22/07/2016
In der Welt der Büroorganisation gibt es viele kleine, aber unverzichtbare Helfer. Einer davon ist zweifellos der Heftstreifen. Oft unterschätzt, spielt er eine entscheidende Rolle dabei, lose Blattsammlungen in strukturierte Akten zu verwandeln und diese ordentlich in Aktenordnern abzulegen. Seine einfache Konstruktion verbirgt eine praktische Funktionalität, die in gewerblichen Büroumgebungen und öffentlichen Verwaltungen für die notwendige Übersicht sorgt.

Ein Heftstreifen ist im Wesentlichen eine meist aus Metall gefertigte, gebogene Klammer, die in einem Streifen aus Pappe oder Kunststoff befestigt ist. Dieser Streifen selbst verfügt über die standardmäßigen Lochungen, die es ermöglichen, den gesamten Heftstreifen mitsamt den daran befestigten Dokumenten direkt in einen Aktenordner einzuheften. So wird aus einem Stapel gelochter Blätter eine handliche und ablegereife Einheit.
- Die vielen Namen des Heftstreifens und seine Geschichte
- Arten von Heftstreifen
- Heftstreifen richtig verwenden: Eine Anleitung
- Die Art der Abheftung: Chronologisch oder Geschäftsmäßig?
- Vergleich der Abheftmethoden
- Selbstklebende Heftstreifen: Eine spezielle Variante
- Häufig gestellte Fragen zu Heftstreifen
Die vielen Namen des Heftstreifens und seine Geschichte
Was heute ganz selbstverständlich als Heftstreifen bekannt ist, blickt auf eine interessante Geschichte und eine Vielzahl von Bezeichnungen zurück. Die ursprüngliche Bezeichnung lautete Aktendulli. Dieses Gebrauchsmuster wurde am 8. Juli 1938 von Georg Heinrich Laufer aus Frankfurt a. M. unter der Nummer 1440592 angemeldet. Der Titel des Musters lautete „Aufreiher für Blattsammlungen, mit federndem Mittelteil“. Bereits kurz darauf, am 22. Juli 1938, wurde das Muster auf Kurt Wolff, ebenfalls aus Frankfurt a. M., umgeschrieben.
Eine weitere wichtige Station in der Geschichte des Aktendullis war die Umschreibung des Gebrauchsmusters am 15. Oktober 1941 auf das Unternehmen Fa. Carl Kohl „Dulli Bürotechnik“ in Chemnitz. Dieses Unternehmen war maßgeblich an der erfolgreichen Vermarktung des Produkts beteiligt. Interessanterweise wird in vielen Publikationen fälschlicherweise Paul Richard Carl Kohl als Erfinder genannt, obwohl die Eintragungen eine andere Herkunft belegen.
Besonders im Gebiet der ehemaligen DDR hat sich die ursprüngliche Bezeichnung Aktendulli, oder kurz Dulli, bis heute gehalten und ist dort noch weit verbreitet. Dies zeigt die nachhaltige Prägung, die das Produkt und der Name durch die Vermarktung erfahren haben.
Neben Aktendulli gibt es noch viele weitere Synonyme und umgangssprachliche Bezeichnungen für Heftstreifen. Dazu gehören unter anderem Abheftstreifen, Ablagestreifen, Einhänge-Heftstreifen, Kösterstreifen oder Heftlasche. Auch umgangssprachliche Namen wie Brüderchen oder Fliege sind gebräuchlich, ebenso wie leicht abweichende Schreibweisen wie Akten-Dulli.
Eine weitere Bezeichnung, die sich als Gattungsname etabliert hat, ist „Praktikus“. Dieser Name leitet sich von einem Gebrauchsmuster für „Einhänge-Haftstreifen für Ordner“ ab, das der Firma „Praktikus Gesellschaft für neuzeitliche Büroartikel m.b.H.“ in Meinerzhagen im Jahr 1956 unter der Nummer DE1715626 erteilt wurde.
Historische Dokumente belegen auch Preise aus früheren Zeiten. So ist bekannt, dass DDR Heftstreifen, bezeichnet als Aktendulli, einen EVP (Endverbraucherpreis) von 7 Pfennig hatten, wie beispielsweise ein Exemplar aus Kunststoff um ca. 1950 zeigt.

Arten von Heftstreifen
Heftstreifen sind nicht gleich Heftstreifen. Sie unterscheiden sich in verschiedenen Merkmalen, die sie für unterschiedliche Anwendungszwecke geeignet machen. Die grundlegenden Unterscheidungen liegen in Material, Länge und speziellen Eigenschaften:
- Heftstreifen aus Pappe: Die klassische Variante. Sie sind robust und oft mit gestanzten Ösen an den Lochungen versehen, um die Haltbarkeit beim häufigen Ein- und Ausheften zu erhöhen.
- Heftstreifen aus Kunststoff: Bieten in der Regel eine höhere Sicherheit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Feuchtigkeit oder mechanischer Beanspruchung als Pappstreifen.
- Selbstklebende Heftstreifen: Eine Sonderform, die für spezielle Anwendungen gedacht ist.
Hinsichtlich der Länge sind die gängigsten Varianten:
- Heftstreifen mit 15 cm Länge
- Heftstreifen mit rund 30 cm Länge
Darüber hinaus sind Heftstreifen in unterschiedlichen Farben erhältlich. Dies ermöglicht eine farbliche Sortierung von Dokumenten oder Aktenvorgängen, was die Übersichtlichkeit weiter verbessern kann.
Heftstreifen richtig verwenden: Eine Anleitung
Die Handhabung von Heftstreifen mag auf den ersten Blick trivial erscheinen, doch die korrekte Anwendung ist entscheidend für eine sichere und dauerhafte Aktenhaltung. Ein typischer Heftstreifen besteht meist aus drei Teilen: der eigentlichen Metallklammer, dem Papp- oder Kunststoffstreifen und einer Deckleiste, die ebenfalls aus Metall oder Kunststoff gefertigt sein kann.
Die Verwendung folgt in der Regel diesen Schritten:
- Vorbereitung: Legen Sie den Heftstreifen und die zu heftenden Dokumente bereit.
- Öffnen der Klammer: Entfernen Sie zunächst die Deckleiste. Biegen Sie anschließend die beiden Enden der Metallklammer senkrecht nach oben auf.
- Dokumente einheften: Führen Sie die gelochten Dokumente auf die aufgebogenen Klammerenden auf. Achten Sie darauf, dass alle Blätter korrekt sitzen.
- Verschließen: Nachdem alle gewünschten Dokumente aufgefädelt sind, stecken Sie die Deckleiste wieder auf die Klammerenden.
- Sichern: Um zu verhindern, dass die Deckleiste versehentlich abrutscht und die Dokumente lose werden, biegen Sie die beiden Klammerenden wieder nach innen oder außen zurück. Dies fixiert die Deckleiste sicher an ihrem Platz.
Der am Heftstreifen angebrachte Papp- oder Kunststoffstreifen ist ebenfalls gelocht. Diese Lochungen entsprechen dem Standard für Aktenordner. So können die fertig gehefteten Dokumentenstapel einfach in einem Aktenordner abgelegt werden. Wenn Sie häufiger Dokumente aus einem Aktenordner entnehmen und wieder einheften, ist es ratsam, auf die Robustheit der Lochungen am Streifen zu achten. Heftstreifen aus Kunststoff bieten hier eine hohe Sicherheit, aber auch qualitative Heftstreifen aus Pappe mit Ösen an den Lochungen sind für einen langjährigen Einsatz konzipiert.
Die Art der Abheftung: Chronologisch oder Geschäftsmäßig?
Je nach Zweck und Arbeitsweise können Dokumente auf zwei grundsätzlich verschiedene Arten mit dem Heftstreifen abgeheftet werden:
- Chronologische Abheftung: Diese Methode eignet sich hervorragend für umfangreiche Dokumente oder Aktenvorgänge, bei denen die zeitliche Reihenfolge wichtig ist. Die Dokumente werden nach Datum sortiert abgeheftet. Um dies korrekt zu tun, drehen Sie den Heftstreifen so, dass in die geöffnete Klammer immer das letzte bzw. neueste Dokument eingefügt wird. Die Heftung erfolgt somit von hinten. Das Ganze funktioniert wie ein Buch, bei dem die neuesten Informationen am Ende hinzugefügt werden.
- Geschäftsmäßige Abheftung: Im geschäftlichen Bereich wird häufig die Methode bevorzugt, bei der die neuesten Dokumente immer oben auf den Heftstreifen geheftet werden. Hierbei ist die Klammer nach oben ausgerichtet. Der Vorteil dieser Methode ist, dass das Wichtigste und Aktuellste immer sofort sichtbar ist. Dokumente können nach Wichtigkeit sortiert werden, wobei die oben liegenden Schriftstücke oft diejenigen sind, die noch bearbeitet werden müssen oder die höchste Relevanz haben.
Die Wahl zwischen chronologischer und geschäftsmäßiger Abheftung hängt stark vom Inhalt der Akte und den individuellen Arbeitsgewohnheiten ab.
Vergleich der Abheftmethoden
| Merkmal | Chronologische Abheftung | Geschäftsmäßige Abheftung |
|---|---|---|
| Sortierung | Nach Datum (ältestes oben, neuestes unten) | Nach Wichtigkeit / Aktualität (Wichtigstes/Neuestes oben) |
| Heftrichtung | Von hinten (neues Dokument kommt ans Ende) | Von vorne (neues Dokument kommt nach oben) |
| Zweck | Historische Übersicht, lückenlose Dokumentation | Schneller Zugriff auf aktuellste/wichtigste Informationen, Bearbeitungsübersicht |
| Orientierung | Wie ein Buch (lesen von vorne nach hinten) | Aktuelles immer im Blick |
Selbstklebende Heftstreifen: Eine spezielle Variante
Neben den herkömmlichen Heftstreifen gibt es auch selbstklebende Heftstreifen. Diese stellen eine spezielle Form dar und unterscheiden sich deutlich in ihrer Anwendung. Sie sind auf einer Seite mit der standardmäßigen Lochung zum Abheften in einen Aktenordner versehen. Auf der anderen Seite befinden sich meist transparente Klebeleisten.
Der Zweck dieser Klebeleisten ist, dass der Heftstreifen direkt auf das abzuheftende Schriftstück geklebt wird. Dies wird beispielsweise verwendet, um Schnellhefter, Arbeitsmappen, Präsentationsmappen oder ähnliches schnell und effizient in einem Ordner abheften zu können, auch wenn diese Mappen selbst keine eigene Lochung haben oder starrer sind.
Ein wesentlicher Nachteil und Unterschied zu herkömmlichen Heftstreifen ist, dass die einmal aufgeklebte Klebeleiste sich in der Regel nicht mehr vom Dokument entfernen lässt, ohne dieses zu beschädigen. Selbstklebende Heftstreifen sind somit eher für einen einmaligen Heftvorgang konzipiert und weniger für Akten, die häufig umstrukturiert oder ergänzt werden.

Häufig gestellte Fragen zu Heftstreifen
Hier beantworten wir einige gängige Fragen rund um das Thema Heftstreifen:
Was genau ist ein Heftstreifen?
Ein Heftstreifen ist eine Kombination aus einer Metallklammer und einem gelochten Papp- oder Kunststoffstreifen, mit der gelochte Dokumente zusammengeheftet und anschließend als Einheit in einem Aktenordner abgelegt werden können.
Welche anderen Namen gibt es für Heftstreifen?
Heftstreifen sind unter vielen Namen bekannt, darunter Aktendulli (besonders in der ehem. DDR), Abheftstreifen, Ablagestreifen, Einhänge-Heftstreifen, Kösterstreifen, Heftlasche, Brüderchen, Fliege oder auch Praktikus.
Aus welchen Materialien bestehen Heftstreifen?
Heftstreifen bestehen üblicherweise aus Pappe oder Kunststoff. Die eigentliche Klammer ist meist aus Metall, die Deckleiste aus Metall oder Kunststoff.
Wie hefte ich Dokumente mit einem Heftstreifen?
Entfernen Sie die Deckleiste, biegen Sie die Klammerenden auf, fädeln Sie die gelochten Dokumente auf, setzen Sie die Deckleiste wieder auf und biegen Sie die Klammerenden zur Sicherung zurück.
Was ist der Unterschied zwischen chronologischer und geschäftsmäßiger Abheftung?
Bei der chronologischen Abheftung werden Dokumente nach Datum sortiert, wobei das neueste Dokument am Ende des Stapels (unten) liegt. Bei der geschäftsmäßigen Abheftung liegt das neueste oder wichtigste Dokument oben auf dem Stapel, um schnellen Zugriff zu ermöglichen.
Was sind selbstklebende Heftstreifen?
Selbstklebende Heftstreifen verfügen über Klebeleisten, um direkt auf ein Dokument oder eine Mappe geklebt zu werden. Sie haben ebenfalls eine Lochung zum Abheften in einen Ordner, sind aber meist nur für den einmaligen Gebrauch gedacht, da der Kleber nicht zerstörungsfrei entfernbar ist.
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