Was verdient man an der ETH?

Die ETH Zürich: Campus, Kosten und Renommee

18/03/2018

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Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, kurz ETH Zürich, ist eine der weltweit renommiertesten technischen und naturwissenschaftlichen Universitäten. Gegründet im Jahr 1855 als Eidgenössisches Polytechnikum, hat sie sich zu einer führenden Institution in Forschung und Lehre entwickelt. Im Volksmund wird sie oft einfach als «Poly» bezeichnet, ein Name, der bis in die 1970er Jahre gebräuchlich war, obwohl die offizielle Umbenennung in ETH bereits 1911 erfolgte.

Wie viel kostet ein Jahr an der ETH?
Die Studiengebühren umfassen Schulgeld und Semesterbeiträge. Zurzeit beträgt das Schulgeld für alle Bachelor und Masterstudierende CHF 730 pro Semester. Ab HS 2025 tritt eine neue Regelung in Kraft, die zwei Studierendengruppen unterscheidet.

Ihre Geschichte ist geprägt von Wachstum und Entwicklung. Anfänglich nach dem Vorbild der Pariser École polytechnique konzipiert, musste die Gründung einer nationalen Hochschule im jungen Bundesstaat Schweiz lange diskutiert werden. Das Gesetz wurde schliesslich am 7. Februar 1854 erlassen, und am 16. Oktober 1855 nahm das Polytechnikum den Betrieb auf. Die anfängliche Beschränkung auf rein technische Fächer spiegelte politische Kompromisse wider.

Übersicht

Was ist die ETH Zürich?

Die ETH Zürich ist eine universitäre Hochschule mit einem starken Fokus auf Technik und Naturwissenschaften. Sie zählt konstant zu den Spitzenreitern in internationalen Universitätsrankings und ist ein Magnet für Talente aus aller Welt.

Ein Mass für ihre akademische Exzellenz ist die hohe Anzahl an Persönlichkeiten, die mit der ETH verbunden waren und später mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden – beeindruckende 22 Nobelpreisträger stehen in Verbindung mit der Hochschule. Dies unterstreicht die Qualität der Forschung und Lehre, die hier stattfindet.

Die ETH Zürich ist in 16 Departemente gegliedert, die eine breite Palette an Studienrichtungen abdecken, insbesondere in den technischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Bereichen. Neben Bachelor- und Masterstudiengängen bietet die ETH zahlreiche Möglichkeiten für weiterführende Studien bis hin zum Doktorat.

Mit rund 23'000 Studierenden und Doktorierenden sowie über 11'000 Mitarbeitenden ist die ETH eine grosse und dynamische Institution. Von den 565 Professuren sind derzeit 103 von Frauen besetzt, was einem Anteil von 18,2 % entspricht. An der Spitze der ETH Zürich stehen aktuell Präsident Joël Mesot (seit 2019) und Rektor Günther Dissertori (seit 2022).

Die Kosten eines Studiums an der ETH Zürich

Die Studiengebühren an der ETH Zürich sind im Vergleich zu vielen internationalen Hochschulen moderat. Allerdings gibt es unterschiedliche Tarife, insbesondere für Studierende mit ausländischer Nationalität.

Für was ist die ETH bekannt?
Persönlichkeiten. Zahlreiche berühmte Ingenieure und Wissenschaftler haben an der ETH Zürich gelehrt oder studiert. So stehen nach offiziellen Angaben der ETH 22 Nobelpreisträger mit der Hochschule in Verbindung: Werner Arber (* 1929), Nobelpreis für Medizin 1978, studierte 1949–1953 an der ETH.

Das reguläre Schulgeld beträgt CHF 2190 pro Semester. Für Studierende mit ausländischer Nationalität, die ihren Wohnsitz in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein ausschliesslich zum Zweck des Studiums begründen (erkennbar an einer Aufenthaltsbewilligung B mit Aufenthaltszweck «Studium»), wird das dreifache Schulgeld fällig. Dies betrifft Personen, die zum Zeitpunkt des Erwerbs ihrer Hochschulzulassung weder in der Schweiz noch in Liechtenstein ihren Wohnsitz hatten. Die ETH Zürich prüft diese Voraussetzung im Rahmen des Zulassungsverfahrens.

Es ist wichtig zu beachten, dass eine Aufenthaltsbewilligung B zum Zweck des Studiums keinen Anspruch auf das einfache Schulgeld begründet. Auch ein allfälliger Nebenerwerb im Rahmen dieser Bewilligung ändert nichts an der Verpflichtung zur Zahlung des dreifachen Schulgeldes. Die genauen Kosten können also je nach persönlicher Situation variieren.

Übersicht der Studienkosten pro Semester

KostenartBetrag / Bedingungen
Schulgeld (einfach)CHF 2190 pro Semester
Schulgeld (dreifach)CHF 6570 pro Semester (für bestimmte ausländische Studierende)

Diese Tabelle zeigt das reine Schulgeld. Hinzu kommen weitere Kosten für Lebenshaltung, Material, Krankenversicherung etc., die je nach individuellem Lebensstil und Wohnort stark variieren können.

Standorte und Campusentwicklung: Vom Zentrum auf den Hönggerberg

Die ETH Zürich ist auf zwei Hauptstandorte verteilt: einen im Zentrum der Stadt Zürich am Fuss des Zürichbergs und den anderen ausserhalb auf dem Hönggerberg.

Der zentrale Standort rund um das historische Hauptgebäude am Zürichberg ist das Herzstück der ETH. Das von Gottfried Semper entworfene Hauptgebäude wurde zwischen 1858 und 1864 errichtet und später von Gustav Gull umgebaut und erweitert. Anfänglich teilte sich das Polytechnikum das Gebäude mit der Universität Zürich, doch nach deren Auszug 1914 wurde das Gebäude umgestaltet. Weitere historische Gebäude für Chemie, Physik, Forstwirtschaft, Maschinenbau und Naturwissenschaften wurden im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert in der Umgebung errichtet.

Bereits in den 1950er Jahren wurde klar, dass der Platz im Zentrum nicht mehr ausreichte, um dem Wachstum der Hochschule gerecht zu werden. Dies führte zur Entscheidung, einen zweiten Standort auf dem Hönggerberg zu entwickeln. Die Planung begann 1959, und ab den 1960er Jahren wurden dort sukzessive neue Gebäude erstellt.

Das Projekt auf dem Hönggerberg entwickelte sich in mehreren Etappen. Die erste Phase in den 1970ern umfasste Bauten für Physik und Molekularbiologie. Die zweite Etappe (1972–1976) brachte das Gebäude für Architektur und Bauwissenschaften hervor. Die dritte Etappe (1996–2004) umfasste das grosse HCI-Gebäude für Chemie, Werkstoffe, Pharmazie und Mikrobiologie.

Was verdient man an der ETH?
Gehälter bei ETH ZürichJobtitelStandortGehalt/JahrBerater:inZürich107.200 CHFForscher:inZürich99.100 CHFLeiter:in AdministrationZürich99.300 CHFMechaniker:inZürich81.300 CHF

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wird der Standort Hönggerberg im Rahmen des grossangelegten Projekts «Science City» weiter ausgebaut. Das Ziel ist es, einen integrierten Campus zu schaffen, der nicht nur Forschung und Lehre beheimatet, sondern auch Wohnraum für Studierende und Gäste sowie öffentliche Einrichtungen wie Sportanlagen. Im Rahmen von Science City wurden unter anderem das Information Science Lab, das Sport Center und umfangreiche Studierendenwohnungen realisiert. Zukünftige Pläne umfassen den Bau einer Life Science Platform und eines Akademischen Gästehauses. Ein wichtiges Ziel von Science City ist zudem die Realisierung der 2000-Watt-Gesellschaft auf dem Campus, um den CO2-Ausstoss zu reduzieren.

Verkehrsanbindung des Campus Hönggerberg

Die Anbindung des Campus Hönggerberg an den öffentlichen Verkehr war lange eine Herausforderung. Ursprünglich stark auf den motorisierten Individualverkehr ausgerichtet, erfolgt die Erschliessung heute hauptsächlich über VBZ-Buslinien (37, 69, 80) und ETH-eigene Shuttle-Busse, die den Campus mit dem Zentrum und dem Hauptbahnhof verbinden. Die Fahrzeit mit den Shuttles beträgt etwa 15 Minuten.

Während Stosszeiten kommt es auf den Buslinien häufig zu Kapazitätsengpässen. Um dem entgegenzuwirken, ist geplant, die Linien 69 und 80 auf Batterietrolleybusse umzustellen, was den Einsatz von Doppelgelenkbussen ermöglichen soll. Langfristig sind in kantonalen Richtplänen auch Tram- oder sogar S-Bahn-Verbindungen angedacht, wobei letztere (eine direkte S-Bahn-Linie vom Hauptbahnhof) 2015 aus Kostengründen und mangelnder Nachfrage abgelehnt wurde. Eine überarbeitete Idee sieht eine Ringlinie vor, die mehrere Hochschulstandorte verbinden würde.

Organisation und Führung: Wem gehört die ETH?

Die ETH Zürich ist nicht in privatem Besitz, sondern gehört zum sogenannten ETH-Bereich, einer Verwaltungseinheit der dezentralen Bundesverwaltung der Schweiz. Der ETH-Bereich ist dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) zugeordnet, operiert aber im Rahmen des ETH-Gesetzes weitgehend selbstständig. Die Zuordnung unterstreicht die organisatorische Eigenständigkeit ausserhalb der zentralen Bundesverwaltung.

Die strategische Führung des ETH-Bereichs, zu dem neben der ETH Zürich auch die EPFL in Lausanne und vier Forschungsanstalten gehören, obliegt dem ETH-Rat. Dieses Gremium legt die strategische Ausrichtung fest, übt die Aufsicht aus und verteilt die vom Bund bewilligten Mittel an die einzelnen Institutionen. Der ETH-Rat wählt auch die Professoren der beiden ETHs und ist verantwortlich für das strategische Immobilienmanagement im ETH-Bereich.

Die Grundlage für die Arbeit des ETH-Bereichs bildet der Leistungsauftrag, den der Bundesrat für jeweils vier Jahre erteilt (im Rahmen der BFI-Botschaft). Das Parlament bewilligt dazu einen Zahlungsrahmen für Betrieb und Investitionen. In der Leistungsperiode 2013 bis 2016 belief sich dieser Rahmen beispielsweise auf 9‘583,9 Mio. CHF.

Wem gehört das ETH?
Der ETH-Bereich (französisch Domaine des EPF, italienisch Settore dei PF, rätoromanisch Sectur da las SPF) ist die übergeordnete Zusammenfassung der technisch-wissenschaftlichen Universitäten und Forschungsanstalten, die von der Schweizerischen Eidgenossenschaft geführt werden.

Der ETH-Rat erarbeitet basierend auf dem Leistungsauftrag die Strategische Planung und schliesst Zielvereinbarungen mit den einzelnen Institutionen ab. Er ist auch zuständig für die längerfristige Finanz- und Investitionsplanung, die Budgetvorgaben und die Erstellung der konsolidierten Finanzberichte.

Die Zusammensetzung des ETH-Rats ändert sich. Seit dem 1. Februar 2020 ist Michael Hengartner Präsident des ETH-Rats. Frühere Präsidenten waren Fritz Schiesser und vor ihm Zehnder.

Überprüfung der Strukturen des ETH-Rats

Zwischen 2007 und 2010 gab es eine Überprüfung der Führungsstrukturen des ETH-Bereichs, ausgelöst durch Kritik am ETH-Rat und dessen damaligem Präsidenten, insbesondere bezüglich Mittelzuteilung und Professorenwahlen. Eine Untersuchung der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates (GPK-N) befasste sich zudem mit Problemen im Personalbereich des Stabs des ETH-Rats, darunter erhöhte Personalfluktuation und Krankheitsfälle. Die GPK-N stellte fest, dass die Schwierigkeiten aussergewöhnlich waren, aber auch, dass seit 2009 ein Wandel im Führungs- und Kommunikationsstil stattgefunden hatte.

Was verdient man an der ETH Zürich?

Die Frage nach den Gehältern an der ETH Zürich ist komplex, da die Vergütung stark von der Position abhängt (z.B. wissenschaftlicher Mitarbeiter, Postdoc, Professor, administratives Personal). Die vorliegenden Informationen geben keine konkreten Gehaltszahlen der ETH, sondern beziehen sich auf Schätzungen externer Plattformen, die auf der kununu Community basieren.

Die angezeigten Gehaltsbänder auf solchen Plattformen stellen eine Schätzung über Bruttojahresgehälter für vergleichbare Vollzeit-Positionen dar. Sie beinhalten mögliche variable Anteile und basieren auf statistischen Verfahren unter Einbezug von Nutzerdaten. Es wird explizit darauf hingewiesen, dass diese Bänder die üblichsten Gehälter schätzen und Ausreisser nicht berücksichtigen. Daher sind Abweichungen zu tatsächlich gezahlten Gehältern an der ETH möglich. Spezifische Gehaltsangaben für einzelne Positionen oder Karrierestufen innerhalb der ETH können basierend auf den bereitgestellten Informationen nicht gemacht werden.

Zusammenfassung

Die ETH Zürich ist eine weltweit führende technische Hochschule mit einer reichen Geschichte und einer klaren Vision für die Zukunft. Sie zeichnet sich durch exzellente Forschung und Lehre, eine hohe Dichte an Nobelpreisträgern und eine stetige Weiterentwicklung ihrer Infrastruktur, insbesondere am Campus Hönggerberg im Rahmen von Science City, aus. Die Hochschule ist Teil des ETH-Bereichs, der vom Bund finanziert und vom ETH-Rat strategisch geführt wird. Während die Studiengebühren für Schweizer Verhältnisse moderat sind, können sie für bestimmte ausländische Studierende höher ausfallen. Genaue Gehaltsinformationen sind öffentlich nicht im Detail verfügbar, Schätzungen basieren auf externen Daten.

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