06/10/2014
Die Frage, ob Danone ein russisches Unternehmen ist, taucht immer wieder auf, vielleicht aufgrund seiner weltweiten Präsenz. Die Fakten zeigen jedoch ein klares Bild seiner Herkunft und Identität. Danone ist ein globales Lebensmittelunternehmen mit einer langen und komplexen Geschichte, die tief in Europa verwurzelt ist. Sein Hauptsitz befindet sich in Paris, Frankreich, und das Unternehmen ist an der Euronext notiert, einem wichtigen Indikator für seine europäische Verankerung.

Die Geschichte von Danone beginnt nicht in Russland, sondern im Jahr 1919 in Barcelona, Spanien. Dort führte Isaac Carasso, ein sephardischer Jude, einen Joghurt ein, der auf den Arbeiten des Nobelpreisträgers Ilja Iljitsch Metschnikow basierte und gesundheitliche Vorteile für Kinder versprach. Er nannte das Produkt „Danone“, den Spitznamen seines Sohnes Daniel. Dieser Daniel Carasso war es, der später die Aktivitäten nach Frankreich ausweitete und 1929 die Société Parisienne du Yoghourt Danone in Paris gründete.
Die Entwicklung und Expansion von Danone
Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Daniel Carasso nach Europa zurück und begann, das Geschäft durch die Errichtung von Produktionsanlagen in weiteren Ländern und durch Fusionen zu vergrößern. Ein wichtiger Schritt war der Zusammenschluss mit dem Käseunternehmen Gervais im Jahr 1967. Die Danone-Gruppe, wie wir sie heute kennen, entstand 1973 aus der Fusion von Gervais-Danone mit der französischen Gruppe Boussois-Souchon-Neuvesel (BSN). BSN war ursprünglich ein Glashersteller, der sich unter Antoine Riboud zu einem bedeutenden Akteur im Lebensmittel- und Getränkebereich entwickelte, unter anderem durch den Erwerb von Evian und Kronenbourg.
Der Zusammenschluss von BSN und Gervais-Danone Anfang 1973 schuf den damals größten Nahrungsmittelkonzern Frankreichs. In den folgenden Jahren durchlief das Unternehmen eine Phase der Fokussierung. Der Glasbereich, der infolge des Ölpreisschocks von 1973 in Schwierigkeiten geraten war, wurde schrittweise abgebaut. Stattdessen konzentrierte sich das Unternehmen auf Getränke und Lebensmittel. Wichtige Übernahmen in dieser Zeit waren unter anderem Dannon, der größte amerikanische Joghurt-Hersteller (1981), Générale Biscuit (1986) und die europäischen Nahrungsmittel-Aktivitäten von Nabisco (1989), wodurch Danone zu einem der größten Kekshersteller weltweit aufstieg.
Fokussierung auf Kerngeschäftsbereiche
Ab 1994 nutzte die Gruppe offiziell den Namen Danone, angepasst an ihre wichtigste Marke. Unter der Leitung von Franck Riboud ab 1996 forcierte das Unternehmen seine Internationalisierung, insbesondere in Osteuropa und Asien. Gleichzeitig wurde das Portfolio gestrafft. 1997 kündigte Danone an, sich auf drei Kerngeschäftsbereiche zu konzentrieren: Milchprodukte, Kekse und Getränke (insbesondere Wasser und Bier). Sparten und Marken, die nicht zu dieser Ausrichtung passten, wurden verkauft, darunter auch die verbliebenen Glasaktivitäten.
In den frühen 2000er Jahren verfeinerte Danone seinen Fokus weiter. Das Keksgeschäft wurde schrittweise verkauft, zuletzt 2007 an Kraft Foods. Die Übernahme von Numico, Europas größtem Hersteller von frühkindlicher Ernährung, im Jahr 2007 markierte den Abschluss der Neuausrichtung. Die Geschäftsfelder von Danone waren damit weitgehend definiert: Milchfrischeprodukte, Mineralwasser und Spezialnahrung (medizinische und frühkindliche Ernährung).
Danone: Eine globale Präsenz
Danone ist heute ein Unternehmen mit Aktivitäten in über 75 verschiedenen Ländern und knapp 90.000 Mitarbeitern (Stand Ende 2023). Seine globale Präsenz umfasst zahlreiche Tochtergesellschaften und Produktionsstätten weltweit. Im deutschsprachigen Raum ist Danone beispielsweise mit der Danone GmbH (Milchfrische-/pflanzenbasierte Produkte), der Danone Waters Deutschland GmbH (Mineralwässer wie Volvic und Evian) und der ehemaligen Nutricia Milupa GmbH (heute Teil der Danone Deutschland GmbH, zuständig für frühkindliche und medizinische Ernährung) vertreten.
Die Frage nach einer russischen Verbindung mag im Zusammenhang mit der globalen Expansion des Unternehmens entstanden sein. Tatsächlich erschloss sich Danone das Milchproduktegeschäft in Russland sowie in der Ukraine, Kasachstan und Belarus im Jahr 2010 durch ein Joint Venture mit dem russischen Anbieter Unimilk. Dies war jedoch nur ein Teil der umfassenden internationalen Strategie, die auch Joint Ventures und Übernahmen in China, Indien, Südafrika, Marokko, Kenia und den USA umfasste. Die Präsenz oder Partnerschaft in einem Land macht ein Unternehmen nicht automatisch zu einem Unternehmen dieses Landes. Der Hauptsitz, die Börsennotierung und die Eigentümerstruktur sind hier die entscheidenden Faktoren. Danone bleibt seinem Ursprung und seiner Verankerung in Frankreich treu.

Identität und Werte
Danone definiert sich heute nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sozial und ökologisch. Seit Mitte 2020 ist die Danone S.A. eine sogenannte Entreprise à mission, ein Unternehmen mit einem definierten Auftrag, der über rein wirtschaftliche Ziele hinausgeht. Soziale und ökologische Ziele sind damit Teil der Unternehmensverfassung. Dies macht Danone zu einem Vorreiter unter den börsennotierten multinationalen Unternehmen im französischen Aktienindex CAC 40. Seit Januar 2023 ist Danone in Deutschland, Österreich und der Schweiz vollständig B Corp zertifiziert, was sein Engagement für hohe Standards in den Bereichen soziale und ökologische Leistung, Transparenz und Rechenschaftspflicht unterstreicht.
Das Unternehmen ist in vier Hauptbereiche gegliedert, die von spezifischen Holdinggesellschaften verwaltet werden: Compagnie Gervais Danone für Milchfrische- und pflanzenbasierte Produkte, Holding Internationale de Boissons für Wässer, Danone Baby & Medical Holding SAS für frühkindliche und medizinische Ernährung sowie Dan Investments SAS für sonstige Tochtergesellschaften.
Häufig gestellte Fragen zu Danone
Ist Danone ein russisches Unternehmen?
Nein, Danone ist kein russisches Unternehmen. Es wurde ursprünglich in Barcelona, Spanien, gegründet und hat seinen Hauptsitz in Paris, Frankreich. Es ist ein globales Unternehmen mit Aktivitäten in vielen Ländern, darunter auch Russland durch ein Joint Venture im Milchproduktebereich, aber seine Wurzeln und seine Identität sind spanisch und französisch.
Wo hat Danone seinen Hauptsitz?
Der globale Hauptsitz von Danone befindet sich in Paris, Frankreich.
In welchen Geschäftsbereichen ist Danone tätig?
Danone konzentriert sich auf drei Hauptbereiche: Milchfrische- und pflanzenbasierte Produkte, Mineralwässer und Spezialnahrung (frühkindliche und medizinische Ernährung).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Danone ein global agierendes Unternehmen mit spanisch-französischen Wurzeln und Hauptsitz in Paris ist. Seine weltweite Präsenz, einschließlich Aktivitäten in Russland, ändert nichts an seiner grundlegenden Identität als französisches Unternehmen, das an der Euronext gelistet ist.
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