10/05/2018
Jeder, der regelmäßig mit Dokumenten arbeitet, kennt das Problem: Im Laufe der Zeit sammeln sich unzählige Aktenordner an, die wichtige, aber oft auch veraltete Unterlagen enthalten. Irgendwann ist der Platz knapp, und die Frage stellt sich: Wohin mit all diesen Ordnern und den darin enthaltenen Papieren? Die einfache Antwort "Wegwerfen" greift zu kurz, denn bei der Entsorgung von Aktenordnern, insbesondere wenn sie persönliche oder geschäftliche Daten enthalten, müssen wichtige Aspekte beachtet werden. Es geht nicht nur um die umweltgerechte Entsorgung der Materialien, sondern auch um den Schutz sensibler Informationen. Das korrekte Vorgehen spart nicht nur Platz, sondern schützt auch vor Datenmissbrauch und stellt sicher, dass Sie gesetzliche Vorgaben, wie die der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), einhalten.

Die Entsorgung von Aktenordnern ist oft komplexer als gedacht. Sie bestehen aus verschiedenen Materialien wie Pappe, Metall und Kunststoff, die idealerweise getrennt entsorgt werden sollten. Hinzu kommt der Inhalt: Dokumente, die je nach Sensibilität unterschiedlich behandelt werden müssen. Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess der fachgerechten Entsorgung Ihrer alten Aktenordner und deren Inhalte.
- Warum alte Aktenordner und Dokumente entsorgen?
- Der erste Schritt: Dokumente sortieren und trennen
- Entsorgung nicht vertraulicher Dokumente
- Entsorgung vertraulicher Dokumente und Aktenvernichtung
- Wohin mit den leeren Aktenordnern?
- Wiederverwendung und Alternativen zur Entsorgung
- Häufig gestellte Fragen zur Ordnerentsorgung
- Fazit
Warum alte Aktenordner und Dokumente entsorgen?
Es gibt viele Gründe, warum Sie sich von alten Aktenordnern trennen sollten. Der offensichtlichste ist der Platzmangel. Volle Ordner nehmen viel Raum ein, sei es in Regalen, Schränken oder Archiven. Ein aufgeräumtes Arbeitsumfeld kann die Produktivität steigern und den Überblick erleichtern. Ein weiterer wichtiger Grund ist die Einhaltung von Aufbewahrungsfristen. Viele Dokumente müssen nur für eine bestimmte Zeit aufbewahrt werden (z.B. Rechnungen, Steuerunterlagen). Nach Ablauf dieser Fristen gibt es keinen Grund mehr, sie zu lagern.
Der vielleicht wichtigste Grund ist jedoch die Datensicherheit. Alte Dokumente können sensible persönliche Daten, Geschäftsinformationen, Kundendaten oder Mitarbeiterinformationen enthalten. Eine unsachgemäße Entsorgung dieser Papiere birgt das Risiko, dass diese Daten in falsche Hände geraten. Dies kann nicht nur zu Reputationsverlust führen, sondern auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, insbesondere seit Inkrafttreten der DSGVO, die strenge Anforderungen an den Umgang mit personenbezogenen Daten stellt.
Der erste Schritt: Dokumente sortieren und trennen
Bevor Sie mit der eigentlichen Entsorgung beginnen, ist es unerlässlich, den Inhalt Ihrer Aktenordner sorgfältig zu sichten und zu sortieren. Nicht alle Dokumente müssen vernichtet werden, und nicht alle Dokumente sind vertraulich. Teilen Sie Ihre Unterlagen in zwei Hauptkategorien ein:
- Nicht vertrauliche Dokumente: Hierzu gehören beispielsweise allgemeine Informationen, Werbematerialien, alte Zeitungsartikel, unkritische interne Notizen oder Dokumente, die keine personenbezogenen oder geschäftskritischen Daten enthalten.
- Vertrauliche Dokumente: Dies sind alle Papiere, die sensible Informationen enthalten. Dazu zählen Rechnungen, Kontoauszüge, Verträge, Personalakten, medizinische Unterlagen, Adresslisten, Kreditkarteninformationen, Geschäftspläne, Forschungsdaten und alles, was Rückschlüsse auf Personen oder interne Unternehmensprozesse zulässt.
Dieser Schritt erfordert Sorgfalt und Zeit, ist aber entscheidend, um sicherzustellen, dass vertrauliche Daten angemessen geschützt werden, während nicht vertrauliche Papiere einfacher entsorgt werden können.
Entsorgung nicht vertraulicher Dokumente
Nicht vertrauliche Papiere, die keine sensiblen Daten enthalten und nicht mehr benötigt werden, können in der Regel einfach über den Papiermüll entsorgt werden. Dazu gehören beispielsweise alte Kataloge, unwichtige Korrespondenz, allgemeine Notizen oder Ausdrucke ohne relevante Informationen. Stellen Sie sicher, dass keine vertraulichen Informationen versehentlich in diese Kategorie gelangen.
Bevor Sie die Papiere in die blaue Tonne oder den Papiercontainer werfen, entfernen Sie bitte Einlagen wie Klarsichthüllen. Klarsichthüllen bestehen oft aus Kunststoff und gehören nicht ins Altpapier. Sie können, falls sauber und intakt, wiederverwendet werden. Andernfalls gehören sie in den gelben Sack oder die gelbe Tonne (Verpackungsmüll). Auch Heftklammern und Büroklammern aus Metall müssen in der Regel nicht entfernt werden, da sie in modernen Papierrecyclinganlagen aussortiert werden können. Büroklammern aus Kunststoff sollten ebenfalls aussortiert und im gelben Sack/der gelben Tonne entsorgt werden.

Achten Sie darauf, dass nur sauberes und trockenes Papier im Papiermüll landet. Beschichtetes Papier, wie Fotopapier, Thermopapier (Kassenbons) oder stark verschmutztes Papier, gehört oft in den Restmüll.
Entsorgung vertraulicher Dokumente und Aktenvernichtung
Hier wird es ernst. Vertrauliche Dokumente dürfen nicht einfach im Papiermüll entsorgt werden. Um die in der DSGVO und anderen Datenschutzgesetzen geforderte Datensicherheit zu gewährleisten, müssen diese Dokumente unkenntlich gemacht werden. Die gängigste Methode hierfür ist die Aktenvernichtung.
Es gibt verschiedene Methoden und Sicherheitsstufen für die Aktenvernichtung:
Aktenvernichter für den Hausgebrauch oder das Büro
Kleine Mengen vertraulicher Dokumente können mit einem Aktenvernichter geschreddert werden. Es gibt verschiedene Arten von Aktenvernichtern, die sich in der Art des Schnitts und der Sicherheitsstufe unterscheiden:
- Streifenschnitt: Dokumente werden in lange, schmale Streifen geschnitten. Dies ist die einfachste Form der Vernichtung und bietet nur eine geringe Sicherheit. Die Streifen könnten theoretisch wieder zusammengesetzt werden. Für wirklich vertrauliche Daten ist dieser Schnitt nicht ausreichend.
- Partikelschnitt (Kreuzschnitt): Dokumente werden sowohl horizontal als auch vertikal zerkleinert, wodurch kleine Partikel oder Schnipsel entstehen. Dieser Schnitt bietet eine deutlich höhere Sicherheit, da das Zusammensetzen der Dokumente extrem aufwendig bis unmöglich ist. Die meisten Aktenvernichter für den privaten oder Bürogebrauch nutzen den Partikelschnitt.
- Mikropartikelschnitt: Eine noch feinere Zerkleinerung als der Partikelschnitt, was die höchstmögliche Sicherheit für die Vernichtung von Papierdokumenten bietet.
Die Sicherheitsstufen für Aktenvernichter sind in der Norm DIN 66399 festgelegt. Für vertrauliche Daten im privaten Bereich wird oft Sicherheitsstufe P-3 oder P-4 (Partikelschnitt) empfohlen. Für sehr sensible Daten in Unternehmen sind höhere Stufen (P-5, P-6, P-7 - Mikropartikelschnitt) ratsam.
Wenn Sie sich für die Vernichtung mit einem eigenen Aktenvernichter entscheiden:
- Wählen Sie ein Gerät mit ausreichender Sicherheitsstufe (mindestens P-4 für vertrauliche Daten).
- Beachten Sie die maximale Blattkapazität des Geräts, um Überlastung zu vermeiden.
- Entfernen Sie vor dem Schreddern Heft- und Büroklammern, falls Ihr Gerät nicht dafür ausgelegt ist (viele moderne Geräte können kleine Mengen Metallklammern verarbeiten, aber es ist ratsam, dies zu prüfen).
- Die geschredderten Papierschnipsel sollten separat vom normalen Altpapier entsorgt werden, idealerweise im Restmüll. Obwohl es Papier ist, erschwert die feine Zerkleinerung den Recyclingprozess in den Standardanlagen, und es besteht immer noch ein geringes Risiko, dass sehr feine Schnipsel sensible Informationen enthalten könnten, die nicht im offenen Altpapier landen sollten.
Spezialisierte Aktenvernichtungsdienste
Für größere Mengen vertraulicher Dokumente, wie sie in Unternehmen oder Archiven anfallen, oder wenn Sie höchste Sicherheit und Bequemlichkeit wünschen, ist die Beauftragung eines spezialisierten Aktenvernichtungsdienstes die beste Option. Diese Unternehmen sind auf die sichere und datenschutzkonforme Vernichtung großer Mengen von Dokumenten spezialisiert.
Vorteile eines professionellen Dienstes:
- Hohe Sicherheitsstandards: Spezialfirmen arbeiten nach strengen Sicherheitsnormen (z.B. DIN 66399) und bieten höchste Sicherheitsstufen (oft P-5 oder höher).
- Datenschutzkonformität: Sie garantieren die Einhaltung der DSGVO und stellen oft Vernichtungsnachweise aus, die im Falle einer Prüfung als Beleg dienen können.
- Effizienz bei großen Mengen: Sie können schnell und effizient große Mengen an Akten vernichten.
- Abholung vor Ort: Viele Dienste holen die Dokumente direkt bei Ihnen ab, was den Transportaufwand reduziert. Die Vernichtung kann entweder vor Ort in speziellen Fahrzeugen oder in gesicherten Anlagen erfolgen.
- Breiteres Materialspektrum: Professionelle Dienste können oft nicht nur Papier, sondern auch andere Datenträger wie Festplatten, CDs, Magnetbänder etc. vernichten.
Bei der Auswahl eines Dienstleisters sollten Sie auf Zertifizierungen, Sicherheitsmaßnahmen (gesicherte Transportwege, Zutrittskontrollen in den Anlagen) und die ausgestellten Vernichtungsnachweise achten.
Wohin mit den leeren Aktenordnern?
Nachdem Sie die Dokumente sortiert und entsorgt haben (entweder im Papiermüll oder durch Vernichtung), bleiben die leeren Aktenordner übrig. Diese bestehen in der Regel aus Pappe, einem Metallmechanismus (Hebelmechanik oder Ringmechanik) und oft einer Kunststoffbeschichtung oder -ummantelung.

Um die Ordner umweltgerecht zu entsorgen, sollten Sie versuchen, die verschiedenen Materialien voneinander zu trennen:
- Pappe: Der größte Teil des Ordners besteht aus Pappe. Wenn die Pappe nicht stark mit Kunststoff beschichtet ist, kann sie nach Entfernung des Metallmechanismus im Papiermüll entsorgt werden. Bei stark beschichteten Ordnern (z.B. mit glänzender Folie) oder wenn die Trennung schwierig ist, gehört der gesamte Ordner oft in den Restmüll.
- Metallmechanismus: Der Metallmechanismus im Inneren des Ordners muss entfernt werden. Dies kann je nach Modell etwas Kraft erfordern. Das Metall kann entweder als Metallschrott gesammelt und entsorgt werden (falls Ihre Gemeinde eine entsprechende Sammelstelle hat) oder gehört in den Restmüll. Es gehört NICHT in den gelben Sack/die gelbe Tonne (Verpackungsmüll), da es sich nicht um eine Verpackung handelt.
- Kunststoffteile/Beschichtung: Eine dünne Kunststoffbeschichtung auf der Pappe kann in der Regel mit der Pappe entsorgt werden (entweder Papiermüll oder Restmüll, je nach Beschichtung). Dickere Kunststoffteile oder Klarsicht-Einsteckfächer am Ordner sollten, wenn möglich, entfernt und im gelben Sack/der gelben Tonne (Verpackungsmüll) entsorgt werden, sofern es sich um Verpackungskunststoffe handelt. Ansonsten gehören sie in den Restmüll.
Das Zerlegen der Ordner in ihre Bestandteile (Pappe, Metall, Kunststoff) ist der umweltfreundlichste Weg, da so mehr Materialien recycelt werden können. Wenn die Trennung nicht möglich oder zu aufwendig ist, müssen die leeren Ordner (mit oder ohne Inhalt, je nach vorheriger Vernichtung) im Restmüll entsorgt werden.
Wichtig: Die genauen Regeln für die Entsorgung von Verpackungen und anderen Materialien können je nach Gemeinde oder Region variieren. Informieren Sie sich am besten bei Ihrem örtlichen Entsorgungsunternehmen oder auf der Website Ihrer Kommune über die spezifischen Vorschriften.
Wiederverwendung und Alternativen zur Entsorgung
Nicht jeder alte Aktenordner muss sofort entsorgt werden. Wenn die Ordner noch in gutem Zustand sind, können sie wiederverwendet werden. Entfernen Sie einfach alte Etiketten und kleben Sie neue auf. Dies spart Ressourcen und Geld.
Alternativ können Sie gut erhaltene Ordner auch spenden, zum Beispiel an Schulen, Kindergärten oder gemeinnützige Organisationen, die Büro- und Bastelmaterial gebrauchen können. Fragen Sie im Vorfeld an, ob Bedarf besteht.
Eine weitere Möglichkeit ist das Umschichten von Dokumenten. Vielleicht können Sie den Inhalt mehrerer dünner Ordner in einem dickeren zusammenfassen oder wichtige Dokumente digitalisieren und die Papierform entsorgen (nach den oben beschriebenen Regeln für vertrauliche Daten).
Häufig gestellte Fragen zur Ordnerentsorgung
- Wo soll ich volle Ordner entsorgen?
- Volle Ordner müssen nach Inhalt getrennt entsorgt werden. Nicht vertrauliche Papiere kommen ins Altpapier, vertrauliche Papiere müssen datenschutzkonform vernichtet werden (geschreddert oder durch einen Fachdienst). Die leeren Ordner werden idealerweise zerlegt und die Materialien getrennt entsorgt (Pappe ins Altpapier, Metall/Kunststoff in Restmüll/gelbe Tonne/Metallschrott je nach Art und örtlichen Regeln).
- Was mache ich mit alten Ordnern?
- Alte Ordner können entweder entsorgt oder wiederverwendet/gespendet werden. Zur Entsorgung trennen Sie die Papiere vom Ordner und entsorgen beides getrennt und materialgerecht, wobei vertrauliche Papiere vernichtet werden müssen.
- Muss ich den Aktenordner zerlegen, bevor ich ihn wegwerfe?
- Es ist empfehlenswert, den Ordner in seine Bestandteile (Pappe, Metall, Kunststoff) zu zerlegen, um eine bessere Recyclingquote zu erreichen. Die Pappe kann oft ins Altpapier, während Metall und Kunststoff anders entsorgt werden müssen (Restmüll, gelbe Tonne, Metallschrott). Wenn das Zerlegen nicht möglich oder gewünscht ist, gehört der gesamte Ordner (nachdem die vertraulichen Papiere entfernt und vernichtet wurden) in den Restmüll.
- Kann ich geschredderte Dokumente ins Altpapier geben?
- Kleinere Mengen einfach geschredderter Papiere (Streifenschnitt) sollten nicht ins Altpapier, da sie das Recycling erschweren und das Risiko birgt, dass Informationen rekonstruiert werden könnten. Geschredderte Dokumente, insbesondere aus dem Partikel- oder Mikropartikelschnitt, sollten aus Sicherheitsgründen und zur Vermeidung von Problemen im Recyclingprozess im Restmüll entsorgt werden.
- Wie entsorge ich Dokumente mit persönlichen Daten?
- Dokumente mit persönlichen Daten gelten als vertraulich und müssen vor der Entsorgung unkenntlich gemacht werden, meist durch Schreddern mit einem Aktenvernichter (mindestens Sicherheitsstufe P-4) oder durch Beauftragung eines zertifizierten Aktenvernichtungsdienstes.
Fazit
Die sachgerechte Entsorgung alter Aktenordner und ihrer Inhalte ist ein wichtiger Aspekt der Büroorganisation und des Datenschutzes. Durch das sorgfältige Sortieren der Dokumente, die datenschutzkonforme Vernichtung vertraulicher Papiere und die materialgerechte Entsorgung der leeren Ordner leisten Sie einen Beitrag zum Umweltschutz und schützen gleichzeitig sensible Informationen. Nehmen Sie sich die Zeit für diesen Prozess, um auf der sicheren Seite zu sein und Platz für Neues zu schaffen. Bei großen Mengen oder sehr sensiblen Daten ist die Unterstützung durch einen professionellen Aktenvernichtungsdienst eine überlegenswerte Option.
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