06/02/2022
Villingen-Schwenningen, oft liebevoll als die sympathische Doppelstadt bezeichnet, liegt zentral im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz und ist ein faszinierendes Reiseziel, das Geschichte, Moderne und Natur auf einzigartige Weise vereint. Die Stadt ist bekannt für ihren besonderen Charakter, der aus der Fusion zweier ehemals eigenständiger Städte entstanden ist: dem historischen Villingen und dem modernen Schwenningen.

Wer sich auf Entdeckungsreise begibt, wird zunächst vom historischen Flair des Stadtbezirks Villingen begeistert sein. Als Zähringerstadt blickt Villingen auf eine über 1000-jährige Geschichte zurück. Charakteristisch für die Innenstadt sind das imposante Münster "Unserer Lieben Frau" und der zugehörige Münsterbrunnen. Die fast vollständig erhaltene Stadtmauer mit ihren mächtigen Wehr- und Tortürmen zeugt von vergangenen Zeiten. Wunderschöne Fachwerkhäuser säumen die Gassen, während plätschernde Bächlein und romantisch verwinkelte Gässchen bei jedem Besuch neue Geheimnisse offenbaren. Hier kann man wunderbar den Alltag vergessen, die Seele baumeln lassen und die reiche kulturelle Mischung aus alter Geschichte und beeindruckenden Sehenswürdigkeiten in Verbindung mit der wild-romantischen Schwarzwaldlandschaft genießen.
In Schwenningen, der einst größten Uhrenstadt der Welt, tickt die Zeit anders, aber sie ist keineswegs stehen geblieben. Hier funktioniert das Duett aus Tradition und Fortschritt. Prächtige Gründerzeitvillen stehen neben modernen Bauten – eine städtebauliche Symbiose, die immer wieder aufs Neue überrascht. Schwenningen bietet ebenfalls viel Grün und Entspannung. Das ca. 4000 Jahre alte Naturschutzgebiet "Schwenninger Moos" ist ein besonderes Highlight. Hier liegt auch der Ursprung des Neckars, dessen Quelle im Stadtpark Möglingshöhe besichtigt werden kann. Diese natürlichen Oasen laden zum Verweilen und Entspannen ein.
Die Doppelstadt lässt sich auf vielfältige Weise erkunden. Ob auf eigene Faust durch die historischen Gassen und modernen Viertel oder mit einer sachkundigen und interessant gestalteten Stadtführung, die keine Fragen zur Stadtgeschichte offen lässt – Villingen-Schwenningen bietet für jeden Geschmack das Richtige.
Naturerlebnis und Freizeitaktivitäten
Villingen-Schwenningen ist der Natur ganz nah und bietet viel Abwechslung im Grünen. Aktive Erholung ermöglichen zahlreiche überregionale Spazier-, Wander- sowie Radwanderwege, die durch und um die Doppelstadt führen. Dazu gehören bekannte Routen wie das RadParadies Schwarzwald und Alb oder der Neckartalradweg. Diese gut ausgebauten Wege laden dazu ein, die umliegende Landschaft des Schwarzwalds und der angrenzenden Gebiete zu erkunden, sei es bei einer gemütlichen Radtour oder einer anspruchsvollen Wanderung. Die Nähe zur Natur ist ein wichtiger Bestandteil des Lebensgefühls in Villingen-Schwenningen.
Zentrale Lage und Ausflugsmöglichkeiten
Dank ihrer zentralen Lage im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz ist Villingen-Schwenningen ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die weitere Umgebung. Beliebte Ziele wie der Schwarzwald, das Elsass oder der Bodensee sind mit dem Auto schnell erreichbar, oft in nur 30, 60 oder 90 Minuten. Dies macht die Doppelstadt zu einem attraktiven Standort sowohl für Bewohner als auch für Besucher, die die Vielfalt der Region entdecken möchten.
Die Vielfalt der Stadtteile
Neben den beiden Hauptbezirken Villingen und Schwenningen gehören neun weitere Teilorte zur Doppelstadt, die jeweils ihren eigenen Charme und ihre Besonderheiten haben. Jeder dieser Teilorte heißt Besucher herzlich willkommen und trägt zur Gesamtfarbenpracht von Villingen-Schwenningen bei.
Herzogenweiler
Herzogenweiler ist ein hübscher kleiner Ort, eingebettet ins Grüne und umgeben von duftenden Schwarzwälder Tannen. Südwestlich von Villingen gelegen, war er einst der Weiler der Herzöge von Zähringen und wurde 1208 erstmals urkundlich erwähnt. Die ländliche Siedlung besticht durch ihre herrliche Naturlage und wunderschöne Fuß- und Radwanderwege. Ländlich-gutbürgerliche Gastlichkeit findet man im Gasthof Hirschen. Herzogenweiler war auch ein ehemaliger Glasmacherort. Im Heimatmuseum können originale Schwarzwälder Glaswaren und die Geschichte der Glasherstellung besichtigt werden.
Marbach
Diese Ortschaft im Brigachtal mit rund 2000 Einwohnern ist bekannt für ihren bisher unwidersprochen kleinsten Kirchturm Deutschlands mit nur 3,80 m Höhe. Marbach liegt am Ostufer der Brigach und ist ein Etappenort des Schwarzwald-Wutachschlucht-Rundwanderwegs. Urkundlich um 1200 erstmals erwähnt, war es vermutlich altes alemannisches Siedlungsgebiet. Marbach bietet nette Gasthöfe und familienfreundliche Ferienwohnungen.
Mühlhausen
Im Mühlbachtal gelegen, lockt Mühlhausen mit 830 Einwohnern und einer Zeitreise in vergangene Epochen. Das interessante Bauernmuseum, die Heimatstube, die Schmiede sowie das Backhaus, die Mühle und das Göpelhaus geben Einblicke in das frühere Landleben. Im Göpelhaus werden jedes Jahr im Januar Geister und Hexen getauft. Besondere Ereignisse wie der Tag der offenen Tür in der Mühle (Deutscher Mühlentag), das Backhausfest im September und das Herbstfest mit Hammellauf im Oktober machen Mühlhausen zu einem lebendigen Ort.
Obereschach
Obereschach ist ein idyllischer Ferienort mit 2000 Einwohnern, der verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten bietet, darunter familienfreundliche Ferienwohnungen, Privatzimmer, gutbürgerliche Gasthöfe und eine Pension mit Café. Sportliche Gäste finden hier gepflegte Tennisplätze und schöne Wege zum Radfahren oder Wandern.
Pfaffenweiler
Dieser Ort ist geradezu geschaffen, um in der Natur zu sein, zu entspannen und zu entdecken. Umgeben von den Naturschutzgebieten Tannenhörnle und Plattenmoos mit seltener Flora und Fauna, dem Keltengrabhügel am Magdalenenberg und dichten Wäldern, bietet Pfaffenweiler Ruhe. Gepflegte Rad- und Wanderwege laden zum Entspannen ein. Eine Freizeitanlage mit Grillstellen steht zur Verfügung.
Rietheim
Rietheim liegt im Tal der Donauquellflüsse Brigach und Wolfbach im Schwarzwaldvorland, 3 km südlich von Villingen auf 710m Höhe. Die reizvolle Naherholungslandschaft wird durch das Landschaftsschutzgebiet "Villingen Süd" geschützt. Ein landwirtschaftlicher Lehrpfad führt entlang von Rad- und Wanderwegen zum Laiblewald und zum Magdalenenberg. Sport- und Tennisplätze sowie ein Grill- und Kinderspielplatz bieten Freizeitmöglichkeiten für die ganze Familie.

Tannheim
Bekannt wurde Tannheim durch den Skisprungweltmeister Martin Schmitt. Der Ort ist zudem Standort der bundesweit bekannten Nachsorgeklinik für krebs-, herz- und mukoviszidosekranke Kinder und Jugendliche. Tannheim ist ein traditionsreicher Ferienort mit vielfältigem Angebot: Freibad, Sportzentrum mit Fußball- und Tennisplätzen, Schützenverein. Im Winter gibt es Langlaufloipen, im Sommer Wanderwege, die zum Landschaftsschutzgebiet Plattenmoos, zum Wolterdinger Weiher oder zur Gemarkung Zindelstein mit Burgruine führen. Die reizvolle Lage bietet Ausblicke bis in die Schwäbische Alb und zu den Alpen. Kurze Fahrtwege führen nach Villingen-Schwenningen, Donaueschingen und zu Skigebieten.
Weigheim
Als östlichster Teilort lag Weigheim (wie auch Obereschach) einst im Besitz der Johanniterkommende zu Villingen. Der Ort liegt auf Schwarz-Jura-Gestein und bietet zwei Gasthöfe sowie Ferienwohnungen. Sport- und Tennisplätze, ein Grill- und Kinderspielplatz stehen zur Freizeitgestaltung bereit.
Weilersbach
Weilersbach zeichnet sich durch seine reizvolle Lage am tief in die Muschelkalk-Hochfläche eingeschnittenen Ammelbach aus. Familienfreundliche Ferienwohnungen, Kinderspielplätze sowie Sport- und Tennisplätze machen den Ort attraktiv für Familien. Ein Gasthof und zwei Gaststätten laden zum Verweilen ein, während schöne Wanderwege und Loipen sportliche Betätigung ermöglichen.
Bevölkerung und Entwicklung
Die Frage, ob Villingen oder Schwenningen größer ist, lässt sich anhand der Bevölkerungszahlen beantworten. Aktuell hat Villingen mit rund 39.000 Einwohnern etwas mehr Bewohner als Schwenningen mit rund 35.000. Die Gesamtstadt Villingen-Schwenningen hat derzeit knapp 86.000 Einwohner.
Die Stadtverwaltung prognostiziert einen Anstieg auf rund 95.000 Einwohner bis 2035, was bedeutet, dass die Marke von 100.000 Einwohnern und damit der Status einer Großstadt knapp verfehlt werden dürfte. Diese Vorausberechnungen sind entscheidend für fast alle Planungen der Stadt, von Kindergärten und Schulen über Senioreneinrichtungen bis hin zum Wohnungsbau.
Interessante Fakten zur Bevölkerungsentwicklung zeigen, dass die Doppelstadt in den letzten fünf Jahren um 3732 Einwohner gewachsen ist. Dieses Wachstum ist jedoch nicht auf einen natürlichen Saldo (Geburten minus Sterbefälle) zurückzuführen. Obwohl die Geburtenrate mit 1,8 Kindern pro Frau über dem Durchschnitt Deutschlands und Europas liegt (nicht nur durch ausländische Familien bedingt, auch deutsche Frauen bekommen wieder mehr Kinder), ist die Sterblichkeitsrate höher, da viele ältere Menschen in der Stadt leben. Ohne Zuwanderung würde die Stadt also schrumpfen.
Das Bevölkerungsplus entsteht hauptsächlich durch Zuwanderung aus dem Ausland, insbesondere von EU-Arbeitsmigranten aus Osteuropa (Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Polen), die zwischen 2016 und 2019 mit 4233 Personen den größten Anteil ausmachten. Die Flüchtlingssituation von 2015 spielte eine geringe Rolle, da über 90% der aufgenommenen Flüchtlinge 2016 wieder wegzogen. Der Ausländeranteil stieg um 40% auf rund 16.000 Einwohner. Diese Entwicklung hat Auswirkungen auf die Sozialplanung, da prognostiziert wird, dass 2035 etwa 50% der Neugeborenen mindestens ein nicht-deutsches Elternteil haben werden.
Eine Herausforderung ist der Wegzug junger deutscher Familien, insbesondere mit Kindern bis zehn Jahren, in umliegende Gemeinden. Dies wurde auf mangelnde Bauplätze für Eigenheime und günstigen Wohnraum zurückgeführt. Die Stadt plant, dem entgegenzuwirken und diese Familien künftig zu halten, unter anderem durch die Schaffung vieler neuer Baugebiete mit bis zu 5200 möglichen neuen Wohneinheiten.
Was den Wohnungsmarkt betrifft, besteht ein großer Bedarf an sozial gefördertem Wohnraum sowie an "preiswertem Wohnen", insbesondere an günstigen Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen. Generell fehlt es an Mietwohnungen in der Stadt.
Die Überalterung der Bevölkerung wird sich fortsetzen. Es wird erwartet, dass 25% der Bevölkerung im Jahr 2035 65 Jahre und älter sein werden. Das Verhältnis von jungen Leuten (bis 18) zur Erwerbsbevölkerung (18-65) wird sich weiter ungünstig entwickeln.
Die Prognose zeigt auch, dass das künftige Wachstum hauptsächlich in Villingen stattfinden wird. Villingen soll von 39.000 auf 46.000 Einwohner wachsen, während Schwenningen von 35.000 auf 36.500 wächst. Dies liegt an großen Neubaugebieten in Villingen (ehemaliges Kasernen- und Klinikgelände, Lämmlisgrund).
Die Besonderheiten der Doppelstadt
Die Bezeichnung "Doppelstadt" rührt von der historischen Trennung her: Villingen gehörte bis zur Kreis- und Gemeindereform 1972 zu Baden, Schwenningen zu Württemberg. Diese unterschiedliche Zugehörigkeit wirkt bis heute nach und führt zu einigen Besonderheiten. Vieles gibt es in der Doppelstadt doppelt und in leicht unterschiedlicher Ausprägung.

Einige Beispiele:
- Telefonvorwahlen: Villingen hat 07721, Schwenningen 07720.
- Vereine und Institutionen gehören unterschiedlichen Landesverbänden an (z.B. badische vs. württembergische Sportvereine).
- Kirchengemeinden gehören unterschiedlichen Landeskirchen (Evangelische Landeskirche in Baden / Evangelische Landeskirche in Württemberg) bzw. Bistümern (Erzbistum Freiburg / Diözese Rottenburg-Stuttgart) an.
- Es gibt zwei Rathäuser, eines in Villingen (Sitz des Oberbürgermeisters) und eines in Schwenningen.
Eine ehemalige Besonderheit war das unterschiedliche Notariatssystem (badisches Richternotariat vs. württembergisches Bezirksnotariat), das jedoch mit der Notariatreform 2018 abgeschafft wurde. Trotz langjähriger gemeinsamer Geschichte sind nicht alle dieser historisch gewachsenen Eigenheiten verschwunden. Die Stadtverwaltung nutzt diese Besonderheit touristisch, indem sie Villingen-Schwenningen als "Baden-Württemberg-Stadt" vermarktet.
Villingen-Schwenningen ist seit der Gründung 1972 eine Große Kreisstadt. Diesen Status hatten Villingen ("Villingen im Schwarzwald") und Schwenningen ("Schwenningen am Neckar") bereits seit 1956 unabhängig voneinander inne.
Eine weitere Besonderheit ist, dass Villingen-Schwenningen die größte Gemeinde Deutschlands ist, die über 700 m NHN liegt. Als Oberzentrum der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg ist es zudem das höchstgelegene Oberzentrum in Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Besondere an Villingen-Schwenningen?
Villingen-Schwenningen ist eine einzigartige Doppelstadt, die das historische Flair Villingens mit der modernen Entwicklung Schwenningens verbindet und gleichzeitig eine hohe Lebensqualität durch die Nähe zur Natur bietet.
Wofür ist Villingen bekannt?
Villingen ist bekannt für seine gut erhaltene historische Altstadt mit Stadtmauer, Wehr- und Tortürmen, das Münster "Unserer Lieben Frau", Fachwerkhäuser und verwinkelte Gassen. Es ist eine alte Zähringerstadt.
Wofür ist Schwenningen bekannt?
Schwenningen war einst die größte Uhrenstadt der Welt. Heute ist es bekannt für seine moderne Entwicklung, das Naturschutzgebiet Schwenninger Moos und den Ursprung des Neckars.
Wie alt ist die Stadt Villingen-Schwenningen?
Die gemeinsame Stadt Villingen-Schwenningen in ihrer heutigen Form wurde am 1. Januar 1972 im Rahmen der Verwaltungsreform gegründet. Die Stadtteile Villingen und Schwenningen haben jedoch jeweils eine viel längere eigenständige Geschichte, die Jahrhunderte zurückreicht.
Ist Villingen größer als Schwenningen?
Ja, aktuell ist Villingen bevölkerungsmäßig etwas größer als Schwenningen. Prognosen zeigen, dass dieser Unterschied aufgrund geplanter Neubaugebiete in Villingen in Zukunft noch zunehmen wird.
Warum wird die Stadt als "Baden-Württemberg-Stadt" bezeichnet?
Diese Bezeichnung wird touristisch genutzt, um die historischen Wurzeln der beiden Stadtteile hervorzuheben: Villingen gehörte früher zu Baden und Schwenningen zu Württemberg. Diese unterschiedliche Herkunft prägt die Stadt bis heute in einigen Bereichen.
Welche Freizeitmöglichkeiten gibt es in der Umgebung?
Die Umgebung bietet zahlreiche Möglichkeiten zur aktiven Erholung, darunter ausgedehnte Wander-, Rad- und Spazierwege. Die zentrale Lage ermöglicht zudem schnelle Ausflüge in den Schwarzwald, ins Elsass und an den Bodensee.
Fazit
Villingen-Schwenningen, die sympathische Doppelstadt, ist ein Ort mit viel Liebe zum Detail, traditionsreich und gleichzeitig lebendig und modern. Sie bietet eine reizvolle Mischung aus städtischem Leben, historischem Erbe und unberührter Natur. Die Stadt mit ihren vielseitigen Teilorten freut sich darauf, Besucher willkommen zu heißen und ihnen die Vielfalt dieser besonderen Region näherzubringen.
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