04/07/2025
BUTLERS ist vielen als Anlaufstelle für Möbel, Wohnaccessoires, Dekorationsartikel und Geschenke bekannt. Mit einer Geschichte, die tief in einem traditionsreichen Familienunternehmen verwurzelt ist, hat die Marke BUTLERS in den letzten Jahren turbulente Zeiten durchlebt. Was genau ist mit diesem etablierten Handelsunternehmen geschehen, das sowohl in Innenstädten als auch online präsent war?
Die Wurzeln von BUTLERS reichen weit zurück. Sie entstammen dem 1829 in Neuss gegründeten Familienunternehmen Wilhelm Josten Söhne, das ursprünglich ein Kaufhaus für Küchen- und Haushaltswaren betrieb. Erst 1999 wagten die Brüder Wilhelm und Paul Josten zusammen mit Frank Holzapfel einen Neuanfang und eröffneten in Köln die erste BUTLERS-Filiale unter dem heute bekannten Namen. Dieses neue Konzept, das sich auf Wohnaccessoires und Geschenke konzentrierte, fand schnell Anklang.

Expansion und Anerkennung
BUTLERS expandierte zügig. Bereits 2005 erfolgte der Schritt ins europäische Ausland. Eigene Filialen wurden in Deutschland, Österreich und der Schweiz betrieben, während in weiteren Ländern wie Luxemburg, Malta, Ungarn, der Ukraine, Griechenland, Frankreich, Irland und Tschechien auf Franchiselizenzen gesetzt wurde. Diese internationale Ausrichtung zeigte den Ehrgeiz des Unternehmens, über die deutschen Grenzen hinauszuwachsen.
Neben der geografischen Expansion setzte BUTLERS auch auf Innovation im Kundenservice. Im Jahr 2011 wurde in Kooperation mit einem Berliner Start-up der Individualisierungsservice „Made by you“ eingeführt. Kunden erhielten die Möglichkeit, Artikel nach ihren Wünschen besticken, gravieren oder Bilder auf Leinwand drucken zu lassen. Dies war ein wichtiger Schritt, um sich im Wettbewerb abzuheben und ein personalisiertes Einkaufserlebnis zu bieten.
Der Erfolg und die Innovationskraft von BUTLERS blieben nicht unbeachtet. Das Unternehmen erhielt mehrere bedeutende Auszeichnungen, darunter den Deutschen Handelspreis im Jahr 2004. Zudem wurde BUTLERS 2005 und 2012 von Ernst & Young als Finalist im Wettbewerb „Entrepreneur des Jahres“ gewürdigt. Auch der Online-Shop des Unternehmens wurde prämiert, unter anderem mit dem Deutschen Online-Handels-Award 2012 in der Kategorie „Wohnen“ und dem Neocom-Preis „Versender des Jahres“ 2013.

Die Krise: Insolvenz im Jahr 2017
Trotz der Erfolge und Auszeichnungen sah sich BUTLERS Anfang 2017 mit erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten konfrontiert. Ende Januar 2017 musste das Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen. Dies war ein Schock für Mitarbeiter, Kunden und die gesamte Branche. Das Ziel des Unternehmens war von Anfang an jedoch klar definiert: eine Sanierung über ein Planverfahren.
Die Insolvenz machte schmerzhafte Einschnitte notwendig. Allein in Deutschland mussten fast 30 Filialen geschlossen werden. Dieser Schritt war Teil der notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen, um das Unternehmen wieder auf eine solide finanzielle Basis zu stellen. Die Gründe für die finanzielle Schieflage waren vielfältig. Laut Berichten spielten zu hohe Ladenmieten eine Rolle, die teilweise sogar die Personalkosten überstiegen. Zudem wurde eine zu späte Reaktion auf den hohen Dollar-Wechselkurs als Ursache genannt, da die gestiegenen Kosten für in Asien produzierte Waren nicht zeitnah an die Kunden weitergegeben werden konnten.
Der erfolgreiche Turnaround
Entgegen vieler Befürchtungen gelang BUTLERS die Sanierung. Im September 2017 konnte das Unternehmen die erfolgreiche Beendigung des Insolvenzverfahrens verkünden. Dieser Erfolg war nicht selbstverständlich und zeugte von der Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells und dem Engagement der Beteiligten. Durch die Sanierung konnten 800 Arbeitsplätze und insgesamt 82 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gerettet werden.
Nach der überstandenen Krise zeigte BUTLERS eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Die Anzahl der Filialen stieg im Mai 2018 wieder auf 89. Das Unternehmen konnte weiter wachsen und sogar neue Standorte eröffnen, selbst während der herausfordernden Zeiten der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Lockdowns. Im Januar 2021 zählte BUTLERS 85 Filialen im deutschsprachigen Raum sowie 41 Franchise-Standorte und Shop-in-Shops, unter anderem bei Rewe. Dies zeigte, dass das Unternehmen Wege gefunden hatte, sich an veränderte Marktbedingungen anzupassen und neue Vertriebswege zu erschließen.

Während des ersten coronabedingten Lockdowns im Frühjahr 2020 zeigte BUTLERS auch soziales Engagement. Die noch vorhandene Osterware wurde nicht eingelagert, sondern an Hilfebedürftige in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschenkt. Die Mitarbeiter konnten dabei selbst entscheiden, wer die Empfänger sein sollten. Zusätzlich spendete das Team im November 2020 27.000 Euro an einen gemeinnützigen Verein.
BUTLERS wird Teil von home24
Eine weitere bedeutende Entwicklung in der jüngeren Geschichte von BUTLERS war die Übernahme durch das Online-Möbelhaus home24. Im Dezember 2021 wurde die Vereinbarung zur Übernahme getroffen. Der Prozess wurde zum 1. April 2022 abgeschlossen. Seitdem agiert BUTLERS als Tochterunternehmen von home24. Diese Integration in ein großes Online-Unternehmen eröffnet BUTLERS neue Perspektiven und Synergien, insbesondere im Bereich des E-Commerce und der Logistik. Es markiert einen neuen Abschnitt in der nun über 20-jährigen Geschichte der Marke BUTLERS.
Produktion und Lieferketten
Die Waren, die BUTLERS verkauft, werden laut Unternehmensangaben hauptsächlich in Asien produziert. Ein kleinerer Teil der Produkte stammt aus Osteuropa. Die Abhängigkeit von globalen Lieferketten und Wechselkursen, wie beim Beispiel des US-Dollars während der Insolvenzkrise deutlich wurde, ist ein wichtiger Aspekt im Geschäftsmodell des Unternehmens.

Häufig gestellte Fragen
Ist BUTLERS jetzt home24?
Seit dem 1. April 2022 ist BUTLERS ein Tochterunternehmen von home24. Die Marke BUTLERS existiert aber weiterhin und ihre Produkte sind nun auch im Sortiment von home24 zu finden.
Wo produziert BUTLERS seine Waren?
Laut dem Unternehmen werden die Waren von BUTLERS hauptsächlich in Asien und zu einem kleineren Teil in Osteuropa produziert.
| Jahr | Ereignis | Anmerkung |
|---|---|---|
| 1829 | Gründung Familienunternehmen Wilhelm Josten Söhne | Wurzeln von BUTLERS |
| 1999 | Eröffnung erste BUTLERS-Filiale in Köln | Start der Marke BUTLERS |
| 2005 | Expansion ins europäische Ausland | Eröffnung erster Filialen in London, Zürich, Wien |
| 2011 | Einführung "Made by you" Service | Individualisierungsangebot |
| Januar 2017 | Insolvenzantrag | Beginn der Krise |
| September 2017 | Erfolgreiche Beendigung Insolvenzverfahren | Rettung von 800 Arbeitsplätzen und 82 Filialen |
| Mai 2018 | Anzahl Filialen steigt wieder auf 89 | Wachstum nach Sanierung |
| Anfang 2021 | 85 Filialen DE/AT/CH, 41 Franchise/Shop-in-Shops | Wachstum trotz Pandemie |
| Dezember 2021 | Vereinbarung zur Übernahme durch home24 | Weichenstellung für die Zukunft |
| 1. April 2022 | Abschluss der Übernahme durch home24 | BUTLERS wird Tochterunternehmen |
Die Geschichte von BUTLERS ist ein Beispiel für die Herausforderungen im Einzelhandel, aber auch für die Möglichkeit eines erfolgreichen Comebacks durch strategische Entscheidungen und Anpassungsfähigkeit. Von einem traditionellen Familienunternehmen über eine Phase der schnellen Expansion und eine existenzbedrohende Krise bis hin zur Integration in einen großen Online-Player zeigt der Weg von BUTLERS die dynamische Entwicklung im modernen Handel.
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