04/03/2017
Die Geschichte vieler erfolgreicher deutscher Unternehmen ist geprägt von Visionen, harter Arbeit und der Fähigkeit, sich über Jahrzehnte hinweg anzupassen. Eine solche Geschichte ist die von Wehrfritz und ihrer Entwicklung im Kontext der heutigen HABA FAMILYGROUP. Was 1938 in Bad Rodach begann, hat sich zu einem bedeutenden Akteur im Bereich der Ausstattung für Bildungseinrichtungen und soziale Institutionen entwickelt. Doch wie hängt der Name Wehrfritz mit dem bekannteren Namen HABA zusammen, und wie heißt Wehrfritz heute?
- Die Anfänge: Zwei Firmen, drei Gründer
- Führung in schwierigen Zeiten: Eugen und Luise Habermaass
- Die Ära HABA beginnt und ein unerwarteter Wandel
- Luise Habermaass übernimmt das Ruder
- Die nächste Generation: Klaus Habermaass tritt ein
- Wehrfritz heute: Teil der HABA FAMILYGROUP und HABA Pro
- Häufig gestellte Fragen
Die Anfänge: Zwei Firmen, drei Gründer
Das Jahr 1938 markiert den offiziellen Startpunkt. Der findige schwäbische Kaufmann Eugen Habermaass fasste den Entschluss, in Bad Rodach gleich zwei Firmen ins Leben zu rufen. Er tat dies nicht allein, sondern suchte sich Partner mit komplementären Fähigkeiten. Zusammen mit Anton Engel gründete er die „Firma Anton Engel“. Gleichzeitig, und das ist für unsere Geschichte entscheidend, rief er gemeinsam mit Karl Wehrfritz und ebenfalls Anton Engel das Unternehmen „Wehrfritz & Co“ ins Leben. Eugen Habermaass brachte das nötige kaufmännische Wissen und das Startkapital mit, während Anton Engel bereits wertvolle Erfahrungen in der Herstellung lackierter Holzwaren vorweisen konnte. Karl Wehrfritz wiederum war ein Kenner der Textilbranche. Diese Kombination aus unterschiedlichem Know-how schien ideal, um sowohl eine Produktions- als auch eine Handelsfirma zu etablieren.

Interessanterweise war diese ursprüngliche Partnerschaft nicht von langer Dauer. Bereits im Jahr 1940 hatten sowohl Anton Engel als auch Karl Wehrfritz das Unternehmen verlassen. Von diesem Zeitpunkt an wurden beide Firmen, die „Firma Anton Engel“ und „Wehrfritz & Co“, allein von Eugen Habermaass geführt. Obwohl die Zusammenarbeit mit Karl Wehrfritz nur rund ein halbes Jahr währte, blieb sein Name als Marke bestehen. Er wurde fortan für Produkte genutzt, die speziell auf die Bedürfnisse von Krippen, Kindergärten und sozialen Einrichtungen zugeschnitten waren. Dies war der Grundstein für die spätere Spezialisierung von Wehrfritz in diesem Segment.
Führung in schwierigen Zeiten: Eugen und Luise Habermaass
Ab 1940 lag die alleinige Verantwortung für die Geschicke beider Betriebe bei Eugen Habermaass. Doch er war dabei keineswegs allein. Von Anfang an konnte er auf die tatkräftige Unterstützung seiner Frau Luise Habermaass zählen. Sie war nicht nur formal als Kommanditistin eingetragen, sondern engagierte sich mit großem Einsatz im Betriebsalltag. In den frühen Jahren, als die Anzahl der Mitarbeiter überschaubar war, half sie tatkräftig in der Fertigung aus. Später übernahm sie eine zentrale Rolle und leitete das gesamte Versandgeschäft bei Wehrfritz. Ihre praktische Mitarbeit und ihr Engagement waren in dieser Aufbauphase von unschätzbarem Wert.
Die folgenden Jahre waren geprägt von den Herausforderungen des Krieges und der Nachkriegszeit, einer Zeit des Mangels und der Unsicherheit. Mit großem unternehmerischem Geschick gelang es Eugen Habermaass, die Firmen durch diese schwierige Phase zu steuern und ihre Existenz zu sichern. Trotz der widrigen Umstände wurde die Basis für zukünftiges Wachstum gelegt.
Die Ära HABA beginnt und ein unerwarteter Wandel
Schon bald nach dem Krieg, im Jahr 1950, wagte sich das Unternehmen erstmals auf eine Spielwarenmesse und präsentierte seine Produkte einem breiteren Publikum. Anfang der Fünfzigerjahre folgte ein weiterer wichtiger Schritt: Die Veröffentlichung des ersten mehrsprachigen Katalogs. Dieser erschien zunächst auf Deutsch und Englisch und signalisierte die Ambitionen des Unternehmens, auch internationale Märkte zu erschließen. Zu dieser Zeit bestanden bereits geschäftliche Beziehungen zur Schweiz und zu den Niederlanden.
In dieser Phase der Expansion und Öffnung etablierte sich auch endgültig die Kurzform „HABA“ als Markenname. Diese erwies sich als äußerst praktikabel und fremdsprachenkompatibel, was den internationalen Handel erleichterte. „HABA“ wurde zum Synonym für die Qualität und Innovationskraft des Unternehmens.
Diese vielversprechende Aufbruchszeit wurde jedoch jäh unterbrochen. Am 30. Januar 1955 verstarb Eugen Habermaass unerwartet. Dieser Verlust stellte das Unternehmen vor eine große Herausforderung.
Luise Habermaass übernimmt das Ruder
Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes sah sich Luise Habermaass gezwungen, die Geschäftsleitung zu übernehmen. Dies war eine immense Aufgabe, zumal sie gleichzeitig ihre Familie versorgen musste. Damals war es eine absolute Ausnahme, eine Frau an der Spitze eines Unternehmens zu sehen. Doch Luise Habermaass stellte sich der Verantwortung. Sie konnte sich auf die Unterstützung treuer Mitarbeiter verlassen, insbesondere auf August Bayerlein, der als Prokurist fungierte. Auch ihr Bruder, Gustav Fahrner, stand ihr zur Seite.
Dank ihrer beeindruckenden Führungsstärke und ihrer tiefen Verbundenheit zum Unternehmen leitete Luise Habermaass die Geschicke der nun unter dem Namen HABA bekannteren Gruppe in den kommenden Jahrzehnten äußerst erfolgreich. Sie bewies unternehmerischen Mut und strategisches Geschick und baute das Unternehmen weiter aus.

Die nächste Generation: Klaus Habermaass tritt ein
Im Jahr 1961 trat die nächste Generation in das Unternehmen ein. Klaus Habermaass, der Sohn von Eugen und Luise, kam nach einer absolvierten Schreinerlehre und einem Studium an der staatlichen Ingenieurschule Rosenheim in die Firma. Zunächst begann der damals 24-Jährige als Betriebsassistent. Doch nach und nach übernahm er immer mehr Verantwortung und spezialisierte sich auf die Bereiche Technik, Finanzen und Entwicklung.
Während Klaus Habermaass sich diesen zukunftsweisenden Bereichen widmete und das Unternehmen strategisch weiterentwickelte, spezialisierte sich Luise Habermaass, die weiterhin aktiv im Unternehmen tätig war, auf die Sortimentsgestaltung bei Wehrfritz. Diese Arbeitsteilung funktionierte hervorragend und trug maßgeblich zum weiteren Erfolg bei. Luise Habermaass blieb der Firma bis ins hohe Alter eng verbunden. Sie besuchte regelmäßig das Unternehmen, um nach dem Rechten zu sehen und ihrem Sohn Klaus Habermaass mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Sie verstarb im Jahr 2003 im Alter von 97 Jahren und wurde zur ersten Ehrenbürgerin von Bad Rodach ernannt – eine Anerkennung für ihr Lebenswerk und ihr Engagement für die Stadt und das Unternehmen.
Wehrfritz heute: Teil der HABA FAMILYGROUP und HABA Pro
Unter der Führung von Klaus Habermaass wurde die HABA FAMILYGROUP kontinuierlich weiterentwickelt. Mit einem untrüglichen Gespür für Markt- und Produktentwicklungen, starker Willenskraft und einem ausgeprägten Sinn für soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern führte er das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft. Der kontinuierliche Fortschritt war und ist ein wesentlicher Bestandteil seiner Philosophie.
Heute ist die Marke Wehrfritz ein wichtiger und etablierter Bestandteil der HABA FAMILYGROUP. Sie gehört spezifisch zum Bereich HABA Pro. HABA Pro bündelt die Angebote der Gruppe für professionelle Anwender und Institutionen. Dies umfasst weiterhin die traditionellen Zielgruppen von Wehrfritz: Krippen, Kindergärten, Schulen sowie soziale und therapeutische Einrichtungen. Das Sortiment von Wehrfritz unter dem Dach von HABA Pro umfasst eine breite Palette an Produkten, von Möbeln und Spielmaterialien über didaktische Hilfsmittel bis hin zu Ausstattungen für spezifische Funktionsbereiche innerhalb dieser Institutionen. Dazu können, je nach Art der Einrichtung, auch Bereiche gehören, die Büro- oder Verwaltungsbedarf erfordern, wie beispielsweise Möbel für Personalräume, Büromaterialien oder Aufbewahrungslösungen. Die Expertise, die einst Karl Wehrfritz in die gemeinsame Gründung einbrachte und die durch Luise Habermaass im Sortiment weiterentwickelt wurde, lebt in den hochwertigen und funktionalen Produkten von Wehrfritz weiter.
Häufig gestellte Fragen
Wie heißt Wehrfritz jetzt?
Wehrfritz behält seinen Namen als etablierte Marke. Es ist heute ein Teil der größeren HABA FAMILYGROUP und gehört speziell zum Unternehmensbereich HABA Pro. HABA Pro ist der Bereich, der sich an professionelle Kunden wie Krippen, Kindergärten, Schulen und soziale Einrichtungen richtet und das spezialisierte Sortiment von Wehrfritz anbietet.
Wie kann ich HABA Pro kontaktieren?
Wenn Sie Fragen zu den Produkten oder Dienstleistungen von HABA Pro (und damit auch zu Wehrfritz) haben und auf deren Webseite keine direkte Antwort finden, können Sie sich per E-Mail an den Kundenservice wenden. Die E-Mail-Adresse lautet: [email protected]. Zusätzlich sind die Kundenberater von HABA Pro auch telefonisch erreichbar. Die Telefonnummer ist +49 9564 929 60013. Die telefonische Erreichbarkeit ist von 8 bis 16 Uhr gewährleistet. Sie helfen Ihnen gerne bei Ihren Anliegen weiter.
Die Geschichte von Wehrfritz ist ein spannendes Beispiel dafür, wie sich aus einer frühen Partnerschaft und der Vision einer Familie ein bedeutendes Unternehmen entwickeln kann, das sich über Jahrzehnte hinweg erfolgreich am Markt behauptet und heute als Teil von HABA Pro weiterhin wichtige Beiträge zur Ausstattung und Gestaltung von Bildungs- und Sozialeinrichtungen leistet.
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