13/01/2013
Die Beleuchtung am Arbeitsplatz spielt eine entscheidende Rolle für unser Wohlbefinden, unsere Konzentration und letztlich auch für unsere Produktivität. Ein gut beleuchtetes Büro kann Ermüdungserscheinungen reduzieren und die Sehleistung verbessern, während schlechtes Licht zu Kopfschmerzen, Augenbelastung und verminderter Leistungsfähigkeit führen kann. Daher ist die Auswahl der passenden Beleuchtung im Büro von großer Bedeutung.

Im Idealfall setzt sich die Bürobeleuchtung aus einer Kombination verschiedener Lichtquellen zusammen: natürliches Tageslicht, direkte und indirekte Beleuchtung sowie eine individuelle Arbeitsplatzleuchte. Diese Mischung gewährleistet eine flexible und bedarfsgerechte Ausleuchtung, die sich an die jeweilige Tätigkeit und den individuellen Bedarf anpassen lässt.
- Die Bedeutung der Beleuchtungsstärke (Lux)
- Lichtfarbe und Farbtemperatur (Kelvin)
- Beleuchtungsanforderungen in verschiedenen Bürobereichen
- Natürliches Licht: Ein wichtiger Faktor
- LED vs. Leuchtstofflampen: Der Wandel im Büro
- Das Ende der Leuchtstoffröhre: Vorschriften
- Energieeffizienz im Büro
- Entsorgung alter Lampen
- Häufig gestellte Fragen
- Fazit
Die Bedeutung der Beleuchtungsstärke (Lux)
Ein zentraler Faktor bei der Auswahl der richtigen Bürobeleuchtung ist die Beleuchtungsstärke. Dieses Maß gibt an, wie hell es an einem bestimmten Ort ist, und wird in Lux gemessen. Die erforderliche Lux-Zahl variiert je nach Art der Arbeitsaufgabe. Grundsätzlich gilt: Je besser ein Arbeitsplatz ausgeleuchtet ist, desto besser ist die Sehleistung und desto weniger werden die Augen belastet.
Besonders bei komplexen oder filigranen Tätigkeiten ist eine hohe Helligkeit unerlässlich. Die optimale Beleuchtungsstärke hängt jedoch auch vom individuellen Mitarbeiter ab. Jüngere Mitarbeiter mit gesunder Sehleistung kommen oft schon mit 500 Lux aus, während ältere oder sehbeeinträchtigte Mitarbeiter eine höhere Beleuchtungsstärke zwischen 750 und 1500 Lux benötigen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Beleuchtungsstärke von Leuchten abnimmt, wenn diese verschmutzt oder verstaubt sind. Eine regelmäßige Wartung und Reinigung der Leuchten ist daher essenziell, um die optimale Helligkeit am Arbeitsplatz dauerhaft zu gewährleisten. Flimmernde Lampen sollten im Büro gänzlich vermieden werden, da sie das Wohlbefinden negativ beeinflussen können.
Lichtfarbe und Farbtemperatur (Kelvin)
Neben der Helligkeit spielt auch die Lichtfarbe, bzw. die Farbtemperatur, eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit. Die Farbtemperatur wird in der Regel in Kelvin angegeben. Sichtbares Licht reicht von Rot bis Violett.
Unser biologischer Rhythmus wird stark von der Lichtfarbe beeinflusst. Eine höhere Lichtfarbe, wie das bläuliche Licht am Morgen (vergleichbar mit Tageslichtweiß von ca. 6000 Kelvin), wirkt aktivierend. Für Bildschirmarbeitsplätze kann Tageslichtweiß jedoch manchmal als zu grell empfunden werden. Hier eignen sich neutralweiße Beleuchtungen von ca. 4000 Kelvin oft besser. Für die allgemeine Bürobeleuchtung sind Farbtemperaturen wie Warmweiß, Neutralweiß oder Tageslichtweiß mit einem hohen Blauanteil ideal, je nach gewünschter Atmosphäre und Art der Tätigkeit.

Die Farbtemperatur und Farbe des Lichts sollten idealerweise der Funktion des Raumes und sogar der Tageszeit angepasst werden. Kühlere, bläulichere Lichter eignen sich gut für konzentriertes Arbeiten am Morgen, während wärmere Lichter am Abend helfen können, zur Ruhe zu kommen.
Beleuchtungsanforderungen in verschiedenen Bürobereichen
Die benötigte Beleuchtungsstärke ist nicht in allen Bereichen eines Büros gleich. Am Bildschirmarbeitsplatz muss die Helligkeit am höchsten sein, um die Augen bei der Arbeit am Monitor nicht zu überanstrengen und Kontraste gut erkennen zu können. In Bereichen wie Kopierräumen oder Ablagebereichen reichen hingegen oft 300 Lux völlig aus.
Konferenzräume stellen besondere Anforderungen an die Beleuchtung. Sie müssen flexibel nutzbar sein: hell erleuchtet für konzentriertes Arbeiten und Besprechungen, aber auch abdimmbar für Präsentationen. Zu starke Helligkeitskontraste sollten in solchen Räumen vermieden werden. Eine Kombination aus Wandflutern und gedimmter Allgemeinbeleuchtung kann hier eine gute Lösung sein. Zusätzliche Lichtquellen im vorderen Bereich des Raumes ermöglichen es, bei Präsentationen gezielte Kontraste zu setzen.
Natürliches Licht: Ein wichtiger Faktor
Die Integration von natürlichem Tageslicht in das Büroumfeld hat signifikante positive Auswirkungen auf die Mitarbeiter. Studien zeigen, dass Mitarbeiter, die natürlichem Licht ausgesetzt sind, seltener unter Augenbelastung, Kopfschmerzen und verschwommenem Sehen leiden. Tageslicht hilft zudem, den circadianen Rhythmus zu regulieren, was zu besserem Schlaf und höherer Produktivität führt.
Bei der Büroplanung sollte daher darauf geachtet werden, Tageslicht optimal zu nutzen. Bereiche mit Fenstern werden oft als Gemeinschaftsflächen konzipiert, um möglichst vielen Mitarbeitern Zugang zu natürlichem Licht zu ermöglichen. In fensterlosen Büros können Lichtkuppeln oder intelligente Beleuchtungssysteme, die Tageslicht nachahmen, eine Alternative darstellen.
Allerdings kann direktes, ungefiltertes Sonnenlicht an Bildschirmarbeitsplätzen zu Problemen führen, da es die Helligkeit von Monitoren überstrahlen kann. Eine kontrollierte Umgebung, in der die Intensität des Sonnenlichts durch Blinds, Vorhänge oder spezielle Verglasung gedämpft wird, ist hier oft notwendig.
LED vs. Leuchtstofflampen: Der Wandel im Büro
In den letzten Jahren hat sich die LED-Technologie als bevorzugte Beleuchtungslösung im Büro durchgesetzt und löst zunehmend traditionelle Leuchtstofflampen ab. Dies liegt an einer Vielzahl von Vorteilen, die LEDs bieten.

Hier ist ein Vergleich der beiden Technologien:
| Merkmal | LED-Lampen | Leuchtstofflampen |
|---|---|---|
| Energieeffizienz | Sehr hoch (bis zu 80% Einsparung) | Geringer als LED |
| Lebensdauer | Sehr lang (oft 50.000 Stunden oder mehr) | Kürzer (ca. 30.000 Stunden) |
| Anschaffungskosten | Teils höher | Teils niedriger |
| Betriebskosten | Sehr niedrig (weniger Verbrauch, weniger Wartung) | Höher |
| Quecksilber | Nicht enthalten | Enthalten (Gefahrstoff) |
| Lichtqualität | Flackerfrei, gute Farbwiedergabe, sofort 100% Helligkeit | Können flackern, erreichen Helligkeit verzögert |
| Gesundheitliche Auswirkungen | Geringeres Risiko (z.B. für Migräne-Symptome), besser für Schlaf-Wach-Rhythmus (wenn dimmbar) | Können Migräne-Symptome triggern, können Schlaf-Wach-Rhythmus stören |
| Robustheit | Sehr robust, bruchsicher (oft Polycarbonat) | Zerbrechlicher (Glas) |
| Dimmen | Meist gut dimmbar | Oft nicht oder nur mit speziellen Vorschaltgeräten dimmbar |
| Wärmeentwicklung | Sehr gering | Höher |
| Entsorgung | Elektroaltgerät (Wertstoffe enthalten) | Elektroaltgerät (Quecksilber enthalten) |
Obwohl die Anschaffungskosten für LED-Lampen anfangs etwas höher sein können, sparen sie langfristig Geld durch geringeren Energieverbrauch und deutlich längere Lebensdauer. Zudem sind sie flackerfrei und enthalten kein Quecksilber, was sie zu einer gesünderen und umweltfreundlicheren Wahl macht. Die Möglichkeit, LEDs zu dimmen, erlaubt eine bessere Anpassung der Beleuchtung an die Tageszeit und die jeweilige Aufgabe.
Das Ende der Leuchtstoffröhre: Vorschriften
Seit September 2023 ist die Herstellung und das Inverkehrbringen vieler quecksilberhaltiger Leuchtstoff- und Halogenlampen in der EU weitgehend eingestellt. Dies betrifft insbesondere die weit verbreiteten T8- und T5-Leuchtstoffröhren sowie bestimmte Kompaktleuchtstofflampen und Halogenpins. Grundlage hierfür sind die geänderte RoHS-Richtlinie (Restriction of the use of Hazards Substances) und die Ökodesign-Verordnung (Single Lighting Regulation).
Dieses Verbot zielt darauf ab, den Energieverbrauch zu senken und die Verwendung von Gefahrstoffen wie Quecksilber zu reduzieren. Bereits gekaufte Lampen dürfen weiterhin genutzt und Lagerbestände verkauft werden, aber bei Ersatz müssen nun alternative, effizientere Technologien wie LED zum Einsatz kommen.
Für Unternehmen, insbesondere in Industrie, Handel und Gewerbe, bedeutet dies eine schrittweise Umstellung auf moderne Beleuchtungssysteme. Diese Umrüstung rechnet sich oft schnell, da der geringere Stromverbrauch von LEDs zu erheblichen Kosteneinsparungen führt. Zudem bieten moderne LED-Systeme oft zusätzliche Vorteile wie bessere Lichtqualität, längere Wartungsintervalle und die Möglichkeit intelligenter Steuerungssysteme (z.B. über ZigBee), die den Komfort und die Effizienz weiter erhöhen.
Energieeffizienz im Büro
Die Wahl energieeffizienter Leuchtmittel wie LEDs ist ein wichtiger Schritt zur Reduzierung des Energieverbrauchs im Büro. Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten, Energie zu sparen:
- Nutzung von Bewegungsmeldern in Bereichen, die nicht ständig genutzt werden (z.B. Toiletten, Abstellräume).
- Installation von Zeitschaltuhren, um sicherzustellen, dass Lichter nicht unnötig eingeschaltet bleiben.
- Verwendung von Dimmern, um die Helligkeit bei Bedarf zu reduzieren.
- Maximale Nutzung von natürlichem Tageslicht.
Diese Maßnahmen tragen nicht nur zur Senkung der Energiekosten bei, sondern sind auch ein Beitrag zum Umweltschutz.
Entsorgung alter Lampen
Die korrekte Entsorgung alter Lampen ist wichtig, insbesondere bei solchen, die Gefahrstoffe enthalten.
- Glüh- und Halogenlampen: Können über den Hausmüll entsorgt werden, da sie keine umweltgefährdenden Stoffe enthalten.
- LED-Lampen: Gehören nicht in den Hausmüll. Sie sind Elektroaltgeräte und enthalten wertvolle Metalle, die recycelt werden können. Sie müssen bei Sammelstellen für Elektrogeräte abgegeben werden (z.B. Wertstoffhöfe, Sammelstellen in Elektrofachgeschäften). Auch Online- und größere Einzelhändler sind zur Rücknahme verpflichtet.
- Energiesparlampen (Kompaktleuchtstoff- und Gasentladungslampen): Dürfen ebenfalls nicht in den Hausmüll, da sie geringe Mengen an Quecksilber enthalten. Sie müssen ebenfalls bei Sammelstellen für Elektrogeräte abgegeben werden. Oft gibt es spezielle Behälter für diese zerbrechlicheren Lampen.
Beim Zerbrechen einer Energiesparlampe ist besondere Vorsicht geboten. Der Raum sollte gelüftet werden, und die Reste sollten vorsichtig mit feuchten Papiertüchern oder Karton zusammengekehrt und in einem luftdichten Behälter gesammelt werden. Keinesfalls sollte ein Staubsauger verwendet werden, da dieser das Quecksilber verteilen könnte. Die gesammelten Reste müssen bei einer Sammelstelle entsorgt werden.

Häufig gestellte Fragen
Um die wichtigsten Punkte zusammenzufassen, hier einige häufig gestellte Fragen zur Bürobeleuchtung:
Wie viel Lux brauche ich am Arbeitsplatz?
Für allgemeine Büroarbeiten sind oft 500 Lux ausreichend. Bei komplexen oder filigranen Tätigkeiten oder für Mitarbeiter mit Seheinschränkungen werden 750 bis 1500 Lux empfohlen. In Bereichen wie Kopierräumen genügen 300 Lux.
Welche Lichtfarbe (Kelvin) ist am besten fürs Büro?
Für konzentriertes Arbeiten eignen sich neutralweiße (ca. 4000 Kelvin) oder Tageslicht-weiße (ca. 6000 Kelvin) Farbtemperaturen. Tageslichtweiß wirkt aktivierend, kann aber am Bildschirm als zu grell empfunden werden. Neutralweiß ist ein guter Kompromiss. Warmweiß (unter 3300 Kelvin) ist eher für Pausenbereiche geeignet.
Warum dürfen bestimmte Leuchtstofflampen nicht mehr verkauft werden?
Das Verbot basiert auf EU-Vorschriften (RoHS-Richtlinie und Ökodesign-Verordnung) und zielt darauf ab, den Energieverbrauch zu senken und die Verwendung von Gefahrstoffen wie Quecksilber zu reduzieren. Moderne Technologien wie LED sind energieeffizienter und quecksilberfrei.
Muss ich meine alten Leuchtstoffröhren sofort austauschen?
Nein, bereits installierte Lampen dürfen weiterhin genutzt und Lagerbestände verkauft werden. Bei einem Defekt oder Austausch müssen jedoch nun konforme Alternativen, in der Regel LED, verwendet werden.
Wie entsorge ich alte LED-Lampen?
LED-Lampen sind Elektroaltgeräte und gehören nicht in den Hausmüll. Sie müssen bei kommunalen Wertstoffhöfen, speziellen Sammelstellen für Elektrogeräte oder in vielen Elektrofachgeschäften abgegeben werden, die zur Rücknahme verpflichtet sind.
Fazit
Die richtige Bürobeleuchtung ist weit mehr als nur Helligkeit. Sie ist ein entscheidender Faktor für Gesundheit, Wohlbefinden und Produktivität der Mitarbeiter. Durch die Beachtung von Beleuchtungsstärke (Lux), Farbtemperatur (Kelvin), der optimalen Nutzung von natürlichem Tageslicht und dem Einsatz moderner, energieeffizienter LED-Technologie kann ein optimales Arbeitsumfeld geschaffen werden. Die aktuellen Vorschriften beschleunigen den Wandel hin zu nachhaltigeren und gesünderen Beleuchtungslösungen, von denen sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter profitieren.
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