektion ist im Normalfall nicht nötig und kann das Immunsystem deines Kindes sogar schwächen. Bei bestimmten Krankheiten (wie Mundsoor) ist jedoch besondere Vorsicht geboten.

Fazit

Die orale Phase ist eine entscheidende und spannende Zeit für die Entwicklung deines Babys. Sie ist voller Entdeckungen und Lernerfahrungen. Deine Rolle als Elternteil ist es, eine sichere Umgebung zu schaffen, in der dein Kind seine natürliche Neugier ausleben kann, ohne sich unnötigen Gefahren auszusetzen. Indem du die potenziellen Risiken kennst – insbesondere die Gefahr durch verschluckbare Kleinteile und giftige Substanzen – und entsprechende Vorkehrungen triffst, kannst du dein Baby sicher und unbeschwert durch diese wichtige Phase begleiten. Genieße diese Zeit des Entdeckens, auch wenn sie manchmal etwas unordentlich ist!

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