Wie kann man Geld in Brunnen werfen?

Schere, Stein, Papier und der Brunnen

02/03/2015

Rating: 4.34 (3217 votes)

Manche Dinge des Alltags haben unerwartete Rollen und Geschichten. Denken Sie an einfaches Papier oder eine Schere. Während sie in Büros und im Haushalt unverzichtbar sind, spielen sie auch eine zentrale Rolle in einem der bekanntesten Spiele weltweit. Und was hat ein Brunnen damit zu tun? Die uns vorliegenden Informationen führen uns auf eine Reise von einem beliebten Handspiel bis hin zu einer berühmten römischen Tradition.

Was gewinnt Papier oder Brunnen?
Der Brunnen gewinnt gegen den Stein und die Schere, die beide in den Brunnen fallen, verliert aber gegen das Papier, das den Brunnen abdeckt. Mit dem Brunnen verschiebt sich das Gleichgewicht der Gewinnchancen.

Es gibt verschiedene Aspekte, die diese scheinbar unzusammenhängenden Elemente verbinden können. Ein zentraler Punkt ist das Spiel Schere, Stein, Papier, das global bekannt ist. Dieses Spiel wird ausschließlich mit den Händen gespielt, wobei bestimmten Handhaltungen Symbole zugeordnet werden, die einander schlagen können. Die drei Hauptfiguren sind die Schere, dargestellt durch gespreizten Zeige- und Mittelfinger, der Stein, symbolisiert durch eine Faust, und das Papier, dargestellt durch eine flache Hand mit ungespreizten Fingern.

Übersicht

Das Spielprinzip: Wer schlägt wen?

Die Wertigkeit der Symbole gegeneinander ergibt sich aus dem, was sie darstellen: Die Schere schneidet das Papier (Schere gewinnt), das Papier wickelt den Stein ein (Papier gewinnt), und der Stein macht die Schere stumpf (Stein gewinnt). Wenn beide Spieler dasselbe Symbol zeigen, wird das Spiel als unentschieden gewertet und wiederholt.

Spiele, Matches und Turniere

Schere-Stein-Papier kann in verschiedenen Wettkampfformen gespielt werden:

  • Game: Wer zuerst zwei Siege erzielt, gewinnt ein Game.
  • Match, Rubber: Wer zuerst zwei Games gewinnt, gewinnt das Match bzw. den Rubber. Dies entspricht einem Best-of-Three-Modus.

Als Turnierform kann das K.-o.-System gewählt werden.

Ziel, Synchronisation und Chancengleichheit

Das oberste Ziel des Spiels ist es, eine höherwertige Handhaltung als der Gegner zu zeigen. Um sicherzustellen, dass keiner der Spieler einen Nachteil durch verfrühtes Zeigen hat, bewegen beide Spieler ihre rechte Hand, zur Faust geballt, vor sich auf und ab. Dabei sprechen sie zusammen den Namen des Spiels, zählen bis drei oder Ähnliches. Diese Bewegung dient als Synchronisierungshilfe. Gleichzeitig mit dem letzten Wort des Spielnamens (z. B. Papier, Schnuck, Tschong oder Kluck) offenbaren die Spieler ihre Handhaltung. Eine abgewandelte Form beinhaltet das Einhaken der kleinen Finger beim Synchronisieren.

Logik, Psychologie und Strategie

Wenn Menschen ihre Spielfigur rein zufällig wählen könnten, wäre das Spiel ein reines Glücksspiel. Da der Mensch jedoch immer von seinen Gedanken beeinflusst wird, kommt eine psychologisch-taktische Komponente hinzu. Man kann versuchen, die Verhaltensweise des Gegners einzuschätzen. Ein Spieler wählt beispielsweise ungern zweimal dasselbe Symbol hintereinander oder hat eine Präferenz für ein Symbol. Um die eigene Gewinnchance zu erhöhen, muss man verhindern, dass der Gegner die eigene Wahl erahnt und ihn zwingen, zufällig zu wählen. Wenn man jedoch meint, die Figuren des Gegners erraten zu können (z. B. dass der Gegner nach dreimal Stein noch ein viertes Mal Stein wählt) und darauf reagiert, indem man Papier wählt, weicht man vom Zufall ab. Dies macht einen angreifbar, da der Gegner damit rechnen und statt Stein Schere wählen könnte. Professionelle Spieler legen daher vor Turnieren ihre Reihenfolge der Figuren fest und merken sich diese Listen, sogenannte Gambits.

Statistisch gesehen wird die Schere bei der „Schere, Stein, Papier“-Weltmeisterschaft mit 29,6 % am seltensten gewählt. Nach dem Law of Effect von Edward Lee Thorndike neigen Spieler bei einem Gewinn dazu, in der nächsten Runde bei der gewählten Figur zu bleiben. Bei einer Niederlage oder einem Unentschieden neigen sie zur Wahl einer anderen Spielfigur. Nach einer Niederlage wählen sie eher die niedrigere Spielfigur zur vorher gewählten (Papier statt Schere, Stein statt Papier, Schere statt Stein). Bei einem Unentschieden entscheiden sich Spieler statistisch für die nächsthöhere Spielfigur (Schere statt Papier, Papier statt Stein, Stein statt Schere). Basierend auf diesen Erkenntnissen kann man folgende Strategie verfolgen: Nimm nach einem Unentschieden die nächsttiefere Spielfigur, nimm nach einem Sieg die Spielfigur, die der Gegner gewählt hatte, nimm nach einer Niederlage die nächsthöhere Spielfigur als die, die der Gegner gewählt hatte.

Geschichte des Spiels

Die Herkunft des Spiels ist nicht vollständig geklärt, aber man nimmt an, dass es über Japan nach Europa gelangte. Das japanische Sansukumi-ken (三すくみ拳) bezeichnet eine Reihe von Trinkspielen mit den Händen. Die ältesten Formen stammen aus dem 17. Jahrhundert, oft mit Tierbezügen (Frosch, Giftschnecke, Schlange). Ähnliche Spiele sind aus älteren chinesischen Texten bekannt. Später entwickelten sich andere Spiele nach diesem Muster, wie mitsu-ken oder kitsune-ken, das mit beiden Händen gespielt wird (Fuchs, Dorfvorsteher, Jäger). Schließlich wurde in Japan die einhändige Variante jan-ken mit den Gesten für Schere, Stein, Papier entwickelt, die sich im asiatischen Raum und im 19. Jahrhundert in Europa verbreitete. Interessanterweise können auch Schimpansen „Schere, Stein, Papier“ erlernen.

Erweiterungen des Spiels: Der Brunnen und mehr

Es gibt Varianten mit mehr Symbolen, beispielsweise um den Brunnen erweitert. Beim Brunnen bildet der Daumen mit den restlichen Fingern einen Kreis. Der Brunnen gewinnt gegen den Stein und die Schere, die beide in den Brunnen fallen, verliert aber gegen das Papier, das den Brunnen abdeckt.

SteinScherePapierBrunnen
SteinO+
SchereO+
Papier+O+
Brunnen++O

Diese Tabelle zeigt die möglichen Ergebnisse. Ein Plus (+) bedeutet, dass die Figur in der Zeile gegen die Figur in der Spalte gewinnt, ein Minus (−) bedeutet, dass sie verliert, und ein O bedeutet ein Unentschieden.

Sind Brunnen legal?
Ja, das Brunnenbohren ist legal. Das Wasserrecht gewährt das Recht auf Wasser. Es ist jedoch wichtig, dass der Brunnen von einem Meisterbetrieb oder Fachbetrieb erstellt wird. Das Bohren eines Brunnens ohne diese Qualifikation ist nicht erlaubt und kann mit Strafen geahndet werden.

Betrachtet man die Wertigkeit, fällt auf, dass Papier und Brunnen jeweils zweimal gewinnen und nur einmal verlieren. Brunnen ist gegen kein Symbol schlechter als Stein und in zwei Fällen besser. Spieltheoretisch ist Brunnen eine zu Stein dominante Strategie. Wenn man schwach dominierte Strategien (Stein) eliminiert, hätte man wieder eine Situation, in der jede Figur gegen eine gewinnt und gegen eine verliert, wobei Stein durch Brunnen ersetzt ist.

ScherePapierBrunnen
SchereO+
PapierO+
Brunnen+O

Um das Spiel mit vier Symbolen sinnvoll spielbar zu machen, kann man festlegen, dass Brunnen gegen Schere unentschieden endet. Dann wird der Stein nicht mehr dominiert. Eine andere Möglichkeit ist, den Stein im Erfolgsfall (gegen Schere) höher zu werten.

SteinScherePapierBrunnen
SteinO+
SchereO+O
Papier+O+
Brunnen+OO

Weitere Varianten ergänzen das Spiel um fünf Gesten, z. B. um Brunnen und Streichholz. Das Streichholz (ausgestreckter Zeigefinger) verbrennt Papier und schwimmt im Brunnen (gewinnt), wird aber von Stein zerschlagen und von Schere zerschnitten (verliert). Bekannt ist auch die Variante Stein–Papier–Schere–Echse–Spock (Rock–Paper–Scissors–Lizard–Spock), erfunden von Sam Kass und Karen Bryla. Hier gewinnt Stein gegen Echse und Schere; Echse gegen Spock und Papier; Spock gegen Schere und Stein; Schere gegen Echse und Papier; Papier gegen Stein und Spock.

SteinScherePapierBrunnen (Spock)Streichholz (Echse)
SteinO++
SchereO++
Papier+O+
Brunnen (Spock)++O
Streichholz (Echse)++O

In dieser Variante gibt es keine „besseren“ Symbole; jedes gewinnt gegen zwei andere und verliert gegen zwei. Eine weitere Variante mit Feuer und Wasser: Feuer besiegt Schere, Stein, Papier; Wasser verliert gegen diese, gewinnt aber gegen Feuer. Hier gibt es keine Symmetrie: Feuer besiegt drei Symbole, Wasser nur eines.

SteinScherePapierFeuerWasser
SteinO++
SchereO++
Papier+O+
Feuer+++O
Wasser+O

Das Spiel kann um beliebig viele Handzeichen ergänzt werden. Eine Forderung an sinnvolle Varianten ist, dass kein Symbol von einem anderen dominiert wird oder sich gleich verhält, und dass jedes Symbol gegen mindestens ein anderes verliert.

Modifikationen und Sonderformen

Neben der Erweiterung durch den Brunnen oder andere Symbole gibt es oft Modifikationen der Gewinnregeln, z. B. wer zuerst drei Punkte erreicht hat. Es gibt auch Varianten, bei denen der Sprechrhythmus eingehalten werden muss, bei denen nach einer verlorenen Runde mit einem körperlichen Manko weitergespielt werden muss (z. B. auf einem Bein) oder bei denen man nach einer Niederlage ein Kleidungsstück ausziehen muss.

Japanische Gewinnermittlung

In einer verbreiteten japanischen Variante (Atchi-Muite-Hoi) ist die Runde bei Überlegenheit einer Geste noch nicht gewonnen. Der Gewinner der Vorrunde hält seinen Zeigefinger vor die Nase des Unterlegenen und spricht rhythmisch „Atchi-Muite-Hoi“. Auf „Hoi“ müssen sich beide Spieler gleichzeitig für eine Richtung entscheiden (oben, unten, rechts, links). Der Unterlegene dreht den Kopf, der mögliche Gewinner zeigt mit dem Finger. Nur bei Übereinstimmung erhält der Gewinner einen Punkt; sonst gilt die Vorrunde als unentschieden.

Mora/Morra

Besonders in Italien ist das Fingerspiel Morra bekannt. Ähnlich wie Schere-Stein-Papier, aber beide Spieler zeigen eine Anzahl Finger und versuchen gleichzeitig, die Gesamtanzahl zu erraten. Wer richtig rät, gewinnt einen Punkt. Gespielt wird bis zu einer vereinbarten Gesamtpunktzahl.

Gerade und Ungerade

Bekannt seit der Antike. Man nimmt Gegenstände in die Hand und lässt den Gegner raten, ob die Anzahl gerade oder ungerade ist. Bei einer anderen Version zeigen beide Spieler Finger, deren Anzahl addiert wird. Vor dem Spiel wird vereinbart, wer bei gerader und wer bei ungerader Summe gewinnt. Es gibt nie ein Unentschieden.

Das Schere-Stein-Papier-Prinzip in Strategie

Bisweilen spricht man vom „Schere-Stein-Papier-Prinzip“, oft im Zusammenhang mit Strategiespielen. Gemeint ist, dass eine Einheit bestimmten Einheiten überlegen, anderen unterlegen ist, ohne generell zu stark oder schwach zu sein. Dieses Prinzip, eine intransitive Relation, erfordert strategische Planung und ermöglicht durch Einheitenvielfalt taktische Manöver. Beispiele sind Speerträger gegen Kavallerie, Bogenschützen gegen Speerträger, Kavallerie gegen Bogenschützen.

Sind Brunnen legal?
Ja, das Brunnenbohren ist legal. Das Wasserrecht gewährt das Recht auf Wasser. Es ist jedoch wichtig, dass der Brunnen von einem Meisterbetrieb oder Fachbetrieb erstellt wird. Das Bohren eines Brunnens ohne diese Qualifikation ist nicht erlaubt und kann mit Strafen geahndet werden.

Der Brunnen als Ort der Tradition

Neben seiner Rolle im Spiel hat der Brunnen auch eine Bedeutung in Traditionen, wie das Beispiel des berühmten Trevi-Brunnens in Rom zeigt. Eine Legende besagt, dass man nur nach Rom zurückkehrt, wenn man eine Münze in diesen Brunnen wirft. Die Vorgehensweise: Münze in die rechte Hand, Rücken zum Brunnen, Augen schließen, Geldstück über die linke Schulter werfen. Wer eine zweite Münze wirft, hofft auf Verliebtheit in einen Römer/eine Römerin; die dritte Münze bedeutet Heirat dieser Bekanntschaft. Dieser Brauch geht auf den US-Film „Drei Münzen im Brunnen“ (1954) zurück.

Das Geld im Brunnen

Täglich landen Tausende Geldstücke im Trevi-Brunnen. Zwischen 2.000 und 3.000 Euro, manchmal mehr, werden jeden Tag hineingeworfen. Allein im Jahr 2022 kam die Rekordsumme von 1,5 Millionen Euro zusammen.

Wem gehörte das Geld früher?

Früher galt das Geld im Trevi-Brunnen als „herrenloses Gut“, das jeder nehmen konnte. Dies führte zu Fällen wie dem einer Frau, die Kleingeld fischte, um „Bücher und Schreibzeug für meine Kinder zu kaufen“, aber freigesprochen wurde. Bekannt wurde Roberto Cercelletta, genannt „D’Artagnan“, der mehrfach beim Münzklau erwischt wurde und über 500 Geldstrafen erhielt, aber nie zahlte.

Heute: Bewachung und Verwendung

Heute wird der Brunnen Tag und Nacht von Polizisten bewacht. In regelmäßigen Abständen wird das Wasser abgepumpt, die Münzen zusammengekehrt, in Säcke verteilt und abtransportiert. Trotzdem versuchen immer wieder Menschen, sich zu bereichern, werden aber meist schnell gefasst. Im Jahr 2006 erließ die Stadt Rom einen Beschluss, wonach alles Geld Eigentum der Stadt wird, sobald es im Becken landet. Gleichzeitig wurde vereinbart, dass die gesamte Summe an die römische Caritas fließt, um wohltätige Projekte zu finanzieren. Zunächst sammelten Ehrenamtliche der Caritas die Münzen. Ende 2018 gab es kurzzeitig Pläne der Stadt, das Geld selbst zu verwenden, was zu großem Aufschrei führte. Roms Bürgermeisterin ruderte zurück und verkündete, dass die Mittel weiterhin an die Caritas gehen, das Einsammeln und Zählen aber künftig von der städtischen Energie- und Umweltbehörde Acea übernommen wird, um mehr „Ordnung und Transparenz“ zu schaffen. Auch Geld aus anderen römischen Brunnen soll künftig an die Caritas fließen.

Häufig gestellte Fragen

Ist das Spiel Schere, Stein, Papier nur Glück?
Nein, obwohl der Zufall eine Rolle spielt, beeinflussen menschliche Verhaltensweisen und psychologische Faktoren das Spiel. Spieler neigen dazu, nicht rein zufällig zu wählen, was Strategien und das Einschätzen des Gegners ermöglicht.

Wie ist Schere, Stein, Papier entstanden?
Das Spiel stammt vermutlich aus China und gelangte über Japan nach Europa. Es entwickelte sich aus älteren japanischen Handspielen wie Sansukumi-ken und jan-ken.

Was passiert, wenn man im Spiel Schere und der Gegner Papier wählt?
Die Schere schneidet das Papier. In diesem Fall gewinnt der Spieler, der Schere gewählt hat.

Was bedeutet es, eine Münze in den Trevi-Brunnen zu werfen?
Laut einer Legende, die durch einen Film popularisiert wurde, sichert das Werfen einer Münze über die linke Schulter die Rückkehr nach Rom. Zusätzliche Münzen können Liebe oder Heirat bedeuten.

Wem gehört das Geld aus dem Trevi-Brunnen?
Seit 2006 gehört das Geld der Stadt Rom. Es wird gesammelt und geht an die römische Caritas zur Finanzierung wohltätiger Projekte.

Wenn du mehr spannende Artikel wie „Schere, Stein, Papier und der Brunnen“ entdecken möchtest, schau doch mal in der Kategorie Bürobedarf vorbei!

Go up