Welche Baufirma ist insolvent?

Aktuelle Insolvenzen: Wer ist betroffen?

19/05/2017

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Deutschland erlebt derzeit eine herausfordernde Phase für seine Wirtschaft. Steigende Kosten, verändertes Konsumverhalten und globale Unsicherheiten setzen vielen Unternehmen zu. Infolgedessen sehen sich immer mehr Betriebe gezwungen, den Weg der Insolvenz zu gehen. Diese Entwicklung betrifft nicht nur kleine Firmen, sondern auch etablierte Traditionsunternehmen quer durch verschiedene Branchen. Die Nachrichten über Insolvenzen häufen sich, und sie werfen ein Schlaglicht auf die angespannte Lage, mit der sich Unternehmerinnen und Unternehmer aktuell konfrontiert sehen. Es ist eine Zeit, in der die wirtschaftlichen Fundamente auf die Probe gestellt werden und viele auf eine Stabilisierung hoffen.

Welche Bäckereikette mit 120 Filialen ist insolvent?
Bundesweit betreibt Sternenbäck mehr als 120 Filialen.

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig und komplex. Sie reichen von globalen Lieferkettenproblemen über die Nachwirkungen der Pandemie bis hin zu den direkten Auswirkungen geopolitischer Spannungen auf Energie- und Rohstoffpreise. Hinzu kommt der Fachkräftemangel, der in vielen Sektoren die Produktion und Dienstleistung erschwert. Diese Faktoren zusammen schaffen ein Umfeld, in dem selbst finanziell solide aufgestellte Unternehmen unter Druck geraten können. Die jüngsten Insolvenzmeldungen sind ein deutliches Signal für die Intensität dieser wirtschaftlichen Herausforderungen. Sie zeigen, dass keine Branche immun zu sein scheint und dass die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen auf eine harte Probe gestellt wird. Verbraucherinnen und Verbraucher spüren die Auswirkungen indirekt, etwa durch veränderte Angebote oder Unsicherheiten bei bekannten Marken.

Übersicht

Traditions-Baufirma in Unterfranken meldet Insolvenz an

Ein Beispiel für die aktuelle Schieflage ist ein Traditionsunternehmen aus der Baubranche. Die Firma Franz Berninger aus Hösbach in Unterfranken, gegründet bereits im Jahr 1931, sah sich gezwungen, Insolvenz anzumelden. Das Unternehmen, das lange Zeit als zuverlässiger Partner für Hoch- und Tiefbauprojekte in der Region galt, steckt offenbar in massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Als Gründe für diese Entwicklung werden in Berichten unter anderem stark gestiegene Kosten, Verzögerungen bei Projekten sowie Zahlungsausfälle seitens öffentlicher Auftraggeber genannt. Diese Faktoren haben das Familienunternehmen, das in vierter Generation geführt wird, erheblich belastet.

Um eine Sanierung und Weiterführung des Betriebs zu ermöglichen, wurde ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beim zuständigen Amtsgericht beantragt. Ziel dieses Vorgehens ist es, das Unternehmen unter Aufsicht neu aufzustellen und so eine Zukunftsperspektive zu schaffen. Die Insolvenz hat jedoch unmittelbare Auswirkungen auf laufende Bauprojekte. Mehrere Baustellen in der Region, darunter in Aschaffenburg, Hösbach und Goldbach, ruhen derzeit. Ein Schulprojekt in Hösbach ist laut Aussage des Landkreises Aschaffenburg momentan ebenfalls betroffen. Man hoffe jedoch auf eine baldige Lösung, die den Betrieb wieder ermöglichen könnte, hieß es aus dem Landratsamt. Dieser Fall zeigt deutlich, wie die angespannte Lage in der Bauwirtschaft auch etablierte Unternehmen treffen kann und welche direkten Folgen dies für die Umsetzung von Projekten hat, insbesondere wenn öffentliche Auftraggeber involviert sind. Die Unsicherheit auf den Baustellen ist für alle Beteiligten, von den Arbeitern bis zu den Kommunen, eine Belastung.

Auch die Autobranche ist betroffen: Autohaus meldet Pleite

Nicht nur die Bauwirtschaft kämpft mit Problemen. Auch die Automobilbranche, ein wichtiger Pfeiler der deutschen Wirtschaft, sieht sich zunehmendem Druck ausgesetzt. Jüngst musste ein renommiertes Autohaus die Insolvenz bekannt geben: Das Autohaus Am Damm. Dieses Unternehmen, das bereits 1933 gegründet wurde, sah sich am 1. April 2025 gezwungen, das Insolvenzverfahren zu eröffnen. Diese Nachricht traf die Branche und die Kunden in der Region um Nienburg/Weser, Sulingen und Hannover.

Bereits wenige Tage vor dem offiziellen Insolvenzantrag, am 27. März 2025, hatte das Autohaus den Werkstattbetrieb an allen seinen Standorten eingestellt. Dies signalisierte bereits die ernste finanzielle Lage. Noch zu Beginn des Jahres 2025 hatte die Geschäftsführung laut Medienberichten optimistischere Töne angeschlagen und von Gesprächen mit Investoren gesprochen, die eine Weiterführung aller Standorte ermöglichen sollten. Diese Hoffnungen haben sich offenbar nicht erfüllt. Die Schließung des Werkstattbetriebs vor der offiziellen Insolvenz ist ein ungewöhnlicher Schritt, der die Dringlichkeit der Situation unterstreicht.

Welche deutsche Bäckerei ist insolvent?
Die Biebelhausener Mühle aus Ayl bei Saarburg, eine der ältesten und bekanntesten Bäckereiketten Deutschlands, hat am 26. März 2025 beim Amtsgericht Trier erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Für den Traditionsbetrieb ist es bereits die zweite Insolvenz innerhalb von nur anderthalb Jahren.

Das Autohaus Am Damm war seit 1993 einer der ersten deutschen Hyundai-Händler und erweiterte sein Angebot später um Modelle von Fiat Professional sowie Chausson und Laika Reisemobile. Die Gründe für die Insolvenz werden im Kontext der allgemeinen schwierigen Wirtschaftslage gesehen. Politische Unsicherheiten und ein allgemein verschärftes Marktumfeld tragen zur Belastung bei, der sich viele Unternehmen, auch im Autohandel, gegenübersehen. Die Autobranche leidet unter verschiedenen Faktoren, darunter Chipmangel, Umstellung auf Elektromobilität und Preisdruck. Die Schließung aller Standorte des Autohauses Am Damm ist ein weiteres Beispiel dafür, wie die aktuelle Krise auch etablierte Händler treffen kann und welche Auswirkungen dies für die lokale Wirtschaft und die betroffenen Mitarbeiter hat.

Zweite Insolvenz für bekannte Bäckereikette Sternenbäck

Eine weitere Branche, die stark unter den aktuellen Bedingungen leidet, ist das Bäckerhandwerk. Besonders die gestiegenen Preise für Rohstoffe und Energie setzen den Betrieben zu. Die Bäckereikette Sternenbäck, ein Unternehmen mit bundesweit rund 120 Filialen und Produktionsstandorten unter anderem in Hechingen, Gera und Spremberg, hat zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit Insolvenz angemeldet. Dies ist die zweite Zahlungsunfähigkeit innerhalb von nur vier Jahren. Eine so schnelle erneute Schieflage zeigt die fundamentalen Probleme, mit denen das Unternehmen konfrontiert ist.

Das vorläufige Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wurde im Mai eröffnet. Betroffen sind alle drei Produktionsstandorte sowie sämtliche Filialen in ganz Deutschland. Sternenbäck beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon etwa 300 am Standort Gera und den angeschlossenen Filialen in Thüringen. Trotz der Insolvenz läuft der Betrieb vorerst weiter. Es wird weiterhin produziert, und die Bäckereifilialen bleiben geöffnet, wenn auch mit einer Einschränkung: Die Filialen bleiben vorerst sonntags geschlossen. Diese Maßnahme soll offenbar Kosten reduzieren und den Betrieb stabilisieren, während eine Lösung gesucht wird.

Die Hauptursachen für die erneute Schieflage sieht der eingesetzte Generalbevollmächtigte vor allem in den drastisch gestiegenen Rohstoffpreisen für Bäckereien sowie den explodierten Energiekosten. Diese Kostensteigerungen konnten offenbar nicht ausreichend an die Kunden weitergegeben oder anderweitig kompensiert werden, was die Margen stark belastet hat. Trotz der ernsten Lage gibt es Hoffnung. Es wird nicht von flächendeckenden Schließungen ausgegangen, und es wird damit gerechnet, dass in den nächsten drei bis sechs Wochen ein neuer Investor gefunden werden könnte, der dem Unternehmen eine Zukunft sichert. Die Liste der geöffneten Filialen in Thüringen, beispielsweise in Edeka- oder Kaufland-Märkten, zeigt, dass der Betrieb trotz der schwierigen Situation aufrechterhalten wird, um eine Basis für die Sanierung zu schaffen. Die ungewisse Zukunft für die Mitarbeiter bleibt jedoch eine große Sorge.

Auch Biebelhausener Mühle meldet zum zweiten Mal Insolvenz

Ein weiterer Fall im Bäckerhandwerk verdeutlicht die anhaltenden Schwierigkeiten der Branche. Die Biebelhausener Mühle aus Ayl bei Saarburg, eine traditionsreiche Bäckerei mit einer 375-jährigen Geschichte, musste ebenfalls erneut Insolvenz anmelden. Dies ist bereits die zweite Insolvenz für das Unternehmen innerhalb von nur anderthalb Jahren. Mit rund 60 Filialen und etwa 400 Mitarbeitern ist auch dieser Betrieb von der Krise stark betroffen. Eine Bäckerei mit einer so langen Historie, die mehrfach in kurzer Zeit in finanzielle Schwierigkeiten gerät, unterstreicht die fundamentale Herausforderung des Marktes.

Der erneute Insolvenzantrag wurde am 26. März 2025 beim Amtsgericht Trier gestellt. Bereits im Oktober 2023 hatte das Unternehmen die erste Insolvenz durchlaufen. Damals wurden ebenfalls explodierende Energiekosten und ein verändertes Kaufverhalten der Kundschaft als Hauptgründe genannt. Nach der ersten Insolvenz hatte ein niederländisches Family Office, Boels & Partners, die Bäckerei übernommen und einen Millionenbetrag investiert. Man versprach, die Zukunft des Unternehmens und der Mitarbeiter zu sichern. Diese Investition sollte dem Unternehmen eigentlich Stabilität verleihen und eine nachhaltige Sanierung ermöglichen.

Welche Baufirma ist insolvent?
Eine traditionsreiche Baufirma aus Unterfranken hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen Franz Berninger aus Hösbach mit langer regionaler Geschichte steckt offenbar in massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten, wie das "Main-Echo" berichtet.

Doch trotz ambitionierter Sanierungspläne und eines Stellenabbaus konnte die Biebelhausener Mühle nicht nachhaltig stabilisiert werden. Die wirtschaftliche Not blieb bestehen. Die Gründe für die zweite Insolvenz sind ähnlich wie zuvor: weiterhin hohe Betriebskosten, insbesondere Energie, und ein verändertes Kaufverhalten der Kunden, die angesichts der Inflation vermehrt zu günstigeren Alternativen im Supermarkt greifen. Der anhaltende Preisdruck im Lebensmitteleinzelhandel und strukturelle Probleme im Bäckereihandwerk haben die Lage zusätzlich verschärft. Die Rettungsversuche des Investors sind an diesen Herausforderungen gescheitert, was die Tiefe der Krise in diesem Sektor zeigt.

Die erneute Insolvenz bedeutet große Unsicherheit für die rund 400 verbliebenen Mitarbeiter. Schon bei der ersten Insolvenz mussten Filialen geschlossen und die Mitarbeiterzahl reduziert werden. Ob weitere Stellen gestrichen oder Filialen, auch solche in Supermärkten wie Edeka, Globus und Kaufland, geschlossen werden müssen, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös beantworten. Das Insolvenzverfahren steht am Anfang, und die Suche nach neuen Investoren läuft. Dieser Fall zeigt, wie schwierig es selbst mit externer Investition sein kann, ein Unternehmen in einem so herausfordernden Marktumfeld zu sanieren und langfristig zu sichern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu aktuellen Unternehmensinsolvenzen

Angesichts der Vielzahl von Meldungen über Unternehmensinsolvenzen ergeben sich oft Fragen. Hier beantworten wir einige davon basierend auf den vorliegenden Informationen:

Welche Baufirma hat kürzlich Insolvenz angemeldet?
Die Traditions-Baufirma Franz Berninger aus Hösbach in Unterfranken hat Insolvenz angemeldet.

Welches Autohaus ist insolvent gegangen?
Das Autohaus Am Damm mit Standorten in Nienburg/Weser, Sulingen und Hannover hat Insolvenz angemeldet.

Welche Bäckereikette mit vielen Filialen ist insolvent?
Die Bäckereikette Sternenbäck mit rund 120 Filialen und Produktionsstandorten in Hechingen, Gera und Spremberg hat erneut Insolvenz angemeldet.

Welcher deutsche Händler ist insolvent?
Deutsches Autohaus ist insolvent – 1933 gegründet Das Autohaus Am Damm musste am 1. April 2025 Insolvenz anmelden. Laut Die Harke ist am selben Tag das Insolvenzverfahren am Amtsgericht Walsrode eröffnet worden.

Welche andere deutsche Traditions-Bäckerei ist zum zweiten Mal insolvent?
Die Biebelhausener Mühle aus Ayl bei Saarburg hat ebenfalls zum zweiten Mal Insolvenz angemeldet.

Warum melden so viele Unternehmen Insolvenz an?
Die Gründe sind vielfältig und umfassen steigende Kosten (Rohstoffe, Energie), Projektverzögerungen, Zahlungsausfälle (insbesondere von öffentlichen Auftraggebern), Fachkräftemangel, stockende Auftragsvergaben, verändertes Kaufverhalten der Kunden (aufgrund von Inflation und Preisdruck) sowie strukturelle Probleme in den jeweiligen Branchen. Die allgemeine schwierige Wirtschaftslage spielt eine zentrale Rolle.

Sind die Filialen der insolventen Bäckereien noch geöffnet?
Im Falle von Sternenbäck bleiben die Filialen vorerst geöffnet, sind aber sonntags geschlossen. Für die Biebelhausener Mühle ist die Situation für die Filialen und Mitarbeiter noch ungewiss, das Verfahren läuft.

Was bedeutet ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung?
Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ermöglicht es der Geschäftsführung, den Betrieb unter Aufsicht eines Sachwalters und des Gerichts selbst zu sanieren und weiterzuführen, anstatt dass ein externer Insolvenzverwalter die Geschäfte komplett übernimmt. Es ist ein Versuch, das Unternehmen zu retten.

Die aktuelle Situation zeigt, dass die wirtschaftlichen Herausforderungen in Deutschland real sind und viele Unternehmen betreffen. Die genannten Fälle sind Beispiele für die Schwierigkeiten, mit denen sich Betriebe in verschiedenen Sektoren konfrontiert sehen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die einzelnen Verfahren entwickeln und welche Auswirkungen sie langfristig auf die betroffenen Regionen und Branchen haben werden. Die Suche nach Lösungen und Wegen zur Stabilisierung der Wirtschaft bleibt eine zentrale Aufgabe für Unternehmen, Politik und Gesellschaft gleichermaßen. Die Hoffnung liegt darauf, dass viele dieser Traditionsbetriebe saniert werden können und ihre Arbeitsplätze sowie ihre Rolle in der lokalen Wirtschaft erhalten bleiben.

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