Wer hat den Entklammerer erfunden?

Bürohelfer: Klammerentferner & Tacker

23/07/2015

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Jeder kennt sie, die kleinen, unscheinbaren Werkzeuge, die unseren Büroalltag strukturieren: der Heftklammerer, auch liebevoll „Klammeraffe“ genannt, und sein unverzichtbarer Gegenspieler, der Klammerentferner. Während der Tacker Papier zusammenfügt, trennt der Entferner diese Verbindung wieder. Doch wussten Sie, dass der Klammerentferner im Volksmund einen sehr ungewöhnlichen Namen trägt? Und dass die Geschichte des Tackers komplexer ist, als man denkt?

Übersicht

Die „Schwiegermutter“ im Büro: Der Klammerentferner

Beginnen wir mit dem Werkzeug, das oft erst dann geschätzt wird, wenn man eine geheftete Seite wieder trennen muss: dem Klammerentferner. Seine Funktion ist simpel, aber genial. Mit zwei zangenartigen Backen, die unter die Heftklammer geschoben werden, wird diese angehoben und gerade gebogen, sodass sie sich leicht vom Papier lösen lässt. Es ist ein schnelles und effizientes Werkzeug, um Dokumente sauber zu entheften, ohne das Papier zu zerreißen.

Wie funktioniert ein Enttackerer?
Das Hautklammergerät funktioniert ähnlich wie ein Tacker und reduziert das Risiko von Infektionen des Stichkanals, da die Klammern nicht in den Wundspalt vordringen und somit keine Keime verschleppt werden können. Häufig können Wunden bei Tieren mit Veterinär-Hautklammergeräten sogar ohne Narkose versorgt werden.

Interessanterweise hat dieses nützliche Gerät im Volksmund einen sehr spezifischen Spitznamen: die Schwiegermutter. Die Herkunft dieses Namens ist nicht eindeutig geklärt. Eine populäre Spekulation besagt, dass der Name daher rührt, dass eine Schwiegermutter – ähnlich wie der Klammerentferner – dazu neigen kann, bestehende Verbindungen (in diesem Fall Ehen oder familiäre Beziehungen) zu trennen oder zumindest aufzulockern. Ob an dieser humorvollen oder vielleicht auch etwas boshaften Interpretation etwas Wahres dran ist, bleibt Spekulation. Fest steht, dass der Name „Schwiegermutter“ für den Klammerentferner in bestimmten Regionen weit verbreitet ist und für Schmunzeln sorgen kann.

Der „Klammeraffe“: Eine Reise durch die Geschichte des Heftklammerers

Während der Klammerentferner eher ein Spezialwerkzeug ist, war der Heftklammerer, der Klammeraffe oder Tacker, lange Zeit ein absolutes Muss auf jedem Schreibtisch. Seine Aufgabe: mehrere Blatt Papier schnell und sicher miteinander zu verbinden. Doch seine Geschichte ist lang und voller Wendungen.

Frühe Anfänge und königliche Gerüchte

Angeblich soll bereits König Ludwig XV. von Frankreich im 18. Jahrhundert eine frühe Form eines Papierhefters besessen haben, der Nadeln mit seinem königlichen Wappen in Papier drückte. Dies ist jedoch nicht ausreichend dokumentiert und bleibt eher eine Anekdote.

Die verbürgte Geschichte beginnt im 19. Jahrhundert in den Vereinigten Staaten. Am 30. September 1841 erhielt Samuel Slocum aus Poughkeepsie ein Patent für seine „Machine for sticking pins into paper“. Dieses Gerät nutzte Nadeln zur Papierbefestigung und zeigte bereits einige Merkmale moderner Heftklammerer.

Die Pioniere der Heftklammer und des Tackers

Es dauerte noch einige Jahrzehnte, bis die moderne Heftklammer und das passende Gerät entstanden. George W. McGill aus New York war einer der wichtigsten Pioniere. Er erhielt mehrere Patente, die zur Entwicklung eines bürotauglichen Tackers führten:

  • Am 24. Juli 1866: Patent für eine biegsame Drahtklammer, den Vorläufer der modernen Heftklammer.
  • Am 13. August 1867: Patent für eine „Presse“, um die Klammern ins Papier zu drücken.
  • Am 18. Februar 1879: Das berühmte Patent US 212316A für sein „Device for Inserting Metallic-Staples in Paper, &c.“, das oft als Geburtsdatum des modernen Heftklammerers angesehen wird.

McGills Gerät von 1879 war der erste kommerziell erfolgreiche Klammerer. Allerdings war er mit über einem Kilo Gewicht sehr schwer und konnte jeweils nur eine einzige Klammer setzen, bevor er nachgeladen werden musste.

Gleichzeitig arbeiteten auch andere Erfinder an ähnlichen Konzepten. Albert J. Kletzker erhielt 1868 ein Patent für „Improvement in paper-fasteners“, und William J. Brown Jr. ließ 1879 ebenfalls ein Gerät zum Einsetzen und Verankern von Metallklammern patentieren.

Heyl und die entscheidende Verbesserung

Ein weiterer entscheidender Erfinder war Henry Renno Heyl aus Philadelphia. Bereits 1877 meldete er ein leichteres und alltagstauglicheres Gerät zum Patent an (US 195603A). Heyls Innovation ermöglichte es, die Heftklammer in einem einzigen Arbeitsschritt einzusetzen und zu tackern. Viele sehen daher ihn als den eigentlichen Erfinder des heute gebräuchlichen Heftklammerers an. Heyl war übrigens auch im Bereich der Filmgeschichte aktiv und entwickelte das Phasmatrop, einen Vorläufer des Kinos.

Der Weg zum modernen Tacker und Rechtsstreitigkeiten

Angesichts der vielen ähnlichen Erfindungen und Patente Ende des 19. Jahrhunderts kam es wenig überraschend zu zahlreichen Rechtsstreitigkeiten zwischen den verschiedenen Entwicklern und Herstellern. Die ersten wirklich modernen Heftklammerer, wie wir sie heute kennen, kamen erst nach dem Ersten Weltkrieg auf den Markt.

Warum heißt ein Klammerentferner Schwiegermutter?
Ein Klammerentferner ist ein Werkzeug zum Entfernen von Heftklammern aus Papier oder Holz. Im Volksmund wird es auch Schwiegermutter genannt. Wie das Gerät zu diesem Namen kam, ist nicht bekannt. Vielleicht steckt das Bild dahinter, dass die „böse Schwiegermutter“ zu Trennungen in der Familie führen kann.

Weltweite Namen: Hotchkiss und Bostitch

Die Verbreitung der Heftklammerer führte auch zu interessanten regionalen Bezeichnungen.

In Japan nennt man alle Heftklammergeräte „Hotchkiss“. Dies geht auf die Firma E. H. Hotchkiss Co. aus Norwalk zurück, deren importierter „No. 1 Stapler“ das erste weit verbreitete Gerät dieser Art auf dem japanischen Markt war. Der Firmenname wurde zum Gattungsbegriff. Dieses Modell, ursprünglich von James A. Keyes patentiert und später von Hotchkiss übernommen, zeichnete sich durch ein charakteristisches spiralförmiges Klammermagazin aus.

In der Schweiz wiederum werden Heftklammerer oft als „Bostitch“ bezeichnet. Auch hier wurde der Name einer Firma zum Synonym für das Produkt. Die Boston Wire Stitcher Company, später verkürzt zu Bostitch, brachte 1924 den „Bostitch No. 1“ auf den Markt. Dieses Modell war eines der ersten, das zusammenhängende Bandheftklammern im modernen Stil verwendete und wurde ebenfalls ein großer Erfolg.

Der Klammeraffe im Zeitalter der Digitalisierung

Der Heftklammerer, einst unentbehrlich für die Organisation von Papierdokumenten, sieht sich heute mit einem schrumpfenden Lebensraum konfrontiert. Die Digitalisierung hat viele Büros erreicht. Elektronische Aktenführung und digitale Rechnungsabwicklung reduzieren den Bedarf an physischem Papier und damit auch an Werkzeugen wie dem Tacker. Im Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA), das in der digitalen Aktenbearbeitung führend ist, spielt der Heftklammerer beispielsweise nur noch eine untergeordnete Rolle.

Trotzdem ist der Klammeraffe noch nicht ausgestorben. Für viele Zwecke, wo Papier weiterhin notwendig ist, ist er unverzichtbar. Und die Vielfalt der Heftklammern selbst ist immer noch groß. Es gibt unterschiedlichste Größen und Stärken für verschiedene Papiermengen und Geräte, wie die gängigen Typen 24/6, 26/6, 26/8, 23/6, 23/8, 23/10 und 23/13, wobei die erste Zahl die Drahtstärke und die zweite Zahl die Schenkellänge in Millimetern angibt.

Weiterentwicklung trotz schrumpfenden Bedarfs

Obwohl der traditionelle Anwendungsbereich schrumpft, wird weiterhin an der Optimierung von Heftgeräten gearbeitet. Neue Patente zeigen, dass die Entwicklung nicht stillsteht, beispielsweise bei elektrischen Heftgeräten, die das Tackern noch einfacher machen sollen. Solange es noch Papier auf den Schreibtischen dieser Welt gibt, werden wir wohl auch weiterhin klammern – und bei Bedarf entklammern müssen.

So funktionieren Tacker und Klammerentferner

Die Funktionsweise beider Geräte ist auf den ersten Blick einfach, basiert aber auf cleveren mechanischen Prinzipien.

Ein Heftklammerer enthält ein Magazin mit einem Streifen Heftklammern. Beim Betätigen des Hebels wird eine einzelne Klammer vom Streifen abgetrennt. Ein Stempel drückt die Klammer dann durch das Papier. Auf der Unterseite des Geräts befindet sich eine Matrize mit zwei Nuten. Wenn die Klammer auf diese Matrize trifft, werden ihre Schenkel nach innen gebogen und verankern sich im Papier. Die meisten Tacker haben eine drehbare Matrize, die es ermöglicht, die Klammerschenkel entweder flach auf das Papier zu biegen (für eine dauerhafte Heftung) oder nach außen zu biegen (für eine temporäre Heftung, die leichter wieder zu lösen ist).

Warum heißt ein Klammerentferner Schwiegermutter?
Ein Klammerentferner ist ein Werkzeug zum Entfernen von Heftklammern aus Papier oder Holz. Im Volksmund wird es auch Schwiegermutter genannt. Wie das Gerät zu diesem Namen kam, ist nicht bekannt. Vielleicht steckt das Bild dahinter, dass die „böse Schwiegermutter“ zu Trennungen in der Familie führen kann.

Der Klammerentferner funktioniert genau umgekehrt. Seine spitzen Metallbacken werden unter die gewölbte Oberseite der Heftklammer geschoben. Durch Zusammenpressen der Griffe werden die Backen angehoben und heben die Klammer vom Papier ab. Gleichzeitig drücken sie die Schenkel der Klammer wieder gerade. Sobald die Schenkel das Papier verlassen haben und gerade sind, kann die Klammer einfach abgenommen und entsorgt werden. Dieses Werkzeug minimiert das Risiko, das Papier beim Entfernen von Klammern zu beschädigen.

Häufig gestellte Fragen

Hier beantworten wir einige gängige Fragen rund um Heftklammerer und Klammerentferner:

F: Wie wird das Gerät zum Entfernen von Heftklammern im Volksmund auch genannt?
A: Im Volksmund wird der Klammerentferner oft Schwiegermutter genannt.

F: Warum heißt ein Klammerentferner Schwiegermutter?
A: Die genaue Herkunft des Namens ist nicht bekannt. Eine verbreitete Theorie ist, dass der Name humorvoll darauf anspielt, dass eine Schwiegermutter – ähnlich dem Werkzeug – Verbindungen (familiäre Bindungen) lösen oder trennen kann.

F: Wer hat den Heftklammerer erfunden?
A: Die Erfindung des modernen Heftklammerers kann nicht einer einzelnen Person zugeschrieben werden. Es gab mehrere Pioniere im 19. Jahrhundert. Samuel Slocum (1841) entwickelte ein frühes Gerät zur Papierbefestigung mit Nadeln. George W. McGill (ab 1866) patentierte die Drahtklammer und entsprechende Geräte. Henry Renno Heyl (1877) entwickelte ein Gerät, das die Klammer in einem Schritt setzte und tackerte und von vielen als der eigentliche Erfinder des praktischen Tackers angesehen wird.

F: Wie funktioniert ein Klammerentferner?
A: Ein Klammerentferner hat spitze Metallbacken. Diese werden unter die Heftklammer geschoben. Durch Zusammendrücken des Griffs werden die Backen hochgehoben, wodurch die Klammer angehoben und ihre Schenkel wieder gerade gebogen werden. Sobald die Klammer gerade ist und das Papier verlassen hat, kann sie leicht entfernt werden.

F: Stirbt der Heftklammerer im Büro aus?
A: Durch die zunehmende Digitalisierung und die elektronische Aktenführung wird der Bedarf an physischem Papier und damit auch an Heftklammerern in vielen Büros geringer. Er ist jedoch noch nicht vollständig verschwunden und bleibt für bestimmte Anwendungen, wo Papier unverzichtbar ist, wichtig.

Diese unscheinbaren Bürohelfer haben eine reiche Geschichte und interessante Eigenheiten, vom Spitznamen „Schwiegermutter“ bis hin zu weltweiten Gattungsbegriffen. Sie sind ein Beweis dafür, wie auch die einfachsten Werkzeuge das Ergebnis langer Entwicklungsarbeit und menschlicher Kreativität sein können.

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