Wie viele Einwohner hat Schildesche Bielefeld?

Schildesche: Geschichte & Einwohner einst

02/11/2014

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Willkommen zu einem Blick auf Schildesche, einen bedeutenden Stadtbezirk im Norden von Bielefeld. Dieser Bereich, bekannt für seine reiche Historie und geografische Vielfalt, grenzt an wichtige Nachbarbezirke wie Jöllenbeck, Heepen, Mitte, Gadderbaum und Dornberg. Gelegen im Ravensberger Hügelland, nördlich des beeindruckenden Teutoburger Waldes, der im Süden des Bezirks Höhen von bis zu 200 Metern erreicht, bietet Schildesche eine interessante Mischung aus Natur und urbaner Entwicklung. Wichtige Fließgewässer wie der Johannisbach, der Schloßhofbach und der Sudbrackbach prägen die Landschaft, wobei der Johannisbach am nordöstlichen Rand zum malerischen Obersee gestaut wird.

Wie viele Einwohner hat Schildesche Bielefeld?
SchildescheWappen von Bielefeld Schildesche Bezirk von BielefeldFläche10,95 km²Einwohner42.437 (31. Dez. 2024)Bevölkerungsdichte3876 Einwohner/km²Eingemeindung1. Okt. 1930

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Frage nach der aktuellen Einwohnerzahl des Stadtbezirks Schildesche oder seiner informellen Ortsteile wie Schildesche, Gellershagen und Sudbrack auf Basis der uns vorliegenden Informationen nicht präzise beantwortet werden kann. Die verfügbaren Daten konzentrieren sich auf die historische Entwicklung des ehemaligen Dorfes und der Bauerschaft Schildesche bis ins frühe 20. Jahrhundert. Dieser Artikel beleuchtet daher vor allem die Geschichte und die demografische Entwicklung in früheren Zeiten, basierend auf den bereitgestellten historischen Aufzeichnungen.

Übersicht

Die Ursprünge und frühe Entwicklung von Schildesche

Die Geschichte von Schildesche ist eng mit der Gründung eines Frauenstifts im Jahr 939 verbunden. Die adlige Witwe Marswidis legte mit Zustimmung des Bischofs Dudo von Paderborn den Grundstein für diese wichtige Institution. Um das Stift herum entwickelte sich schnell eine Siedlung, die heute als Ursprung von Schildesche gilt. Das Stift stand zunächst unter dem Schutz mächtiger Herrscher wie König Otto I. und Kaiser Otto II. Im Jahr 1019 wurde die Reichsabtei Kaiser Heinrich II. an Bischof Meinwerk von Paderborn übertragen, was die Bedeutung des Stifts unterstreicht.

Ein einschneidendes Ereignis war der Brand des Stifts vor der Mitte des 13. Jahrhunderts. Nach dem Wiederaufbau übertrug Bischof Bernhard IV. von Paderborn im Jahr 1244 die Verwaltung und Gerichtsbarkeit über das Stift und die neu errichtete gotische Stiftskirche an Graf Ludwig von Ravensberg. Dies markierte einen Wandel in der lokalen Machtstruktur. Im Laufe des Mittelalters entwickelte sich Schildesche innerhalb des Amts Sparrenberg der Grafschaft Ravensberg zu einem zentralen Kirchdorf und dem Hauptort der Vogtei Schildesche. Parallel zum Dorf existierte die Bauerschaft Schildesche, die auch als Altenschildesche bekannt war.

Schildesche in der Napoleonischen Zeit und unter Preußen

Mit dem Beginn der Napoleonischen Ära erfuhr Schildesche weitere Veränderungen. Im Jahr 1807 wurde es Hauptort des Kantons Schildesche im Distrikt Bielefeld des Königreichs Westphalen. Das Stift selbst existierte bis 1810, als es im Zuge der Säkularisation aufgelöst und sein Grundbesitz versteigert wurde, gemäß den Bestimmungen des Reichsdeputationshauptschlusses.

Eine besonders komplexe Phase begann 1811 mit umfangreichen Änderungen der Verwaltungsgliederung. Gebiete nördlich des Johannisbachs wurden vom Königreich Westphalen von Frankreich annektiert. Nur die südlich des Johannisbachs gelegenen Teile von Dorf und Bauerschaft Schildesche verblieben im verkleinerten Distrikt Bielefeld. Für die folgenden zwei Jahre gehörte das Gebiet nördlich des Johannisbachs zum Kanton Enger im französischen Departement der Oberen Ems.

Nach dem Ende der Franzosenzeit fiel das gesamte Ravensberger Land 1813 wieder an Preußen. Im Rahmen einer großen Verwaltungsreform wurde Preußen neu gegliedert. Dorf und Bauerschaft Schildesche wurden Teil des 1816 gegründeten Kreises Bielefeld. Interessanterweise fielen einige Dörfer, die zuvor zur Vogtei bzw. zum Kanton Schildesche gehört hatten, wie Laar, Diebrock und Eickum, dem Kreis Herford zu.

Industrialisierung und städtisches Wachstum

Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war geprägt von der zunehmenden Industrialisierung und der damit verbundenen Ausdehnung der Stadt Bielefeld. Dies führte dazu, dass Schildesche und Bielefeld allmählich zusammenwuchsen. Zwischen der Bielefelder Innenstadt und dem Dorf Schildesche entstand ein ausgedehntes Industriegebiet. Gleichzeitig entwickelte sich das zur Bauerschaft Schildesche gehörende Sudbrackgebiet zu einem dicht besiedelten Wohnvorort.

Um die Jahrhundertwende, von 1900 bis 1902, verbesserte sich die Verkehrsanbindung an Bielefeld erheblich durch die Einführung von zwei Meterspur-Bahnverbindungen. Ende 1900 eröffnete die Bielefelder Straßenbahn eine Linie bis zum heutigen Johannesstift, die im Mai 1902 bis in den Ortskern von Schildesche verlängert wurde. Seit dem 1. April 1901 verbanden die Bielefelder Kreisbahnen Schildesche mit Bielefeld, Werther und Enger und boten Anschluss an die Herforder Kleinbahn.

Historische Einwohnerentwicklung

Die uns vorliegenden Informationen enthalten spezifische Daten zur Einwohnerentwicklung des Dorfes Schildesche und der Bauerschaft Schildesche (Altenschildesche) für ausgewählte Jahre zwischen 1799 und 1925. Diese Zahlen geben einen Einblick in das Wachstum und die Veränderungen in diesen beiden historischen Einheiten, bevor ein Großteil von ihnen nach Bielefeld eingemeindet wurde.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahlen:

JahrDorf SchildescheBauerschaft Schildesche (Altenschildesche)
17991601606
184325201075
186430061101
191086013391
192590284788

Diese Tabelle verdeutlicht das deutliche Wachstum sowohl des Dorfes als auch der Bauerschaft, insbesondere zwischen 1864 und 1910, was stark mit den Auswirkungen der Industrialisierung und der besseren Anbindung an Bielefeld korreliert. Im Jahr 1925, kurz vor der großen Eingemeindung, verzeichnete das Dorf Schildesche über 9000 Einwohner, während die Bauerschaft fast 5000 Einwohner zählte.

Die Eingemeindung von 1930 und die Kriegsjahre

Eine sehr bedeutende kommunale Neuordnung fand am 1. Oktober 1930 statt. Das Dorf Schildesche wurde, abgesehen von einigen kleineren Parzellen, die Vilsendorf zugeschlagen wurden, nach Bielefeld eingemeindet. Auch der größte Teil der Bauerschaft Schildesche wurde Teil der Stadt Bielefeld. Kleinere Restgebiete der Bauerschaft fielen an Vilsendorf und Brake.

Während des Zweiten Weltkriegs erlitt Schildesche schwere Zerstörungen, insbesondere durch Luftangriffe. Am 26. November 1944 war der Schildescher Viadukt Ziel eines Großangriffs. Der Höhepunkt der Zerstörung wurde am 14. März 1945 erreicht, als der Viadukt durch eine Grand-Slam-Bombe, eine der schwersten jemals eingesetzten Fliegerbomben, zerstört wurde. Diese gewaltige Detonation hatte tragische Folgen und forderte in Schildesche das Leben von mindestens 50 Einwohnern.

Nachkriegszeit und die Entstehung des Stadtbezirks

Nach dem Krieg gab es weitere Veränderungen in der Infrastruktur. Die Bielefelder Kreisbahn, die Schildesche verbunden hatte, wurde zwischen 1954 und 1956 schrittweise eingestellt. Im April 1968 wurde die Straßenbahnlinie 1 auf die ehemalige Kleinbahntrasse verlegt, was die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz weiter modernisierte.

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung des Raums Bielefeld im Jahr 1973, die zu einer Vergrößerung der Stadt führte, wurden in Bielefeld Stadtbezirke eingerichtet. Dabei wurde aus den westlichen und nördlichen Teilen der damaligen Stadt der heutige Stadtbezirk Schildesche gebildet. Dieser neue Stadtbezirk umfasste nun ein größeres Gebiet als das historische Dorf und die Bauerschaft.

Der Stadtbezirk Schildesche verfügt nicht über ein eigenes Bezirksamt. Die administrativen Aufgaben werden zentral von der Stadtverwaltung Bielefeld wahrgenommen. Für die Bürger gibt es jedoch eine Filiale des Bürgeramts Bielefeld direkt im Ortsteil Schildesche am Margaretenweg 29.

Interessanterweise pflegen ältere Bewohner von Schildesche, die „Alten Schildescher“, bis heute liebevoll die alten Bezeichnungen für ihren Ortsteil und nennen ihn oft „Schilske“ oder „Schildske“, was die tiefe Verbundenheit mit der lokalen Geschichte und Identität unterstreicht.

Geografie und prägende Landschaftselemente

Der Stadtbezirk Schildesche liegt in einer landschaftlich reizvollen Umgebung im Ravensberger Hügelland. Seine Lage nördlich des Teutoburger Waldes prägt das Relief, das von flacheren Bereichen im Norden bis zu den ansteigenden Höhen des Waldes im Süden reicht. Die Höhe über Normalnull variiert entsprechend, beginnend bei etwa 94 Metern und ansteigend bis zu circa 200 Metern an der südlichen Grenze.

Die drei erwähnten Fließgewässer – Johannisbach, Schloßhofbach und Sudbrackbach – sind wichtige geografische Merkmale. Der Johannisbach spielt eine besondere Rolle, da er am nordöstlichen Rand des Bezirks zum Obersee aufgestaut wird. Der Obersee ist ein beliebtes Naherholungsgebiet und ein markantes Wahrzeichen in der Nähe von Schildesche.

Die informell abgegrenzten Ortsteile im Stadtbezirk – Schildesche, Gellershagen und Sudbrack – spiegeln die innere Struktur und die gewachsene Siedlungsgeschichte wider. Daneben gibt es, ähnlich wie im Stadtbezirk Mitte, größere Bereiche, die im allgemeinen Sprachgebrauch keinem dieser spezifischen Ortsteile eindeutig zugeordnet werden.

Zusammenfassung der historischen Entwicklung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Schildesche eine lange und vielschichtige Geschichte aufweist. Von den Anfängen als Stiftssiedlung im 10. Jahrhundert über die Entwicklung zum Kirchdorf und Hauptort einer Vogtei bis hin zu den tiefgreifenden Veränderungen durch die Napoleonische Zeit, die preußische Ära und die Industrialisierung. Die historischen Einwohnerzahlen des Dorfes und der Bauerschaft bis 1925 dokumentieren ein signifikantes Wachstum, bevor die Eingemeindung nach Bielefeld im Jahr 1930 die administrative Zugehörigkeit neu ordnete. Die Bildung des heutigen Stadtbezirks im Jahr 1973 schuf die aktuelle Struktur. Obwohl uns keine aktuellen Bevölkerungsdaten vorliegen, zeigt die historische Entwicklung die Vitalität und Bedeutung dieses Teils von Bielefeld über Jahrhunderte hinweg.

Häufig gestellte Fragen zu Schildesche

Wann wurde Schildesche gegründet?
Die Gründung von Schildesche wird im Allgemeinen mit der Gründung des Frauenstifts im Jahr 939 in Verbindung gebracht.
Welche Rolle spielte das Stift Schildesche?
Das Stift war der ursprüngliche Kern der Besiedlung und stand unter dem Schutz verschiedener Herrscher und Bischöfe, bevor es 1810 aufgelöst wurde.
Wann wurden Dorf und Bauerschaft Schildesche nach Bielefeld eingemeindet?
Die umfangreiche Eingemeindung erfolgte am 1. Oktober 1930.
Wann wurde der heutige Stadtbezirk Schildesche gebildet?
Der Stadtbezirk entstand im Rahmen der kommunalen Neugliederung im Jahr 1973.
Gibt es aktuelle Einwohnerzahlen für den Stadtbezirk Schildesche?
Die uns vorliegenden Informationen enthalten keine aktuellen Einwohnerzahlen für den Stadtbezirk oder seine informellen Ortsteile. Sie dokumentieren die historische Entwicklung bis 1925.
Welche Gewässer gibt es in Schildesche?
Wichtige Fließgewässer sind der Johannisbach, der Schloßhofbach und der Sudbrackbach. Der Johannisbach wird zum Obersee aufgestaut.
Was geschah mit dem Schildescher Viadukt im Krieg?
Der Viadukt wurde Ziel von Luftangriffen und am 14. März 1945 durch eine schwere Bombe zerstört.

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