14/11/2018
Wenn Sie bei einem Online-Händler bestellen, haben Sie in der Regel die Wahl zwischen verschiedenen Zahlungsarten. Neben bekannten Optionen wie Rechnung, Kreditkarte oder Lastschrift bietet sich oft auch die Möglichkeit der Nachnahme an. Diese Methode ist eine besondere Kombination aus Versand und Zahlungsart, die ihre eigenen Vor- und Nachteile mit sich bringt.

Die Nachnahme bedeutet, dass der Paketdienstleister nicht nur das Paket zu Ihnen transportiert, sondern auch die Bezahlung direkt bei der Übergabe abwickelt. Sie bezahlen den fälligen Betrag also erst, wenn Sie die Sendung in den Händen halten. Verschiedene Logistikunternehmen bieten diesen Service an, allerdings ist er in der Regel mit zusätzlichen Kosten verbunden.
Was genau ist Nachnahme?
Bei der Nachnahme gibt der Absender (der Verkäufer) das Paket beim Versanddienstleister auf und beauftragt den kostenpflichtigen Nachnahme-Service. Dabei wird genau angegeben, welchen Betrag der Zusteller beim Empfänger einziehen soll. Der Empfänger bezahlt diesen Betrag direkt an den Zusteller und erhält im Gegenzug die Sendung. Sollte der Zusteller niemanden antreffen, verfährt der Dienstleister unterschiedlich: Entweder wird die Sendung in einer Filiale zur Abholung hinterlegt oder ein erneuter Zustellversuch unternommen. Bei der Deutschen Post kann die Abholung unter Umständen auch in einer Packstation erfolgen, wobei die Zahlung dort bargeldlos erfolgt.
Vorteile der Nachnahme
- Schneller Versand für den Händler: Da der Verkäufer nicht erst auf den Zahlungseingang warten muss, kann die Ware sofort nach Bestelleingang versendet werden. Das spart Zeit im Bestellprozess.
- Mehr Sicherheit durch persönliche Übergabe: Der Zusteller händigt die Sendung nur gegen Bezahlung aus. Dies kann bei sensiblen Dokumenten oder wertvollen Waren von Vorteil sein, da die Sendung in der Regel nur den Empfänger selbst erreicht.
- Zahlung bei Erhalt der Ware: Als Kunde müssen Sie erst dann bezahlen, wenn Sie die Sendung tatsächlich in Empfang nehmen. Sie haben die Möglichkeit, das Paket zumindest auf äußerliche Schäden zu überprüfen, bevor Sie die Zahlung leisten. Dies bietet eine gewisse Absicherung, dass die Ware überhaupt angekommen ist.
- Geeignet ohne Online-Zahlungsmittel: Die Nachnahme ist eine gute Option für alle, die keine Kreditkarte, kein PayPal oder andere Online-Zahlungsmöglichkeiten nutzen möchten oder können. Die Bezahlung erfolgt klassisch in bar. Bei der Deutschen Post AG können Sie bis zu einem Wert von 500 Euro auch mit der POSTCARD bezahlen. Wenn Sie die Sendung in einer Postfiliale abholen, ist dort oft auch die Zahlung mit der EC-Karte möglich.
- Keine Rechnung vergessen: Da die Bezahlung Zug um Zug mit der Übergabe erfolgt, müssen Sie sich nicht um spätere Überweisungen oder Zahlungsfristen kümmern.
Nachteile bei Zahlung via Nachnahme
- Risiko bei unerwünschten Sendungen: Seien Sie vorsichtig, wenn Sie eine Nachnahme-Sendung erhalten, obwohl Sie nichts bestellt haben. Dubiose Anbieter verschicken manchmal ungefragt Pakete per Nachnahme in der Hoffnung, dass der Empfänger den Betrag arglos bezahlt. Überprüfen Sie immer, ob eine entsprechende Bestellung vorliegt, um finanziellen Schaden zu vermeiden, da das Unternehmen oft schwer auffindbar ist.
- Persönliche Anwesenheit erforderlich: Da der Zusteller Geld kassieren muss, ist Ihre persönliche Anwesenheit bei der Zustellung in der Regel zwingend erforderlich. Eine Zustellung beim Nachbarn oder ein Einwurf in den Briefkasten sind üblicherweise nicht möglich.
- Passendes Geld bereithalten: Es empfiehlt sich, den fälligen Betrag möglichst passend bereitzuhalten, da die Zusteller nicht immer über ausreichend Wechselgeld verfügen.
- Zusätzliche Kosten: Für den Nachnahme-Service fallen zusätzliche Gebühren an, die der Absender an den Dienstleister zahlt und die meist auf den Empfänger umgelegt werden. Diese Nachnahmegebühr kann je nach Unternehmen und Sendung variieren und liegt oft bei mehreren Euro, teilweise auch im zweistelligen Bereich. Bei DHL in Deutschland beträgt die Gebühr beispielsweise 8,99 Euro zusätzlich zum regulären Porto.
- Keine Prüfung des Inhalts vor Zahlung: Sie haben kein Recht darauf, die Sendung vor der Bezahlung zu öffnen. Sie können lediglich eine äußere Sichtprüfung auf offensichtliche Schäden an der Verpackung vornehmen. Dies schützt nicht vor Betrug, bei dem statt der bestellten Ware wertloses Material im Paket ist.
Was kostet der Service Nachnahme?
Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei der Nachnahme um eine zusätzliche Dienstleistung des Versandunternehmens, für die ein gesondertes Entgelt erhoben wird. Dieses Entgelt zahlt zunächst der Absender, wird aber in der Regel an den Empfänger weitergegeben, der die Nachnahme als Zahlungsart gewählt hat. Die genauen Kosten variieren je nach Logistikdienstleister. In Deutschland verlangt DHL für den Paketversand per Nachnahme eine Pauschalgebühr von 8,99 Euro zusätzlich zum Porto. Es ist wichtig, diese zusätzlichen Kosten bei der Auswahl der Zahlungsart zu berücksichtigen.
Nachnahme im Vergleich zur Zahlung auf Rechnung
Sowohl Nachnahme als auch Rechnung sind gängige Zahlungsarten im Online-Handel. Der wesentliche Unterschied liegt im Zeitpunkt der Zahlung. Bei der Nachnahme zahlen Sie Zug um Zug mit der Übergabe der Ware. Bei der Zahlung auf Rechnung erhalten Sie die Ware zuerst und haben dann eine bestimmte Frist (meist 14 Tage), um den Betrag zu überweisen. Für den Verkäufer bietet die Nachnahme eine höhere Sicherheit, das Geld zu erhalten, da die Zahlung bei Lieferung fällig wird, im Gegensatz zur Rechnung, bei der ein Zahlungsausfallrisiko besteht. Für den Käufer bietet die Zahlung auf Rechnung den Vorteil, die Ware vor der Bezahlung prüfen zu können, was bei der Nachnahme nicht möglich ist (abgesehen von der äußeren Sichtprüfung).

Der detaillierte Ablauf
Der Prozess beginnt damit, dass der Absender beim Aufgeben der Sendung den genauen Nachnahmebetrag festlegt. Dieser Betrag muss vom Empfänger beim Erhalt der Sendung beglichen werden. Erfolgt die direkte Zustellung durch den Paketboten, erfolgt die Bezahlung üblicherweise in bar. Bei Abholung in einer Postfiliale ist meist auch EC-Kartenzahlung möglich. Wird das Paket an eine Packstation adressiert, erfolgt die Zahlung bargeldlos per EC- oder Geldkarte direkt an der Packstation. Das Logistikunternehmen leitet den eingezogenen Geldbetrag nach Abzug der eigenen Gebühren (Übermittlungsentgelt) an das Konto des Absenders weiter. Dieser Geldtransfer kann je nach Anbieter einige Werktage dauern, oft zwischen zehn und vierzehn Tagen. Für die Abwicklung des Geldtransfers werden sogenannte Inkassobelege verwendet.
Ein Blick in die Geschichte der Nachnahme
Die Geschichte der Nachnahme reicht weit zurück. Bereits im deutsch-österreichischen Postvereinsvertrag von 1850 gab es Regelungen für Nachnahmen, die sich aus dem Postvorschusswesen entwickelten. Damals gab es Höchstsummen und spezielle Verfahren mit Rückscheinen. Im Deutschen Reichspostwesen wurde das Nachnahmeverfahren im Oktober 1878 endgültig eingeführt, nachdem es zuvor das Postvorschuss-, Postmandats- und Postauftragswesen gab. Im Weltpostverein wurde die Nachnahme 1892 eingeführt. Über die Jahrzehnte gab es Anpassungen bei Gebühren (zeitweise Vorzeigegebühr statt Nachnahmegebühr), Zahlungsoptionen (Überweisung auf Postscheckkonto ab 1910) und Abläufen (z.B. Frankierungspflicht für Briefsendungen ab 1924, Einführung dreieckiger Stempel für zweite Vorzeigung 1927, nachträgliche Belastung 1954). 1976 verzeichnete die Deutsche Bundespost rund 73 Millionen Nachnahmesendungen.
Rechtliche Aspekte kurz erklärt
Im internationalen Handel kann die Abkürzung „C.O.D.“ manchmal zu Missverständnissen führen, da sie sowohl „Cash on Delivery“ (Nachnahme) als auch „Cash on Documents“ (Dokumenteninkasso) bedeuten kann. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat klargestellt, dass „C.O.D.“ im internationalen Handelsverkehr als Nachnahme auszulegen ist. Das Handelsgesetzbuch (§ 422 HGB) regelt die Nachnahme im Frachtgeschäft. Der Frachtführer kann vertraglich verpflichtet werden, den Kaufpreis beim Empfänger einzuziehen. Liefert der Frachtführer das Gut ab, ohne die Nachnahme einzuziehen, haftet er dem Absender dafür, selbst wenn ihn kein Verschulden trifft. Die „Lieferung gegen Nachnahme“ begründet für den Käufer eine Vorleistungspflicht, da er zahlen muss, bevor er die Ware untersuchen kann. Das eingezogene Geld gilt rechtlich im Verhältnis zu den Gläubigern des Frachtführers als auf den Absender übertragen.
Nachnahme in verschiedenen Ländern
Die Regelungen zur Nachnahme können international variieren. In Deutschland ermöglicht DHL die Barzahlung beim Zusteller bis zu einem Höchstbetrag von 3.500 EUR. An Packstationen ist nur bargeldlose Zahlung möglich. UPS erlaubt Barzahlung bis zum Gegenwert von USD 5.000 in Landeswährung. In Österreich liegt der Höchstbetrag ebenfalls bei 3.500 EUR, und die Österreichische Post verlangt aufgrund einer EU-Verordnung Geburtsdatum und -ort des Empfängers. Die Schweizerische Post bietet seit 2015 die „beleglose Nachnahme“ mit einem Höchstbetrag von 10.000 Franken an. Auch im internationalen Eisenbahnverkehr ist die Nachnahme durch das Übereinkommen über den internationalen Eisenbahnverkehr (CIM) geregelt.

Alternativen zur Nachnahme
Neben der Nachnahme gibt es zahlreiche andere Online-Zahlungsmethoden, die oft günstiger sind, da keine zusätzliche Nachnahmegebühr anfällt. Dazu gehören beispielsweise PayPal, SOFORT Überweisung, Kreditkarte oder die Zahlung auf Rechnung. Viele dieser Alternativen bieten ebenfalls einen Käuferschutz, der über die reine Sichtprüfung bei der Nachnahme hinausgeht.
Häufig gestellte Fragen zur Nachnahme (FAQ)
Was ist Nachnahme?
Nachnahme ist eine Zahlungsart, bei der Sie den fälligen Betrag für eine Sendung direkt beim Erhalt an den Zusteller oder bei Abholung in einer Filiale bezahlen.
Wie funktioniert die Zahlung per Nachnahme?
Der Händler versendet das Paket per Nachnahme. Der Zusteller liefert das Paket aus und kassiert den angegebenen Betrag von Ihnen. Das Geld wird dann vom Versanddienstleister an den Händler weitergeleitet.
Welche Vorteile bietet die Nachnahme?
Vorteile sind unter anderem schnellerer Versand durch den Händler, erhöhte Sicherheit durch persönliche Übergabe, Zahlung bei Erhalt der Ware (nach äußerlicher Prüfung) und die Nutzungsmöglichkeit, wenn keine Online-Zahlungsmittel vorhanden sind.

Welche Nachteile hat die Nachnahme?
Nachteile sind das Risiko bei unseriösen Sendungen, die Notwendigkeit Ihrer Persönlichen Anwesenheit zur Annahme, das Bereithalten von passendem Bargeld und die zusätzlichen Kosten durch die Nachnahmegebühr. Außerdem können Sie den Inhalt des Pakets erst nach der Bezahlung prüfen.
Wie hoch sind die Kosten für Nachnahme?
Es fallen zusätzliche Gebühren an, die je nach Versanddienstleister variieren. Diese liegen oft zwischen einigen Euro und können auch zweistellig sein. Bei DHL in Deutschland beträgt die Gebühr aktuell 8,99 Euro zusätzlich zum Porto.
Kann man eine Nachnahme-Sendung vor der Bezahlung öffnen?
Nein, Sie haben kein Recht, eine Nachnahme-Sendung vor der vollständigen Bezahlung zu öffnen. Sie können das Paket lediglich äußerlich auf Beschädigungen prüfen (Sichtprüfung).
Was unterscheidet Nachnahme von Zahlung auf Rechnung?
Bei Nachnahme zahlen Sie bei Erhalt der Ware. Bei Zahlung auf Rechnung erhalten Sie die Ware zuerst und bezahlen den Betrag später innerhalb einer festgelegten Frist.
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