29/05/2022
Er war über Jahrzehnte die vertraute Stimme des Fußballs im deutschen Fernsehen: Béla Réthy. Nach seinem offiziellen Rückzug vom ZDF Ende 2022 war für viele Fans eine Ära zu Ende gegangen. Doch nun gibt es Grund zur Freude: Der beliebte Kommentator feiert ein überraschendes Comeback und wird im Umfeld der Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland wieder aktiv sein.

Béla Réthy, geboren 1956 in Wien, blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück. Seine Laufbahn beim ZDF begann bereits 1986. Seit 1991 war er dort als Live-Fußballkommentator tätig und begleitete unzählige bedeutende Spiele, darunter zahlreiche Endspiele bei Welt- und Europameisterschaften. Er war bei zehn Weltmeisterschaften dabei und kommentierte fast 400 Live-Übertragungen.
Das Karriereende beim ZDF
Nachdem er über drei Jahrzehnte lang fester Bestandteil der Sportberichterstattung des ZDF war, verabschiedete sich Béla Réthy am 14. Dezember 2022, seinem 66. Geburtstag, in den Ruhestand. Sein letztes Spiel war das Halbfinale der Weltmeisterschaft in Katar zwischen Frankreich und Marokko. Sein Abschied wurde im ZDF-Studio gebührend gefeiert, und sein damaliger Co-Kommentator Sandro Wagner bezeichnete ihn als „absolute Legende“.
Réthys Abschied war nicht nur ein Karriereende, sondern auch Anlass für Reflexionen über die Entwicklung des Fußballs. Er sprach von einer gewissen Entfremdung und dem Gefühl, dass der Sport „kälter geworden“ sei und Emotionen kleiner würden, nicht zuletzt durch den zunehmenden Kommerz und die Inszenierung, wie er sie beispielsweise in Katar wahrnahm. Für viele Zuschauer verkörperte Réthy in seinen Übertragungen noch die Konzentration auf das Wesentliche: das Spiel selbst, die 90 Minuten auf dem Platz.
Das überraschende Comeback bei MagentaTV
Die Nachricht von Béla Réthys Rückkehr zur EM 2024 sorgte für Aufsehen. Er wird Teil des Teams von MagentaTV sein. Dieser Schritt ist bemerkenswert, da Réthy seine aktive Kommentatoren-Karriere beim ZDF beendet hatte. Bei MagentaTV wird er jedoch nicht die Live-Spiele der Europameisterschaft kommentieren, sondern eine andere, besondere Rolle übernehmen.
Gemeinsam mit seinem Kollegen Wolff Fuss wird Béla Réthy historische Topspiele der EM-Geschichte neu begleiten. Diese Neuvertonungen sollen mit zahlreichen Anekdoten und Hintergrundinformationen angereichert werden. Das Ziel ist es, die Zuschauer auf die Heim-EM einzustimmen und bedeutende Momente der Vergangenheit wieder aufleben zu lassen. Zu den Spielen, die neu kommentiert werden sollen, gehören unter anderem das EM-Finale 1980 (BRD gegen Belgien) und das EM-Finale 1996 (Deutschland gegen Tschechien), welches Réthy damals bereits live für das ZDF kommentiert hatte.
Dieser spezielle Ansatz ermöglicht es Réthy, seine immense Erfahrung und sein Wissen über die Fußballgeschichte auf eine neue Weise einzubringen und den Fans nostalgische Einblicke zu bieten, ohne den Stress und die Anforderungen der Live-Kommentierung aktueller Spiele.
Der einzigartige Kommentatoren-Stil
Béla Réthy ist bekannt für seinen ruhigen Tonus, seine angenehm-rauchige Stimme und seine Fähigkeit, das Geschehen auf dem Platz auf den Punkt zu bringen. Sein Stil ist unverwechselbar und polarisierte über die Jahre. Wie FOCUS Online einst schrieb: „Man liebt ihn – oder hasst ihn: Bei Réthy scheint es kein Dazwischen zu geben.“
Einige schätzten seine präzisen Beobachtungen und seinen reduzierten Stil, während andere seine gelegentlichen Fehler bei Spielernamen oder seine manchmal bissigen Kommentare kritisierten. Réthy selbst ging mit Kritik meist schulterzuckend um, betonte aber, dass konstruktive Kritik mehr als nur ein einzelnes Wort erfordere. Er war immer ehrlich und manchmal auch gnadenlos in seiner Wortwahl. Beispiele wie das „freundschaftliche Anknabbern“ nach einer Szene mit Antonio Rüdiger oder die Stichelei, Australien müsse „mal das Kontern lernen“, zeugen von seinem direkten und oft humorvollen Stil.
Trotz aller Diskussionen stand Réthy seit Jahrzehnten unter akustischer Beobachtung, was auch Vorfälle wie das „#belaschweigt“-Phänomen im Jahr 2019 zeigten, als technische Probleme seine Stimme verstummen ließen und dies sofort in den sozialen Medien thematisiert wurde. Sein emotional schwierigster Moment war nach eigener Aussage das Drama um Christian Eriksen während der EM 2021, bei dem er für sein Schweigen und das ZDF für die Berichterstattung Lob und Kritik erhielten.
Mehr als nur Fußball
Obwohl Béla Réthy vor allem als Fußballkommentator bekannt ist, ist er auch ein ausgewiesener Fachmann in anderen Sportarten, insbesondere im Hockey und im Nordischen Skisport. Seine Vielseitigkeit zeigte sich unter anderem bei den Olympischen Spielen, wo er Hockey-Wettbewerbe kommentierte.
Zudem ist Réthy ein beeindruckendes Sprachgenie. Neben Deutsch und Englisch spricht er fließend Ungarisch (seine Muttersprache), Portugiesisch, Spanisch und Französisch. Diese Fähigkeiten waren besonders wertvoll bei internationalen Turnieren.

Hintergründe und Auszeichnungen
Béla Andreas Réthy wurde am 14. Dezember 1956 in Wien geboren. Seine Eltern waren kurz zuvor aus Ungarn geflohen. Die Familie zog später nach Brasilien, wo Réthy zwölf Jahre verbrachte, bevor sie nach Deutschland zurückkehrten. Er studierte Publizistik, Soziologie und Ethnologie in Mainz und begann während seines Studiums als freier Mitarbeiter beim ZDF Sportarchiv. Seit 1987 war er fest beim ZDF angestellt.
Über sein Privatleben ist wenig bekannt, außer dass er zwei erwachsene Kinder hat. Seine Karriere wurde mit mehreren Auszeichnungen gewürdigt, darunter der Herbert Award 2006 als bester Sport-Live-Reporter. Die ZDF-Sportredaktion, zu der er gehörte, erhielt ebenfalls eine besondere Erwähnung im Rahmen des SPORT BILD-Awards.
Was erwartet die Fans bei MagentaTV?
Der neue Kanal „FUSSBALL.TV 1“ bei MagentaTV startet am 15. April. Er soll die Zuschauer auf die EM 2024 einstimmen. Neben den neu kommentierten historischen Spielen mit Béla Réthy und Wolff Fuss wird es weitere Formate geben, darunter Sportdokus, Highlights der EM-Historie und Talkrunden. Beispielsweise wird Lukas Podolski im Format „More than talking“ über seine EM-Erwartungen sprechen. Weitere Formate wie „Euro Momente“ und „Analyse-Lab“ mit bekannten Gesichtern wie Christian Straßburger, Thomas Wagner, Jan Henkel und Manuel Baum ergänzen das Angebot.
Obwohl ARD und ZDF den Großteil der Live-Spiele der EM übertragen, hat MagentaTV ebenfalls Übertragungsrechte und setzt auf exklusive Inhalte und hochkarätiges Personal, um sich von den öffentlich-rechtlichen Sendern abzuheben. Die Rückkehr von Béla Réthy ist dabei zweifellos ein großer Coup.
Vergleich: Réthys Rollen im Wandel
| Merkmal | Rolle beim ZDF (bis 2022) | Rolle bei MagentaTV (EM 2024) |
|---|---|---|
| Haupttätigkeit | Live-Kommentator (Fußball, Hockey, Ski) | Neu-Kommentierung historischer EM-Spiele |
| Turniere | Zahlreiche WMs und EMs live | Fokus auf historische EM-Spiele |
| Format | Direkte Live-Reportage | Studio-Format mit Anekdoten und Analysen |
| Partner | Wechselnde Co-Kommentatoren (z.B. Sandro Wagner) | Wolff Fuss (fest für dieses Format) |
| Ziel | Echtzeit-Begleitung des Spiels | Historische Einordnung und Unterhaltung |
Häufig gestellte Fragen zu Béla Réthy
Warum hat Béla Réthy beim ZDF aufgehört?
Béla Réthy ist Ende 2022 nach fast 40 Jahren beim ZDF in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Er hatte das Rentenalter erreicht und äußerte auch, dass er sich vom modernen Fußballgeschäft etwas entfremdet fühle.
Ist Béla Réthy noch als Kommentator aktiv?
Ja, Béla Réthy ist wieder aktiv, allerdings nicht mehr im klassischen Sinne als Live-Kommentator aktueller Spiele. Für MagentaTV kommentiert er im Vorfeld und während der EM 2024 historische Spiele der Europameisterschaft neu.
Was genau macht Béla Réthy bei MagentaTV?
Bei MagentaTV wird Béla Réthy gemeinsam mit Wolff Fuss historische EM-Spiele neu kommentieren. Dabei sollen Hintergründe und Anekdoten aus heutiger Sicht hinzugefügt werden. Er ist Teil des Rahmenprogramms zur Einstimmung auf die EM 2024.
Wird Béla Réthy Live-Spiele der EM 2024 kommentieren?
Nein, laut den vorliegenden Informationen wird Béla Réthy keine Live-Spiele der Europameisterschaft 2024 kommentieren. Seine Rolle konzentriert sich auf die Neu-Kommentierung historischer Partien.
Welche Sprachen spricht Béla Réthy?
Béla Réthy ist ein Sprachgenie. Er spricht Deutsch, Englisch, Ungarisch, Portugiesisch, Spanisch und Französisch.
Mit seiner Rückkehr zu MagentaTV zur EM 2024 wird Béla Réthy einmal mehr beweisen, warum er für viele die „Stimme des Fußballs“ ist. Auch wenn er nicht mehr live am Mikrofon bei aktuellen Spielen sitzt, können sich die Fans auf seine Expertise, seinen Humor und seine einzigartige Art freuen, Fußballgeschichte lebendig werden zu lassen.
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