13/01/2023
Bevor die digitale Revolution die Welt der Comic-Erstellung auf den Kopf stellte, verließen sich Künstler und Letterer auf eine Reihe traditioneller Werkzeuge, um ihre Visionen zum Leben zu erwecken. Von den frühesten Tagen bis zum Aufkommen digitaler Techniken blieben die grundlegenden Materialien und Instrumente im Wesentlichen gleich. Es war ein Handwerk, das Präzision, Geduld und das richtige Werkzeug erforderte.

Die Grundlage für die Arbeit bildete ein solides Zeichenbrett, oft begleitet von einem bequemen Stuhl und einer verstellbaren Lampe, die für die richtige Beleuchtung sorgte. Hinzu kamen unverzichtbare Hilfsmittel wie eine Reißschiene für gerade Linien, große und kleine Dreiecke für Winkel, Masking Tape oder Nadeln zum Fixieren des Papiers, Tusche, verschiedene Federn, Pinsel, Bleistifte, Radiergummis, ein Behälter für Spülwasser, ein Lappen oder Papiertücher und natürlich ein Papierkorb. Diese Werkzeuge bildeten das Herzstück jedes Arbeitsplatzes.
- Das Zeichenbrett und die grundlegende Einrichtung
- Die Entwicklung der Schreibwerkzeuge
- Spezielle Federn für Lettering: Speedball & Hunt
- Die Ära der technischen Tuschefüller
- Marker: Eine neuere Option
- Weitere unverzichtbare Materialien: Tusche, Korrekturfarbe und Pinsel
- Der Ames Lettering Guide
- Die Bedeutung des Papiers
- Techniken des Letterings
- Häufig gestellte Fragen (FAQs)
- Fazit
Das Zeichenbrett und die grundlegende Einrichtung
Ein typisches Zeichenbrett, wie es über Jahrzehnte verwendet wurde, wäre Künstlern und Letterern aus fast jeder Epoche des 20. Jahrhunderts vertraut vorgekommen. Die Einrichtung war oft sehr persönlich und auf die Bedürfnisse des Einzelnen zugeschnitten. Linkshänder bevorzugten Licht von rechts, Rechtshänder von links, um Schattenbildung und Verschmieren zu vermeiden. Viele passten die Oberfläche ihres Zeichenbretts an, indem sie beispielsweise dicken Karton darauf befestigten, um eine bevorzugte Textur zu erhalten.
Neben dem Zeichenbrett war ein kleiner Tisch oder ein Schubladenschrank (Taboret) nützlich, um Werkzeuge und Vorräte zu lagern, die nicht auf das Brett passten. Ein einfacher Trick war das Ankleben von Papiertüchern am Brettrand, um Federn und Pinsel schnell abwischen zu können.
Zu den häufig verwendeten Werkzeugen, die griffbereit auf oder neben dem Brett lagen, gehörten Schablonen für Ovale und Kreise, die für Sprechblasen unerlässlich waren. Eine Reißschiene mit Kunststoffkanten, die leicht dünner als der Holzteil waren, half, das Unterlaufen von Tusche zu verhindern. Ähnliche Anpassungen wurden oft bei Dreiecken und Kurvenlinealen vorgenommen. Bleistifte oder Fallminenstifte für Skizzen und Hilfslinien, ein X-acto-Messer mit Klingen und natürlich die verschiedenen Schreib- und Zeichenfedern waren ständige Begleiter.
Die Entwicklung der Schreibwerkzeuge
In der Antike wurde mit Schilfrohren oder Gänsefedern geschrieben, die zugeschnitten und gespalten wurden, um den Tintenfluss zu erleichtern. Diese wurden wiederholt in ein Tintenfass getaucht. Metallfedern gab es schon in römischer Zeit, wurden aber im 19. Jahrhundert mit der Massenproduktion von Stahlfedern in England, zum Beispiel durch Firmen wie Joseph Gillott & Sons, weit verbreitet. Diese Stahlfedern wurden in Griffe eingesetzt und verfügten über einen Schlitz und ein kleines Reservoir, um den Tintenfluss zu fördern.
Diese Federn wurden oft als Tauchfedern bezeichnet, da sie häufig eingetaucht werden mussten. Es gab eine riesige Vielfalt an Spitzenformen und -größen für alle möglichen Schreib-, Zeichen- und Lettering-Anforderungen. Vor der Erfindung der Schreibmaschine waren Tauchfedern in jedem Haushalt und Geschäft gebräuchlich. Füllfederhalter mit größeren Reservoirs wurden ab den 1850er Jahren populär, waren aber oft nicht gut für die dickere Tusche geeignet, die Künstler benötigten, weshalb Tauchfedern weiterhin im Kunstbereich verwendet wurden.
Die Präzision der Stahlfedern führte zur Entstehung der Kunstform der Schönschrift (Penmanship) und des sogenannten „Show-Card“-Letterings, der handgeschriebenen Werbeschilder. Letzteres war jahrzehntelang weit verbreitet, bevor es durch günstigere Druckverfahren verdrängt wurde.
Spezielle Federn für Lettering: Speedball & Hunt
Ein wichtiger Meilenstein für das Lettering war die Erfindung der Speedball-Feder im Jahr 1914 durch Ross F. George und William Hugh Gordon. Diese Federn hatten ein zusätzliches Metallteil an der Oberseite, das als größeres Tintenreservoir diente und längeres Arbeiten ohne ständiges Eintauchen ermöglichte. Sie wurden schnell zum Standard für Lettering und Kalligrafie. Die C. Howard Hunt Manufacturing Company produzierte die Speedball-Federn in verschiedenen Stilen (A – quadratisch, B – rund, C – keilförmig, D – oval, E – breite Pinselspitzen) und Größen.
Parallel dazu stellte Hunt auch kleinere Federn ohne Reservoir her, ähnlich der Gillott „Crow Quill“, die ebenfalls bei vielen Comic-Letterern beliebt waren, wie die Hunt #107. Diese Federn ermöglichten eine feine Linienführung und konnten vom Künstler oft noch individuell angepasst werden, indem die Spitze leicht bearbeitet wurde. Viele Letterer bei Verlagen wie Marvel bevorzugten die Hunt 107 Spitze, die sie durch Schneiden und Schleifen modifizierten, um den gewünschten „Thick-and-Thin“-Effekt zu erzielen.
Die Ära der technischen Tuschefüller
Ab den 1960er Jahren kamen technische Tuschefüller (Technical Drawing Pens) in den Bereichen Architektur und technisches Zeichnen in Gebrauch und fanden bald auch ihren Weg in die Comic-Welt. Diese Stifte arbeiten über Kapillarwirkung und Schwerkraft, wobei die Tusche aus einem Reservoir durch eine feine Röhre zur Spitze gezogen wird, unterstützt von einem dünnen Draht im Inneren.
Tuschefüller bieten Vorteile gegenüber Tauchfedern: Ein gefülltes Reservoir hält lange, und sie sind sauberer in der Handhabung, da nur die Spitze mit Tusche in Berührung kommt. Sie erzeugen eine sehr gleichmäßige, unvariierte Linie, und es gibt sie in vielen präzisen Größen, von sehr fein (z.B. 0.13 mm) bis breit (z.B. 2 mm). Beliebte Marken waren Rapidograph (heute von Rotring hergestellt) und Faber Castell TG1-S.
Allerdings haben Tuschefüller auch Nachteile. Wenn sie nicht ständig benutzt werden, kann die Tusche im Inneren trocknen und die Spitze verstopfen, was die Reinigung mühsam macht und den empfindlichen Draht beschädigen kann. Sie sind auch teurer als Tauchfedern und müssen beim Lettering oft vertikaler zum Papier gehalten werden, was nicht jedem liegt. Dennoch bevorzugten viele Letterer, darunter auch der Autor der Originaltexte, Tuschefüller wegen ihrer Konsistenz und des großen Tuschereservoirs.
Marker: Eine neuere Option
Marker waren in der Vergangenheit weniger verbreitet für das finale Lettering in Comics, da sie oft nicht wasserfest waren, leicht ins Papier bluteten und schneller verblassten. Auch Korrekturen waren schwierig, da die Marker-Tinte oft durch weiße Korrekturfarbe durchschlug. Bei einigen Verlagen waren Marker für das Lettering sogar verboten.
Fortschritte bei Markern haben sie jedoch zu einer praktikableren Option gemacht. Moderne Marker wie Pigma Micron bieten wasserfeste Tinte, die gut deckt und weniger zum Ausbluten neigt. Während sie möglicherweise nicht ganz die gestochen scharfen Details von Tuschefüllern erreichen, sind sie eine gute Wahl, besonders für Skizzen oder schnelle Lettering-Arbeiten, oder wenn man den gesamten Comic selbst erstellt. Die Tuschequalität kann auf gutem Papier fast so gut sein wie bei traditioneller Tusche.
Weitere unverzichtbare Materialien: Tusche, Korrekturfarbe und Pinsel
Neben den Federn ist die Tusche das wichtigste Material. Sie muss tiefschwarz und wasserfest sein. Indische Tusche (India Ink), die aus Ruß oder Lampenruß hergestellt wird, ist ideal. Sie muss widerstandsfähig gegen Radieren sein, da das Lettering oft über Bleistiftzeichnungen oder Hilfslinien erfolgt. Außerdem muss sie gut durch die Federn fließen, ohne häufig zu verstopfen.
Früher war Higgins Black Magic sehr beliebt, aber eine Formeländerung machte sie zu grau. Viele Letterer wechselten zu anderen Marken. Daler-Rowney Calli #010 erwies sich als eine gute Alternative, ebenso wie Higgins Super-Black, deren Formel möglicherweise wieder verbessert wurde. Die Wahl der richtigen Tusche war entscheidend für ein sauberes und dauerhaftes Ergebnis.
Für Korrekturen und das Übermalen von Fehlern wurde weiße Korrekturfarbe verwendet. Daler-Rowney Pro White war eine bekannte Marke, auch wenn das Lettering darüber nicht immer einfach war. Die Farbe musste gut decken und nach dem Trocknen haltbar sein. Oft ließ man die Farbe im Glas etwas antrocknen und mischte dann bei Bedarf etwas Wasser hinzu, um die gewünschte Konsistenz zu erhalten.
Pinsel waren ebenfalls wichtig, insbesondere für das Ausfüllen großer Flächen mit Tusche oder das Erstellen großer Buchstaben. Hochwertige Pinsel, wie die Winsor & Newton Series 7 Sable, waren teuer, aber bei guter Pflege langlebig. Andere Pinsel wurden speziell für das Auftragen von Korrekturfarbe verwendet.
Bleistifte und Radiergummis dienten dem Vorzeichnen von Layouts und Hilfslinien sowie dem Entfernen unerwünschter Bleistiftstriche oder kleiner Fehler. Fallminenstifte wie der Berol Turquoise mit verschiedenen Härtestufen (z.B. 2H) waren wegen ihrer gleichmäßigen Spitze und der Möglichkeit, sie sehr fein zu spitzen, beliebt. Ein guter Radiergummi, wie der Prismacolor Magic Rub, der das Papier nicht beschädigte, war unerlässlich.

Der Ames Lettering Guide
Ein weiteres wichtiges Werkzeug für das Lettering war der Ames Lettering Guide. Dieses einfache, aber geniale Werkzeug wurde von Oscar Anton Olson erfunden und diente dazu, gleichmäßige horizontale Hilfslinien für das Lettering zu zeichnen. Es bestand aus einer Scheibe mit Löchern, die in einem Rahmen saß. Durch Drehen der Scheibe konnte der Abstand der Hilfslinien und damit die Höhe der Buchstaben eingestellt werden.
Der Guide wurde entlang einer Kante (z.B. der Reißschiene) geführt, während ein Bleistift oder eine spitze Feder durch die Löcher gezogen wurde, um die Linien zu zeichnen. Dies gewährleistete eine konsistente Schriftgröße und -ausrichtung über die gesamte Seite hinweg. Auch wenn es andere Methoden gab, war der Ames Guide weit verbreitet und gilt als Meisterwerk des Designs wegen seiner Effektivität und Einfachheit.
Die Bedeutung des Papiers
Die Wahl des Papiers war für Letterer und Tuschezeichner von großer Bedeutung. Papier für den Druck wurde traditionell aus Holzfasern hergestellt, wobei Zeitungspapier die billigste Variante war. Zeitungspapier ist jedoch stark säurehaltig und wird mit der Zeit braun und brüchig. Bessere Papiere für Comics werden heute verwendet, bestehen aber immer noch hauptsächlich aus Holzfasern.
Hochwertiges Zeichenpapier wurde früher oft aus Baumwollfasern oder Lumpen hergestellt (Rag Content), was es haltbarer und säurefrei machte. Heute wird oft eine Mischung aus Baumwollfasern und Baumwoll-Lintern verwendet. Säurefreies Papier (pH-neutral) ist immer besser, wenn die Arbeit lange halten soll.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Leimung (Sizing), eine Schicht Stärke, die während der Herstellung auf die Papieroberfläche aufgebracht wird. Diese verhindert, dass Tusche ausblutet und sich unkontrolliert in den Papierfasern ausbreitet. Hochwertiges Zeichenpapier sollte dieses Problem nicht haben. Papier gibt es auch mit verschiedenen Oberflächen (Texturen) und Dicken. Eine sehr glatte Oberfläche, oft als „plate finish“ oder satiniert bezeichnet, war bei vielen Letterern beliebt, da sie eine saubere Linienführung ermöglichte. Für das Lettering über bereits getuschte oder gemalte Kunst wurde oft Vellum verwendet, ein dickes, durchscheinendes Zeichenpapier, das über die Originalvorlage gelegt wurde.
Techniken des Letterings
Das eigentliche Lettering erforderte Übung und eine Reihe spezifischer Techniken. Beim Benutzen von Tuschefüllern war es wichtig, diese relativ vertikal zum Papier zu halten, um einen gleichmäßigen Tuschefluss zu gewährleisten. Tauchfedern konnten schräger gehalten werden.
Das Erstellen von Sprechblasen
Die Worte in einer Sprechblase wurden in der Regel in Bleistift vorgezeichnet. Dabei wurden die Zeilen so angeordnet, dass sie eine ovale Form füllten, wobei die längsten Zeilen in der Mitte platziert wurden. Ein Abstand von etwa der Breite eines durchschnittlichen Buchstabens zwischen Text und Blasenrand wurde angestrebt. Die Form der Sprechblase selbst wurde ebenfalls in Bleistift vorgezeichnet.
Manche Letterer konnten ovale Formen gut freihändig zeichnen, andere nutzten Schablonen. Oft wurden verschiedene ovale Schablonen für die Seiten und die Ober- und Unterseite der Blase verwendet, um eine natürlich wirkende Form zu erzielen. Für sehr breite Blasen kamen Kurvenlineale zum Einsatz. Die Schwänze (Tails) der Sprechblasen, die zum sprechenden Charakter zeigen, wurden meist freihändig gezeichnet.
Sprechblasen wurden dann mit Tusche nachgezeichnet. Bei traditionellen, bogenförmigen Sprechblasen mit keilförmigen Federn. Bei glatten Blasenrändern mit Tuschefüllern oder dünneren Tauchfedern. Das Wichtigste war, den inneren weißen Raum der Blase gut aussehen zu lassen; alles, was außen hinzugefügt wurde (wie dickere Ränder bei Ausrufe-Blasen), basierte darauf.
Andere Blasentypen und Stilmittel
Neben normalen Sprechblasen gab es Denkblasen, Flüstern-Blasen, Telepathie-Blasen, Roboter-Stimmen, wackelige oder raue Blasen und verschiedene Arten von Erzählkästen (Captions). Für bestimmte Charaktere oder Situationen konnten alternative Alphabete oder Schriftstile verwendet werden, aber Sparsamkeit war wichtig, um die Lesbarkeit zu gewährleisten.
Einzigartige Symbole im Comic-Lettering sind die „Atemzeichen“ (Breath Marks), oft drei Linien, die auf einen Punkt zulaufen, verwendet für Worte wie GASP, OOF oder SIGH. Ein doppelter Gedankenstrich wurde oft verwendet, um eine Unterbrechung in der Rede anzuzeigen, und eine Ellipse (drei Punkte) zeigte eine Pause oder Verzögerung.
Platzierung von Sprechblasen
Die korrekte Platzierung von Sprechblasen ist entscheidend für den Lesefluss. In westlichen Comics wird von links nach rechts und dann nach unten gelesen, innerhalb jedes Panels und auf jeder Seite. Wenn mehrere Charaktere in einem Panel sprechen, sollte der erste Sprecher links und der letzte rechts platmiert werden. Künstler mussten darauf achten, ausreichend Platz für die Sprechblasen zu lassen, insbesondere in komplexen Panels oder bei vielen Dialogen.
Um den korrekten Lesefluss sicherzustellen, wurden Sprechblasen notfalls über Panelgrenzen hinweg platziert. Wenn der Platz in einem Panel zu eng war, konnte Dialog in das vorherige oder nächste Panel verschoben werden. Ein guter Letterer arbeitete eng mit dem Künstler zusammen, um sicherzustellen, dass der Leser leicht durch die Seite geführt wurde.
| Merkmal | Tauchfedern | Tuschefüller |
|---|---|---|
| Tintenreservoir | Klein (häufiges Eintauchen) | Groß (hält mehrere Tage) |
| Sauberkeit | Weniger sauber (Tinte freiliegend) | Sauberer (nur Spitze mit Tinte) |
| Linienvariation | Variabel (je nach Druck/Winkel) | Gleichmäßig (abhängig von der Spitze) |
| Verstopfung | Weniger anfällig für Verstopfung | Anfällig für Verstopfung bei Nichtgebrauch |
| Reinigung | Einfacher | Schwieriger (empfindlicher Draht) |
| Haltung | Kann schräger gehalten werden | Muss vertikaler gehalten werden |
| Kosten | Günstiger | Teurer |
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Welcher Stift ist der beste für Comics?
Es gibt keinen einzigen besten Stift. Die Wahl hängt von der Aufgabe (Lettering, Inking, Skizzieren) und der persönlichen Präferenz ab. Traditionell wurden Tauchfedern (wie Speedball oder Hunt) und Tuschefüller (wie Rapidograph oder Faber Castell) für das finale Lettering und Inking verwendet, da sie eine dichte, wasserfeste Linie liefern. Für Skizzen oder neuere Techniken können auch hochwertige Marker in Betracht gezogen werden.
Warum sollte man noch traditionelle Werkzeuge lernen, wenn digitales Lettering üblich ist?
Das Erlernen traditioneller Techniken vermittelt ein tiefes Verständnis für Form, Linie, Tuschefluss und die physischen Aspekte des Handwerks. Dieses Wissen ist auch beim digitalen Arbeiten von Vorteil, da es hilft, bessere Entscheidungen bei der Wahl von Schriftarten, Linienstärken und Layouts zu treffen. Es schult das Auge und die Handkoordination.
Welche Art von Tusche wird für Comics verwendet?
Für das finale Inking und Lettering wird in der Regel eine dichte, tiefschwarze und vor allem wasserfeste Tusche auf Rußbasis (India Ink) verwendet. Dies ist wichtig, damit die Tusche beim Kolorieren (traditionell mit Wasserfarben oder digital) nicht verläuft und gegen Radieren resistent ist. Marken wie Daler-Rowney Calli oder Higgins Super-Black waren bei Profis beliebt.
Ist die Art des Papiers wirklich so wichtig?
Ja, die Wahl des Papiers ist sehr wichtig. Die Oberfläche beeinflusst den Tuschefluss und die Linienqualität. Eine gute Leimung verhindert das Ausbluten der Tusche. Die Zusammensetzung (z.B. Baumwollanteil) und der pH-Wert beeinflussen die Langlebigkeit der Kunstwerke. Säurefreies Papier wird empfohlen, wenn die Arbeit über Jahrzehnte erhalten bleiben soll. Glatte Oberflächen wie „plate finish“ waren für feine Linien und Lettering oft bevorzugt.
Was ist der Ames Lettering Guide?
Der Ames Lettering Guide ist ein einfaches Werkzeug, das Letterern hilft, gleichmäßige horizontale Hilfslinien auf das Papier zu zeichnen. Durch eine drehbare Scheibe mit Löchern kann der Abstand der Linien und somit die Höhe der Buchstaben präzise eingestellt werden. Es war ein Standardwerkzeug, um konsistentes Lettering zu gewährleisten.
Fazit
Auch wenn digitales Lettering und Inking heute weit verbreitet sind, ist das Verständnis der traditionellen Werkzeuge und Techniken für jeden, der Comics erstellen möchte, von unschätzbarem Wert. Die Fähigkeit, mit Tusche, Federn und Papier umzugehen, schult die Hand und das Auge und vermittelt ein Gefühl für das Handwerk, das in der digitalen Welt schwer zu replizieren ist. Es erfordert Übung, Geduld und die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen. Doch die Beherrschung dieser Werkzeuge ermöglichte es Generationen von Künstlern und Letterern, ikonische Comics zu schaffen und bleibt eine lohnende Fähigkeit für jeden Kunstschaffenden im Comic-Bereich.
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