Was ist ein Synonym für Bürobedarf?

Kostenstellen im Unternehmen verstehen

14/03/2014

Rating: 4 (4822 votes)

Jedes Unternehmen, unabhängig von seiner Größe oder Branche, muss seine Kosten kennen und verstehen. Nur so lassen sich fundierte Entscheidungen treffen, Preise kalkulieren und die Wirtschaftlichkeit einzelner Bereiche bewerten. Ein zentrales Werkzeug in diesem Prozess ist die Kostenstelle. Aber was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff, und welche Rolle spielt er in der betrieblichen Praxis?

Im Kern ist eine Kostenstelle nichts anderes als ein Ort der Kostenentstehung innerhalb eines Unternehmens. Man kann sie sich als Sammelpunkt vorstellen, an dem alle in einem bestimmten Bereich anfallenden Gemeinkosten erfasst und gebündelt werden. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Transparenz darüber zu schaffen, wo welche Gemeinkosten im Unternehmen angefallen sind. Dies ist ein entscheidender Schritt im Rahmen der umfassenderen Kostenrechnung.

Was muss ich bei der Kostenstelle angeben?
BILDUNG VON KOSTENSTELLEN: DER KOSTENSTELLENPLANFunktionen: Z.B. Materialkosten, Fertigungskosten, Verwaltungskosten, Vertriebskosten, Entwicklungskosten und allgemeine Kosten.Verantwortungsbereiche: Nach Abteilungen.Räumliche Gegebenheiten: Nach Standorten, Büros etc.
Übersicht

Die Rolle der Kostenstelle in der Kostenrechnung

Die Kostenrechnung ist ein mehrstufiger Prozess, der darauf abzielt, die angefallenen Kosten zu analysieren und den Produkten oder Dienstleistungen zuzuordnen. Sie besteht typischerweise aus drei Hauptstufen:

  1. Kostenartenrechnung: Hier wird ermittelt, welche Kosten überhaupt angefallen sind. Man fragt: „Welche Kosten sind entstanden?“ Dabei werden die Kosten nach ihrer Art unterschieden, z.B. Miete, Löhne, Materialverbrauch, Stromkosten. Es geht um die Klassifizierung in Einzel- und Gemeinkosten.
  2. Kostenstellenrechnung: Diese Stufe beantwortet die Frage: „Wo sind die Kosten angefallen?“ Die Kostenstellenrechnung verteilt die in der Kostenartenrechnung ermittelten Gemeinkosten auf die verschiedenen Kostenstellen im Unternehmen. Sie zeigt also, welcher Bereich (welche Kostenstelle) welche Gemeinkosten verursacht hat.
  3. Kostenträgerrechnung: Die dritte Stufe fragt: „Wofür sind die Kosten angefallen?“ Hier werden die Kosten, die entweder direkt als Einzelkosten oder indirekt über die Kostenstellen als Gemeinkosten ermittelt wurden, den Kostenträgern zugeordnet. Kostenträger sind in der Regel die Produkte oder Dienstleistungen, die das Unternehmen erstellt.

Während Einzelkosten (wie das Material für ein spezifisches Produkt oder der Lohn eines Arbeiters, der direkt an einem Produkt arbeitet) direkt den Kostenträgern zugeordnet werden können und somit die Kostenstellenrechnung „umgehen“, müssen die Gemeinkosten immer zuerst über die Kostenstellen verteilt werden. Erst nachdem die Gemeinkosten auf die Kostenstellen zugewiesen wurden, können sie von dort aus den Kostenträgern zugerechnet werden. Dies macht die Kostenstellenrechnung zu einem unverzichtbaren Bindeglied zwischen der Kostenarten- und der Kostenträgerrechnung.

Aufgaben und Ziele der Kostenstellenrechnung

Die Hauptaufgabe der Kostenstellenrechnung, nämlich die Lokalisierung der Kosten, dient mehreren wichtigen Zielen und Funktionen im Unternehmen:

  • Verteilung der Gemeinkosten auf die Kostenstellen: Dies ist die grundlegende Funktion. Sie ermöglicht es, Gemeinkosten, die nicht direkt einem Produkt oder einer Dienstleistung zugeordnet werden können, verursachungsgerecht den Bereichen zuzuweisen, in denen sie entstanden sind.
  • Innerbetriebliche Leistungsverrechnung: Kostenstellen erbringen oft Leistungen füreinander (z.B. die IT-Abteilung für den Vertrieb oder die Reparaturwerkstatt für die Fertigung). Die Kostenstellenrechnung ermöglicht es, die Kosten dieser innerbetrieblichen Leistungen zu erfassen und den empfangenden Kostenstellen zuzuordnen.
  • Ermittlung von Kalkulationssätzen: Auf Basis der in den Kostenstellen gesammelten Kosten können Zuschlagsätze (Kalkulationssätze) ermittelt werden. Diese Sätze werden dann in der Kostenträgerrechnung verwendet, um die Gemeinkosten auf die Produkte oder Dienstleistungen umzulegen. Beispielsweise ein Gemeinkostenzuschlagssatz für Fertigungsgemeinkosten.
  • Kostenkontrolle: Durch die Zuordnung der Kosten zu spezifischen Bereichen (Kostenstellen) wird es möglich, die Kostenentwicklung in diesen Bereichen zu überwachen, Budgets festzulegen und Abweichungen zu analysieren. Dies ist entscheidend für eine effektive Kostenkontrolle und Wirtschaftlichkeitsprüfung einzelner Abteilungen.

Das zentrale Werkzeug zur Durchführung der Kostenstellenrechnung ist der Betriebsabrechnungsbogen (BAB). Er ist eine tabellarische Darstellung, die alle Kostenarten und Kostenstellen aufführt und zeigt, wie die Primärkosten (aus der Kostenartenrechnung) auf die Kostenstellen verteilt werden und wie Sekundärkosten (innerbetriebliche Leistungen) verrechnet werden.

Wie werden Kostenstellen gebildet? Der Kostenstellenplan

Die Bildung von Kostenstellen ist ein entscheidender Schritt für die Organisation der Kostenrechnung. Kostenstellen sollten so gewählt werden, dass die anfallenden Kosten möglichst eindeutig zugeordnet werden können und dass die Kostenstelle einen klaren Verantwortungsbereich darstellt. Kostenstellen können nach verschiedenen Kriterien gebildet werden:

  • Nach Funktionen: Dies ist die in den meisten Unternehmen gängige Methode. Hier werden Kostenstellen nach betrieblichen Funktionen oder Hauptprozessen gebildet, z.B. Materialwirtschaft, Fertigung, Verwaltung, Vertrieb, Forschung und Entwicklung.
  • Nach Verantwortungsbereichen: Die Gliederung folgt der Aufbauorganisation des Unternehmens, d.h., jede Abteilung oder jeder Bereichsleiter, der für bestimmte Kosten verantwortlich ist, wird zu einer Kostenstelle.
  • Nach räumlichen Gegebenheiten: Bei großen oder geografisch verteilten Unternehmen kann eine Gliederung nach Standorten, Werken oder Büros sinnvoll sein.
  • Nach Verrechnungsaspekten: Hier unterscheidet man beispielsweise zwischen Hauptkostenstellen und Nebenkostenstellen, je nachdem, wie ihre Kosten weiterverrechnet werden.

Die Gliederung nach Funktionen ist weit verbreitet und wird oft als Basis für die Kostenstellenbildung genutzt. Die so definierten Kostenstellen werden systematisch in einem Kostenstellenplan erfasst und dargestellt. Dieser Plan ist eine Art „Organigramm der Kosten“ und listet alle im Unternehmen existierenden Kostenstellen auf, oft mit einer spezifischen Schlüsselnummer versehen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat beispielsweise eine Gliederung vorgeschlagen, die viele Unternehmen als Orientierung nutzen.

Arten von Kostenstellen: Haupt-, Hilfs- und Allgemeine

Innerhalb eines Kostenstellenplans unterscheidet man typischerweise verschiedene Arten von Kostenstellen, je nachdem, welche Funktion sie erfüllen und wie ihre Kosten weiterverrechnet werden:

  • Hauptkostenstellen: Dies sind die Kostenstellen, die direkt am Prozess der betrieblichen Leistungserstellung beteiligt sind. Ihre Kosten fließen direkt in die Kalkulation der Kostenträger ein. Typische Hauptkostenstellen sind:
    • Material (z.B. Einkauf, Lager)
    • Fertigung (z.B. Dreherei, Montage)
    • Verwaltung (z.B. Buchhaltung, Personalwesen)
    • Vertrieb (z.B. Marketing, Verkauf)
  • Hilfskostenstellen: Diese Kostenstellen erbringen Leistungen, die nicht direkt an den Endkunden gehen oder direkt in das Produkt einfließen, sondern anderen Kostenstellen (insbesondere Hauptkostenstellen) zugutekommen. Ihre Kosten müssen mittels innerbetrieblicher Leistungsverrechnung auf die empfangenden Kostenstellen umgelegt werden, bevor sie in die Kostenträgerrechnung gelangen. Beispiele sind:
    • Reparaturwerkstatt
    • Instandhaltung
    • IT-Services
    • Wachschutz
  • Allgemeine Kostenstellen: Diese haben eine Sonderrolle, da ihre Leistungen von *allen* anderen Kostenstellen im Unternehmen in Anspruch genommen werden können. Ihre Kosten werden in der Regel über geeignete Verteilungsschlüssel auf alle (oder einen Großteil der) anderen Kostenstellen umgelegt. Beispiele hierfür sind:
    • Energieversorgung
    • Gebäudemanagement (Miete, Reinigung)
    • Fuhrpark
    • Sozialeinrichtungen (Kantine)

Die Unterscheidung zwischen diesen Kostenstellenarten ist wichtig für die korrekte Verrechnung der Kosten. Die Kosten der Hilfs- und Allgemeinen Kostenstellen müssen zuerst auf die Hauptkostenstellen umgelegt werden (innerbetriebliche Leistungsverrechnung), bevor die gesamten Gemeinkosten der Hauptkostenstellen schließlich auf die Kostenträger verteilt werden können.

Kostenarten auf Kostenstellen verteilen: Einzel- vs. Gemeinkosten

Die Kosten, die auf einer Kostenstelle anfallen, lassen sich ebenfalls weiter unterteilen:

  • Kostenstelleneinzelkosten: Dies sind Kosten, die direkt einer bestimmten Kostenstelle zugeordnet werden können. Sie entstehen direkt in diesem Bereich. Ein klares Beispiel ist das Gehalt des Leiters der Fertigungsabteilung – es kann eindeutig der Kostenstelle „Fertigung“ zugerechnet werden. Auch spezifische Verbrauchsmaterialien oder Ersatzteile für eine Maschine in einer bestimmten Abteilung fallen hierunter, sofern sie direkt nachweisbar sind (z.B. über Materialentnahmescheine).
  • Kostenstellengemeinkosten: Dies sind Kosten, die nicht direkt einer einzelnen Kostenstelle zugeordnet werden können, sondern für mehrere Bereiche gemeinsam anfallen. Beispiele sind Miete für das gesamte Betriebsgebäude, allgemeine Stromkosten, Steuern oder Versicherungen. Diese Kosten müssen über sogenannte Verteilungsschlüssel auf die verschiedenen Kostenstellen umgelegt werden. Ein Verteilungsschlüssel kann beispielsweise die Fläche (für Miete), die Anzahl der Mitarbeiter (für Kantinenkosten) oder der Energieverbrauch (für Stromkosten) sein. Das Ziel ist eine verursachungsgerechte Verteilung.

Die Kostenstellenrechnung sammelt also sowohl die direkt zuordenbaren Kostenstelleneinzelkosten als auch die über Verteilungsschlüssel zugewiesenen Kostenstellengemeinkosten auf jeder einzelnen Kostenstelle.

Der Betriebsabrechnungsbogen (BAB): Das zentrale Werkzeug

Wie bereits erwähnt, ist der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) das primäre Werkzeug zur Durchführung der Kostenstellenrechnung. Er ist eine Tabelle, die typischerweise in Zeilen die verschiedenen Kostenarten und in Spalten die einzelnen Kostenstellen aufführt. Im BAB werden in einem ersten Schritt die primären Gemeinkosten (aus der Kostenartenrechnung) auf die entsprechenden Kostenstellen verteilt. Dies geschieht entweder direkt (für Kostenstelleneinzelkosten) oder über Umlageschlüssel (für Kostenstellengemeinkosten). In einem zweiten Schritt erfolgt die innerbetriebliche Leistungsverrechnung, bei der die Kosten der Hilfs- und Allgemeinen Kostenstellen auf die Hauptkostenstellen umgelegt werden. Am Ende des BAB stehen die gesamten Gemeinkosten jeder Hauptkostenstelle, die dann als Basis für die Ermittlung der Kalkulationssätze für die Kostenträgerrechnung dienen.

Was sind Beispiele für Kostenstellen?
Beispiele für funktionale Kostenstellen sind Materialkostenstellen, Fertigungskostenstellen, Forschungs- und Entwicklungskostenstellen, Verwaltungskostenstellen, Vertriebskostenstellen.

Beispiele für Kostenstellen im Unternehmen

Um das Konzept greifbarer zu machen, hier einige konkrete Beispiele für Kostenstellen, basierend auf einer funktionalen Gliederung, wie sie häufig in einem Kostenstellenplan zu finden ist:

  • Allgemeiner Bereich (oft Hilfs- oder Allgemeine Kostenstellen):
    • Kostenstelle Grundstück und Gebäude (Miete, Instandhaltung)
    • Kostenstelle Energieversorgung (Strom, Wasser, Gas)
    • Kostenstelle Sozialeinrichtungen (Kantine, Pausenräume)
    • Kostenstelle Werkschutz/Sicherheit
  • Materialbereich (oft Hauptkostenstellen, mit Hilfsstellen):
    • Kostenstelle Einkauf (Gehälter Einkäufer, Büromaterial Einkauf)
    • Kostenstelle Materialannahme und -prüfung
    • Kostenstelle Materiallager (Miete Lagerfläche, Gehälter Lagerarbeiter)
  • Fertigungsbereich (oft Hauptkostenstellen, mit Hilfsstellen):
    • Kostenstelle Arbeitsvorbereitung (Planung, Steuerung)
    • Kostenstelle Dreherei
    • Kostenstelle Montage
    • Kostenstelle Qualitätssicherung
    • Kostenstelle Instandhaltung (oft Hilfsstelle für die Fertigung)
  • Verwaltungsbereich (oft Hauptkostenstelle):
    • Kostenstelle Geschäftsleitung
    • Kostenstelle Buchhaltung/Rechnungswesen
    • Kostenstelle Personalwesen
    • Kostenstelle Poststelle/Sekretariat
  • Vertriebsbereich (oft Hauptkostenstelle):
    • Kostenstelle Marketing (Werbekosten, Messekosten)
    • Kostenstelle Verkauf (Gehälter Vertriebsmitarbeiter, Reisekosten)
    • Kostenstelle Kundenservice

Jede dieser Kostenstellen sammelt die spezifischen Kostenarten, die in ihrem Bereich anfallen, seien es Gehälter, Materialverbrauch, Energiekosten oder andere Gemeinkosten. Durch diese Struktur wird sichtbar, welcher Bereich welche Kosten verursacht und in welcher Höhe.

Häufig gestellte Fragen zu Kostenstellen

Um das Thema abzurunden, beantworten wir einige gängige Fragen:

Was ist der Unterschied zwischen Kostenstelle und Cost Center? Oft werden die Begriffe synonym verwendet, aber im engeren Sinne ist ein Cost Center eine eigenständige Unternehmenseinheit, die mehrere Kostenstellen umfassen kann und für die ein Budget festgelegt wird. Eine Kostenstelle ist primär ein Ort der Kostenentstehung für Zwecke der Kostenrechnung.

Warum sind Kostenstellen wichtig? Sie sind das Herzstück der Gemeinkostenverteilung. Ohne Kostenstellen wüsste man nicht, welcher Bereich welche Gemeinkosten verursacht, und könnte diese Kosten nicht verursachungsgerecht den Produkten oder Dienstleistungen zuordnen. Sie ermöglichen Kostenkontrolle und die Ermittlung präziser Kalkulationssätze.

Wie werden Gemeinkosten auf Kostenstellen verteilt? Gemeinkosten werden entweder direkt als Kostenstelleneinzelkosten zugeordnet, wenn sie eindeutig einem Bereich zuzurechnen sind (z.B. Gehalt eines Abteilungsleiters), oder über Verteilungsschlüssel umgelegt, wenn sie mehreren Bereichen gemeinsam anfallen (z.B. Miete, allgemeiner Strom). Die innerbetriebliche Leistungsverrechnung verteilt zudem die Kosten von Hilfs- und Allgemeinen Kostenstellen auf die Hauptkostenstellen.

Kann eine Kostenstelle auch ein Profit Center sein? Ja. Während reine Kostenstellen (wie die Verwaltung oder die Fertigung) hauptsächlich das Ziel der Kostensenkung haben, kann eine Kostenstelle, die auch Umsatzerlöse generiert (wie der Vertrieb), gleichzeitig als Profit Center geführt werden. Ein Profit Center ist eine Einheit, die sowohl Kosten als auch Erlöse verantwortet und für die ein Gewinnziel festgelegt wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kostenstellen ein unverzichtbares Instrument im modernen Unternehmensmanagement sind. Sie bieten die notwendige Transparenz über die Gemeinkostenstrukturen, ermöglichen eine fundierte Kostenkontrolle und sind die Basis für eine genaue Produktkalkulation. Das Verständnis und die sinnvolle Gestaltung des Kostenstellenplans sind daher entscheidend für den Erfolg der gesamten Kostenrechnung und somit für die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens.

Wenn du mehr spannende Artikel wie „Kostenstellen im Unternehmen verstehen“ entdecken möchtest, schau doch mal in der Kategorie Bürobedarf vorbei!

Go up