04/03/2022
Charles Dickens (1812–1870) zählt zu den bedeutendsten englischen Schriftstellern der viktorianischen Epoche. Seine Werke, bekannt für ihre lebendigen Charaktere, detaillierten Beschreibungen und scharfe Gesellschaftskritik, begeistern Leser auf der ganzen Welt bis heute. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf das Leben dieses außergewöhnlichen Autors, seine Schaffensperiode und einige seiner berühmtesten Werke sowie auf eine besondere Sammlung seiner Bücher.

Die Faszination für Dickens' Geschichten führt dazu, dass seine Werke in vielfältigen Ausgaben gesammelt und geschätzt werden. Eine solche besondere Sammlung, die in der uns vorliegenden Information erwähnt wird, ist ein vollständiges Set seiner Werke.
- Eine besondere Sammlung: Das 30-Bände-Set
- Das Leben von Charles Dickens
- Die Viktorianische Epoche als Kontext
- Dickens' einzigartiger Stil und Themen
- Seine berühmten Romane
- Kurzgeschichten und Erzählungen
- A Christmas Carol: Ein zeitloser Klassiker
- Wichtige Werke und Erscheinungsjahre
- Häufig gestellte Fragen zu Charles Dickens
- Wann lebte Charles Dickens?
- In welcher literarischen Epoche schrieb Dickens?
- Was sind typische Themen in Dickens' Werken?
- Wie viele Kinder hatte Charles Dickens?
- Wie viele Bücher umfasst das erwähnte Charles-Dickens-Set von J.B. Lippincott?
- Ist 'A Christmas Carol' ein Roman oder eine Kurzgeschichte?
- Was geschah mit Dickens' letztem Roman?
Eine besondere Sammlung: Das 30-Bände-Set
Die uns vorliegende Information beschreibt ein bemerkenswertes Set der Werke von Charles Dickens. Dieses Set wurde von der J.B. Lippincott Company in Philadelphia in Zusammenarbeit mit Chapman & Hall in London herausgegeben. Obwohl kein genaues Datum angegeben ist, wird das Erscheinungsjahr mit 1876 vermerkt.
Das Set umfasst insgesamt 30 Bände und ist in Hardcover gebunden. Der Zustand wird als „Good“ (Gut) beschrieben. Ein besonderes Merkmal dieser Ausgabe sind die Illustrationen, die nach den Originalen bekannter Künstler der Zeit angefertigt wurden, darunter Phiz (Hablot Knight Browne), George Cruikshank, Frederick Walker, Edwin Landseer, Daniel Maclise, John Leech, Marcus Stone, George Cattermole und Luke Fildes.
Die Widmung in Band I, den „Posthumous Papers of the Pickwick Club“, ist an Dickens' lieben Freund und Biographen John Forster gerichtet und zeugt von der tiefen Freundschaft und Unterstützung während Dickens' gesamtem literarischen Leben. Die Bindung des Sets besteht aus blauem Dreiviertelleder und blauen Leineneinbänden. Die Buchrücken sind mit einem aufwendigen vergoldeten Design und Schriftzug verziert. Die Bücher verfügen über einen Deckelschnitt an der Vorderkante und einen vergoldeten oberen Schnitt (TEG - Top Edge Gilt), der jedoch einige Makel aufweist. Das Leder an den oberen und unteren Kanten der Buchrücken zeigt etwas Abrieb, ebenso die Ecken der Einbände. Auch an den Lederverbindungen und Einbandkanten sind Reibespuren vorhanden. Die Seiten weisen eine leichte Alterstönung auf. Marmorierte Vorsatzpapiere und Spiegel sowie Lesebändchen ergänzen die Ausstattung. Der Textblock selbst wird als sauber und frei von Markierungen beschrieben. Das Set wird ohne Schutzumschlag angeboten.
Insgesamt handelt es sich um ein gutes, sauberes und unmarkiertes Set, das die gesamte Bandbreite von Dickens' Werk vereint und für Sammler von besonderem Interesse sein dürfte.
Das Leben von Charles Dickens
Um Dickens' Werk vollständig zu würdigen, ist ein Blick auf sein bewegtes Leben unerlässlich. Charles John Huffam Dickens wurde am 7. Februar 1812 in Landport bei Portsmouth, England, geboren. Sein Vater, John Dickens, war ein Angestellter, und seine Mutter war Elizabeth Dickens (geborene Barrow). Charles war das zweite von sieben Kindern.
Mit zehn Jahren zog die Familie nach London. Die finanzielle Situation der Familie war oft prekär, da sein Vater dazu neigte, Geld für teure Dinge auszugeben. Dies führte dazu, dass John Dickens wegen Schulden ins Gefängnis kam. Da die Mutter die Familie nicht allein ernähren konnte, musste der damals zwölfjährige Charles arbeiten.
Er fand Arbeit in Warren's Blacking Warehouse, einer Fabrik, die Farbe zum Schwärzen herstellte. Für einen Hungerlohn klebte Charles Etiketten auf Farbbehälter. Diese Erfahrung der Armut und Kinderarbeit prägte ihn tief und beeinflusste später viele seiner Werke. Nach der Entlassung des Vaters aus dem Schuldnergefängnis konnte Charles wieder zur Schule gehen, wenn auch nicht sehr lange, da die Familie erneut in finanzielle Schwierigkeiten geriet.
Statt in der Fabrik zu arbeiten, begann Charles 1827 als Schreiber in einer Anwaltskanzlei. 1831 beendete er diese Tätigkeit und startete eine Karriere im Journalismus. Tagsüber schrieb er für die Zeitung „Morning Chronicle“, nachts arbeitete er an eigenen Ideen.
Sein erstes Werk, „Sketches“, veröffentlichte er zwischen 1834 und 1835 in kleinen Abschnitten in einer Zeitschrift, zunächst unter dem Pseudonym „BOZ“. Zwei Jahre später erlangte er literarische Berühmtheit mit den „Pickwick Papers“ (1836–1837).
1835 lernte Charles Dickens Catherine Hogarth kennen, die er später heiratete. Aus dieser Ehe gingen zehn Kinder hervor: Charles Culliford Boz (1837–1896), Mary Angela (1838–1896), Kate Macready (1839–1929), Walter Landor (1841–1863), Francis Jeffrey (1844–1886), Alfred D'Orsay Tennyson (1845–1912), Sydney Smith Haldimand (1847–1872), Henry Fielding (1849–1933), Dora Annie (1850–1851) und Edward Bulwer-Lytton (1852–1902). Obwohl er eine große Familie hatte, wurde Dickens oft als eher liebloser Vater und Ehemann beschrieben, da er sich stark seiner Literatur und sozialen Arbeit widmete.
In den folgenden Jahren unternahm Dickens Reisen in die USA, nach Italien und Frankreich, um Lesungen zu halten und die sozialen Umstände der Arbeiterklasse kennenzulernen. Seine Erfahrungen in Frankreich flossen beispielsweise in seinen Roman „A Tale of Two Cities“ ein. 1859 trennte er sich von seiner Ehefrau und lebte fortan mit der jungen Schauspielerin Ellen Ternan zusammen.
Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit blieb Dickens auch als Journalist aktiv und war Herausgeber von Zeitungen wie „Daily News“ (ab 1838) und der Zeitschrift „Household Words“. Charles Dickens verstarb am 9. Juni 1870 im Alter von 58 Jahren an einem Schlaganfall. Er wurde in der „Poets' Corner“ in der Westminster Abbey in London beigesetzt.
Die Viktorianische Epoche als Kontext
Charles Dickens' literarisches Schaffen fällt in die viktorianische Epoche Großbritanniens, die von 1837 bis 1901, der Regierungszeit von Königin Victoria, dauerte. Dickens' Karriere begann in den 1830er-Jahren und endete mit seinem Tod 1870, wodurch er ein zentraler Vertreter dieser Zeit ist.
Diese Epoche war von tiefgreifenden sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen geprägt, insbesondere durch die Industrialisierung. Dickens' Werke sind bekannt für ihre genauen Beschreibungen des viktorianischen Lebens und ihre sozialkritischen Kommentare. Er befasste sich intensiv mit den Klassenunterschieden und der Kluft zwischen Arm und Reich, Themen, die in dieser Zeit besonders relevant waren.

Die populärsten literarischen Genres des viktorianischen Zeitalters waren Gesellschaftsromane und Bildungsromane. Charles Dickens bediente beide Formen meisterhaft. Gesellschaftsromane setzten sich kritisch mit den sozialen Strukturen auseinander, während Bildungsromane die innere Entwicklung und Transformation der Protagonisten schilderten. Dickens' Fähigkeit, diese Themen zu verbinden und gleichzeitig unterhaltsame Geschichten zu erzählen, machte ihn zu einem der bedeutendsten Schriftsteller seiner Zeit.
Dickens' einzigartiger Stil und Themen
In seinen Büchern griff Charles Dickens vor allem soziale Probleme auf, die er aus eigener Erfahrung in seiner Kindheit kannte. Viele seiner Werke wurden zunächst als Fortsetzungsgeschichten in Zeitschriften veröffentlicht, was bedeutete, dass Dickens oft gleichzeitig an mehreren Romanen arbeitete.
Sein Stil zeichnete sich durch eine sachliche Darstellung der sozialen Missstände seiner Zeit aus, die er jedoch gekonnt mit Humor paarte. Durch bildhafte Beschreibungen und eine blumige Sprache schuf er lebendige Bilder, die es den Lesern ermöglichten, sich in die Situationen seiner Charaktere hineinzuversetzen. Ein Beispiel dafür ist das Zitat aus „Oliver Twist“, das die Atmosphäre einer ländlichen Kirche beschreibt.
Dickens schuf in seinen Werken oft einen starken Kontrast zwischen den verschiedenen sozialen Klassen des viktorianischen Zeitalters, ließ aber gleichzeitig die Grenzen verschwimmen. In seinen Geschichten treten häufig Charaktere aus unterschiedlichen Schichten auf, deren Beziehungen nicht immer stereotyp sind. So wächst beispielsweise Oliver Twist als armer Junge auf, der in die Kriminalität gerät, doch am Ende stellt sich heraus, dass er aus einer wohlhabenden Familie stammt – ein typischer „Twist“ in der Handlung.
Darüber hinaus spielten Namen in Dickens' Werken oft eine beschreibende Rolle. Der Name Oliver Twist deutet auf die plötzliche Wendung ('twist') in seiner Geschichte hin. Der Charakter Tiny Tim in „A Christmas Carol“ weist auf seine geringe Körpergröße und Zerbrechlichkeit hin.
Seine berühmten Romane
Während seines Lebens schrieb Dickens eine Vielzahl von Romanen, die bis heute als Weltklassiker gelten. Zu seinen bekanntesten Werken gehören:
- Pickwick Papers (1836): Dieser Roman begründete Dickens' Ruhm. Ursprünglich als Fortsetzungsroman veröffentlicht, erschien er 1837 als Buch. Die Geschichte folgt dem wohlhabenden Journalisten Samuel Pickwick, der den „Pickwick-Club“ gründet und mit dessen Mitgliedern England bereist. Der Club löst sich schließlich auf, als alle Mitglieder heiraten.
- Oliver Twist (1837/39): „Oliver Twist; or The Parish Boy's Progress“ erschien zunächst in einer Zeitschrift und 1838 als Buch. Es erzählt die Geschichte des Waisenjungen Oliver, der im Armenhaus aufwächst. Nach Konflikten flieht er nach London, gerät in eine Diebesbande, entdeckt seine wahre Herkunft und erhält am Ende einen Teil seines Erbes. Der Roman behandelt Armut, Hunger, Klassenunterschiede, Prostitution und Kriminalität.
- Nicholas Nickleby (1838/39): Dieses Werk wird in der vorliegenden Information nur namentlich erwähnt, gehört aber zu den frühen Erfolgen Dickens'.
- David Copperfield (1849/50): Ein sehr wichtiger Roman, der autobiografische Elemente enthält. Er wird aus der Ich-Perspektive erzählt und schildert die Entwicklung des Jungen David, der nach dem Tod seiner Mutter und unter einem grausamen Stiefvater in einer Fabrik arbeiten muss, bevor er zu seiner Tante flieht, Schriftsteller wird und seine Jugendliebe heiratet. Es ist ein klassischer Bildungsroman.
- Great Expectations (1860/61): Ebenfalls ein Bildungsroman aus der Ich-Perspektive. Er verfolgt das Leben des Waisenjungen Pip, der einem entflohenen Sträfling hilft und später von einem anonymen Gönner ein Leben im Luxus ermöglicht bekommt. Pip erfährt, dass der Sträfling sein Gönner war. Der Roman thematisiert die innere Entwicklung Pips sowie Klassenunterschiede und ihre Probleme.
- Our Mutual Friend: Dickens' letztes vollendetes Werk. Es wird erwähnt, dass es beinahe bei einem Zugunfall verloren gegangen wäre, der Dickens mental beeinträchtigte.
- The Mystery of Edwin Drood: Begonnen 1870, blieb dieses Werk aufgrund von Dickens' Tod unvollendet.
Kurzgeschichten und Erzählungen
Neben seinen berühmten Romanen schrieb Charles Dickens auch eine Vielzahl von Kurzgeschichten und Erzählungen. Dazu gehören:
- The Signal-Man: Eine unheimliche Geschichte über einen Signalwärter, der von Visionen heimgesucht wird.
- A Christmas Tree: Eine nostalgische Reflexion über Weihnachtstraditionen.
- Doctor Marigold's Prescriptions: Die Geschichte eines Händlers, der eine misshandelte Frau adoptiert.
- The Chimes: Eine Weihnachtsgeschichte über einen armen Mann, der von Glockengeistern besucht wird.
- The Battle of Life: Eine allegorische Geschichte über zwei Schwestern.
A Christmas Carol: Ein zeitloser Klassiker
Unter Dickens' kürzeren Werken ist A Christmas Carol (veröffentlicht 1843), oft als längere Kurzgeschichte oder Novelle betrachtet, wohl sein berühmtestes und beliebtestes. Die Geschichte wurde unzählige Male für Film, Fernsehen und Theater adaptiert, unter anderem von Disney, Matel und den Muppets.
Die Geschichte handelt von Ebenezer Scrooge, einem alten, geizigen Mann, dem Geld wichtiger ist als menschliche Beziehungen oder die Freude am Weihnachtsfest. In der Weihnachtsnacht wird Scrooge von drei Geistern besucht: dem Geist der vergangenen Weihnacht, dem Geist der gegenwärtigen Weihnacht und dem Geist der zukünftigen Weihnacht. Diese Begegnungen zeigen Scrooge die Konsequenzen seines Lebensstils und führen zu einer tiefgreifenden Veränderung. Scrooge besinnt sich auf Mitgefühl und Menschlichkeit und findet die Freude am Weihnachtsfest wieder.
Wichtige Werke und Erscheinungsjahre
| Werk | Erscheinungsjahr(e) |
|---|---|
| Pickwick Papers | 1836–1837 |
| Oliver Twist | 1837–1839 |
| Nicholas Nickleby | 1838–1839 |
| David Copperfield | 1849–1850 |
| Great Expectations | 1860–1861 |
| A Christmas Carol | 1843 |
| Our Mutual Friend | Letztes vollendetes Werk |
| The Mystery of Edwin Drood | Unvollendet, begonnen 1870 |
Häufig gestellte Fragen zu Charles Dickens
Hier beantworten wir einige häufige Fragen zu Charles Dickens und seinen Werken, basierend auf den uns vorliegenden Informationen:
Wann lebte Charles Dickens?
Charles Dickens wurde am 7. Februar 1812 geboren und starb am 9. Juni 1870. Er lebte also von 1812 bis 1870.
In welcher literarischen Epoche schrieb Dickens?
Dickens schrieb während der viktorianischen Epoche in Großbritannien, die von 1837 bis 1901 dauerte.
Was sind typische Themen in Dickens' Werken?
Typische Themen sind soziale Probleme wie Armut, Hunger, Klassenunterschiede und Kriminalität. Er befasste sich auch mit der inneren Entwicklung von Charakteren (Bildungsromane) und setzte Humor und Sozialkritik ein.
Wie viele Kinder hatte Charles Dickens?
Charles Dickens hatte zehn Kinder mit seiner Ehefrau Catherine Hogarth.
Wie viele Bücher umfasst das erwähnte Charles-Dickens-Set von J.B. Lippincott?
Das spezifische Set von J.B. Lippincott Company (Chapman & Hall), das in der Information beschrieben wird, umfasst 30 Bände.
Ist 'A Christmas Carol' ein Roman oder eine Kurzgeschichte?
Obwohl es oft als Roman betrachtet wird, ist 'A Christmas Carol' technisch gesehen eine längere Kurzgeschichte oder Novelle.
Was geschah mit Dickens' letztem Roman?
Sein letzter Roman, 'The Mystery of Edwin Drood', blieb aufgrund seines Todes im Jahr 1870 unvollendet.
Charles Dickens' Einfluss auf die Literatur ist unbestreitbar. Seine Fähigkeit, unvergessliche Charaktere zu schaffen, komplexe Handlungen zu entwickeln und gleichzeitig die sozialen Missstände seiner Zeit anzuprangern, macht ihn zu einem Giganten der Weltliteratur. Sammlungen wie das beschriebene 30-Bände-Set sind wertvolle Zeugnisse seines umfangreichen und bedeutenden Werkes.
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